Amazonas Tiere: Im Iquitos Sanctuary

In der Amazonas Tiere Schutzstation

 

Rund um Iquitos am Oberlauf des Amazonas in Peru gibt es einige sogenannte Sanctuaries für verletzte oder aufgefundene Tiere. Diese werden dort gepflegt, aufgepeppelt, und angeblich wieder im Reservat freigelassen.  In Iquitos gibt es eine Station für Manatees, und etwas ausserhalb, nördlich der Mündung des Rio Nanay in den Amazonas findet man eine kleine Tierstation (Eintritt: 20 Soles pro Person) zu der man im Rahmen eines Ausfluges mit dem Boot gelangen kann.

Einige dieser Tiere haben sich allerdings und offensichtlich auch ganz gerne in der Station häuslich niedergelassen. Wie die Bande von sehr chamanten und liebenswerten kleinen Rackern, den Wollaffen nämlich. Die Wollaffen gelten als gefährdete Art, habe ich im Nachinein erfahren, diese hier waren echte Charaktere. Mit viel Eigensinn und tollem Sinn für Blödsinn.

 

 

Wollaffe
Amazonas Wollaffe

In der Station gibt es einige kleine Käfige, in denen die Tiere bis zu ihrer Auswilderung gehalten werden. Es sind auch nur einige Tiere an Menschen gewöhnt, einige sind sehr wild und bissig, was mich hoffen lässt, dass sie tatsächlich auch wieder freigelassen werden. Alle Tiere, welche in der Station abgegeben, werden durch den Autoverkehr verletzt. Zwar gibt es nach Iquitos keine Strasse, aber abgehend von Iquitos gibt es eine circa 100 km lange Asphaltstrasse in Richtung Nauta.

In der Station werden sie gepflegt und im Pacaya Samiria Nationalpark wieder in die Wildnis entlassen, so die Aussage unseres Führers.

Es finden sich Faultiere, Wollaffen, Brüllaffen, Totenkopfaffen, Tukane, Boas und eine Anakonda, sowie diverse Papageien in der Station.

Ebenso ein junger Jaguar und ein Ozelot, welche beide noch wohltuend wild und bissig waren. Wir wurden vor den gelbblauen Papageien gewarnt, diese waren auch alles andere als zutraulich und machten ebenfalls einen wilden bis rabiaten Eindruck, wie man ihn von Zootieren nicht kennt.

Iquitos Faultier
Wer bist du denn? Amazonas Faultier

Amazonas Faultiere

 

Die Faultiere der Station, alles Dreifingerfautiere und mannlich, sind unterschiedlich habituiert. Ein Neuankömmling versucht mit seinen Krallen auszuteilen, aber einem Faultier auszuweichen ist jetzt nicht so schwer.

Andere Faultiere lassen sich anfassen, aber das und das sie zu viert in einem kleinen Käfig zubringen, wird den notorischen Einzelgängern nicht gefallen. Ziemlich sicher mögen sie es auch wenig, dass sie angefasst und auf den Arm genommen werden. Leider sind die Äusserungen von Faultieren schwer bis kaum zu deuten – sie machen keine. Sie sind nicht bissig, und wirken eigentlich zutraulich. Bis auf den Neuankömmling, Der mag keine Menschen. Was man verstehen kann.

Alles was ich über diese bemerkenswerten Tiere weiss, habe ich im Faultier Schutzzentrum in Costa Rica gelernt. Dort werden die Faultiere wesentlich artgerechter behandelt als hier im Regenwald in Peru.

Iquitos sanctuary
Amazonas Faultier

Ist es richtig, in ein solches Schutzzentrum zu fahren, in welchem die Tiere, wer weiss das schon, angeblich nur temporär verweilen?

Ich denke, ja, wenn ich mir auch unsicher bin. Aber wenn auch nur wenige der verletzten Tiere wieder ausgewildert werden, hat die Schutzstation ihren Namen verdient, und man kann sie mit seinem Besuch unterstützen.

Eine solche Station ist letztlich auch die einzige Option, einige der bekannteren Amazonas Tiere aus der Nähe sehen zu können. Und ja, mit kleinen wilden Affen zu raufen, das hat schon sehr viel Spass gemacht, den Affen und mir.

Das Faultier auf dem folgenden Foto ist übrigens ein wildes Faultier, das die Nähe der Station wohl zu seinen Gunsten nutzt.

Iquitos sanctuary
Amazonas Faultier, freilebend
DC Loew
Dabei sein

DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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