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Peru: Reisetipps Machu Picchu

Reisetipps Machu Picchu – Wie kommt man am besten hin?

 

Sicherlich ist Machu Picchu eines der spektakulärsten Reise – Ziele, welches man auf diesem Planeten aufsuchen kann, und ich träumte sein meiner Jugend davon, die mystische Inkastadt in den Bergen Perus mit eigenen Augen zu sehen.

Träume sind dazu da, verwirklicht zu werden, und deshalb fuhren wir nach Peru, um Machu Picchu zu besuchen. Und hier im Peru Reiseblog planetenreiter.de zu informieren – alle weiteren Peru Reisetipps erhaltet ihr über die Kategorie oder das Schlagwort Peru.

 

Machu Picchu, Peru, im Nebel

Machu Picchu by DC Loew

 

Ist ein Besuch von Machu Picchu den Aufwand überhaupt wert?

 

Zuerst nach Peru fliegen, von Deutschland geht dies nur mit einem Umsteigeflug (über Madrid, Amsterdam, Paris, London, Bogota, Caracas oder die USA), dann von Lima nach Cusco fliegen, und von Cusco geht es anschliessend und ausschliesslich mit der Bahn zum Ziel. Um die Frage zu beantworten: JA. Die Reise ist den Aufwand wert. Machu Picchu ist landschaftlich, historisch und von der Atmosphäre her einzigartig und atemberaubend.

Machu Picchu wurde von den Inka lediglich ca. 50 Jahre bewohnt, und in der Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut, der genaue Zweck der Urbanisation im abgelegenen Tal des Rio Urubamba ist bis heute unklar.

Die spanischen Eroberer des 16. Jahrhunderts fanden den Ort nicht, deshalb entging Machu Picchu der Zerstörung, und fiel mit dem Niedergang des Inkareichs dem Vergessen anheim. Erst 1911 stiess der US-amerikanische Historiker Hiram Bingham auf die Ruinenstadt, welche vom Dschungel überwuchert war. Die Fotos von Bingham, dessen Expedition in die Anden Perus von Kodak gesponsert und mit einer state-of-the-art Kamera ausgerüstet war, sind wirklich spektakulär, und wahrscheinlich einer der Gründe, dass Bingham als „Entdecker“ der Stadt gilt, obwohl die Ruinen bereits im 19. Jahrhundert von mehreren europäischen Forschern besucht und sogar kartographiert wurde.

Für Individualtouristen und Backpacker ist die Reise nach Machu Picchu allerdings nicht ganz trivial, einige Punkte gilt es zu beachten, hier meine Tipps, wie man am besten von Cusco nach Machu Picchu fährt. (In den meisten organisierten Gruppenreisen nach Peru ist Machu Picchu ein Tagesausflug).

Ausgangspunkt: Cusco

 

Ausgangspunkt für eine Reise nach Machu Picchu ist eigentlich immer Cusco, andere Anfahrtswege gibt es nicht, und man kann ausschliesslich mit der Eisenbahn nach Machu Picchu  bzw. Aguas Calientes fahren, es gibt dort keine Strasse hin. Ja, man kann bis Ollantaytambo mit dem Bus fahren, muss aber spätestens dort den Zug besteigen. Und ja, man kann natürlich noch hinlaufen, über den Inkatrail, einen der weltweit populärsten Trekkingpfade. Weil der Inkatrail in Peru aber so bekannt ist, ist er auch im wahrsten Sinne des Wortes überlaufen, und es gibt mittlerweile lange Wartezeiten. (Alternativ kann man ab der Bahnstation „Hydroelectrico“ neben den Bahngleisen bis Aguas Calientes laufen, das soll ganz gut funktionieren)

Es existiert noch eine weitere Anfahrtsoption nach Machu Picchu über den Ort Santa Teresa, man kann dort von Cusco mit dem lokalen Bus hinfahren, und dann zu Fuss Aguas Calientes erreichen. Dies ist wohl die preiswerteste Option, um von Cusco nach Aguas Calientes zu gelangen, diese empfiehlt sich für Backpacker, und ist nicht für einen Tagestripp geeignet.

Peru Aguas Calientes planetenreiter.de Reiseblog

Peru Aguas Calientes: Abfahrt der Pendelbusse nach Machu Picchu   –   planetenreiter.de Reiseblog

Von Cusco bedient die peruanische Eisenbahn die ca. dreistündige Fahrt nach Aguas Calientes, dem Städtchen zu Füssen des Berges, auf dem Machu Picchu thront. In Spiegel Online war letztens die Rede von Machu Picchu Pueblo, aber diesen Begriff habe ich in Peru nie gehört. Der Bahnhof in Cusco ist in der Ortschaft Poroy, welche streng genommen doch etwas ausserhalb der Stadt liegt. Nach Poroy muss man von Cusco mit dem Taxi fahren, und sollte eine halbe Stunde Fahrtzeit dafür einplanen.

Ich empfehle, sich am Tag vor der geplanten Abfahrt bei PeruRail zu erkundigen, ob und wann der gebuchte Zug fährt – wir fuhren nämlich nicht in Poroy, sondern von der Station Huanchac ab, weil die Bahnstrecke zwischen Cusco bzw. Poroy und Aguas Calientes zuweilen zerstört sein kann, durch Erdrutsche, starken Regen, Hochwasser und ähnliches. In der Regenzeit Perus (Januar bis April) kann die Abfahrtsstation ebenfalls wechseln, 2017 wird ab Ollantaytambo nach Machu Picchu gefahren. Info dazu auf Perurail!

Per Tagesausflug nach Machu Picchu oder länger bleiben?

 

Die Anfahrt mit PeruRail vorausgesetzt, gibt es jetzt wieder zwei Optionen für unabhängige Traveller: Mittels eines Tagesausflugs von Cusco ausgehend die Inkastadt besuchen, oder in Aguas Calientes übernachten.

Die Tagesausflugsvariante bedeutet, dass man sehr früh morgens in Cusco losfährt, und gegen Mittag in Machu Picchu ankommt, zusammen mit dem ganzen restlichen Tross an Tagestouristen. Dann hat man zwei Stunden im Welterbe, bevor gegen ca. 15 Uhr der Zug zurück nach Cusco fährt. Eigentlich keine gute Option, denn: zu voll, zu spät, kein gutes Licht für Fotos, zu kurz auf dem Berg.

Bleibt für den individuellen Traveller die Option, in Aguas Calientes zu übernachten, um dann am nächsten Tag, ganz früh am Morgen, aufzubrechen.

Machu Picchu öffnet um sechs Uhr morgens, die Pendelbusse ab Aguas Calientes beginnen ihren Dienst um halb sechs. Die Fahrt von Aguas Calientes nach Machu Picchu dauert 20 Minuten.

So hat man die Möglichkeit, mit einer relativ überschaubaren Menge an Machu Picchu Aficionados morgens, bei tendenziell gutem Fotolicht, die Inkastadt zu betreten. In unserem Fall war die Gruppe der Wartenden wiederum irgendwie aussergewöhnlich:

Am Eingang traf sich eine seltsame Ansammlung aus dreadlockigen Hippietravellern und ökigem Jungvolk, gebatiktuchten Sandalenträgerinnen und abgerockten US-Amerikanern. So wie in Stonehenge zur Sonnenwende. Oder auf der Mondpyramide von Teotihuacan zum Vollmond. Seltsam und unterhaltsam zugleich!

Man trifft diese Art von Reisenden unterwegs nie, und sieht sie auch nie irgendwo abreisen oder ankommen. Aber an als spirituell bezeichneten Orten wie Stonehenge, dem Petersplatz oder eben Machu Picchu tauchen sie immer auf.

Machu Picchu im Nebel planetenreiter.de Reiseblog

Machu Picchu im Nebel planetenreiter.de Reiseblog

Meiner Meinung nach lohnt es nicht, sich die sportlichen 18,50 US Dollar pro Person für den Pendelbus zu sparen – der Weg den Berg hinauf, nachdem man Aguas Calientes verlassen hat, geht über enge Serpentinen durch dampfenden Regenwald. Wenn es nicht regnet, glüht die Sonne, und zwei Stunden wird man mindestens für den Aufstieg benötigen. Ihr braucht auch nicht glauben, dass die Pendelbusse unterwegs anhalten, um ermattete Wanderer aufzunehmen. Die Pendelbusse halten nicht an.

Reisetipps Machu Picchu Dorf: In Aguas Calientes

 

Aguas Calientes ist auch eine ziemliche Schau  und ein sehr bemerkenswerter Ort. Eine Mischung aus Rüdesheimer Drosselgasse,  Palmas Schinkenstrasse und Trödelmarkt. Jedes Haus ist ein Hotel oder ein Restaurant.

Überall Pizza und Happy Hour. Der Marktflecken zieht sich an beiden Ufern eines engen und steilen Tals entlang eines wilden Bergbaches hin, welcher in den Rio Urubamba mündet. Und wie viele Orte dieser Welt, welche ihre Existenz allein einem einzigen touristischen Zweck verdanken, geht es in Aguas Calientes darum, die Unmengen an Touristen um ihr Geld zu bringen.

Denn allein von diesem Ort aus, welcher nicht über eine Strasse zu erreichen ist, fahren die Touristenbusse die Besucher zu einem der Mirakel dieser Welt, der Inkafestung Machu Picchu.

Die Anden bei Machu Picchu planetenreiter.de Reiseblog: Reisetipps Machu Picchu

Die Anden bei Machu Picchu und Blick in das Tal des Urubamba Flusses – planetenreiter.de Reiseblog

Hotelbuchungen in Aguas Calientes macht man am besten im Voraus über eines der bekannten Buchungsportale, dies gilt insbesondere für die Hochsaison. An Cafés und Restaurants mangelt es in Aguas Calientes nicht, auch für Vegetarier gibt es genug Auswahl, die peruanische Küche hat da grossartige Varianten an lokalen Gemüsen, ganz toll: Maiskolben, genannt Choclo. Richtig gutes street food, und auch nicht teuer.

Hat man alle diese Faktoren bedacht und steht letztlich am Eingang von Machu Picchu, stellt sich die Frage nach dem Wetter. Das kann nämlich durchaus interessant, für Fotografen aber auch deprimierend sein. Das klassische Foto, die weltberühmte Sicht, so wie ihr es hier im Beitrag seht und wie ich es mir jahrelang erträumt hatte, macht und hat man von einem Platz, der unterhalb der Hütte hut of the caretaker of the funary liegt.

Das klassische Machu Picchu Foto: Hier entlang!

 

Direkt die erste Abzweigung zu linker Hand, wenn man den Eingang zum Gelände passiert hat, führt über einen steilen Serpentinenpfad auf die Terrasse, welche die Inkastadt überschaut und den charakteristischen Felsen Wayna Picchu im Hintergrund aufweist.

Von dieser Terrasse aus entstehen alle bekannten Fotos, und man braucht gutes Wetter dafür, und klare Sicht und viel Glück. Denn, wenn es regnet, oder nebelig ist, sieht man: Nichts. Dann taucht Machu Picchu in einem Nebelmeer unter, welches den Londoner Nebel wie eine Amateurveranstaltung ausschauen lässt.

Von der Terrasse aus kann man dann in die eigentliche Stadt hinabsteigen, die Orientierung erfolgt auf Sicht, die Ausschilderung ist eher rudimentär. Bis zum anderen Ende der Inkametropole kann man durchaus zwei Stunden und mehr durch die bemerkenswert gut erhaltenen Gassen und Plätze pilgern. Lediglich die Dächer, welche aus Holz und Stroh waren, sind nicht mehr erhaltenen, die steinernen Häuser, Tempel, Plätze und Wasserleitungen Machu Picchus jedoch scheinen für die Ewigkeit errichtet.

Wayna Picchu, der dem Zuckerhut in Rio nicht unähnliche Felsdom am Rande der Inkastadt kann ebenfalls erklimmt werden, über einen engen, steilen und felsigen Aufstieg geht es hinauf. Hierfür ist deutlich Trittsicherheit erforderlich, die Höhe des Ortes (ca. Machu Picchu liegt auf moderaten 2.300m Höhe, Cusco dagegen auf 3.400m) ist nicht so fordernd.

Die Tickets für Wayna Picchu sind auf 200 Personen pro Tag limitiert. Man kann sie gut über Reiseveranstalter in Cusco vorab erhalten, ebenso die Eintrittskarten für Machu Picchu und die Bustickets der Pendelbusse.

Machu Picchu selbst ist neuerdings auf eine Kapazität von maximal 2500 Besucher pro Tag begrenzt, und es empfiehlt sich, die Eintrittskarten bereits vorab in Cusco zu besorgen.

Offizielle Adresse ist Av. La Cultura Condomio Huáscar (Huascar Building) No. 238. Öffnungszeiten 8 – 16 Uhr, oder bei Reiseagenturen. Viele davon findet man in Cusco rund um die Plaza de Armas.

  • Eintrittspreis Machu Picchu ohne Museum und Wayna Pucchu: 70 US Dollar (Studierende 41 USD) (Stand Februar 2017), Tickets vor Ort in Aguas Calientes oder in Cusco an diesen Verkaufsstellen
  • Eintrittspreis Machu Picchu mit Wayna Picchu: 75 US Dollar, 51 US Dollar für Studierende.
  • PeruRail: Fahrscheine kann man von Deutschland aus problemlos online kaufen. Es gibt nur reservierte Sitzplätze in den Zügen. Der Zug für Traveller bzw. Backpacker heisst Expedition, der Link ist hier
  • Flüge nach Cusco: Von Lima, Arequipa, Puerto Maldonado, Puno, La Paz.
  • Vegetarisches Essen in Peru: Zahlreich, problemlos und gut. Cusco und Auges Calientes haben genug Optionen.
  • Reisetipps Cusco und Flughafen Lima Info

 

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Mauer in Machu Picchu

Machu Picchu Mauer

DC Loew
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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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