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Löwen in Afrika- wie lange noch? Der König der Tiere ist in Gefahr

Der afrikanische Löwe ist gefährdet – Eine Bestandsaufnahme mit Linksammlung und Reisetipps: Wo sind die besten Gebiete um Löwen zu sehen?

 

Für mich ist Reisen nicht nur die Bewegung von A nach B, das Stillen von Neugier, Abenterlust und Entdeckergeist. Reisen ist für mich die stärkste Motivation, unseren Planeten zu bewahren.

Denn Reisen ist auch ein Mittel zur Erkenntnis: Wir zerstören unseren Heimatplaneten.

Das ist nichts Neues, aber wer mit offenen Augen und wachem Verstand reist, der muss erkennen: So geht das nicht weiter.

Als Reiseblogger liebe ich Afrika wirklich sehr, Safari ist für mich immer die emotionalste innere und äussere Reise. Und es gibt kaum etwas Schöneres als morgens in der Serengeti im Zelt zu erwachen, und ein Löwenrudel im goldgelben Licht zu entdecken.

Aber der afrikanische Löwe ist vom Aussterben bedroht.Und Schuld ist der Mensch.

Denn: Der Bestand an wild lebenden Löwen ist massiv rückläufig, man spricht von mehr als 40 Prozent in den letzten 20 Jahren, und in ganz Afrika gibt es nur noch etwas mehr als 20.000 Löwen (Zahlen: lionalert.org)

Löwin in der Serengeti. Foto DC Loew

Löwin in der Serengeti. Foto DC Loew

Der Grund für den Rückgang: Habitatsverlust, Zersiedelung, Mensch-Tier-Konflikte, Wilderei, Trophäenjagd, Nutztierhaltung. Wo viele Menschen und ihre Herden und Äcker sind, kann kein Löwe bleiben.

Viehzucht und Ackerbau verdrängen die grosse Katze, und bei Mensch – Tier Konflikten zieht auch der Löwe immer den Kürzeren.

Wer jemals das Glück hatte, frei lebende, wilde Löwen in Afrika zu sehen und zu hören, der weiss, dass Zoos und Safariparks keine Lösung sind. Der möchte, dass diese einzigartigen, wunderbaren Tiere weiterhin in der Savanne Afrikas zu finden sind. Doch das wird schwierig werden, denn auch die Savannen verschwinden und weichen den Weideplätzen, oder werden zur Wüste. Die Vorstellung, dass es Löwen vielleicht bald nur noch in Zoos geben wird, ist beängstigend. Aber mittlerweile nicht mehr wirklich realitätsfremd. (Gilt leider auch für Elefanten, Nashörner, Pangolins)

Die entscheidende Frage also lautet: Was können wir als Reisende für die Löwen tun?

 

Eine ganze Menge. Und die einfachste Methode, ausser an Naturschutzorganisationen (Links dazu am Ende des Beitrags) zu spenden ist: Zu den wilden Löwen in Afrika hin fahren.

Die Parks besuchen. Auf Safari gehen. Denn: Die Eintrittsgelder kommen den Parks, den Mitarbeitern der Parks als auch den umgebenden Gemeinden meist recht direkt zu. Und somit auch den Löwen.

Naturtourismus hat es nicht nur geschafft, dass z.B. als Wale als Touristenmagnet mehr Geld einbringen als die Waljagd.

Naturtourismus kann genau dies auch für die Löwen verwirklichen. Und, um dies gleich anzumerken: Foto- und Naturtourismus ist nachhaltiger als Jagdtourismus, auch wenn von der Jägerlobby gerne das Gegenteil behauptet wird. (Siehe: End trophy hunting now, weitere Studie).

Wo kann man Löwen in Afrika am besten sehen?

 

Schon jetzt gibt es in Westafrika nur noch ca. 350 Löwen in drei Schutzgebieten:

  • Niokolo-Koba NP, Senegal
  • W-Arly-Pendjari Lion Conservation Unit, Benin / Burkina Faso / Niger (mit dem Gros der westafrikanischen Population)
  • Kainji Lake National Park, Nigeria

Die Löwen in Westafrika haben aufgrund des Bevölkerungswachstums und den unzureichend geschützten und gemanagten Nationalparks eigentlich kaum noch eine Chance. Mehr zu diesem Thema von der BBC: Lions facing extinction in West Africa.

Wie auf der Karte zu sehen, ist der Schwerpunkt der noch bestehenden Löwenpopulationen in Ost- und Südafrika.

Quelle/Copyright: http://lionalert.org/article/africa–s-savannah-ecosystems—and-their-lions–declining-at-alarming-rate

Der Schwerpunkt der noch bestehenden Löwenpopulationen Afrikas liegt in Ost – und Südafrika

 

Die folgenden Länder mit ihren Nationalparks (NP) und Schutzgebieten (Game Reserves, GR) stellen die besten Optionen dar, im Rahmen einer Foto – Safari auf Löwen zu treffen.

Die Liste stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich führe die Gebiete mit einer grossen Löwenpopluation auf – es gibt darüber hinaus mehr Parks, aber mit kleineren Populationen.

Alle diese Schutzgebiete kann man recht einfach im Rahmen einer selbstorganisierten (Selbstfahrer mit 4×4) oder pauschal gebuchten Safari bereisen:

  • Tansania – mit den Nationalparks Serengeti, Katavi, Ruaha, Selous, Tarangire, Ngorongoro Conservation Area
  • Südafrika – Krüger Nationalpark und angrenzende teilweise private Schutzgebiete, Madikwe Game Reserve, Kalahari Transfrontier NP (KTP)
  • Botswana – Chobe NP, Moremi Game Reserve im Okavango Delta, Central Kalahari Game Reserve, Kalahari Transfrontier NP
  • Kenia – Masai Mara GR, Travo East NP, Tsavo West NP
  • NamibiaEtosha NP, Kaudom NP
  • Uganda – Murchison Falls NP, Queen Elizabeth NP, Kidepo Falls (siehe auch Best Places to see lions in Uganda)
  • Sambia  – North und South Luangwa NP, Liuwa Plain, Kafue NL, Lower Zambezi
  • Zimbabwe – Mana Falls, Hwange, Gonarezhou
  • Ruanda – Akagera NP (wiedereingeführt in Ruanda)
  • Mozamibik: Gorongosa NP

 

Löwen in Afrika

Versteckt im Gras der Serengeti Ebene

Reisen und Tourismus als gelebter Naturschutz

 

Safaris sind teuer: Allein in der Serengeti in Tansania, dem vielleicht grossartigstem Schutzgebiet für Löwen, kostet der Tageseintritt 60 US Dollar – pro Person, pro Tag. Hinzu kommen Gebühren und Kosten für Fahrzeuge, die Unterkunft, den Camping Platz. Um eine Zahl zu nennen: Im Chobe NP in Botswana gibt es Campingplätze, an denen die Übernachtung 50 US Dollar kostet  – pro Person!

Die Kosten für Lodges in Safarigebieten sind nach oben hin nahezu offen. 500 US Dollar pro Besucher sind kein exotischer Preis. Allerdings ist das Erlebnis, Löwen in freier Widlbahn zu sehen, und sie ggf. nachst zu hören, ziemlich unbezahlbar.

Das Geld, das Reisende als Eintrittskosten an staatliche Nationalparks bezahlen, dient zur Erhaltung dieser Schutzgebiete. Es wandert, wie z.B. in Tanzania, nicht in den Staatsetat, um z.B. andere Haushaltslöcher zu stopfen. Von diesen Eintrittgeldern werden Ranger, die Parkverwaltung, Fahrzeuge und Ausrüstung, sowie die umliegenden Gemeinden finanziert und unterstützt. Ich würde aus diesem Grund auch dazu anraten, wenn man eine Safari in ein Löwengebiet machen möchte, dies mit einem lokalen Safarianbieter vor Ort zu organisieren.

Dann bleibt einfach mehr Geld im Land, und nährt Driver Guides, Autovermieter und Guides lokaler Safariveranstalter.

Lioness, Serengeti

Eines meiner liebsten Fotos: Naabi Hill lioness in grass land. By DC Loew

Hilfreiche Information für Reisen zu den Löwen

 

Du möchtest wilde Löwen in Afrika sehen – oben sind die besten Parks und Schutzgebiete angegeben, hier folgen weitere Tipps und praktische reisehinweise für deinen Tripp oder deine Safari nach Afrika

 

Serengeti Golden Light lion cubs

Löwen im goldenen Licht der Serengeti Foto DC Loew

Hilfe für die Löwen in Afrika – hier kannst du handeln – und spenden!

 

 

Update zu Lady Liuwa

 

Eine der bekanntesten Löwinnen Afrikas ist die als Lady Liuwa bezeichnete ihrerzeit letzte Löwin im Liuwa Plan Nationalpark in Sambia.

Das Tolle an der Geschichte dieses Tieres ist in einem wirklich bewegenden Dokumentarfilm (ist am Ende des Artikels eingebettet) zu sehen: Wie Trophy Hunting dazu führt, dass die letzten männlichen Löwen im Park gewildert wurden. Und wie schwierig es ist, Löwen neu anzusiedeln. Und wie einsam Lady Liuwa ist und sich sogar einem Menschen anschliesst.

Ich habe hier im Blog die wichtigen Stationen der Geschichte der Löwen von Liuwa Plain begleitet, das Abwandern der neu eingeführten Männchen, und letztlich der Nachwuchs einer der neu engeführten weiblichen Löwen.

Lady selbst hat kein Nachkommen gezeugt, kümmert sich aber um die Jungen im Rudel.

Ein grossartiger Reisebericht in den Liuwa NP, der zugegebenermassen tatsächlich ziemlich abgelegen ist, findet sich in Africa Geographic.

Lady Liuwa ist also nicht mehr allein, eine betagte Löwendame, und so etwas wie ein Happyend, welches aber über die schwierige Situation der Löwen hinweg täuscht.

Es ist allein der Mensch, der die Löwen – Population in Liuwa fast ausrottete. Und nur der Mensch kann den Löwen helfen, in ihre angestammten Territorien zurück zu kommen.

Serengeti lioness by DC Loew

The Lookout. Löwin in der Serengeti. By DC Loew

 

Wissenschaftliche Untersuchen zum Bestand der Löwen in Afrika – Linksammlung

 

Löwen Dokumentationen auf youtube

 

Nachfolgend drei sehr unterschiedliche Beiträge: Einer der schönsten und traurigsten Naturfilme der letzten Jahre hat Lady Liuwa bekannt gemacht. Vollkommen zu Recht, ein wirklich herausragender Dokumentarfilm.

Dann ein Video einer privaten Safari in den Liuwa NP, mit den jungen Löwen und der alten Lady.

Und: Das leise Sterben der Löwen, der Film, welcher mich für diesen Beitrag inspiriert hat.

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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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