Botswana Selbstfahrer in Chobe, Savuti

Botswana für Selbstfahrer: Reisetipps von Johannesburg nach Chobe

Bevor man sich für eine selbst zu fahrende Route für eine Safari in Botswana entscheidet, muss man natürlich seinen Zeitrahmen als auch sein Budget kennen. Da schon Campingplätze in Botswana bis zu 50 US Dollars pro Person und pro Nacht verlangen, ist das Budget bzw. die Art der Unterkunft ziemlich entscheidend für die Route – denn wenn ich aus Kostengründen keine Lodges ansteuern möchte, bleiben mir lediglich die Campingplätze des Landes.

Damit wäre auch klar, dass ich für diese Art von Safari in Botswana ein 4×4 Fahrzeug benötige, denn abseits der Strassen, welche alle in einem ziemlich guten asphaltierten Zustand sind, benötigt man in Botswana zu 100% einen 4×4.

Und damit ist auch klar, für wie lange in Verpflegung und Wasser und Benzin benötige, wenn ich dies zwischendrin nicht aufstocken kann.

Ich gehe davon aus, dass die meisten Reisenden die Nationalparks Botswanas besuchen möchten, insbesondere also Chobe, Moremi bzw. das Okavangodelta, den Kgalaghadi Transfrontier Park (KTP) sowie das Central Kalahari Game Reserve (CKGR). Je nach Anfahrt kann man in zwei Wochen Zeitspanne schon eine ganz nette Route einbauen, ohne dass man tageweise den ganzen Tag im Fahrzeug und auf der Strasse und eben nicht im Busch verbringt.

Mietwagenanreise von ausserhalb Botswanas

Bei Abfahrt und Rückgabe des Mietwagens in Johannesburg, Südafrika muss man mit zwei Tagen Fahrt (mit einem Übernachtungsstopp) nach Maun oder Kasane im nördlichen Botswana rechnen.

Der Grenzübergang nach Botswana, Namibia oder Südafrika ist kein Problem, euer Autovermieter muss euch lediglich alle verlangten Papiere für den Grenzübergang zur Verfügung stellen.

Hier mal als Beispiel meine Botswana Route. Es ist eine Mischung aus Lodges und Camping, ich fahre nie mehr als ca. 400 km am Stück, und es gibt genug Orte mit Supermärkten und Tankstellen dazwischen:

  • Start in Johannesburg
  • Madikwe Game Reserve, Südafrika
  • Khama Rhino Sanctuary
  • CKGR Deception Valley
  • Maun
  • Savute im Chobe NP
  • Kasane mit Chobe Riverfront
  • Nata mit Nata Bird Sanctuary
  • Tuli Block
  • Pilanesberg NP, Südafrika
  • Zurück nach JNB

Die Strecke zwischen Maun und Kasane durch den Chobe NPbedeutet:

Keine Tankstelle, kein Supermarkt.

Man sollte also genug Benzin bzw. Diesel an Bord und im Tank haben sowie ausreichend Verpflegung und Wasser. Die meisten 4×4 die man in Namibia oder Südafrika mieten kann, haben einen Langstreckentank eingebaut und schaffen so um die 1.000 km Reichweite – diese Angabe ist natürlich ohne Garantie und davon abhängig, wie tief der Sand ist, wieviel Gamedrives man fährt etc. etc.

Ich bin allerdings auch schon die Strecke zwischen Kasane und Maun, mit der Routenerweiterung über die Camps in Southgate und Third Bridge im Moremi Game Reserve gefahren, mit Aufenthalt in Savute und in Linyanti, ohne tanken zu müssen. Da hatte ich noch einen 20 Liter Reservekanister dabei, den kann man bei fast allen Verleihern auch zusätzlich erhalten

Safari Camper von Bushlore. Standplatz in Savute, Chobe NP

Autofahren in Botswana

Für die Fahrt auf den Straßen in Botswana gilt: Höchstgeschwindigkeit ist 120 km/h außerhalb von Ortschaften, innerhalb sind es 60 Km/h, ein internationaler Führerschein ist notwendig, es gibt Geschwindigkeitsmessungen der Polizei und auch Kontrollen der Fahrzeugpapieren.

Die Strassen in Botswana sind ausserhalb der wenigen Städte ziemlich leer, es gibt kaum Verkehr, und man kann sehr entspannt einen Schnitt von 100 km pro Stunde schaffen – ab und an überqueren Esel, Rinder, Ziegen und andere Haustiere die Strasse bzw. weiden daneben. Aus diesem Grund würde ich auch nicht Nachts fahren – es gibt keine Strassenbeleuchtung, und einen Esel bei Nacht sehen nicht mal die Eulen.

Den sieht man erst, wenn man ihn überfahren hat. Das gilt übrigens auch für Elefanten – Kaum zu glauben, wie solch grosse Tiere sich unsichtbar machen können!

Die Wege in den Nationalparks in Botswana sind zumindest in Chobe ganz passabel ausgeschildert, in Moremi schon nicht mehr. Man sollte auch nicht denken, dass man sich in der Landschaft ohne künstliche Navigation orientieren kann bzw. man sollte sich auf keinen Fall auf die Ausschilderung verlassen: Der afrikanische Busch ist visuell ausgesprochen gleichmässig und wie eine Wüste, es fehlen die landschaftlichen Merkmale, mit deren Hilfe man sich seinen Weg suchen kann. Ein Navi, eine gute Landkarte sowie ein Kompass sind notwendig und sollte jeder Selbstfahrer für seine Safari in Botswana an Bord haben. Das

Es war ein intensiver, spannender, niemals langweiliger Trip durch das wunderbare Botswana! Folgend in Kurzform mein Reisebericht der planetenreiter.de Safari Tour durch Botswana und Südafrika. Dieser Trip kann durchaus als Beispiel dienen, wenn du überlegst, auch nach Botswana zu fahren, und zwar auf eigene Faust und Planung.

 

Madikwe Elephant: Botswana Selbstfahrer
Madikwe Elephant – by DC Loew – planetenreiter.de

So organisiert man die Reise nach Botswana selbst

Alle Lodges und Unterkünfte in Botswana und Südafrika, bis auf die Central Kalahari und Savute Campsites sowie die Parkeintritte bei DWNP habe ich selbst gebucht. Buchung direkt bei der Lodge oder über Buchungsportale bzw. Agenturen.

Die Buchungen der Campsites in den Nationalparks (über die Unternehmen Bigfoot bzw. SKL) sowie die Eintritte in die Nationalparks über die botswanische Nationalparkverwaltung DWNPhabe ich über eine Agentur in Maun buchen lassen. Die Mietwagenfirmen bzw. einige deutsche Reiseveranstalter übernehmen diesen aufwändigen Job für euch, gegen eine kleine Gebühr. Das ist zu empfehlen, und spart Nerven!

Man kann die Reservierungen   auch selbst per Telefon, Email, Fax von Zuhause aus organisieren, aber ein Kontakt vor Ort bzw. eine Agentur ist schon sehr hilfreich.

Anfahrt nach Botswana über Windhoek, Namibia.

Nach Windhoek kann man entweder direkt ab Frankfurt (nur mit Air Namibia) oder bequem mit Umsteigen in Johannesburg fliegen (LH, SAA, Emirates, Ethiopian, Egypt Air, Qatar Airways, Iberia, British Airways, KLM, Air France u.a.).

In Windhoek gibt es einige sehr gute 4×4 Verleiher mit tollen Fahrzeugen und attraktiven Preisen. Man muss sich in Namibia dann entscheiden, ob man die nördliche Route über Rundu und den Caprivi Streifen nach Botswana nimmt oder die südliche über Gobabis und Ghanzi. Für eine Rundreise empfiehlt sich beides.

Anfahrt nach Botswana von Johannesburg, Südafrika aus.

Für diese Variante einer Selbstfahrer Safari nach Botswana spricht die Vielzahl an günstigen Flügen nach Johannesburg, sowie die grosse Auswahl an 4×4 Verleihfirmen dort. Diese grosse Auswahl an 4×4 Verleihern bedeutet auch: gute Preise, grosse Fahrzeugauswahl (Landrover oder Toyota Hilux, das ist hier die Frage!).

Für die Anfahrt in die Safarigebiete der Kalahari oder des Chobe und Okavangodeltas (Moremi NP) sollte man zwei Tage einkalkulieren. Es gibt einige Nationalparks in Südafrika, welche auf dem Weg liegen und sich für eine Zwischenstation anbieten: Madikwe, Pilanesberg, Waterberg.

Eine Routenoption ab Johannesburg

JNB – Madikwe Game Reserve, Südafrika

Fahrt vom Flughafen Johannesburg in das Madikwe GR westlich von Sun City direkt an der Grenze zu Botswana, ca. 4,5 Stunden

Unterkunft im Thakadu River Lodge. Tolles Camp, relaxter Service, erstklassiges Essen, schöne Landschaft.

Game Drives mit sehr vielen Tiersichtungen, für Fotografen ziemlich ideal. So geht Safari. Sehr regnerisch.

Botswana Selbstfahrer
Madikwe Road Block, Südafrika – planetenreiter.de

Madikwe – Khama Rhino Sanctuary, Serowe, Botswana

Über den Grenzposten Deerdeport problemfrei nach Botswana, dann die lange Fahrt nach Serowe. Auch völlig problemlos. Bis auf die mehr als einstündige Blockade der Strasse in Madikwe durch eine resolute Elefantenherde. Die Leitkuh der mehr als vierzigköpfigen Herde wollte einfach kein Auto vorbei lassen!

Khama Rhino Sanctuary in der Nähe von Serowe, Botswana, mit teilweise stark überschwemmten Wegen, Campsite aber sehr hübsch. Ablution Blocks recht rustikal aber passabel.

Das Restaurant im Sanctuary ist sehr charmant und hat wirklich leckeres Essen. Da das eigentliche Restaurant abgebrannt ist, behilft man sich mit einem temporären Bau, was nicht verhindert, tolles Essen zu servieren.

Schöne Tiersichtungen (Nashorn, Leopard) innerhalb des Schutzgebiets auf sandigem Wegenetz, gut ausgeschildert.

In Serowe ausgezeichnete Infrastruktur für Afrika Selbstfahrer mit einigen Einkaufszentren, Tankstellen, Banken, Supermärkten.

Serowe – Central Kalahari Game Reserve, Sunday Pan Campsite

Lange Anfahrt in das CKGR über Rakops und das Matswere Gate. Bereits die Anfahrt ab der Asphaltstrasse zum Gate war nahezu komplett überschwemmt und beschwerlich. Dies setzte sich innerhalb des Parks fort, eigentlich wäre ein Boot für die Strecke nicht schlecht gewesen. Nach 100 km Schlammschlacht bleiben wir 2 km vor der Campsite im Morast stecken. Nachdem wir den ganzen Tag niemanden anderen im Park getroffen hatten, kommen zehn Minuten nach unserem Versinken im Schlamm Jana und Karel mit ihrem Landy vorbei. Glück muss man haben! Die Campsite ist nicht ausgeschildert, und die GPS Koordinaten der Parkverwaltung sind falsch. Wir finden unseren Campsite Sunday Pan 2 dennoch.

Die Wege  um die Sunday Pan herum sind eigentlich alle unpassierbar, auf der für heute uns zugeteilten Campsite Sunday Pan 4 sind Südafrikaner gestrandet, die einfach nicht mehr weiterreisen konnten aufgrund der vielen überschwemmten Wege. Auch sie waren steckengeblieben und von Jana und Karel herausgezogen worden. Ein Hoch auf diese beiden freundlichen Afrikaprofis, hier ist ihre Webseite!

Nach zwei Tagen Hitze ohne weitere Regenfälle und etwas weniger Wasser auf der pad beschliessen die Südafrikaner aber, in Richtung Passarge Valley weiterzufahren, und wir beziehen CSUN 4. Die korrekten GPS Daten aller Sunday Pan Campsites im Central Kalahari Game Reserve findet ihr übrigens hier:

  • GPS Koordinaten CKGR Campsite Sunday Pan 2 CSUN 2: S 21.21.100   E 023.40.280
  • GPS Koordinaten CKGR Campsite Sunday Pan 3 CSUN 3: S 21.19.909  E 023.41.278
  • GPS Koordinaten CKGR Campsite Sunday Pan 4 CSUN 4: S 21.19.964. E 023.41.299

Central Kalahari Game Reserve, Sunday  Pan – Maun, Crocodile Camp

Bevor es erneut regnet, beschliessen wir das CKGR vorzeitig zu verlassen. Für die 50 Km Fahrt von der Sunday pan zum Matswere Gate benötigen wir 3 Stunden, kommen aber problemlos durch, den sehr schweren Bedingungen zum Trotz. Insbesondere der Übergang vom Deception Valley auf den Track in Richtung Gate ist ein grossflächiger, tiefer Morast, eine Wegeführung ist nicht zu erkennen.

In Maun, Botswanas Safari Hauptstadt, beziehen wir das etwas ausserhalb der Stadt gelegene Crocodile Camp, eine schöne Unterkunft direkt am Fluss, mit charmanten Chalets und einer stimmungsvollen Bar. Wir sind die einzigen Gäste.

In Maun stocken wir auf: Proviant, Wasser, Benzin. Maun hat irgendwie Charme, ein interessantes Städtchen. Einfach mal irgendwohin setzen und schauen, entweder in das am Flughafen befindliche Restaurant Bon Arrivee oder in Hilarys Cafe, ebenfalls sehr empfehlenswert.

Maun – Savuti Campsite, Chobe Nationalpark 

Wir bereiten uns akribisch auf die nächste Schlammschlacht vor, die Fahrt von Maun nach Savuti im Chobe Nationalpark. Ab dem Ende der Schotterstrasse im Dorf Mababe gibt es bis zum Mababe Gate des Chobe NP einige sehr üble Schlammstrecken mit grossen Wassertümpeln und abenteuerlichen Umfahrungen. Innerhalb des Parks wechseln sich auf der Sandridge Road sehr sandige Strecken mit sehr schlammigen Passagen ab, welche man teilweise nur mit dem Schrittempo einer fusskranken Schildkröte befahren kann. Ohne Festfahren kommen wir in vier Stunden in Savuti an und beziehen die Campsite Nummer 4, direkt am Savute Channel gelegen.

Ich liebe Savuti, es ist für mich ein wunderbarer Ort, der Inbegriff eines romantischen Afrikas voller Tiere und mit wenig Menschen, wie es ihn eigentlich schon heute nicht mehr gibt. Ich fahre auch gar nicht so gerne auf Gamedrive dort, sondern geniesse das Nichtstun und die Besuche der kleinen Savuti Tiere im Camp: Eichhörnchen, Tokos, die ganze small animals Safari Entourage.

Savuti – Kasane, Kubu Lodge

Die einsame Fahrt von Savuti zur Kubu Lodge ist lediglich auf der Strecke von der Campsite zum Goha Gate beschwerlich, aber dennoch zu meistern. Für die 30 km benötigen wir knapp zwei Stunden, die pad ist eine Abfolge von Tümpeln und Matschlöchern, aber jetzt ist das Erfolgsrezept gelernt: Immer mitten Durch, man bleibt nicht im Wasser in der Mitte des Tümpels stecken, sondern eher im halbnassen Schlamm am Rande.

Die Kubu Lodge in Kasane ist eine wunderbare Oase der Ruhe, ein wirklich schöner Ort und klassischer Rastplatz jeder Safari im Norden Botswanas. In Kasane bekommen wir auch wieder Luft in die Reifen, das ist momentan direkt nach dem Verlassen des Parks noch nicht möglich, anders als im CKGR, wo man in Rakops einen freundlichen Kompressor-Betreiber findet.

In Kasane erfahren wir, dass unser anschliessend geplanter Aufenthalt in der Nata Lodge in Nata ausfällt, weil diese überschwemmt und geschlossen ist.

Wir gönnen uns einen Game Drive an der Chobe River Front, wirklich lohnenswert: Toller Guide mit sehr viel Wissen, schöne Landschaft, viele Tiere. Sehr gute Safari Fotos gemacht.

Kasane – Nata, Elephant Sands Lodge

Statt der Nata Lodge, welche sich tatsächlich in einem Sumpfgebiet zu befinden scheint (nur temporär, Anfang April möchte man wieder eröffnen) landen wir in der Elephant Sands Lodge. Unterkunft ist eher etwas rustikal, aber Essen ist gut.

Nachdem wir erfahren haben, dass auch das Island Camp im Tuli Block, unser nächstes geplantes Ziel, wahrscheinlich von den Fluten des Limpopo überschwemmt wurde, planen wir um und fahren nach Selebi Phikwe.

Nata – Selebi Phikwe, Syringa Lodge

Ereignislose Fahrt in die Minenstadt Selebi Phikwe. Dort gibt es im Zentrum des Ortes kein einziges Restaurant (Giavanos Pizzeria hatte geschlossen), man kann aber in den Hotels an der Strasse zum Flughafen essen.

Selebi Phikwe ist Eingangstor zum Tuli Block, von hier ist es nur noch eine kurze Strecke zum Limpopo. Nachdem ich aber keinen Kontakt zu unserer Lodge aufnehmen konnte, und die Gegend um den Limpopo weiträumig evakuiert wurde, wie ich per Internet erfuhr, beschliessen wir, in Richtung Gabarone auszweichen. Da alle vier Grenzstationen zwischen Botswana und Südafrika am Limpopo geschlossen sind, eine sinnvolle Entscheidung. Sogar die grosse Brücke über den Limpopo in Martins Drift wurde zerstört.

Selebi Phikwe – Mokolodi Nature Reserve

Entspannte Fahrt in Richtung des kleinen Reservats südlich von Gabarone. Unser Ziel ist es, dort zu campen um uns dann wieder in Richtung Johannesburg zu orientieren.

Das Mokolodi Nature Reserve ist an der Strasse Gabarone – Lobatse und einfach zu finden, eine Übernachtung auf der Campsite mit einem Fahrzeug und zwei Personen kostet 300 Pula.

Campsite ist nett, mit Dusche und Toilette und steinernem Grill, und einem einsamen Gnu, das schüchtern Gesellschaft sucht. Nachts höre ich es gnumässig ganz in der Nähe blöken, ein mir aus der Serengeti gut bekanntes Geräusch. Armes Gnu, so alleine!

Mokolodi – Mogaswe, Pilanesberg, Südafrika, Valley View Guesthouse

Grenzübertritt nach Südafrika vollkommen problemlos, Grenze in Lobatse war ziemlich leer.

Fahrt in Richtung Pilanesberg über die N4 ebenfalls problemlos.

Das Valley View Guesthouse ist ein nettes, ruhig gelegenes kleines Hotel direkt am Pilanesberg Nationalpark, unweit von Sun City. Ideal für die Gegend, wenn man preiswert und nicht in Sun City nächtigen möchte.

Der Pilanesberg NP ist ein landschaftlich wunderschön gelegener kleiner Park, mit teilweise asphaltierten Wegen, so dass einem dort auch Wohnmobile begegnen. Einige Routen im Park waren aufgrund vom Regen zerstörter Wege nicht passierbar. Wir sahen drei Brautmaulnashörner direkt vor uns die Fahrbahn überqueren, ein magischer und poetischer und sentimentaler Moment, wie die bedrohten Tiere ruhig und vorsichtig und würdevoll aus dem Gebüsch heraus kamen.

Der Pilanesberg NP hat ein tolles Projekt vor: Man möchte sich mit dem Madikwe Game Reserve zu einem einzigen grossen Schutzgebiet zusammenschliessen, unter Integration des Landes zwischen den jetzigen Parks. Ein sehr ambitionierter Plan und grossartige Idee – mal sehen, was daraus wird.

Mogaswe, Pilanesberg – Flughafen Johannesburg JNB

In drei Stunden von Mogaswe bei Sun City supereasy bis zum Flughafen in Johannesburg gefahren, überall wird vorbildlich ausgeschildert. GPS unnötig.

Rückgabe des Fahrzeugs an Bushlore ebenfalls ohne Probleme. Wir waren zu früh, sie sagen: Wir schicken jemanden, in 30 Minuten ist ein Mitarbeiter da. Na klar, denke ich. Weit gefehlt: Mit preussischer Pünktlichkeit fährt das Bushlore Auto vor, mit afrikanischer Lässigkeit geschieht die Übergabe.

Einchecken bei der Lufthansa in Terminal 1 in Johannesburg war schon mehr als vier Stunden vor Abflug möglich, das ist ein sehr guter Service. Flug nach Frankfurt: zehn Stunden im A 380, angenehm. Die Lufthansa Schalter in Johannesburg sind, wenn man mit dem Blick in Richtung Schalterhalle des Terminals 1 steht, am linken Ende der Halle zu finden.

Nashorn in Südafrika: Botswana Selbstfahrer
Nashorn in Südafrika

Tipps zur Vorbereitung deiner Botswana-Safari

Eine gründliche Vorbereitung auf die Safari ist wirklich wichtig: Welche Strecken sind zu fahren, wo gibt es Tankstellen und Supermärkte, welche Dokumente benötige ich, welche GPS Daten und Telefonnummern sind hilfreich. Dazu kann man Reiseblogs und Foren im Netz konsultieren, z.B. das Namibia Forum, welches auch eine Sektion für Botswana hat. Oder ganz klassisch Reiseführer in Buchform lesen, ich empfehle die folgenden drei:

Lonely Planet Botswana, eher für Backpacker, aber brauchbar

Dumont Botswana, mit GPS Daten und guter Karte, besser als die meisten Guidebooks dieses Verlags

Ilona Hupe Botswana, extra für Selbstfahrer geschrieben, mit GPS Daten, camp sites, allen Nationalparks, sehr empfehlenswert

Für das Navigationsgerät empfehle ich tracks4Africa Kartenmaterial, zu bestellen im deutschen Onlineshop

Geld und Finanzen unterwegs in Botswana

Die Landeswährung von Botswana heisst Pula. Diese Währung kann man kaum außerhalb des Landes vorab eintauschen. An den Grenzen kann man diverse Gebühren für das Fahrzeug mit südafrikanischen Rand oder US Dollar bezahlen. Direkt bei der ersten bank oder am ersten Geldautomat kann man dann in Botswana Pula ziehen. Ich empfehle, jeweils eine Visa- und Masterkarte dabei zu haben. mal geht die eine, mal geht die andere Kreditkarte für diesen Zweck.

Es ist auch egal, ob dies Kredit- oder Debitkarten sind. Auf die EC Karte kann man sich nicht verlassen. Travellerschecks bitte auch zuhause lassen.

Afrika ist eine Bargeldgegend, man sollte für den Fall, dass Geldautomaten im weiten Umkreis nicht funktionieren, gewappnet sein und immer einen Vorrat an Bargeld dabei haben. Wenn keine Pula, dann Rand oder US-Dollar.

Reservieren von Camps bzw. Stellplätzen in Botswana

Safari Camps und Stellplätze  in Botswana reservieren: Muss man definitiv vorab über die Betreiber der Campingplätze organisieren und diese reservieren. Für jeden Campingplatz gibt es einen eigenen Betreiber, muss man also etwas recherchieren, oder einen spezialisierten Reiseveranstalter kontaktieren, der für einen die Buchungen durchführt. Wer selber buchen bzw. die Stellplätze reservieren möchte: Ich habe hier alle Nationalparks und die dazugehörenden Campingplätze sowie die Betreiber aufgelistet. Man muss vorab, bevor man in den Nationalpark fährt, seinen Stellplatz reservieren! Man muss ebenso vorab die Gebühren für die Nationalparks bei der botswanischen Naturschutzbehörde DWNP entrichten, und nur mit der Quittung bzw. dem Bescheid über die Zahlung von soundsovielte Nächten im Nationalpark lassen einen die ranger am Gate hinein. Spontan vor Ort eine Route fahren ist also etwas schwierig, leider muss man die Nationalparks als auch die Campingplätze in Botswana relativ detailliert vorab planen und buchen bzw. reservieren. Dies ist möglich 12 Monate im Voraus.

 

Ständiger Besucher in Savute, Botswana: Rotschnabeltoko

Amtssprache in Botswana

Englisch wird in Botswana überall sehr gut gesprochen, in Behörden als auch an den Gates der Parks bzw. in Lodges und an Tankstellen. Ohne Englisch sprechen zu können wird es schwer in Botswana, es sein denn du sprichst Tswana…Swahili wird in Botswana nicht gesprochen. Afrikaans oder Französisch auch nicht, Deutsch schon gar nicht.

Das 4×4 Fahrzeug

Ich gehe davon aus, dass ihr einen 4×4 oder Safari-Camper mieten möchtet. Keinen PKW. Damit kann man auf den asphaltierten Straßen zwischen den Städten in Botswana sicherlich wunderbar fahren, aber in die Nationalparks kommt man damit nicht. (Dieser Reiseblog richtet sich auch eher an die 4×4 Fahrer, to be honest!)

Klassischerweise gibt es drei Ausgangspunkte für die Anmietung des Fahrzeugs für deine Botswana Tour:

  • In Botswana selbst, mit Maun als Safari-Hauptstadt
  • Windhoek, Namibia, mit vielen Anbietern
  • Johannesburg, Südafrika, ebenso mit vielen Anbietern

Beim Anmieten des Fahrzeugs für eine  Südafrika, Namibia oder Botswana Safari darauf achten, dass ein Langstreckentank (ein sogenannter double tank oder long range tank) vorhanden ist. Das gibt einem für Touren und Safaris durch die Kalahari oder für die Strecke zwischen Maun und Kasane durch den Chobe und Moremi die nötige Reichweite – denn es gibt in beiden Parks keine Tankstellen. Mit einem double tank und ca. 100 Liter Tankinhalt insgesamt schafft man ca. 800 – 1000 km, je nach Bodenbeschaffenheit, Fahrweise und Beladung.

Ebenso sollte das Fahrzeug mit den folgenden Dingen ausgerüstet sein:

  • ein zweiter Reservereifen
  • ein Wagenheber
  • ein Luftkompressor (für das Fahren auf Sand sollte man Luft aus den Reifen entlassen, wenn man aus dem Nationalpark aber wieder auf die Asphaltstrasse fährt, muss die Luft wieder hinein in die Reifen!)
  •  eine zweite, für den Campingeinsatz bestimmte Fahrzeug-Batterie,
  • einen Kühlschrank, welcher auch im Standbetrieb funktioniert
  • Campingmöbel, Geschirr
  • Campingkocher, Töpfe
  • Reservekanister
  • Schaufel, Bodenplatten, um sich ggf. aus dem Sand ausgraben zu können

Kompressor und Luftpumpe

Für das Fahren in Sand und Matsch empfiehlt es sich, den Luftdruck der Reifen des Fahrzeugs zu senken (auf ca. 0,8 bis 1,0 bar). Hilfreich ist es hierfür, ein manuelles Luftdruckmessgerät dabei zu haben. Ggf. ist auch eine Luftpumpe von Nutzen, um die Reifen wieder aufzupumpen, sobald man die Asphaltstrasse erreicht hat. In Rakops beim CKGR gibt es einen Service mit Luftkompressor, am Chobe eher nicht vor Kasane bzw. Maun.

Kühlernetz

Bei hochstehendem Gras kann man ein Gazenetz vor den Kühler des Fahrzeugs spannen, so dass keine Grassamen hinein gelangen können die den Motor verstopfen oder sich entzünden. Insbesondere für die Zeit des hochstehenden Grases nach der Regenzeit, also ab März, April, sehr zu empfehlen. Liegt eigentlich in den meisten Safari – Fahrzeugen bei.

Benzinverbrauch

Man sollte sich vorab klarmachen, wo genau auf der geplanten Route Tankstellen zu finden sind – in der Karte von tracks4Africa sind alle Orte mit Tankstellen mit einem Symbol dargestellt. Und man sollte wissen, dass der Benzinverbrauch auf Strecken mit sandigem Untergrund deutlich höher ist als auf Asphaltstrassen. Und natürlich sollte man also seine Route vorher kennen, wie lange man dort fährt, und ob man dafür einen long Rande tank bzw. Reservekanister benötigt.

Beste Jahreszeit Tierbeobachtung Chobe und CKGR

Ist während der Regenzeit (Dezember bis März) in Chobe und CKGR schwieriger als in der Trockenzeit (Oktober, November), da Gras, Büsche und Bäume extrem hoch und in voller Blüte stehen, so dass man die Tiere nur schwer sehen kann.

Fahren mit 4×4 und Camper

Wie in allen Ländern des südlichen Afrikas herrscht auch in Botswana Linksverkehr! Das ist aber nicht schwierig zu lernen, und eigentlich kein Problem.

Du benötigst einen internationalen Führerschein. Der ist ganz praktisch für Polizeikontrollen. Man kann dieses Dokument bei seiner lokalen Führerscheinstelle in Deutschland bestellen, und muss den internationalen Führerschein extra bezahlen (so um die 15 Euro, von Stadt zu Stadt unterschiedlich).

Die Straßen in Botswana, zwischen den großen Städten Gaborone, Francistown, Kasane, Maun, Nata sind sehr gut ausgebaut und asphaltiert. Sobald man diese Überlandrouten aber verlässt, wird es abenteuerlich und man benötigt ein geländegängiges Fahrzeug mit Allradantrieb.

Das Fahren im Land ist an sich sehr angenehm, die Straßen außerhalb der Städte ziemlich leer und verlassen. Ich empfehle, die Geschwindigkeitsvorgaben zu beachten, da die Polizei doch relativ oft mit der Laserpistole irgendwo steht und kontrolliert.

Tankstellen sind – zumindest in allen größeren Ortschaften- ausreichend verbreitet und zu finden, ebenso Banken mit Geldautomaten sowie Supermärkte. Anders als in Namibia kann man an den Tankstellen in Botswana auch mit Kreditkarte bezahlen.

Alternative zu Botswana: Das ist die Serengeti in Tansania – hier alle Tipps für eine Safari in der Serengeti

Parkeintritt bezahlen in Botswana

Die Gebühren für die Nationalparks, siehe oben, muss man ebenfalls vorab über die Nationalparkbehörde DWNP entrichten und dann am Gate das Dokument der Behörde über die geleisteten Zahlungen vorzeigen. Lediglich am Sedudu Gate an der Chobe River Front kann man die Gebühren für den Nationalpark direkt am Gate bezahlen, meistens in Cash, neuerdings auch mit Kreditkarte.

Die DWNP unterhält ebenfalls zwei Büros in Botswana, bei denen man bezahlen kann, eines ist in der Hauptstadt Gabarone, das andere in Maun.

Ansonsten klappt die Überweisung von Europa aus ganz gut, man bekommt dann den Bescheid per Email zugeschickt. Wer einen Reiseveranstalter hat, oder die Mietwagenfirma dies macht, kann versuchen, über diese Dienstleister die Campingplätze zu reservieren als auch die Gebühren für die Nationalparks zu entrichten.

Selbstfahrer Botswana: Orientierung im Busch

Es ist empfehlenswert, im CKGR als auch in Chobe und Moremi ein GPS dabei zu haben. Optimalerweise kennt man auch die GPS Daten der einzelnen Campingplätze, da die Beschilderung der Campingplätze z.B. im CKGR eher rudimentär ist. Für selbstorganisierte Safaris in Afrika sollte man grundsätzlich ein GPS dabei haben und wissen, wie es funktioniert. Handyempfang funktioniert in den abgelegenen Gegenden Botswanas nicht mehr.

Vegetarisch essen in Botswana

Für Vegetarier ist Botswana ein einfaches Reiseland. Gemüsevariationen, Kartoffeln, Maispup wird überall schnell zubereitet, manchmal trumpft die lokale Küche mit vegetarischer Pizza oder ähnlich interessanten Versuchen auf, hier gilt: ausprobieren, es lohnt sich fast immer! Weil ich nicht verstehe, wie man nach Afrika fahren kann und dort dann für viele der erste Gang zum lokalen Metzger führt, gibt es dafür hier in diesem Blog keine Reisetipps. Ebenso nicht, wie man sein Fleisch im Fahrzeug versteckt, um in Botswana an den Veterinärkontrollen vorbei zu kommen. Diese Kontrollen haben einen Sinn!

Safari Camper at its best

Wasserversorgung Camps Botswana

Auf den meisten Campingplätzen im Central Kalahari Game Reserve gibt es keine Wasserversorgung, man muss also sein Trink-, Wasch und Duschwasser mit sich führen.

Im Chobe Nationalpark gibt es in Savuti und Linyanti Ablution Blocks mit Wasser für Toilette, Dusche, sowie einen kleinen Laden, welcher Trinkwasser verkauft.

Die Stellplätze in Savuti haben zudem alle eine Wasserpumpe, das ist strenggenommen kein Trinkwasser, reicht aber zum Erfrischen und Waschen.

Davon abgesehen sollte man als Selbstfahrer in Botswana ausreichend Wasser mit sich führen, wenn man in die Parks fährt, und ausreichend Wasser auch für nichteingeplante Tage dort dabei haben. Es geht mal das Fahrzeug defekt, oder man bleibt tagelang irgendwo stecken, das kann schon passieren. Da wäre es unklug um nicht zu sagen fahrlässig, keinen ausreichenden Wasservorrat an Bord zu haben.

In Botswana wird Trinkwasser in den Supermärkten in 5 Liter Plastikflaschen verkauft.

Wilde Tiere auf den Campingplätzen

In Botswana sind die Campingplätze in den Nationalparks, anders als in Südafrika und Namibia, nicht eingezäunt. Alle Tiere können also insbesondere Nachts unmittelbar am Fahrzeug oder am Bodenzelt auftauchen. Das stellt in den meisten Fällen auch keine Gefahr da, solange man nicht nachts herumläuft. Tagsüber halte ich das Risiko des Herumlaufens im Camp für minimal, aber vorsichtig muss man immer sein.

Elefanten schauen schon mal vorbei, Löwen ebenso. Es ist also Vorsicht geboten!

Sehr unterhaltsam und für Fotografen ein Spaß sind die kleinen ständigen Bewohner des Campingplatzes: diverse Vögel (Tokos, Guinea Fowls etc.), Baumhörnchen, Erdhörnchen, Schakale schauen regelmäßig vorbei und sind Menschen gewohnt. Vor ihnen braucht man nicht Angst haben!

Die Konsequenz aus dem Wissen um die ständigen Bewohner lautet: Über Nacht nichts unverschlossen draußen stehen lassen, auch keine Schuhe oder ähnliches.

Schlangen, Skorpione, Spinnen

Wahrscheinlich treibt die Frage nach den kleinen Krabblern doch mehr Leute um, als man denkt. Die Wahrscheinlichkeit auf eine Schlange zu treffen, halte ich für sehr gering. Die hauen ab, bevor ihr sie bemerkt. Manchmal sieht man Schlangen aus dem Auto, aber zu Fuß habe ich noch nie eine angetroffen, weder in Botswana, noch in Tansania oder Südafrika.

Skorpione sind ohnehin weniger gefährlich als man denkt, man sollte halt keine Schuhe über Nacht draußen stehen lassen.

Spinnen suchen manchmal des Nachts die Wärme oder das Licht des Lagerfeuers, insbesondere die Walzenspinne ist in Botswana und Namibia schon mal anzutreffen, sucht aber auch meistens das Weite, wenn sie sich bedrängt fühlt.

Von daher geht von Schlangen, Spinnen und Skorpionen eigentlich keine wirkliche Gefahr aus, was aber nicht bedeutet, dass man leichtsinnig oder sorglos oder gar Barfuß durch hohes Gras stapfen sollte…

dc
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