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Südamerika Reiseblog: Sechs Tipps für eine ungewöhnliche Reise

Sechs Reisetipps für Südamerika abseits des Gringotrails

 

Südamerika ist perfekt für Backpacker und Traveller: Es ist ziemlich sicher, hat wahnsining viel zu bieten an Natur, Kultur, charmanten Locals und interessanten Mitreisenden, und verfügt über eine sehr gute touristische Infrastruktur.

Da kann man also schon mal ruhig über etwas abgelegene aber dennoch spannende Reiseziele nachdenken. Denn Machu Picchu, so sensationell es ist, ist leider auch überlaufen!

Und letztlich geht es in diesem Südamerika Reiseblog um Inspiration – für mich selbst und für euch, die Leserschaft. Also, vamos, hier die Tipps für Südamerika, welche fernab dessen sind, wo jeder hingeht, aber wo man dennoch ohne Expedition hinreisen kann und wo es sich lohnt, vorbei zu schauen. Aus Gründen!

Und es sei hier vermerkt, nachdem ich nun fast alle südamerikanischen, spanischsprechenden Hauptstädte gesehen habe: Wer kein Gourmet ist (Lima) und nicht Skifahren möchte (Santiago) und historische alten Bauten nicht so spannend findet (Quito), für den gibt es in den Hauptstädten Südamerikas eher nicht so viel zu sehen!

Rapa Nui Isla de Pascua Osterinsel

 

Auf der ganz wunderbaren Osterinsel, welche zu Chile gehört aber davon schlanke 4.000 km entfernt in den Gewässern des südlichen Pazifiks liegt, ist tatsächlich relativ wenig an Massentourismus zu finden. Wer hier hinreist, meint es wirklich ernst, denn abgelegener kann eine Insel kaum sein!

Der Flug von Santiago ist lang und teuer, aber der Weiterflug in das Herz Polynesiens, nach Tahiti, ist verlockend und wöchentlich möglich. Die Osterinsel ist eines der mythenbeladenen Reiseziele unseres Planeten, und gehört kulturell als auch geografisch schon gar nicht mehr zu Südamerika. Aber sie gehört zu Chile, und von dort muss man also losfliegen, um dieses wirklich exquisite, exotische, abgelegene Traumzel zu erreichen.

Die Osterinsel, auf Spanisch La Isla de Pascua, bietet dem individuellen Reisenden eine gute Infrastruktur, angenehmes Klima, reizende Menschen (Alle Reisetipps Osterinsel von A bis Z hier). Die Osterinsel ist preislich mehr Polynesien als Südamerika, also eher teuer. Aber sie lohnt unbedingt! Denn die falbelhaften Steinfiguren, welche die Bewohner Rapa Nuis vor langer Zeit errichteten und wieder zerstörten, gibt es nur hier. Die Osterinsel ist abgelegen, aber dennoch ein einfaches Reiseziel, und deshalb im Südamerika Reiseblog schwerstens empfohlen.

Rapa Nui Reiseblog

Südamerika off the beaten Track und abseits des Massentourismus – auf der Osterinsel geht das!

 

Der Amazonas in Kolumbien: Chillen in Leticia

 

Kolumbien ist momentan ohnehin im Trend, nach dem Friedensschluss mit der linken Guerilla ist das Land als Reisedestination ziemlich spannend geworden. Und hat so viel zu bieten! Kaum zu glauben übrigens, dass die netten und charmanten und zurückhaltenden Menschen Kolumbiens so lange gegeneinander Krieg geführt haben.

Neben Cartagena (Welterbe an der Karibikküste) ist für mich Medellin, wo der Narcos Tourismus blüht (gemeint ist die Fernsehserie, nicht die echten Narcos!) ein echter Tipp für einen Trip. Aber da mich der Regenwald und der grösste Fluss unseres Planeten sehr faszinieren, ist mein Kolumbien Tipp: Letica, am kolumbianischen Ufer der Mutter (oder des Vaters?) aller Flüsse.

Nach Leticia kommt man von Bogota sehr einfach mit dem Flieger. Über Land ist es schwierig bis unmöglich, über den Fluss anzukommen ist einfach: Entweder in Iquitos in Peru, am Oberlauf des Amazonas in ein Boot einsteigen. Oder von Manaus, Brasilien, mit Amazonas Boot oder per Flugzeug anreisen.

Im Herzen des Amazonas Regenwaldes bietet Leticia die spannende Atmosphäre einer echten Frontierstadt, mit tollen Ausflusgoptionen in den Dschungel und umliegende Flüsse und Seen. In der Nähe von Leticia liegt Puerto Narino, ein Dorf mit Ökotourismus – wer wirklich mal abgelegen abschalten möchte, in der überwältigenden Natur des Amazonas Regenwaldes, ist hier richtig.

Trotz der täglichen Flug – Anbindung von Leticia an Bogota trafen wir in Leticia kaum andere Touristen oder Traveller. Und wenn, dann kamen die meisten Leute kamen mit dem Boot von Iquitos, den Amazonas herab.

Leticia hat schöne Hotels und Hostels, auch private Unterkünfte, und eine gute Traveller Infrastruktur, mit Läden, Supermärkten, Banken, Internet, Restaurants, Cafes, Reisebüros, Drogerien. Alles fussläufig zu erreichen. Angemehme Leute dort, eher zurückhaltend.

Leticia Kolumbien

Südamerika off the beaten track: Fernab, im Regenwald Kolumbiens: Leticia.

Bolivien: Auf den Spuren von Butch und Sundance in San Vicente

 

Herrlich abgelegen, und sicherlich etwas für Geschichtsfreaks. Im Hochland der bolivianischen Anden wurden die beiden legendären Banditen Butch Cassidy und Sundance Kid im Örtchen San Vicente, auf 4.000m Höhe gelegen, von der örtlichen Polizei gestellt. Die Legende besagt, dass sie in der folgenden Schiesserei ums Leben kamen und in San Vicente beerdigt wurden. Den Film mit Robert Redford und Paul Newman kennt doch wohl jeder, oder? Das echte San Vicente sieht ganz anders als im Film, es liegt mitten in den Anden, sehr hoch!

Die umtriebigen Bewohner des Dorfes haben ein liebevoll gestaltetes kleines Museum errichtet. Ob Butch und Sundance dort wirklich zu Tode kamen scheint wahrscheinlich, aber wer weiss! When the legend becomes fact, print the legend!

Ein grossartiges Reisebuch, welches man dann vor Ort lesen kann ist übrigens „Digging Up Butch and Sundance“, von Anne Meadows. Reisen und Wissenschaft und Geschichte ergeben eine tolle Mischung!

Und Bolivien ist, wenn man nicht nur Salar de Uyuni oder La Paz besucht, insgesamt ein Geimtipp, finde ich. San Vicente steht auf meiner Bucketlist ziemlich weit oben! Zusammen mit La Higuera, dem Ort, wo Che Guevara ermordet wurde. Ist eine wunderbar abgelegene Gegend, und wäre ein fabelhafter Trip!

 

Am Ende der Welt: Ushuaia, Feuerland, Argentinien

 

Ushuaia – ein echtes Sehnsuchtsziel für viele Traveller!

Mal am südlichen Ende des amerikanischen Kontinents stehen, so „kurz vor dem Südpol“, ist eine faszinierende Vorstellung. Und ist absolut lohnenswert. Denn die Natur und Landschaft um Ushuaia herum, welches übrigens zu Feuerland und nicht zu Patagonien gehört, ist sensationell:

Berge, Wälder, Küste, der unendliche Himmel, der Beagle Kanal, das Meer.

Atemberaubend schön alles, und einfach zu erreichen und zu entdecken, insbesondere im dortigen, unweit der Stadt gelegenen Nationalpark.

Argentinien Reiserouten

Reiseblog Südamerika: Ushuaia, Feuerland.

Per Boot kann man übrigens auf den grandiosen Beagle Kanal fahren, einer natürlichen Wasserstrasse, welche den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Und welche nach dem Schiff benannt wurde, mit welchem Charles Darwin die Erde umrundete. Um später dann die Galapagosinseln, aber auch Australien anzusteuern.

Und dann mehr als zwanzig Jahre nach Ende der Reise, sein epochemachendes Werk „On the origin of species“ zu veröffentlichen. Das war 1859. Manchmal bezweifle ich, dass wir, die Menschheit, seitdem wirklich schlauer geworden sind. Wenn ich es mir recht überlege, trifft eher das Gegenteil zu.

Vielleicht aber auch erwähnenswert in diesen Zeiten der Faktenfeindlichkeit: Dieser Reiseblog weiss von der Evolution, und vom Klimawandel, und hält Religion an sich für keine so gute Idee, global betrachtet. Wie konnten die wunderbaren Ideen und Ideale der Aufklärung nur so korrumpiert werden?

Als Reiseblogger sollte man nicht nur profanes „dort ist es so toll“ Geplapper von sich geben, man muss sich auch positionieren. Was ich hiermit tue.

Und: Reiseziele wie Ushuaia können auch durch persönliche Heroen vorgegeben werden. Wie Charles Darwin zum Beispiel. Oder Alexander von Humboldt. Obschon ich den Chimborazo hier nicht nenne, und der Amazonas (siehe oben) steht stellvertretend für den Orinoco…

Ich schweife ab! Ach ja, der Beagle Kanal. Dort fahren die Ausflusgboote die Inseln im Kanal an, und die dortige Tierwelt ist grandios. Seelöwen, Seevögel aller Art, mit etwas Glück kann man Albatrosse und Orcas sehen. Für Wildlife Fotografen ein sehr lohnenswertes Reiseziel!

Ushuaia ist Ausgangspunkt vieler Kreuz- und Expeditionsfahren in Richtung Antarktis, und ebenso Ausgangspunkt für Trips in diverse umliegende Wintersportgebiete.

Ushuaia ist einer dieser Orte, deren Namen schon so nach Exotik und Abenteuer klingen, dass man hinfahren muss, ohne genau zu wissen, was man dort erleben möchte. Einfach nur, um da zu sein, abgelegen, in wunderbarem kalten Klima, von sensationeller Natur umgeben.

Ushuaia lässt sich sehr gut mit dem Flieger erreichen, innerhalb Argentiniens u.a. von Trelew (Peninsula Valdes), Buenos Aires, oder El Calafate (wo man den sensationellen Perrito Moreno Gletscher bewundern kann, auch einer dieser – immer noch –  Geheimtipps in Südamerika!)

 

Cuenca, Ecuador: Altstadt, Berge, Gringos

 

Eines dieser Ziele in einem Land, welches auf Grund der Bekanntheit anderer Destinationen (Quito, Galapagosinseln) gerne übersehen wird. Cuenca steht bei mir noch auf der Bucketliste als ein Wunschziel. Es iegt in den Anden im Süden von Ecuador, und man kann von dort sehr cool in den Norden Perus weiter reisen, z.B. nach Kuelap. Cooler Trip, finde ich.

Cuenca hat eine tolle Altstadt, und ein feines angenehmes Klima, weshalb es viele Auswanderer z.B. aus den USA anzieht, welche sich dort zur Ruhe setzen.

Das mag jetzt ein Widerspruch sein, weil ich ja oben schreibe „Fernab des Gringotrails“, aber ja, das Leben ist voller Widersprüche! Reisen heisst lernen, und auch die Widersprüche unserer Zeit, unseres Seins, zu akzeptieren! Siehe das Klasse Video vom US – Reiseblogger Kollegen am Ende dieses Texts.

 

Colonia del Sacramento, Uruguay

 

Uruguay? Das Land wo es ausser Farmland zwischen Brasilien und Argentinien nicht viel mehr zu sehen gibt?

Genau. Denn mit Colonia del Sacramento hat Uruguay eine der schönsten kolonialen Altstädte Südamerikas zu bieten. Vielleicht eine der schönsten, denn das Ensemble aus wunderbar konservierter architekoinischer Grandezza und Noblesse wirkt so, als seien die Konquistadoren gerade eben erst abgezogen. Um El Dorado zu finden. Oder den Jungbrunnen.

Colonia del Sacramento, Uruguay – copyright planetenreiter.de

Oder, siehe Foto, die älteste Kirche von Uruguay. Colonia del Sacramento ist UNESCO Weltkulturerbe, liegt am Ufer des Rio de la Plata, welcher hier ein grosses Mündungsdelta bildet. Am anderen Ufer, nicht zu sehen von Colonia, liegt Buenos Aires.

In Colonia kann man sich wie in einer Zeitkapsel fühlen, 400 Jahre zurück, als die Gegend zwischen spanischen und protugiesischen Eroberern mehrfach den Besitzer wechselte. Und Colonia mehrfach zerstört, aber immer wieder aufgebaut wurde. Weshalb wir heute diese historische Perle bewundern dürfen, und in seinen Mauern dem wunderbaren Nichtstun des Reisenden nachgehen dürfen.

Colonia lässt sich auch als Tagesausflug ganz einfach entweder von Montevideo oder von Buenos Aires aus per Schiff erreichen.

DC Loew
Dabei sein

DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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