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Der perfekte Kurztrip: Ein Wochenende in Essen

-Gastbeitrag-

Ein Wochenende in Essen: Ein unterschätztes Reiseziel

 

Essen? Wer würde wohl auf Essen als Ziel für einen Wochenendtrip kommen. Zufällig bin ich auf die Stadt im Zentrum des Ruhrgebiets gestoßen, und mir fällt nach kurzer Recherche auf: Essen ist die neuntgrößte Stadt Deutschlands. Wirklich –  Essen?

Und das Ruhrgbiet mit mehr als 5 Millionen Einwohner ist einer der größten Ballungsräume Europas. Verwunderlich.

Als Hesse verbinde ich Essen und das Ruhrgebiet immer noch mit exakt drei Dingen: Fussball, Pommes Schranke sowie der Kohleförderung und der Stahlindustrie.

Doch die Zechen werden stetig weniger – wenn es sie überhaupt noch gibt. Das Ruhrgebiet ist eben nicht mehr der Kohlenpott, sondern wandelt sich zur Dienstleistungs – Metropole, so heisst es.

Während der Anfahrt auf Essen frage ich mich, was die Stadt besonders macht. Ist es der Wandel von der Kohleindustrie hin zum Dienstleistungssektor? Oder dass Essen die größte Stadt Deutschlands ohne einen Fussball Profiverein ist? In welcher Liga spielt Rot – Weiss noch mal?

Essen ist sehr gut mit dem ICE oder dem Auto erreichbar. Wer eine längere Anreise vor sich hat, kann auch mit dem Flugzeug am Flughafen Düsseldorf oder Dortmund landen und ist von dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr schnell in der Innenstadt.

Nicht weit von der Innenstadt befindet sich auch das touristische Highlight der Stadt – die Zeche Zollverein zu Essen. Inmitten einer alten, heruntergekommen wirkenden Arbeitersiedlung ist der große Förderturm der Zeche schon vom weitem zu sehen.

Hier, wo früher in Spitzenzeiten mehrere Zehntausen Tonnen Kohle täglich an die Erdoberfläche geschafft wurden, befindet sich nun ein Museum.

Als eine der jüngsten UNESCO Weltkulturerbe-Stätten ist der Ort an sich schon sehr speziell.

In der hervorragend erhaltenen bzw. restaurierten Zeche,  in der sich sehr schön die Arbeitsabläufe der früheren Kumpel nachempfinden lassen, ist noch sehr vieles im Originalzustand.

Hier kommen mulmige Gefühle auf: Wie hart haben die Arbeiter während des Kohlebooms geschuftet und was ist ihnen geblieben? Wie geht es den Menschen, die früher die Basis des Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland gelegt haben, heute?

Einige Antworten darauf gibt das Ruhr Museum, ebenfalls in der Zeche Zollverein beheimatet, welches von versteinerter, millionenalter Kohle bis zu Schimanskis Jacke  eine wirklich Klasse, weil informative und unterhaltsame Ausstellung über das Ruhrgebiet und seine vielfältige Geschichte zu bieten hat. Da ist in erster Linie Maloche, die Kohle, der Stahl, aber auch der ganz spezifische Witz und Charme des Ruhrgebiets in seiner ganzen Pracht zu entdecken.

Neben der Zeche Zollverein sind das Museum Folkwang und der Grugapark beliebte Ausflugsziele.

Das 2010 im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres RUHR 2010 wieder eröffnete Museum, bereits 1902 gegründet, spielte lange Zeit eine herausragende Rolle in der Modernen Kunst.

Durch den Nationalsozialismus gingen unzählige Werke verloren, doch das Museum konnte mit seinen Ausstellungstücken aus moderner und zeitgenössischer Kunst in letzter Zeit wieder deutlich an Bedeutung gewinnen.

Im Grugapark, der aus der ersten Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung 1929 hervorging, spielt sich ein wesentlicher Teil des städtischen Lebens ab. Einheimische und Touristen kommen in die erstaunlich große, erstaunlich baumbestanden grüne Lunge der Stadt, um eine Pause vom Alltag einzulegen.

Hier lässt sich Ausruhen, flanieren, pöhlen, Spazieren gehen, oder auf den Wiesen faulenzen. Und sicherlich findet sich in der Nähe der ein odere andere Kiosk, oder Büdchen (wie nennt man die korrekt im Pott?), wo man Pommes und Bier, oder von mir aus auch eine Currywurst, bekommt.

Wo wir schon beim Thema sind, und wer es etwas gediegener mag, was das Gourmetangebot betrifft:  Besonders beliebt und belebt sind in Essen das Pfefferkorn NY Steakhouse, der Bonner Hof und das Restaurant Tablo.

Wenn es einmal schnell gehen muss, kann man natürlich auch an den, wie oben erwähnt, beliebten Imbissbuden einen Döner oder eine Currywurst essen. Zudem haben sich inzwischen viele Restaurants mit Lieferdiensten zusammengeschlossen, die fast jedes Gericht ins Hotel oder in die Ferienwohnung liefern.

Um etwas mehr Abstand von der Stadt zu gewinnen, zieht es Einheimische und Touristen gleichermaßen an den Baldeneysee. Hier ist es möglich zu rudern, zu segeln, Kanu zu fahren, zu joggen und auch Rad zu fahren. Zudem gibt es einige Möglichkeiten gemütlich zu essen.

Die Stadt Essen ist keine heruntergekommene Industriestadt, sondern eine aufstrebende, abwechslunsgreiche Metropole in einer sich wandelnden Region, in der es viel zu sehen und zu entdecken gibt.

Ein Besuch ist daher sehr zu empfehlen.Und irgendwann spielt Rot – Weiss Essen vielleicht auch mal wieder ein paar Ligen höher.

In der Zeche Zollverein, Essen

DC Loew
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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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