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Reiseblog Frankfurt: Frankfurt zu Fuß und an einem Tag

Stadtwanderung im Reiseblog Frankfurt: Von der Alten Oper zum Kaiserdom. Spaziergang durch Historie und Neuzeit.

 

Frankfurt kennt jeder – zumindest den Flughafen, den Bahnhof oder die Festhalle. Was man gerne vergisst bei dieser Metropole, dass sie eben nicht nur aus glitzernden Banktürmen besteht, sondern auch eine Stadt voller Historie ist und lohnenswerte, sympathische Entdeckungen bietet.

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Panorama von Frankfurt am Main: An der Hauptwache.

Wie findet man diese schönen Ecken des vordergründig auf seine Fassade bedachten Franfurts? Man wandert, flaniert, spaziert, stromert durch die Stadt. Und macht eine entspannte Stadtwanderung durch die Architekturstile und Jahrhunderte. Von der Alten Oper zum Dom, en passant das Alte und das Neue verbindend, Barock, Gründerzeit, Moderne, alles entlang des Weges, und die Frankfurter Skyline bildet den immer fotogenen Hintergrund.

Frankfurt: Die Heimat zu Fuß erkunden

 

Die hier geschilderte Stadtwanderung in Frankfurt habe ich vor einigen Tagen unternommen, einfach so. Auf mir lange bekannten Wegen, durch meine Heimat zu spazieren ist nicht das schlechteste, was man unternehmen kann. Augen auf, Neugierig sein, neue Blickwinkel suchen, und so wird auch ein Spaziergang auf einem heimatlichen Weg wie eine Reise.

Ich beginne die Wanderung an der Alten Oper. Man könnte auch am Hauptbahnhof Frankfurt starten, aber wer will das schon? Angesichts vor der Oper stehend  wende ich mich nach rechts, und schlendere die Grosse Bockenheimer Strasse entlang, in Frankfurt besser bekannt als die „Fressgass“.

Die Fressgass macht ihrem Namen alle Ehre, Cafés, Restaurants, Bistros in rauhen Mengen, im Sommer auch mit Außenbewirtschaftung. Eine gute Gelegenheit, um zu Frühstücken, übrigens. Einkaufen lässt sich auch ganz prächtig in der Fressgass, Hardware mit Äpfeln drauf zum Beispiel, Klamotten bekannter Designer, und in einer kleinen Passage ein toller Obstladen. Parallel zur Fressgass findet man, ein wenig versteckt, die Goethestraße. Dort sind noch mehr Geschäfte um noch prächtiger einkaufen  zu können, diesmal von zumeist italienischen Designern wie Versace, Armani und Konsorten.

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Stadtspaziergang in Frankfurt: Hier die Alte Oper

Am Ende der Fressgass beginnt der Rathenauplatz, und seitlich links davon findet sich der Börsenplatz mit der Deutschen Börse. Der Rathenauplatz ist eine tolle Fotogelegenheit, hier kann man z.B. den Turm der Commerzbank sehr schön ablichten. Die Frankfurter Börse ist relativ unscheinbar und wirkt deutlich bescheidener als im Fernsehen, wenn man mal in Echt davor steht.

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Bulle und Bär: An der Börse in Frankfurt, Blick auf die Schillerstraße. Die Börse ist links und nicht im Bild…

Östlich der Börse verläuft die Schillerstraße, welche schon ein Teil der Fußgängerzone ist. Freitags gibt es dort einen besuchenswerten Markt mit tollen Erzeugnissen aus der Region, aber auch einem Stand, welcher nur Lebensmittel aus England verkauft.

Aus der Schillerstraße kommend sieht man vor sich die Hauptwache und die Katharinenkirche, beides Frankfurter Wahrzeichen. Die Hauptwache ist ein barockes, geschichtsträchtiges Gebäude aus dem 18. Jahrhundert und wirkt zwischen den ganzen Glaspalästen so passend wie eine Frauenbeauftragte auf einer Herrensitzung. Aber so ist Frankfurt – das historische wird eher versteckt, verbaut, umzingelt von der Moderne. Im Krieg zerstört, wurde die Hauptwache wieder aufgebaut, seit den 1920er Jahren beherbergt sie in Café.

Den tollsten Blick auf das Hochhaus – Ensemble mit der Hauptwache im Vordergrund und den Hochhäusern im Hintergrund erhält man vom Dach von Galeria Kaufhof, von dort ist auch das Foto oben im Blogbeitrag entstanden.

Frankfurt: Nur Japaner gehen ins Goethehaus

 

Etwas versteckt, hinter der Katharinenkirche, kann man über enge Gassen zum Goethehaus finden, dem Familiensitz der Goethes und Geburtshaus von Johann Wolfgang. Heute ist dort ein Museum zu finden, welches hauptsächlich von asiatischen Besuchern frequentiert wird.

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Goethe ist überall: Goethe am Goetheplatz Frankfurt, den Eingang einer Tiefgarage beäugend

Man fragt sich, warum? Ist Goethe in Japan bekannt? Bei dieser Gelegenheit fällt mir ein, dass ich auch noch nie im Goethehaus drin war, aber ich werde es bei nächster Gelegenheit nachholen! Das ist in diesem Fall so wie mit den Parisern, welche nie auf den Eifelturm steigen, oder den Berlinern und dem Fernsehturm. Macht man einfach nicht als Einheimischer, ist für die Touristen. Das ist zu kurz gedacht!

Schräg gegenüber vom Goethehaus befindet sich das Cafè Karin, eine Frankfurter Institution, in welcher man wenig Touristen findet, dafür Einheimische um so mehr. Ins Karin kann man auch abends gehen, sehr leckeres Essen in entspannter Atmosphäre. Hier haben sogar Schlips- und Anzugträger zutritt, im Karin ist man tolerant!

Das Kaufhaus mit der bekannten Dachterrasse am Platz an der Hauptwache steht am Beginn der großen Frankfurter Shoppingmeile, der Zeil. Diese schlendere ich nach meinem Abstecher zum Goethehaus entlang, und biege ungefähr in der Mitte in die unscheinbare Straße Neue Kräme ab. In direkter Linie führt diese Gasse bis zur Paulskirche, aber auch entlang der Kleinmarkthalle.

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In der Kleinmarkthalle Frankfurt

Ein Geheimtipp: Die Kleinmarkthalle

 

Die Kleinmarkthalle liegt ein wenig versteckt, ihr werdet euch durchfragen müssen, aber sie ist einen Abstecher wert. Eine grandiose Auswahl an Obst und Gemüse und Spezereien aus aller Welt gibt es dort zu bewundern. Tolle Backwaren, Spezialitäten, Delikatessen, hier kaufen die Köche der besseren Lokale der Stadt gerne ein, es wird voll in den engen Passagen zwischen den Ständen. Aber einen Besuch ist die Kleinmarkthalle immer wert, auch wenn man nichts kaufen möchte. Ich liebe es, hier hindurch zu schlendern, Farben, Gerüche, mir unbekannte Früchte, das ist alles schon sehr exotisch. Aber mitten in Frankfurt!

Von Kleinmarkthalle zu Paulskirche und Römer

Von der Kleinmarkthalle zur Paulskirche sind es vielleicht dreihundert Meter. Die Paulskirche befindet sich hinter dem Rathaus der Stadt Frankfurt, dem Römer, und ist recht unscheinbar. Aber dieser kleine, einst sakrale Bau aus dem 18. Jahrhundert war 1848 Sitz des ersten deutschen Bürgerparlaments, und man kann die Paulskirche die Wiege der deutschen Demokratie bezeichnen.

Die Paulskirche wurde 1944 zerstört und nach dem Krieg als nichtsakrales Gebäude wieder errichtet. Die Paulskirche ist nicht begehbar, was ich recht seltsam finde, und nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, sie ist allein Veranstaltungsgebäude.

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An der Paulskirche in Frankfurt am Main

Nur wenige Schritte von der Paulskirche entfernt gelangt man zum Frankfurter Römerberg, dort ist das Rathaus der Stadt sowie gegenüber davon ein Fachwerkensemble zu finden, zu fast jeder Zeit des Jahres bevölkert von Touristenmassen.

Hier auf dem Römerberg, direkt vor dem Rathaus, ist auch der Frankfurter Weihnachtsmarkt beheimatet, und immer einen Besuch wert. Die Frankfurter Altstadt zwischen Paulskirche und Dom wurde im 2. Weltkrieg komplett zerstört, alles was man heute sieht, ist hauptsächlich in den 1970er, 1980er Jahren im historisierenden Stil neu erbaut worden. Auf alten Fotos sieht man eine mittelalterliche Fachwerkstadt, kaum zu glauben, dass Frankfurt mal so aussah.

Was man in Frankfurt so Altstadt nennt

 

Um eine mittelalterliche Altstadt zu bewundern, kommt sicherlich heutzutage kein Mensch nach Frankfurt, aber die Zeile an Fachwerkhäusern am Römer ist ganz hübsch. Die das Ensemble abrundende Alte Nikolaikirche aus dem 15. Jahrhundert ist aus historischer Sicht schon spannender. Ihre Fundamente gehe bis auf die Stauffer zurück, und ein Besuch ist lohnenswert. Die Nikolaikirche ist, anders als die Fachwerkhäuser am Römer, auch ein historisches Original, da sie nicht im Weltkrieg zerstört wurde.

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Das Rathaus der Stadt Frankfurt, der Römer

Vom Römer gehe ich ein kurzes Stück an einer der zahlreichen Frankfurter Baustellen entlang (wo die Altstadt gerade wieder neu erbaug wird) zum Frankfurter Dom, dem Kaiserdom. Es gibt nur eine Stadt in Deutschland, welche so konsequent sich ständig erneuert und über die entsprechende Anzahl an Baustellen verfügt, und das ist Berlin.

Frankfurt hat eine bauliche Scheußlichkeit aus den 1970er Jahren, das sog. technische Museum, welches einst hier stand abgerissen, und baut jetzt zwischen Römer und Dom, auf den römischen Fundamenten die hier ausgegraben wurden, einfach neu. Und zwar die Altstadt. Das ist irgendwie revisionistisch, aber vielleicht auch auf naive Art berechnend.

Anders als bei anderen Domen gibt es gar keinen Bischof in Frankfurt, aber wen kümmert das schon? Die historische Bedeutung des Frankfurter Doms liegt darin, dass hier über Jahrhunderte die Kurfürsten den deutschen König des heiligen römischen Reichs deutscher Nation wählten und auch krönten.

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Blick vom Römer zum Kaiserdom in Frankfurt

Der Kaiserdom ist also krönender Abschluss meiner kleinen Stadtwanderung, und wer jetzt noch Luft hat, der erklimmt die Stufen des 66 Meter hohen Domturms und genießt eine fabelhafte Aussicht auf die Stadt.

Für mich ist der Frankfurter Dom ein immer etwas seltsames, historisches Anhängsel an eine im Herzen sich zutiefst im Jetzt befindende Stadt.

Anders als in Köln, wo der Dom mentales Zentrum der Stadt und des kölschen Selbstverständnisses ist, ist der Dom in Frankfurt dies nicht. Ein Besuch des Bauwerkes lohnt sich definitiv allein schon wegen der Aussicht vom Turm.

 

Hier am Kaiserdom endet meine Frankfurter Stadtwanderung, quer durch die historische Innenstadt und durch mehrere Jahrhunderte deutsche Geschichte. Kaum eine deutsche Stadt verbindet so Konsequent eine hochmoderne Skyline und Internationalität  mit so viel deutscher und europäischer Historie – und das erfährt nur, wer bereit ist, sich auf Frankfurt einzulassen.

Frankfurt zu Fuß Reisetipps

 

  • Länge des Stadtspaziergangs: Ca. 2 km.
  • Anfahrt Alte Oper: U-Bahn Alte Oper oder: S-Bahn Taunusanlage, vom Hauptbahnhof mit der S-Bahn kommend ist das eine Station nach dem Hbf..
  • Dom: U-Bahn Dom/Römer. Man kann von der Paulskirche mit der Straßenbahn Linie 11 zurück zum Hauptbahnhof fahren.
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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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