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Amazonas: Ausflug nach Puerto Nariño

Am Amazonas in Kolumbien: Über den Fluss und in den Wald. Ein Trip nach Puerto Nariño.

 

Kolumbien besitzt ganze 100 km Amazonas. Allerdings, auf der Fahrt den Fluss der Flüsse hinab, von Iquitos in Peru bis Manaus in Brasilien, hat uns der kolumbianische Teil Amazoniens ganz besonders bezaubert. Nicht nur verbrachten wir ausserplanmässig viel Zeit im ganz reizenden Leticia, nein, wir erkundeten auch ein wenig die Umgebung.

Amazonas Papagei

Amazonas Papagei

Warum Leticia?

 

Was kann man in Leticia, ausser sich dem quirlig und doch entspanntem Leben in dieser frontiers town hinzugeben, unternehmen?

Ausflüge zum Fluss, und in den Wald. Und nach Puerto Nariño, einem autofreien, dem Ökotourismus verschriebenen Dorf ca. 75 km stromaufwärts von Leticia.

Wenn man den Amazonas stromabwärts reist, mit lokalen Verkehrsmitteln, dann gibt es zwischen Iquitos am peruanischen Oberlauf des Flusses und Leticia bzw. Tabatinga nicht so viele nette Optionen, um irgendwo zu bleiben. Mit dem Schnellboot fährt man von Iquitos in ca. 9 Stunden bis zur sogenannten Trifrontera, wo Peru, Kolumbien und Brasilien aufeinander treffen.

Und hier hat man drei Länder und drei Orte zur Auswahl, um zu verweilen: Santa Rosa in Peru, Leticia Kolumbien und Tabatinga, Brasilien.

Kurz gesagt: Leticia ist das netteste Örtchen der drei Optionen. Santa Rosa sind ein paar Hütten am Flussufer, es gibt das Immigration Büro (für die Einreise bzw. – Ausreise aus Peru), ein billiges Hotel und Restaurants mit roten Plastikstühlen im Hof und roten Papageien unter dem Dach. Alles recht malerisch, aber sehr basic. 

Leticia, gegenüber von Santa Rosa am anderen Amazonas Ufer gelegen, ist tatsächlich richtig nett, und verfügt über eine sehr gute Infrastruktur für Backpacker oder Traveller: Banken, Geldwechsel, Supermärkte, Reisebüros, Tourveranstalter, Internetcafe, Outdoor Equipment, Hostels und Hotels, und sogar einen kleinen Flughafen mit täglichen Flügen nach Bogota. Von der angrenzenden brasilianischen Stadt Tabatinga gehen die Flussboote nach Manaus ab.

 

Ausflüge ab Leticia

 

In Leticia selbst gibt es einige Veranstalter, welche Ausflüge organisieren. Diese sind alle recht ähnlich und haben meistens, das ist kaum verwunderlich, mit Bootfahren, viel Wasser und Ausflüge in den Regenwald zu tun.

Da ich nach Puerto Nariño wollte, und ein Ausflug dies ermöglichte, bekamen wir noch die Isla de los Monos sowie etwas Ethnien Tourismus in einem der umliegenden Ureinwohnerdörfern mit dazu, welcher sich, wider meine Erwartung, als doch sehr charmant entpuppen sollte.

Amazonas Puerto Nariño

Am Amazonas in Kolumbien: Den Fluss erkennt man an der Farbe. Schokoladen Braun.

Bei gleissender Sonne geht es also, zum Glück mit einem überdachten Boot, den Fluss hinauf in Rchtung Peru. Wir sind die die einzigen nichtkolumbianischen Reisenden an Bord, und Englisch wird nicht gesprochen, nur auf Nachfrage. Wer also Spanisch spricht oder versteht, ist etwas im Vorteil.

In der Nähe von Santa Rosa haben Leute einen kleinen Privatzoo zusammengetragen.

Angeblich werden dort verletzte Tiere wieder gesund gepflegt um wieder in den Urwald entlassen zu werden. Keine Ahnung, ob das so ist. Die Papageien, der Baumstachler und die Faultiere machen einen eher zahm-entspannten Eindruck.

Die Faultiere, ihrem Namen ganze Ehre erweisend, sowieso. Sie liegen herum, malerisch fläzend, sehr fotogen, und man hat endlich mal die Chance, ihr Fell zu ertasten. Interessant. Ganz leichtes Haar.

Die Papageien lassen sich mit Obst bestechen und posieren, und ich mache Close-Ups mit dem 17-40 Objektiv. Weil ich zu faul bin, zu wechseln. Es ist auch zu heiss, um gross nachzudenken. Faultiersein macht ansteckend?

Sensationell übrigens das örtliche zahme Wasserschwein, fast so gross wie eine Kuh, wie es sich manierlich und nonchalant an den Besuchern vorbei in den Schatten drängelt.

Und weiter geht es zur Affeninsel, der Isla de los Monos am kolumbianischen Teil des Flusses.

Amazonas Kolumbien

Auf der Isla de los Monos, Amazonas, Kolumbien

Isla de los Monos: Die gleichen Affen wie in Aguirre

 

Die Affeninsel also. Zu Kolumbien gehörend. Wer Angst vor kleinen Affen hat, und insbesondere vor kleinen Affen, welche auf dir sitzend diverse ihrer Körperflüssigkeiten absondern, der sollte die Affeninsel meiden! Oder eine Mütze tragen.

Es handelt sich um Totenkopfäffchen, welche mehr als habituiert sind. Es ist ähnlich wie in der Schluss – Szene von Aquirre, dem Film von Werner Herzog. Klaus Kinski als Aguirre, dem Wahnsinn mehr als Nahe, wird von Dutzenden dieser kleinen Affen belagert. Grosser Irrsinns – Monolog, mehr theaterhaft denn filmisch, aber so war das eben irgendwann in den 1970er Jahren.

Jetzt sind es nur noch die Affen, die Touristen auf den Kopf scheissen. Spannendes Konzept! Ich vermisse Kinski. Und irgendwie den sanften Voice Over von Herzog, der so was sagt wie: „Die Äffchen damals waren ganz ergriffen von Klaus Kinski“.

Zum Glück gibt es Toilettenhäuschen mit fliessendem Wasser, da kann man das Malheur abwaschen…Hätte Kinski sicherlich gefallen.

Ansonsten ist die Isla de los Monos nichts besonderes, und man muss da nicht unbedingt hinfahren. Gilt allerdings als eine der bekannteren Touristenattraktionen im kolumbianischen Amazonien, nun ja.

Amazonas Kolumbien

Isla de los Monos, Kolumbien: zum Glück haben die Boote ein Dach. Die Sonne ist nämlich extrem!

Ausflug nach Puerto Nariño

 

Weiter geht es stromaufwärts dem Amazonas Puerto Narino ist das Ziel. Dieses Dorf wird zu fast 100 Prozent von lokalen Ethnien bewohnt, es gibt keine Strassen, sonder nur Gehwege. Das Dorf hat Abfall- und Recyclingkonzepte entwickelt und umgesetzt, und der ganze Müll sowie Abwässer werden reglementiert und nicht einfach in die Natur oder den Fluss gekippt.

Alles ist wunderbar adrett, die Leute sehr nett und zurückhaltend. Es gibt schönen Schmuck und Kunsthandwerk zu kaufen, zwei bis drei Restaurants und ein paar Hotels.

 

 

Amazonas Puerto Nariño

Amazonas Puerto Nariño in Kolumbien. Schön, auch bei Regen!

Zum Abschalten also für ein paar Tage, fernab von allem, ist Puerto Nariño also mehr als perfekt. Man kann dort auch lokale Guides anheuern, und den Regenwald entecken. Die 75 Flusskilometer von Leticia aus kann man auch mit einem lokalen Boot ab dem Hafen von Leticia zurücklegen. Fahrtzeit sind ca. 2 Stunden.

In Puerto Nariño gibt es nur einen sehr kleinen Supermarkt, einen Geldautomaten habe ich nicht gesehen, also besser Bargeld mitbringen!

Unterkünfte hat es einige, Restaurants ebenfalls. Zum Entdecken des Urwaldes, der Flussdelfine und all der anderen Tiere und Wunder des Dschungels ist Puerto Nariño eine tolle Empfehlung.

 

Amazonas Puerto Nariño –  Wie kommt man hin bzw. weg?

 

Nur mit dem Boot! Weiterfahrt dann entweder nach Manaus (per Schiff) oder zurück nach Peru (per Schnellboot, ca. 12 Stunden) bzw. nach Bogota (mit Flugzeug), wieder ab Leticia.

Nach Leticia geht es von Puerto Narino nur mit lokalen Booten, ca. zwei Stunden dem Amazonas flussabwärts.

Tabatinga hat auch einen Flughafen, von dort geht es nach Manaus, Belen oder Iquitos.

Amazonas Puerto Nariño

In Puerto Nariño. Genau so malerisch, wie es auf dem Foto scheint.

Weiterführende Informationen:

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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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