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Galapagos Reisetipps: Unabhängig nach Galapagos? Wie geht das?

Galapagos Reisetipps für Individualreisende – Wie kann ich individuell nach Galapagos reisen?

 

Die Galapagos Inseln. Wunschorte. Traumziele. Natur und Exotik fernab im fremden Meer des Südens. Mehr als 1000 km vor der Küste Ecuadors gelegen. Der Ort, wo der Legende nach Charles Darwin die Grundlagen für ein der Wissenschaft – und nicht der Religion gehorchendes Menschenbild – erdachte.

Gehört dieses Naturparadies, wo Mensch und Tier angeblich im Einklang mit einer einzigartigen Natur leben, nicht auf jedes Reisenden Wunschliste?

Auf meiner stehen sie schon lange, und da ich nicht nur Reiseblogger sondern auch Naturfotograf bin, sind die Inseln so etwas wie ein – geradezu zwingendes Wunschziel – für mich schon immer gewesen. Auch, um einen meiner persönlichen Helden – Charles Darwin nämlich – zu huldigen. Denn wer Galapagos sagt, muss auch an Evolution denken, oder? Deshalb, jetzt und hier im Südamerika Reiseblog: Galapagos, vamos!

Reiseblog Galapagos

Reiseblog Galapagos Reisetipps: Siesta auf Isabela

Als Reisender im Weltnaturerbe der Menschheit: Ein Dilemma

 

Nachdem ich nun dort war, bleiben mir allerdings die Auswirkungen und Widersprüche des Massentourismus, dessen Teil ich ebenso war,  fast genau stark im Gedächtnis verhaftet wie die tatsächlich sehr beeindruckende Natur.

Jedenfalls, am Ende des Textes findet ihr die praktischen Galapagos Reisetipps wie Anreise, Flugoptionen, Kosten, Transport, Übernachten, Essengehen, Essengehen für Vegetarier, Transport zwischen den Inseln.

Als Reisender weilt man doch oft in einem ständigen, unlösbaren Widerspruch, einem Dilemma geradezu. Denn mit meiner Reise, dem Geld das ich vor Ort ausgebe, mit den Texten, welche ich über eine Destination wie Galapagos schreibe, möchte ich dazu beitragen, dass mehr Menschen vielleicht denken: Es scheint recht einfach und umstandslos und lohnend, dort hin zu fahren. Ich bewerbe also, mit diesem Text, diesem Reiseblog, den Tourismus zu den Galapagos Inseln.

Und natürlich belaste ich selbst, als Tourist vor Ort, die empfindliche Naturlandschaft, die es zu schützen und zu bewahren gilt –  ich verbrauche Energie und Süsswasser, verursache Müll und Abwasser, konsumiere Plastik und mühsam herbeigeschaffte Ressourcen.

Und der Reisende ist nicht nur Ressourcenverbraucher und Müllverursacher, sondern auch immer ein Eindringling, guten Willens zwar, aber auch nicht eingeladen. Was den Reisenden vom Immigranten unterscheidet ist, dass er wieder abreist. Aber mittels seiner Reise zur Belastung von Umwelt und Natur beiträgt, auch wenn er das Gegenteil beabsichtigt.

Gerade auf Galapagos, wo man sich viel Mühe mit der Mülltrennung macht, hat jede Plastikflasche, die ich gekauft habe, weh getan.

Wehgetan hat auch, dass das gesamte Archipel ein Naturschutzgebiet ist – aber das Meer darin jeden Abend für die Touristenmassen leergefischt wird. Damit es zum Abendessen frische Langusten gibt. Das Stück für 20 US Dollar. Fangfrisch. Meistens sich noch bewegend.

Galapagos Reisetipps

Galapagos Reisetipps: Santa Cruz Riesenschildkröte

Reisetipps Galapagos: Anfahrt, Kosten, Herumkommen

 

Wie auch immer, kommen wir vom Moralischen ins Praktische, denn es gilt auch beim Reisen, leider: Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral. Und das klassische Reisenden – Dilemma bleibt bestehen, ungelöst. Ausser natürlich, man bleibt zuhause.

Wie beantworte ich die wie ein Elefant im Raume stehende Frage: Kann man individuell und ohne eine Pauschalreise, Gruppenreise oder Kreuzfahrt zu buchen, die Galapagos Inseln im Backpacker/Flashpacker Stil besuchen? Ja, kann man absolut.

Die Infrastruktur des Tourismus der Galapagos Inseln verkraftet sehr gut die Belange von individuellen Travellern – die Agenturen vor Ort, die Hotels, die Restaurants, Taxifahrer, Bootsführer, man kommt auch ohne Guide und Gruppenfähnchen sehr gut zurecht.

Man muss auch absolut keine der eher hochpreisigen Kreuzfahrten buchen, um mehrere Inseln sehen zu können oder um mit Seelöwen den Strand zu teilen.

Wie das geht, beschreibe ich im folgenden:

Galapagos Anreise

 

Alle Touristen der Galapagosinseln müssen per Flugzeug anreisen, entweder ab Quito, oder ab Guayaquil. Eine andere direkte Anreise mit dem Flugzeug, also ab einem anderen Land als Ecuador, ist nicht möglich. Umsteigeverbindungen in die beiden ecuadorianischen Flughäfen, welche die Galapagos – Inseln mit dem Festland verbinden, gibt es natürlich recht viele, so von Lima, Santiago, Bogota, Buenos Aires, Panama.

Zwei Orte auf den Galapagosinseln werden vom ecuadorianischen Festland aus angeflogen: Die Insel Baltra bzw. Santa Cruz (IATA Code GPS) und die Insel San Cristobal (IATA Code SCY). Die Fluggesellschaften sind TAME, Latam und Avianca. Die Kosten für einen Flug Hin- und Zurück betragen zwischen 400 und 450 Euro.

Man kann also einen Gabelflug buchen, so wie ich dies auch getan habe, und die beiden Inseln Santa Cruz und San Cristobal per Boot miteinander verknüpfen.

Galapagos Reisetipps Isabela

Galapagos Reisetipps: Die Hauptstrasse von Puerto Vilamil auf der Insel Isabela

Zwischen den Inseln per Boot

 

Zwischen den vier bewohnten Inseln Santa Cruz, San Cristobal, Floreana und Isabela verkehren Schnellboote, sogenannte Lanchas, welche Touristen als auch Einheimische transportieren.

Die Fahrkarten für die Boote (boletos) lassen sich in nahezu allen Reiseagenturen vor Ort buchen, auch kurzfristig. Der Preis ist staatlich festgelegt und beträgt für eine einfache Fahrt 30 US Dollars pro Person.

Von Santa Cruz nach San Cristobal als auch von Santa Cruz nach Isabela beträgt die Fahrtzeit einfach ca. zwei Stunden, je nach Wind und Wellenstand. Diese Überfahrten können sehr rauh sein! Wer schon auf der Donau im Ausflugsdampfer seekrank wird,  sollte pharmazeutisch vorsorgen.

Ein Blick auf die Landkarte hilft auch in diesem Fall – Isabela ist westlich von Santa Cruz, und Santa Cruz ist westlich von San Cristobal. Wer also z.B. von Isabela nach San Cristobal mit dem Boot möchte, muss in Santa Cruz umsteigen, direkt fahrende Boote habe ich keine gesehen und gibt es meines Wissens nicht.

Wer seine Basis auf Santa Cruz hat, kann aber auch, wenn er vier Stunden Bootsfahrt akzeptieren möchte, Tagestrips nach Isabela und San Cristobal unternehmen. Die Abfahrtszeiten sind so gelegt, dass es morgens gegen sieben/halb acht ab Santa Cruz losgeht, und dann gegen frühen Nachmittag wieder nach dort zurück.

Alternativ zu den Booten gibt es auch noch eine Fluggesellschaft, welche die Inseln miteinander verbindet, die EMETEBE. Die Flüge sind teurer (so um die 150 USD einfach), dafür schneller, und man benötigt auch keine Tabletten gegen die Seekrankheit.

Galapagos Los Gimeles Santa Cruz

Galapagos Reisetipps: Los Gemeles Krater auf der Insel Santa Cruz

Puerto Ayora auf Santa Cruz

 

Die grösste menschliche Urbanisation im Galapagos Archipel ist Puerto Ayora auf Santa Cruz. Dieses Örtchen hat ca. 30.000 Einwohner und sieht aus wie eine Mischung aus Mallorcas Schinkenstrasse plus kleinem Hafen mit Seelöwen und Pelikanen.

Es gibt in Puerto Ayora eine grosse Auswahl an Hotels, Hostels, Restaurants, Bars, Cafes und Souvenirgeschäften. Dazu kommen die unzähligen Agenturen, die Tagestrips, Tauchexkursionen, Tickets für die Boote zwischen den Inseln, Guides für überallhin sowie Last Minute Plätze für die Kreuzfahrtschiffe organisieren.

Puerto Ayora fand ich eher erschreckend – ein Ort voller Bauruinen, schlechter Strassen und zu vielen Katzen.

Am Hafen herrscht immer reges Treiben, hier kann man auch die ersten Seelöwen bewundern, die Abends gerne zum Übernachten auf die Bänke der Mole kommen. Puerto Ayora hat den Charme der Rüdesheimer Drosselgasse wenn am Rheinanleger ein Schiff voller trinkwütiger Briten anlegt und unbedingt den authentischen Rheingau kennenlernen möchte. Denn es dort natürlich nicht gibt. Tourismus ist auch immer wieder ein wunderbarer Selbstbetrug! In der Drosselgasse als auch auf den Galapagos Inseln .

Jedenfalls, wer Naturbelassenheit und ruhige Buchten sucht, ist in Puerto Ayora am falschen Ort.

Tagestouren ab Puerto Ayora, Santa Cruz

 

Tagestouren ab Puerto Ayora zu den umliegenden Inseln (Daphne Minor und Daphne Major, Santa Fé, San Cristobal, Isabela, Bartolomé ) lassen sich auch recht kurzfristig organisieren. Alle diese Inseln werden mittels organisierter Bootstouren nahezu täglich angefahren. Eine solche Bootstour beinhaltet die Hin – und Rückfahrt, ein Mittagessen, den Stop in ein bis zwei Buchten zum Fotografieren oder Schnorcheln. Die Preise dafür liegen bei 125 – 150 US Dollar pro Person.

Touren in das Inland von Santa Cruz gibt es auch, diese kann man per Taxi organisieren, und z.B. einen Ausflug zu einer der Schildkrötenfarmen im Inselinnern unternehmen.

 

Fernab des Trubels: San Cristobal und Isabela

 

Anders als Santa Cruz und Puerto Ayora fand ich die Insel San Cristobal mit seiner Hafenstadt Puerto Baquerizo Moreno als auch Isabela und seinen kleinen Hauptort Puerto Vilamil sehr viel angenehmer.

Hier sind schon wesentlich weniger Touristen, die Ortschaften sind sehr klein (San Cristobal ca. 3000 Einwohner, Isabela noch weniger), und hier kann man tatsächlich die Naturerlebnisse finden, welche ich auf den Inseln gesucht habe. Schwimmen mit Seelöwen zum Beispiel. Geht auf San Cristobal ganz einfach. Und ist kostenlos obendrein.

Von San Cristobal gibt es Tagestouren auf die Insel Espaniola mit seiner Albatroskolonie. Auf Isabela kann man Tagestripps zu den dort vorzufindenden Pinguinen unternehmen.

Wie zu Santa Cruz werde ich einen gesonderten Text zu San Cristobal schreiben. In diesem Text bezüglich der Galapagos Reisetipps soll ja die eher generische Frage beantwortet werden, ob und wie man als Individualreisender auf die Galapagos Inseln reisen kann.

Reisetipps Galapagos: Kosten, Gebühren, Bargeld

 

Was mich zu den Kosten bringt für einen individuellen Trip auf die Galapagos Inseln. Und die Kosten sind ziemlich hoch. Flugkosten habe ich bereits angeführt, die Preise für die Boote zwischen den Inseln ebenfalls, für die Tagestouren auch.

Jeder Besucher muss zudem eine Transit Tax von 20 US Dollar entrichten. Diese wird auf dem Flughäfen von Quito und Guayaquil vor dem Einchecken kassiert. Im Flughafen Quito beim Betreten des Terminals rechts halten, dort findet sich der Schalter für die Gebühr als auch eine gesonderte Kontrolle für das Gepäck nach organischen Stoffen, welche nicht auf die Inseln eingeführt werden dürfen.

Zudem muss jeder Besucher bei Ankunft in Galapagos eine Nationalparkgebühr von 100 US Dollars, Kinder und Senioren 50 US Dollars, bezahlen. In Bar! Keine Kreditkarten! Diese Gebühr wird einmalig erhoben und ist, anders als in den afrikanischen Nationalparks, nicht täglich zu entrichten!

Kosten für die Unterkunft: Über die bekannten Hotelportale (Expedia, booking.com etc.) lassen sich sehr einfach Unterkünfte für die einzelnen Inseln buchen. Vom teuren Boutiquehotel bis zum Schlafsaal im Hostel ist alles drin. Für um die 50 US Dollars pro Doppelzimmer pro Tag kann man schon ganz nett unterkommen.

Selbstverpflegung: Ist möglich, es gibt in Puerto Ayora einige kleine Märkte, wo man Brot, Obst, Gemüse etc. kaufen kann. Über die Stadt verteilt gibt es viele kleine Supermärkte und Spätis.

Essengehen: In Puerto Ayora gibt es unzählige Optionen, seinen Dollars für Essen auszugeben. An der Calle Charles Darwin und den Seitengassen findet man eine grosse Auswahl an Restaurants, Pizzerien, Fast Food Läden. Die Calle Charles Binford wird abends ab 18 Uhr für den Autoverkehr gesperrt, die Stühle der umliegenden Streetfood Läden auf die Strasse gestellt. Sehr zu empfehlen, hier findet man auch eher landestypische Gerichte.

Kosten Essengehen: Mit 20 US Dollars kann man zu zweit schon rechnen. In den teureren Restaurants an der Charles Darwin eher um die 40 US Dollars.

Essengehen für Vegetarier: Für diejenigen, welche das Meer nicht leeressen möchten, gibt es nicht so viele Optionen. Pizza und Pasta, und einheimische Gerichte wie Patacones sind aber schon noch erhältlich. Es gibt sogar einige Restaurants, die vegetarische Gerichte auf der Karte haben, man muss hat etwas suchen.

Wer einen Tagestrip macht und dort Mittagessen erhält, sollte vorher Bescheid geben, dann ist es auch kein Problem, ein vegetarisches Gericht zu erhalten.

Bargeld vs. Kreditkarten: Auf den Inseln wird, ganz klar, Bargeld bevorzugt. Auch die meisten Hotels und Touranbieter hbevorzugen Barzahlung. Man sollte also vorher ausreichend Barmittel mitnehmen. Oder eine Kreditkarte besitzen, mit der man kostengünstig am Geldautomat Bargeld beziehen kann. Ecuador hat als Währung den US Dollar!

Tipp Bargeld: In Puerto Ayora gibt es einige Geldautomaten, allerdings gibt es ein tägliches Abhebungslimit von 300 US Dollars, pro Karte. Über das Wochenende kann es schon mal geschehen, dass die Geldautomaten am Hafen leer sind. Entlang der Strasse in Richtung Flughafen, der Avenida Baltra, kurz vor dem Stadtrand gibt es allerdings einige Banken mit Geldautomaten, welche weniger stark frequentiert sind.

In Puerto Baquerizo Moreno auf San Cristobal gibt es exakt drei Geldautomaten, auf Isabela gibt es keinen!

DC Loew
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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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2 Kommentare zu “Galapagos Reisetipps: Unabhängig nach Galapagos? Wie geht das?

  1. Simon

    Galapagos ist auch ein baldiges Ziel meinerseits. Generell wie hier in Ecuador mit Plastik umgegangen wird ist nicht schön. Hier in Guayaquil gibt es auch Plastik ohne Ende und alles ist damit zugemüllt. Ich denke, dass es auf Galapagos ein wenig besser sein wird, aber bestimmt nicht so perfekt. Und gerade auf Galapagos wird man merken, wie viel man damit eigentlich kaputt macht.
    Was ich hier auch wieder sehr interressant finde, sind die Gebühren für Galapagos, um ja alles sauber zu halten. Und dann gibt es Flüge zwischen den einzelnen Inseln. Es gibt nichts, was mehr Abgase produziert als ein Flugzeug. Nicht mal ansatzsweise. Abgesehen davon, dass es für die Distanzen vollkommender Schmarn ist!
    Die Preise für die Flüge auf die Galapagos Inseln scheinen mir etwas hoch. Habe für Januar welche gebucht und die Flüge fielen zwischen 300-380€ aus. Also hundert Euro weniger, als du meintest.
    Bin auf jeden Fall sehr gespannt die Inseln selbst bald besuchen zu dürfen und davon berichten zu können.

  2. DC Loew Autor des Beitrags

    Hallo Simon, du hast von Ecuador aus gebucht, oder? Kann sein, dass dies den besseren Preis erklärt. Avianca ist manchmal auch eher der preiswertere Anbieter als Latam, schein mir. Sorry dass das Freischalten deiner Kommentare soo lange gedauert hat, hier auf der Osterinsel ist das Internet eher so 1995 🙂

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