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Safari Fotografie Tipps für perfekte Fotos

Safari Fotografie – Tipps für bessere Fotos

 

Angenommen, du hast dich entschieden, auf Safari in Afrika zu fahren, und du möchtest dort gerne tolle Fotos schiessen, und ebenfalls angenommen, du hast eine Kamera und eine Foto – Ausrüstung, die über ein Handy und eine Kompaktkamera sowie über ein Objektiv von weniger als 300mm hinaus gehen, wenn diese Annahmen zutreffen, dann ist dieser Text für dich!

Welche Foto Ausrüstung für Safari Fotografie bzw. welche Kamera und Objektive ich dafür empfehle, liest du hier nach:

Mit anderen Worten:

Die Kamera sollte schon eine Bridgekamera, eine spiegellose Digitalkamera oder eine digitale Spiegelreflexkamera sein, mit einem guten Auflösungsvermögen sowie der Option, ein längeres Objektiv anbringen zu können.

Längeres Objektiv heisst, es sollte schon 300mm Brennweite haben, darunter, finde ich, macht es nicht soviel Sinn, von Safari- Fotografie zu sprechen.

Die Tipps für bessere Safari – Fotos kommen jetzt:

Safari Fotografie

Etosha Oryx, mit Canon 100-400 mm Objektiv, ohne Stativ, durch offenes Fenster aufgenommen

Wahl des Nationalparks, beste Reisezeit:

Es klingt banal, aber man kann tatsächlich nur dort viele gute Safari Fotografien machen, wo es auch viele Tiere gibt. Deshalb ist die Wahl des Ortes, wo du Tiere fotografieren möchtest, die erste und grundlegendste Entscheidung. Die bekanntesten Nationalparks in Afrika für gute Fotos sind:

Serengeti, Tansania

Masai Mara, Kenia

Krüger, Südafrika

Etosha, Namibia

Chobe, Botswana

Diese Parks sind tierreich, relativ leicht zu erreichen, haben Unterkünfte aller Preiskategorien von Zelt bis Luxuslodge,und eine gute Infrastruktur, für organisierte Safaris als auch, wenn du selbst fahren möchtest. (Eine Übersicht der besten Safari Destinationen findest du hier)

Alle diese Parks sind sicher, sehr gut gemanagt, und garantieren dir eine grosse Auswahl an fotogenen Tieren: Löwen, Geparden, Leoparden, Elefanten, Nashörner, Giraffen, um die 300 bis 400 Vogelarten, und unzählige Antilopen, Zebras, usw..

Bei der Wahl eines Zieles hilft auch zu wissen, welches Klima dort zu welcher Jahreszeit ist. Denn mit der Regenzeit kommt auch oft die spannendere Lichtstimmung als in der Hochzeit des Sommers, wo es trocken und staubig ist. Dafür ist es in der Regenzeit oft schwerer, die Tiere zu sehen, weil die Vegetation höher und undruchdringlicher ist, und die Tiere nicht zu den Wasserstellen kommen müssen wie in der sommerlichen Trockenzeit.

Die besten Orte und Nationalparks, um Löwen vor die Kamera zu bekommen ist hier beschrieben.

Safari Fotografie

Zebra, Etosha, NP, Namibia. Ausgeschnitten aus einer Herde, Canon EOS 5D MkII mit Canon EF 100-400. Ohne Stativ.

Das beste Licht, der ISO Wert

Es stimmt, was sie schreiben: Das beste Licht in der Safari Fotografie in Afrika gibt es unmittelbar nach Sonnenaufgang bzw. kurz vor Sonnenuntergang. Tagsüber ist das Licht zu direkt und hart und löscht Farben und Kontraste vollkommen heraus.

Morgens und Abends dagegen ist das Licht weich und warm und golden. Nutze diesen Zauber! Also, früh aufstehen auf deiner Safari lohnt sich wirklich. Einen Filter benötigt man meiner Meinung nach nicht. Den ISO Wert stelle ich meistens etwas höher ein (ab 400, bis 800), oder lasse ihn auf Auto. Wenn man mit dem Licht und nicht dagegen fotografiert passt das…

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Schärfe, Schärfe, Schärfe

Das ist das A und O. Deine Fotos müssen scharf sein, zumindest um die Augenpartie, den Kopf des Tieres. Die meisten digitalen Spiegelreflexkameras unterstützen akustisch, wenn sie den Fokus gefunden haben. Später, in der Nachbearbeitung, kann man anzeigen, wo die Schärfe im Foto genommen wurde. Hilfreich um schärfere Fotos auf deiner Safari zu machen, ist ein Stativ. Das kann man allerdings im Fahrzeug, besonders bei einer Gruppenreise, kaum oder nur schwerlich mit sich führen. Ebenso sollte der Motor des Fahrzeugs ausgeschaltet werden, damit sich die Vibrationen nicht auf deine Fokussierung übertragen. Um mehr Schärfe zu erlangen, wenn man kein Stativ mit sich führt, hilft es den ISO Wert hoch zu setzen, die Aufnahmezeit zu verringern, und immer möglichst viel natürliches Licht zu nutzen.

Mit dem Licht fotografieren, nicht dagegen

Manchmal vergisst man die selbstverständlichen Dinge oder setzt sie blind voraus: Das beste Licht bei der Safari Fotografie sollte hinter dir sein, oder neben dir. Platziere dich also immer so, dass du die Sonne im Rücken hast, und das fotografische Objekt vor dir.

Die Kamera auf Augenhöhe

Welches ist der beste Platz im Safari Fahrzeug für gute Fotos? Der niedrigste! Oder zumindest derjenige, welcher dich auf gleiche Augenhöhe bringt mit den Tieren. Fotos von Tieren von oben oder von hinten kann man eigentlich vergessen, es ist wie bei einem Howard Hawks Film: Die Kamera auf Augenhöhe! Dann werden die Fotos natürlich, und es sieht nicht aus, als ob du die Löwen im Zoo fotografiert hast.

Safari Fotografie

Löwin in der Serengeti, auf Augenhöhe, aber mit unorthodoxem Licht. Dennoch, eines meiner liebsten Fotos! Foto: DC Loew

Geduld haben

Viele Menschen vergessen auf Safari, dass sie reisen und die Natur geniessen dürfen. Sie sind nicht auf einer Flucht! Für ein gutes Foto machte es auch keinen Sinn, sich als fünftes oder zehntes Fahrzeug in einen Fahrzeugstau vor einem Leopard einzureihen. Das stresst zum einen die Tiere, und bringt dir als Fotograf rein gar nichts: Zu viel Lärm, keine gute Position, of ist das Tier verdeckt, und man sieht vor lauter Fahrzeugen sowieso nichts. Deshalb gilt: Lieber dort hin fahren, wo niemand ist. Geduld haben, und einfach mal warten. Good things come to those who wait, sagt das Sprichwort. Gilt auch für Safari Fotografen!

Ein Thema festlegen und dran bleiben

Ist die Auswahl an Tieren sehr gross, so wie z.B. in der Serengeti, hilft es, sich en Thema zu setzen, und dieses zu verfolgen. Ein Thema könnte sein: Giraffen. Oder, so wie in diesem Posting: Gelbes Gras.

Augen auf bei der Komposition

Kompositionsregeln mögen theoretisch sein, aber richtig angewandt funktioneren sie tatsächlich. Tiere zentral im Foto zu platzieren ist meistens langweilig, und zeigt den Grad der kompositorischen Kenntnisse des Fotografen sofort an. Die meisten Kameras bieten an, ein Liniengitter über den Bildausschnitt zu legen, welches den Bildausschnitt drittelt, vertikal als auch horizontal. Diese Funktion ist hilfreich, denn sie unterstützt dich darin, das Tier besser in deinem Foto zu platzieren, und zwar in einem Drittel am Rand. Idealerweise schaut das Tier immer in die Bildmitte hinein, so wie oben das Zebra. Portraits oder Close-Ups sprengen diese Regel etwas, siehe die Löwin unten.

Herdenfotos funktionieren fast nie

Tiere in Herden gut zu fotografieren, ist wirklich schwer. Ich finde es immer schlecht, wenn man abgeschnitte Beine, Hinterleibe, Füsse, halbe Köpfe in einem Foto voller Tiere findet, weil der Fotograf unbedingt eine Herde ablichten wollte. Dann lieber zum Landschaftsobjektiv greifen und die Herde in ihrer natürlichen Umgebung platzieren, das ist meist überzeugender. Ein gutes Foto eines Herdetieres kann man dennoch versuchen zu schiessen: Du solltest versuchen, eins bis drei Tiere in deiner Komposition zu isolieren. Oder später in der Nachbearbeitung den entsprechenden Ausschnitt wählen. Aber beim Machen des Fotos darauf achten, dass dein Objekt schon relativ frei steht.

Sei dein eigener härtester Kritiker

Bei mir kommen auf 100 Fotos eine Handvoll akzeptable, aber vielleicht ein wirklich gutes. Während man im Busch fotografiert, fehlt einem meistens die Zeit, seine Fotos in der Kamera zu begutachten. Aber abends hat man genug Abstand, sein Tagewerk zu bewerten. Was unscharf ist, falsch belichtet, nur halb oder mit abgeschnittenen Beinen drauf, wird gelöscht.

Später, in der Nachbearbeitung gilt das gleiche Prinzip, alles was zudem aus diversen Gründen nichts geworden ist, kompositorisch schwach, verwackelt, redundant etc, wird gelöscht. Nur wer ehrlich zu sich ist, sich auch über seine fotografischen Ambitionen nicht in die Tasche lügt bzw. sie sich selbst klar gemacht hat, wird fotografische Resultate errzielen, die einem selbst Freude machen. Und zudem eine Grundlage schaffen, besser zu werden.

Master the Moment

Und letztlich gilt, wenn es darauf ankommt, und dies ganz besonders in der Safari Fotografie: Sei wach, sei aufmerksam und konzentriert. Stelle dir das Foto vor deinem geistigen Auge vor, und dann fotografiere es. Man hat in der Naturfotografie oft nur wenige Sekunden Zeit, der richtige Moment ist so schnell vorüber. Deshalb gilt es, diesen nicht zu verpassen. Dazu gehört Selbstverständliches: alle Batterien geladen und zur Hand, die Fotokarten leer, formatiert, und die vollen gesichert. Die Objektive gereinigt, und parat, falls man wechseln muss. Immer wissen, wo das Licht ist. Und wo die Schärfe sein muss!

Und dann gilt: Master the Moment!

Safari Fotorgafie

Die Kamera auf Augenhöhe. Besenderte Löwin, Serengeti, Tansania. Aus zwei Meter Entfernung mit dem Canon EF 100-400 L aufgenommen.

DC Loew
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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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