Der perfekte Kurztrip: Krakau – Zu Gast beim unbekannten Nachbarn

Über das Wochenende nach Krakau – Reisetipps für den perfekten Städtetrip

 

Der perfekte Kurztrip führt dieses Mal nach Krakau. Die Kategorie „Städtetrips“ auf planetenreiter.de ist für Traveller, die über einen kurzen Zeitraum – wie ein Wochenende – verreisen, dafür aber keine langwierige Planung durchführen und ihre Reisebausteine wie Anfahrt, Flug oder Hotel individuell selbst buchen möchten.

Der inhaltliche Schwerpunkt der bisher erschienen Texte liegt auf praktischen Tipps wie die Fahrt vom Flughafen in die Stadt oder in welchem Stadtviertel man die für Individualreisenden besten Locations findet. Bisher erschienen sind Amsterdam, Kopenhagen und Barcelona.

Polen ist Deutschlands unbekannter Nachbar – als Reiseland aber auch als Nachbarland. Es ist mir rätselhaft, wieso dort nicht mehr Menschen hinreisen: Polen ist nah. Das Land verfügt über eine reiche Kultur, Geschichte, Natur, Strände im Sommer, Skipisten im Winter, und wunderbare Wälder und Seen und Landschaften und Städte das ganze Jahr über.

Krakau - planetenreiter.de
Krakau – planetenreiter.de

Ausgesprochen angenehme, hilfsbereite und freundliche Menschen machen jede Reise nach und in Polen zu einem Vergnügen. Die Preise sind niedrig, die Qualität welche man dafür erhält, z.B. beim Essen, ist sehr gut.

Also Leute, es gibt keine Ausreden, denn eine Reise nach Polen ist definitiv das Geld und die Zeit wert. So geschehen auch bei meinem Trip nach Krakau. Im Rahmen einer sehr kurzfristig und absolut ungeplanten kurzen Tour bereiste ich per Bahn sowie einem lokal gebuchten Mietwagen die polnischen Städte Breslau und Krakau. Von Berlin fährt täglich ein Zug, von Hamburg kommend, über Breslau nach Krakau, eine sehr angenehme, preiswerte und entschleunigende Methode anzureisen.

Im Bahnhof Breslau - planetenreiter.de
Im Bahnhof Breslau – planetenreiter.de

Von Breslau nach Krakau

In Breslau wurde mir mehrfach von Passanten äusserst freundlich der Weg erklärt, obwohl ich niemanden angesprochen hatte, aber mein fragender Blick nach den Strassennamen hatte wohl Anlass dazu gegeben. In Breslau gibt es übrigens genügend Übernachtungsoptionen in Laufweite zum Bahnhof. Die ehemalige Altstadt um den Breslauer Dom als auch den Marktplatz (Rynek) herum ist sehr ansehnlich und wurde nach der totalen Zerstörung der Stadt in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges mühsam wieder aufgebaut.

Ansonsten verbreitet Breslau ein eher nüchternes Flair, die Stadt ist von Industrie und Gewerbe geprägt, weniger vom Tourismus. Da ich auf Reisen immer offen bin für exotische Selbstversuche, hatte ich bei der preiswertesten Autovermietung Breslaus, für die Fahrt nach Krakau, einen Mietwagen reserviert. Die in einem abgelegenen Industriegebiet Breslaus ansässige Firma, ein polnisches Unternehmen und nicht zu einer der grossen Mietwagen – Ketten gehörend, war ein Glücksgriff. Die ungläubige Frage des Taxifahrers („Da möchten Sie ein Auto mieten?“) noch im Ohr, erhielt ich in sehr unbürokratischer und charmanter Bearbeitungszeit von zehn Minuten ein etwas verbeultes, aber recht verkehrstüchtiges Fahrzeug französischer Herstellung.

Und ab damit auf eines der ältesten Autobahnteilstücke Polens mit Ziel Krakau! Das Auto hielt, und die Rückgabe war ebenso charmant und unkompliziert wie die Abholung. Die Fahrt von Breslau nach Krakau über eine ziemlich leere Autobahn A4 dauert ca. vier Stunden.

In Krakau angekommen, gilt es für Autofahrer nur eins zu beachten: Die so frei erscheinenden Parkplätze sind alle NICHT kostenlos. Entweder bezahlt man am Automaten, oder beim Parkplatzwächter. Habe ich natürlich beides nicht gemacht und dies ergab gab dann lustige Diskussionen mit den Herren Parkplatzwächtern. Ich bezahlte im nachhinein, das war natürlich kein Problem, und konnte dafür sehr lange stehen bleiben mit meinem Auto. Manchmal funktioniert touristisches Dummstellen, aber bei den Krakauer Parkplatzwächtern klappte es nur begrenzt!

Weltkulturerbe in Krakau

 

Rund um den Krakauer Rynek Glowny, dem grössten mittelalterlichen Marktplatz Europas, gibt es genügend Hotels und Pensionen aller Preiskategorien. Ich liebe sehr das Hotel Globetrotr, welches hiermit empfohlen ist. Ein Auto benötigt man in Krakau übrigens auf gar keinen Fall, das historische Stadtzentrum mit allen Sehenswürdigkeiten ist problemlos per Fuss zu entdecken.

In und um Krakau kann der geschichtsinteressierte Reisende gleich mehrere UNESCO Welterbestätten besuchen:

  • Die Krakauer Altstadt mit der Burg der polnischen Könige, dem Wawel.
  • Der Marktplatz in Krakau mit den Hallen der Tuchmacher, der Marienkirche, dem Rathausturm sowie das Florians Stadttor der ehemaligen Stadtmauer und die unzähligen Kirchen und Klöster gehören zum Welterbe der Krakauer Altstadt dazu.

Direkt an die Altstadt schliesst sich das ebenfalls sehr sehenswerte, ehemalige jüdische Viertel Kaziemirz an, welches nicht ganz so überlaufen ist wie die Strassen um den Rynek. In jedem Reiseführer steht, dass hier Szenen aus „Schindlers Liste“ gedreht wurden, ich fand es allerdings schwierig bis unmöglich, zu erkennen, wo genau das gewesen sein mag.

Für mich wichtig: Es gibt einige tolle und sehr lässige Cafés im Viertel, die sehen mehr nach Berlin Friedrichshain als nach Hollywood aus, und gefielen mir gerade deswegen.

Der Wawel zu Krakau - planetenreiter.de
Der Wawel zu Krakau – planetenreiter.de

Weitere UNESCO Welterbestätten in der Region Krakau sind das per Tagestour zu erreichende Salzbergwerk bei Wieliczka, sowie das unweit von Krakau gelegene NS-Vernichtungslager Auschwitz.

Allein mit diesen Zielen lässt sich ein Wochenende leicht ausfüllen. Obendrein ist die Stadt für ihre Studentenszene und ihr Nachtleben bekannt, bei wohlfeilen Preisen und beseelt von einem internationalen Partyvolk, welches bis zum Morgengrauen die Gassen der Altstadt bevölkert.  Das ist vielleicht einer der Gründe, weshalb sich die Universität Krakau grosser Beliebtheit als Hochschule für ein Auslandssemester erfreut, und das nicht nur bei Altphilologen und Studierenden der Slawistik.

Einige Veranstalter, welche über lokale Reisebüros oder Hotels zu buchen sind (Flyer mit den Adressen liegen überall in der Stadt aus), bieten zusätzlich zu den Tagestouren nach Wieliczka und Auschwitz Stadtrundfahrten in die ehemalige sozialistische Schwerindustriezone Krakaus, Nowa Huta, an.

Einige fahren mit Trabbis durch Nowa Huta und nennen das dann Communism Safari, ist vielleicht für Amerikaner ganz witzig. Ich zog das Stromern zu Fuss und sich treiben lassen durch die Altstadt Krakaus vor, welche mit vielen Cafés, Geschäften und Restaurants abwechslungsreich ausgestattet ist und das ziellose Flanieren zu einem reinem Vergnügen macht.

Die grosse Anzahl an historischen Bauten ist wirklich erstaunlich und lässt einen ganz leicht den Überblick verlieren, vor allen Dingen, wenn man lernt, dass Krakau auch mal zu Österreich gehört hat. Österreich? Klingt so exotisch wie Automieten in Polen, stimmt aber.

Anreise: Eine gute Alternative für den Flug nach Krakau ist übrigens ein Flug nach Kattowitz, welches von einigen Billigfliegern angeflogen wird. Von Kattowitz geht es mit dem Bus oder dem Mietwagen über die oben geschilderte Autobahn A4 nach Krakau. Vom Krakauer Flughafen in die Stadt fährt die S-Bahn.

Dieser Artikel wurde in freundlicher Kooperation mit GoEuro geschrieben. Das Berliner Startup erleichtert das Reisen in Europa, indem es Transportangebote miteinander vergleicht und kombiniert

DC Loew
Dabei sein

DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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