Dokumentarfilm: Blackfish

Blackfish – Ein Dokumentarfilm

Ich habe mal wieder einen Film gesehen, wie üblich war es ein Dokumentarfilm: Blackfish von Gabriela Cowperthwaite aus dem Jahr 2013. Es geht um Wale, genauer gesagt um Orcas oder Schwertwale. Gibt es eigentlich Menschen, die sich fragen, wieso man solch grosse und nomadisch im Meer lebende Lebewesen in – relativ betrachtet  – winzige Schwimmbecken einpfercht, auf das sie dort täglich infantile  Pseudokunststückchen vor einem offenbar ebenso infantilem Publikum absolvieren? Kann man nicht von sich aus verstehen, dass es nicht richtig sein kann, Schwertwale in Gefangenschaft zu halten?

Blackfish

Offenbar nicht, denn einen grossen Teil des Films machen die persönlichen Geschichten von ehemaligen Trainern der Orcas aus. Die Trainer begannen ihre Karrieren alle im guten Glauben und der moralisch gestützten Überzeugung von Sinn und Zweck und an das Gute in der Tierdressur. Diesen Glauben verloren sie allerdings alle früher oder später in Diensten des US-amerikanischen Multi-Milliarden Unternehmens Sea World (mit Aquarien u.a. in Orlando, San Antonio, San Diego. Umsatz laut Wikipedia im Jahr 2012: 1,4 Milliarden US Dollars).

 

Orcas in Gefangenschaft: Ein lohnendes Geschäft

Sea World ist Veranstalter der Shows mit den Orcas, und war in den 1980er Jahren für den Fang der Tiere im Meer verantwortlich.  Der Dokumentarfilm „Black Fish“ schildert sehr anschaulich diesen Bewusstseinswandel der Trainer, die Versuche von Sea World, die Gefangenschaft der Schwertwale zu rechtfertigen, und die Unfälle als vereinzelte Zwischenfälle umzudefinieren und das System als solches als gerechtfertigt darzustellen..

Sea World unterhält zudem geschäftliche Beziehungen zu anderen Aquarien und versorgt diese mit Schwertwalen, so den Loro Parque auf Teneriffa.

Mittlerweile sind die meisten der in Gefangenschaft lebenden Schwertwale auch in Gefangenschaft geboren. Ihre Haltung bleibt allerdings mehr als fragwürdig, wie die Geschichte des Schwertwalmännchens Tilikum anschaulich zeigt. Tilikum wurde 1983 vor Island im Meer gefangen, er hat, wahrscheinlich aus Frust und Langeweile, mittlerweile drei Menschen getötet, und vegetiert einsam und separiert in einem winzigen Becken in Sea World Orlando vor sich hin.

Sea World, so die im Film interviewten ehemaligen Trainer, versuchte jeweils, die tödlichen Angriffe als Unfall dazustellen, doch die Trainer können anschaulich schildern, dass es bereits mehrere kritische Situationen zwischen Wal und  Betreuern gab. Zudem wurden alle Angriffe gefilmt, und die Bilder sprechen für sich. Man muss kein Meeresbiologe sein, um zu verstehen, dass es falsch ist, Schwertwale (sowie Delfine und andere Kleinwale) in Gefangenschaft zu halten. Wie kann man ernsthaft annehmen, das Meer durch einen Pool ersetzen zu können?

Aber Sea World ist eben ein Unternehmen, hier geht es um Unterhaltung, nicht um Naturschutz, und hier werden Milliarden  umgesetzt, wie kann Sea World also daran interessiert sein, keine Orcas mehr in Gefangeschaft zu halten?

 

Verhaltensanomalien und gesundheitliche Probleme bei den Schwertwalen in Gefangenschaft

Erschwerend bei der Haltung der Schwertwale kommt hinzu, dass diese in freier Widlbahn immer in familiären Verbänden leben und  zudem in einer – regional unterschiedlichen-  „Sprache“ kommunizieren.

Tiere in Gefangenschaft sind meistens per Zufall zusammengewürfelt, sind nicht verwandt, und verstehen sich schlichtweg nicht.

Gewalt zwischen den Orcas, welche man bei im Meer in Freiheit lebenden Exemplaren noch nie beobachtet hat, sind bei den in Gefangenschaft lebenden Schwertwalen an der Tagesordnung.

Das gilt ebenso für die Gewalt gegenüber Menschen – noch nie wurde in der freien Natur ein Angriff eines Orcas auf einen Menschen dokumentiert. Die in Gefangenschaft gehaltenen Orcas (weltlweit insgesamt 48 Tiere, Stand Oktober 2013. Eine Übersicht gibt es hier bei pro wildife als .pdf) leiden zunehmend unter gesundheitlichen Problemen und Verhaltensanomalien.

 

Geht nicht in die Shows mit gefangenen Schwertwalen!

In Europa gibt es zwei Aquarien, welche Orcas in Gefangenschaft halten: Loro Parque auf Teneriffa, Spanien, sowie Marineland in Antibes, Frankreich.

Gleich wohl man die beeindruckenden Projekte von Loro Parque im Bereich Naturschutz erwähnen muss, kann ich nicht umhin, an euch zu appellieren: Besucht bitte nicht die beiden erwähnten Aquarien und unterstützt mit eurem Eintrittsgeld die weitere Gefangenschaft der Orcas!

Das gilt auch und ganz besonders für den Besuch von Sea World in den USA: NICHT hingehen.

Orcas lassen sich an mehreren Orten dieses Planeten verlässlich in freier Wildbahn beobachten.

Und das ist auch der Abschluss des beeindruckenden Films „Blackfish“ – die ehemaligen Schwertwal Trainer fahren zum  Whale Watching hinauf auf das Meer, und schämen sich beim Anblick der freien Wale ihrer Tränen nicht.

Orcas in freier Wildbahn findet ihr an den folgenden Orten:

DC Loew
Dabei sein

DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
DC Loew
Dabei sein