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Peru: Von Cuzco nach Puno am Titicacasee

Auf dem Gringo Trail in den Anden Perus: Von Cuzco nach Puno nach La Paz

 

Eigentlich ist der klassische Banana Pancake Trail ja eher in Asien zu finden, wo Traveller und Rucksackreisende auf den Spuren von „The Beach“ und anderer Backpacker durch Thailand, Kambodscha, Vietnam, Indonesien und Laos tingeln.

Alle irgendwie zu den gleichen Zielen unterwegs, um beim Frühstück in den immer gleichen Traveller Läden zu konsumieren: Pfannkuchen mit Bananen.

Ob es diesen Klassiker der westlichen Gourmet Kultur auch in Peru gibt, weiss ich gar nicht. Aber es gibt in Lateinamerika sicherlich den Gringo Trail (wie dort der Banana Pancake Trail heisst), und ein Teilstück dieser inoffiziellen Route führt von Cuzco nach Puno, an den Titicacasee.

Wie man von Cuzco über den Altiplano, das Hochland in den Anden, nach Puno kommt erfahrt ihr in diesem Posting. Und dann weiter von dort bis an das bolivianische Ufer des Titicacasees oder direkt nach La Paz.

Es ist sehr einfach:

Man sucht einen touristischen („Gringos only“) lokalen Busanbieter. Vielleicht nicht authentisch, aber sehr praktisch und preiswert…Mit Mittagessen unterwegs, in Buffetform, mit ausreichend Optionen für Vegetarier. Halt an allen historisch-kulturell relevanten Orten entlang des Weges. Entspannt weiter und immer höher hinauf in die Anden.

La Raya Pass, Peru

La Raya Pass, Peru. Unglaubliche 4300 Meter Höhe.

Cuzco – Raqchi – Pukara – La Raya – Puno

 

Wenn man also in Cuzco die dortigen Attraktionen gesehen, in Aguas Calientes und Machu Picchu gewesen ist, dann bleiben im südlichen Peru mehrere Optionen und Reiseziele. Puno ist das klassische Ziel, und von dort führt der Gringotrail weiter nach Bolivien.

In Cuzco gibt es mehrere Busanbieter, die Eintagestripps nach Puno anbieten, mit Halt an Attraktionen entlang der Strasse, Mittagessen, und dann Ankunft auf 3800 Meter Höhe in Puno.

Der Preis pro Person liegt bei ca. 50 US Dollar. 

Die meisten Anbieter fahren über Raqchi (beeindruckender Inka Tempel), den La Raya Pass auf 4.300 Meter Höhe, und die interessante Stadt Pukara mit ihrer Stierkampftradition.

Ich kann solch eine Tour nur empfehlen, es ist einfach ungemein praktisch, und für mich als Traveller gilt auch das Gleichnis vom smarten Pferd: Ein schlauer Gaul springt niemals höher, als es muss.

So auch ich, wenn ich reise.

Gepfiffen auf die authentischen lokalen Verkehrsmittel, rein und los mit dem Gringo Express.

Es gibt auf der Cuzco – Puno Strecke noch die Option, mit dem Zug zu fahren. Wer diesen Luxus mag, und bereit ist mit weissen Tischdecken und einer speziellen Klientel zu reisen, der nimmt den Andean Explorer von PeruRail und zahlt entsprechend.

Puno Peru

Puno, Peru: Mit einem See auf 3800m Höhe.

In Raqchi gibt es einen kleinen Marktplatz und einen grossen alten Inkatempel. Der kleine Marktplatz sieht aus wie aus einem Quentin Tarantino Vintage Italo Western. Streunende nette Hunde. Und keine Banditen. Nur freundliche Peruaner.

Der Inkatempel zu Raqchi ist einer der grössten des Landes, leider stehen nur noch Rudimente, welche aber beeindruckend genug sind. Auch hier haben die spanischen Eroberer die nativen Kultstätten zerstört und ihre importierten gewissermassen auf den Ruinen errichtet.

Marktplatz von Raqchi, Peru

Marktplatz von Raqchi, Peru

Puno am Titicacasee: Vier Kilometer näher an der Sonne

 

Nach Halt an diversen Kirchen und kleinen Marktflecken ist die letzte Zwischenstation vor Puno  Pukara. Ein kleiner Ort des Altiplano, mit dünner Luft aber reicher Tradition. Stierkampf und Stierkult. Staubige Strassen, grelle Sonne, ein kleines Stierkampf – Museum. Verblasste Plakate vergangener Corridas. Niemand auf den staubigen Strassen. Der Bus, vor der örtlichen Kirche geparkt wie ein extraterrestrisches Raumschiff aus einer anderen Zeit.

Und weiter: Über den La Raya Pass mit 4335 Meter über Null als der Scheitelpunkt der Reise geht es nach Puno an den Titicacasee. Hier sind es dann noch 3800 Meter Höhe.

Wer jetzt denkt: Wow, wie ist das mit der Höhenkrankheit, der denkt richtig. 3800 Meter sind definitiv anstrengend.

Wer die Höhenkrankheit (spanisch „Soroche“) bekommt oder nicht, lässt sich kaum vorhersagen. Ich möchte hier keine medizinischen Ratschläge geben, nur den einen: Es macht wahrscheinlich viel Sinn, seine Reise in Peru nicht mit dem Titicacasee zu beginnen.

Cuzco liegt auf 3400 Meter Höhe, da kann man sich wesentlich besser an die Höhe gewöhnen.

Ob die lokalen Rezepte gegen die Soroche funktionieren, weiss ich nicht. Kokatee wird gerne als Allheilmittel gegen die Symptome der Höhenkrankheit empfohlen, dieses Gebräu schmeckt nicht schlecht, aber auch nicht so gut wie ein feiner Darjeeling.

Die in den lokalen Apotheken empfohlenen Mittelchen gegen Soroche nimmt jeder auf eigene Gefahr!

Fragst du zehn Lokals, welches Mittel gegen die Höhenkrankheit das Beste ist, bekommst du ein Dutzend Antworten, wer da also ausprobieren möchte…

Pukara, Peru

Pukara, Peru. Lonesome on Main Street. Soltero en la calle central.

Von Puno nach Bolivien

 

In Puno gibt es ausser dem Titicacasee nicht so wahnsinnig viel zu sehen. Das gleiche gilt für Juliana, der Ort mit dem einzigen Flughafen der Gegend (LATAM fliegt nach Lima, und saisonal auch Cusco und Arequipa an). Eine Stadt aus unverputzten halbfertigen Häusern mit Wellblechdächern.

In Puno bewegt man sich langsam, und versucht sich gleichzeitig vor der Sonne zu schützen. Die dünne Luft ist kalt, und man täuscht sich so gegebenfalls über die Gefahren eines Sonnenbrandes hinweg, man ist fast vier Kilometer näher an der Sonne dran als sonst, das ist etwas tückisch.

In Puno gibt es diverse Tourenanbieter, mit welchen man die schwimmenden Inseln auf dem Titicacasee besuchen kann.

Von Puno ist es nur noch ein Katzensprung nach Bolivien. Entweder nach Copacabana direkt am See, oder weiter nach La Paz.

Der Grenzübertritt zwischen Peru und Bolivien im Örtchen Desaguedero ist eigentlich recht einfach: Ausreisestempel in Peru holen, dann mit seinem geschulterten Gepäck die Grenze überschreiten, erneut anstellen und die Einreise nach Bolivien abstempeln lassen.

Die Busunternehmen in Puno schleusen ihre Passagiere durch das Gewimmel im Grenzort Desaguedero, es können sich zuweilen Schlangen bilden vor den jeweiligen immigrationsgebäuden, und man sollte halbwegs gut zu Fuss sein und sein Gepäck tragen können. Da die Strassen dort zuweilen voll sind, und die Busse nicht mehr durchkommen, ist Laufen angesagt.

Und so geht es zu Fuss, in der schönsten aller Travellertraditionen, über den Grenzfluss zwischen Peru und Bolivien: Durch ein wimmelndes Meer aus Händlern, Checkern, Reisenden in der malerischen Bekleidung der Berge, sein Gepäck schulternd.

Bolivien entgegen. Oder Peru. Kommt darauf an, aus welcher Richtung man anreist. Um weiter zu reisen.

Der Altiplano, Peru, auf dem Weg zwischen Cuzsco und Puno.

Der Altiplano, Peru, auf dem Weg zwischen Cuzsco und Puno.

Mit dem Bus von Cusco nach Puno: Sehr zu empfehlen. Dauert ca. zehn Stunden, morgens um sieben geht’s los. Der Bus fährt u.a. über den 4300 m hohen La Raya Pass in den Anden, durch die spektakuläre Landschaft der Altiplano Hochebene. Wir fuhren mit Inkaexpress, Preis pro Person, inklusive Eintritte und Mittagessen: 50 USD.

Mit dem Zug von Cuzco nach Puno: Andean Explorer von PeruTrail. Buchbar direkt bei PeruRail.

Mit dem Bus von Puno nach Bolivien (La Paz und/oder Copacabana/Titicacasee): Lokale Anbieter in Puno, Abfahrt morgens, Ankunft in La Paz am Nachmittag. Um den Plaza de Armas in Cuzco herum finden sich die Reisebüros und Vermittler.

Grenzübertritt Desaguero Peru/Bolivien: Ausreisestempel nicht vergessen, ohne den gibt es keinen Einreisestempel!

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DC Loew
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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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