planetenreiter Reiseblog

Spanien: Weg vom Strand und über den Fluss in die Wälder.

Werbung

Alternativen für den Tag am Strand: Roadtrip statt Playa.

Mit einem Urlaub am Strand ist es doch, wie jeden Tag Champagner trinken: Irgendwann reicht es.

Mein Sättigungsgrad den Strand betreffend ist meistens nach einem Tag erreicht, was vielleicht der Grund dafür ist, dass auf diesem Reiseblog relativ wenig Reisetipps für Strände vorkommen. So auch diesmal! Denn, ein Land wie Spanien hat so viel mehr zu bieten als seine sandigen Küsten, voller Teutonen mit ihren Handtüchern. Folgend also, für das spanische Festland, hoffentlich motivierende Reiseinspiration, falls ihr genug vom Vamos a la playa habt, aber nicht so genau wisst, was die Region sonst so spannendes und besuchenswertes zu bieten hat.

Vorweg sei angemerkt: Mietwagen gibt es in Spanien nahezu an jeder Ecke, in den touristischen Zentren sind sie auch recht preiswert und kurzfristig anzumieten. Eine Kreditkarte wird allerdings meistens für das Bezahlen benötigt. Mit anderen Worten: Auch für Leute, welche 14 Tage pauschal die spanische Küste gebucht haben: Der Roadtrip ins Landesinnere lohnt sich, und ist immer machbar!

Valencia, Denia, Barcelona per Fähre

 

Wer auf den balearischen Inseln (Mallorca, Menorca, Ibiza) weilt und zum spanischen Festland für ein bis zwei Tage Abwechslung möchte, der kann dorthin recht preisgünstig von den Inseln aus hinfliegen (Iberia, Vueling). Oder, das ist etwas abenteuerlicher, und braucht mehr Zeit: Die diversen Fähren nehmen. In sieben bis acht Stunden werden Barcelona, Valencia oder Denia von Palma aus angefahren. Alle drei Städte sind lohnenswerte Ziele, wobei ich zu Barcelona gar nicht so viel anmerken möchte, dies ist eine Stadt, zu der alle schon etwas geschrieben und gesagt haben.

Aber Valencia, Spaniens drittgrößte Stadt, gelegen an der Costa del Azahar, ist immer noch irgendwie ein Geheimtipp, und wie ich finde: Das ist seltsam.

Valencia hat Europas größte zusammenhängende Altstadt zu bieten, welche sensationell saniert und aufgehübscht wurde. Darin die alte Seidenbörse, ein veritables UNESCO Weltkulturerbe. Und die Altstadt wird abends, das ist nun wirklich kein Geheimnis mehr, zu einer der coolsten, lässigsten, angenehmsten und großartigsten Ausgehmeilen Europas. Valencias Altstadt ist, im Vergleich zu Barcelona, auch erträglich was die Zahl der Sauftouristen, Kegelclubs, Junggesellenabschiede und Taschendiebe angeht.

So geht Fiesta: Wie Valencia, so haben auch die nicht weit entfernten Küstenorte Denia, Castellon und Alicante alle eine jährliche Feier (spanisch „feria“) zu bieten, in welcher die ganze Stadt zusammenströmt. Die größte, kompromissloseste und berauschendste Fiesta sind die „Feria de Fallas“ in Valencia, immer die Tage vor dem 19. März, dem Dia del padre. Wer herausfinden möchte, wie man Tradition und Moderne zu einem tollen, einzigartigen Erlebnis und einer Megaparty verbindet, der besuche die Fallas.

Andalusien per Roadtrip

 

Wer einen Urlaub an die Costa del Sol oder die Costa de la Luz gebucht hat, der könnte auch über einen Roadtrip ins andalusische Landesinnere nachdenken. Kultur und Natur und Geschichte hat die Gegend im Übermaß zu bieten! Ein andalusischer Roadtrip kann in drei bis vier Tagen die folgenden Städte beinhalten:

Sevilla ist eine wunderbare, altmodische, traditionelle Stadt, wo es nicht ungewöhnlich ist, Menschen in Trachten und hoch zu Ross über das Pflaster der Altstadt traben zu sehen. Besonders zu Zeiten der Feria im April ist Sevilla ein wunderbares Freiluftmuseum andalusischer Kultur und Tradition.

Richtig tief eintauchen in die spanische Geschichte lässt sich aber auch in Orten wie Jerez de la Frontera und Ronda.

Ronda sieht aus wie ein verwunschener Ort aus dem Märchen, gelegen oben auf einem Hügel, die weißen Häuser sieht man schon aus der Ferne, wenn man kurvige die Straße durch die Berge hinauf fährt. Durch den Ort geht eine Schlucht, und am Rande der Altstadt liegt ein altes Hotel, in welchem einst der Poet Rilke einsame Verse schmiedete.

Vom Ort, wo Rilkes Denkmal steht, hat man einen atemberaubenden Blick ins Tal und auf die andalusischen Berge. Und Zuhause kann man dann ja nachschauen, wer dieser Rilke war und was er so geschrieben hat.

Ronda ist sicherlich kein Geheimtipp, und wird von Tagestouristen in Bussen und in Masse nahezu zu Tode besucht. Wer einen eigenen Eindruck der alten Stadt erhaschen möchte, der bleibt einfach über Nacht. Am Nachmittag und frühen Abend, wenn die Busse mit den Tagestouristen wieder Richtung Küste abgefahren sind, hat der Besucher Ronda fast für sich alleine. Und kann in den engen Gassen einsam wandeln…

Ein Roadtrip in Andalusien kann neben Sevilla und Ronda noch Cordoba und Cadiz umfassen, beides sehr inspirierende, geschichtsträchtige Orte mit alten Mauern, welche viel zu erzählen haben, dem der zuhören möchte! Man könnte glatt Folgen von Game of Thrones in Andalusiens Monumenten drehen – ach, hat man ja schon!

Und nach der Geschichtsstunde fahrt ihr nach Tarifa zum Surfen und abhängen! Und Malaga könnt ihr auslassen, da gibt es nichts zu sehen!

Kastilien für Romantiker

 

Zugegeben, Kastilien liegt dann doch etwas abseits der spanischen Küste! Ist aber eine Gegend, die man durchaus mit einem Badeurlaub verbinden kann. Kastilien ist romantisch, durchfährt man seine kargen Ebenen wird einem klar, warum die spanischen Eroberer Mexiko als „Nuevo Castilia“ bezeichnet haben: Staubige flache, sonnenverbrannte Erde, schneebedeckte Berge am Horizont, dazwischen Felder von sehr zähen Pflanzen und mittelalterliche Städtchen, welche wie künstliche Inseln in einem Meer von staubiger Erde liegen.

Immer schön auf einem Hügel gelegen, mit Aussicht in die trockene kastilische Ebene lassen sich touristische Perlen wie Avila und Toledo besuchen. Ich finde diese prachtvollen Orte sehr inspirierend, man beginnt über Vergangenheit und Zukunft nachzudenken, die Fantasie wird von den alten Mauern angeregt, und man fragt sich: Wie war das hier vor 500 Jahren?

In den besten Momenten einer Reise wird man auf sich selbst zurückgeworfen, und alte kastilische Orte sind sehr wirkungsvolle Auslöser für einen solchen Prozess: Denn über Vergangenheit nachzudenken ist anregend, und die eigene Vergangenheit immer ein mehr oder weniger ferner Spiegel, den man sich vorhält. Entdeckt man sich neu, erkennt man sich wieder? Oder hat man sich bereits verloren?

Reisen bedeutet doch immer, Erkenntnis zu finden. Die einfachste Erkenntnis aber ist, dass man vor sich selbst nicht davonlaufen kann. Aber versuchen sollte man es unbedingt. Und das geht eben einfacher, wenn man in einem Land wie Spanien andere Orte zu entdecken sucht, als nur die nächste Strandbar!

 

Spanien für Strandflüchtlinge

Herumkommen – Reisen im Land:

  • Inlandsflüge: Mit Iberia Express und Vueling, alle grösseren Städte werden miteinander verbunden. Man kann auch von Sevilla nach Barcelona fliegen, und muss nicht in Madrid umsteigen.
  • Zugfahren: Mit den Hochgeschwindigkeitszügen der spanischen Bahn, z.B. von Madrid nach Sevilla oder zwischen Barcelona und Madrid. Regionalverbindungen z.B. in Kastilien nach Avila oder Toledo sind problemlos. Tickets kann man online kaufen auf renfe.com.
  • Busse: Wem Zugfahren zu teuer ist, nimmt den Bus. Zahlreiche Verbindungen zwischen den Städten, aber auch entlang der Küsten.
  • Mietwagen: Preiswert und verfügbar in den touristischen Zentren sowie an den größeren internationalen Flughäfen wie Valencia, Sevilla, Barcelona, Madrid.

 

Übernachten

  • Auch außerhalb der touristischen Zentren an den Küsten bietet Spanien eine hervorragende Auswahl an Hotels an. Vom Hostel über Boutiquehotels zu den Parador genannten Hotels in historischen Gebäuden. Meine Empfehlung hier: Parador Toledo, wirklich sensationell, Preis für ein DZ ca. 130 Euro.
  • In Spanien kann man auf Grund der Auswahl an Hotels auch von unterwegs online und kurzfristig buchen. Lediglich während der Ferias wird es schwieriger in vielen Orten, eine gute Unterkunft zu bekommen. Auf Spain.info kann man unter „Veranstaltungen“ heraus finden, wann die nächste Fiesta steigt

Essen gehen

  • In den Städten bekommt man problemlos rund um die Uhr etwas zu Essen, sogar vegetarische Gerichte. Auf dem Land ist das etwas schwieriger, hier eröffnen viele Restaurants erst am Abend.
DC Loew
Dabei sein

DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
DC Loew
Dabei sein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.