Botswana Camping: Wie verhalte ich mich in der Wildnis?

Botswana Camping: Tipps und Info für deine Camping – Safari

Reiseblog Campingtipps für individuelle Reisen und Safari in Botswana

Für viele Naturliebhaber, Safari Freunde, Wildlife Fotografen und Afrika-Reisende ist das Camping in der freien Natur eines der Highlights ihrer Safari, so auch bei mir.

Im Botswana Special auf planetenreiter.de habe ich bereits die Anfahrt nach Botswana, Tipps für die Route als auch für das Fahren im Land geschildert.

Afrika Safari

Ich würde in Deutschland niemals campen: Zu viele Leute, zu wenig Platz, das falsche Publikum ist es ohnehin. Und auf Safari gehen kann man auch nicht! In Afrika bzw. in Botswana hat man, zumindest in der Nebensaison, die meisten Campsites für sich alleine.

Ohnehin gibt es meist nicht mehr als zehn Plätze pro Camp zu vergeben, das gilt unter anderem für die wirklich legendären Plätze wie Savute im Chobe NP oder die Third Bridge camp site im Okavangodelta.

In Botswana sind die Campingplätze innerhalb der Nationalparks, anders als in Namibia und Südafrika, nicht eingezäunt.

Das heisst, dass alle Tiere jeder Zeit dort aufkreuzen können. Die kleinen Tiere wie Vögel, Erdhörnchen, Mangusten, Paviane tun dies und sind, gewohnt an die Besucher, oft sehr zutraulich. Paviane können bereits eine Plage sein und stehlen alles, was nicht gesichert ist oder nach Essen ausschaut. Die Safari beginnt also direkt auf dem Campingplatz!

Elefant im Savute camp Botswana: Botswana Camping
Elefant im Savute camp Botswana. Foto: DC Loew

Die grossen Tiere wie Elefant, Löwe, Wildhund haben kaum Scheu vor Menschen, und können Tags wie Nachts im Camp erscheinen.

In Savute oder in den Camps in der Kalahari kann man fast zu 100% damit rechnen, tierische Besucher zu bekommen, welche für Menschen gefährlich sein können. Für den Afrika Safari Camper bedeutet dies, einige Vorsichtsmassnahmen zu ergreifen und zu beachten:

Die wichtigsten Tipps für Camping in Botswana im afrikanischen Busch

Camping in Botswana heisst: Nachts nicht draussen herumlaufen. In Zelt oder Fahrzeug ist man sicher, davor oft nicht. Es gibt viele Leute, die nachts prinzipiell das Zelt nicht verlassen bzw. mit Einbruch der Nacht schlafen gehen. Wer des Nachts sein Zelt oder Dachzelt verlassen möchte, sollte sehr vorsichtig den Bereich vor, hinter und über dem Zelt mit Hilfe einer Taschenlampe nach Raubtieren absuchen. Die reflektierenden Augen verraten die Tiere fast immer. Im Fall von Löwenbesuch sollte man nicht einmal darüber nachdenken, das Zelt zu verlassen.

Beim Camping im Busch: Keine offenen Lebensmittel herum liegen lassen. Elefanten und Hyänen sowie die Paviane riechen diese und werden euer Hab und Gut auseinander montieren, um an die Lebensmittel zu gelangen. Sie werden auch z.B. vor dem Zelt abgestellte Schuhe oder Töpfe untersuchen, also besser alles wegpacken.

Für alle Fälle gewappnet sein. Es kann vorkommen, dass das Löwenrudel vor dem Zelt einen Tag dort liegenbleibt. Dann könnt ihr nicht raus aus dem Zelt und nicht weg. Habt einen Vorrat an Wasser im Zelt, sowie die Option, dort auch Wasser zu lassen.

Die Tiere und ihr Verhalten erkennen. Welche Tiere sind per se für den Menschen gefährlich, welche nicht? Kann ich Nachts eine Hyäne (ungefährlich, meistens jedenfalls) von einer Löwin (gefährlich) oder einem Wildhund (ungefährlich für Menschen) unterscheiden? Ist der Elefant neben meinem Zelt entspannt oder aggressiv? Bedeutet eine Herde Büffel Gefahr oder nicht? (meistens nicht). Fieldguides und Naturführer sowie die zahlreichen Afrika und 4×4 Foren sind lehrreich und eine gute Quelle, um Fragen auf die obigen Antworten zu finden. Hilfreich ist auch, die Warnrufe oder Warnsignale vieler Tiere und Vögel zu kennen: Das Bellen der Antilopen, das plötzliche Verschwinden der Pavianherde oder der Warnruf des Go-Away Birds sind ein eindeutige Zeichen, dass ein Raubtier in der Nähe ist. Löwenbrüllen ist unverwechselbar und irgendwie in den Genen des Menschen verankert – das erkennt man, auch wenn man es vorher nie gehört hat.

Nicht leichtfertig sein: Es gab leider schon genug Unfälle mit Löwen. Es sind keine Zootiere, sie sind wild und schneller und stärker als jeder Mensch.

Schlangen, Spinnen, Skorpione: Diese Tiere stellen für die meisten Afrika-Besucher, für Camper und für die Safari die grösste mentale Herausforderung dar, allerdings sieht man sie seltener, als man denkt. Und sie sind auch weder aggressiv noch gefährlich. Schlangen und Spinnen werden sich vor euch verstecken, ehe ihr sie seht. Skorpionstiche sind angeblich schmerzhaft, aber nicht tödlich. Also alles kein Grund zur Besorgnis!

Whatever you do – don’t run – only food runs!

Und die letzte und wichtigste Regel für Camping in Afrika, wenn ihr dann doch aus der Dusche kommend vor dem Löwenrudel steht: Whatever you do, don´t run. Only food runs! Ruhig bleiben, nicht schreien und rufen, sich langsam von den Löwen, mit Blick zu ihnen, zurückziehen. Sie sind nicht interessiert daran, Menschen zu töten, dies entspricht nicht ihrem natürlichen Verhalten. Aber wer sich falsch verhält, kann Beutegreif – Reflexe auslösen.

Chobe NP Botswana: Nach Savute. Botswana Camping
Chobe NP Botswana: Nach Savute

Wer diese Regeln sowie den gesunden Menschenverstand (ich weiss, das ist aus der Mode genau so wie das Nachdenken) nutzt, wird eine fabelhafte Zeit auf den aufregendsten Safari Campingplätzen dieses Planeten erleben können. In Botswana nämlich.

Botswana Camping: Auf dem Campingplatz und wie man einen Stellplatz reserviert

In Botswana sind die camp sites meistens mit Toiletten und Duschen, dem sogenannten ablution block, versehen. Die Abstellplätze für euer Fahrzeug sind markiert mit einem Schild, auf dem die Platznummer markiert ist.

Die Platznummer erhaltet ihr mit eurer Reservierung des Campingplatzes.

Diese Reservierung muss vorab erfolgen und auch vorab bezahlt werden. Nur mit eurer Bestätigung der bezahlten Reservierung wird man euch in den Nationalpark hineinlassen!

Hier steht genau, wie und wo man seine Reservierung für einen Stellplatz auf einer camp site in Botswana durchführt.

Die Reservierung nehmt ihr bei dem Unternehmen vor, welche die Konzession für den Campingplatz hat, zum Beispiel SKL für Savute oder Bigfoot Tours für die Camps im Central Kalahari Game Reserve.

Den Eintritt für den Nationalpark für euch als auch für euer Fahrzeug solltet ihr ebenfalls vorab bei der staatlichen Naturschutzbehörde Botswanans, der DWNP, entrichten. Man zahlt also immer zwei Mal: Für den Campingplatz als auch für den Eintritt in den Nationalpark.

DWNP unterhält Büros in Gaborone als auch in Maun, man kann dort auch direkt seinen Parkeintritt entrichten, wenn man das nicht über das Internet von Zuhause aus erledigt. An den Eingangstoren zu den Schutzgebieten Botswanas kann man nicht den Parkeintritt bezahlen! (Ausnahme: Sedutu Gate in Kasane). Man muss also den Zahlungsbeleg für die camp site als auch für die DWNP vorzeigen, um in den Park zu gelangen.

Die Camp sites verfügen ausser dem ablution block und ggf. dem Verwaltungsgebäude über keinerlei Infrastruktur wie Geschäfte oder Restaurants. Man muss also Lebensmittel, Getränke sowie die gesamte Camping- und Koch – Ausrüstung mit sich führen. Die etwas besser erschlossenen camp sites haben manchmal einen Stromanschluss für z.B. den Kühlschrank in einem Fahrzeug, damit sollte man aber in Botswana nicht rechnen.

Selbstversorger und Selbstfahrer Botswana Infrastruktur

Die Infrastruktur für Camper bzw. Selbstfahrer ist in Botswana sehr gut, man ist auf diese Klientel eingestellt.

Supermärkte: In den grösseren Städten wie Gaborone, Kasane, Maun, Serowe, Francistown gibt es sehr gute Supermärkte mit reichhaltiger Auswahl an Lebensmitteln sowie Trinkwasser in grossen 5 Liter Kanistern für eure Campingtour. Als Faustregel gilt, wer in besonders heißen und trockenen Gegenden unterwegs ist: 5 Liter Wasser pro erwachsener Person pro Tag sollte man dabei haben, damit hat man dann auch eine gute Reserve dabei, sollte man z.B. einige Tage mit defektem Fahrzeug in der Kalahari überstehen wollen.

Alkoholische Getränke kauft man in Botswana in sogenannten Bottle stores. Diese sind wie Supermärkte, es gibt allerdings nur Alkoholika. Das ist also ähnlich wie in den USA. Oder Schweden. In den Supermärkten gibt es keinen Alkohol, auch kein Bier.

Tankstellen Botswana: Tankstellen gibt es ebenfalls ausreichend im Land, meistens in den grösseren Orten wie Maun, Kasane, Rakops, Ghanzi. Man sollte natürlich immer wissen, wie lange der Tank reicht, aber wenn sich die Möglichkeit ergibt, tankt man. Dazu sind Faktoren wie der Straßenbelag, das Fahrzeuggewicht etc. einzukalkulieren. Auf Sand verbraucht ein 4×4 Fahrzeug wesentlich mehr Benzin, als wenn man auf Asphalt fährt. In den meisten Strassenkarten als auch den elektronischen Karten (Tracks4Africa) für das Navi sind die Tankstellen eingezeichnet. Die Tankstellen sind meistens nicht direkt an der Strasse, sondern eher am Ortsrand zu finden. In den Nationalparks in Botswana gibt es keine Tankstellen!

Für die Strecke zwischen Maun und Kasane durch den Chobe NP gilt deshalb: Hier kann man nicht tanken! Für die ca. 600 km benötigt man Benzin im Ersatzkanister (jerry can) oder ein Fahrzeug mit einem Langstreckentank (long range tank).

Wer über Savute oder Lenyanti durch den Chobe möchte, muss einkalkulieren, wieviel Benzin er benötigen wird, braucht ein Fahrzeug mit einem long range Tank und muss die Benzinuhr im Auge behalten!

An den meisten Tankstellen in Botswana kann man mit Kreditkarte bezahlen. Für den Notfall sollte man aber auch immer noch genug Bargeld einstecken haben

Bargeld, Geldautomaten in Botswana: Ähnlich wie die Tankstellen gibt es Banken und Geldautomaten nur in den grösseren Ortschaften des Landes. Die Landeswährung in Botswana ist der Pula, und diesen kann man nur ganz schwer außerhalb des Landes vorab eintauschen. Es empfiehlt sich also, US Dollar oder südafrikanische Rand mitzunehmen für die Zeit, bis man direkt nach Grenzüberquerung den ersten Geldautomaten oder Geldwechsler in Botswana ansteuert.

Ich empfehle immer, zwei Kreditkartentypen (Visa und Mastercard) dabei zu haben, manchmal geht der eine, manchmal der andere. Darauf, mit der EC Karten als Geldautomaten in Botswana Bargeld zu bekommen, kann man sich nicht verlassen.

 

DC Loew
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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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