Safari in Afrika: Tipps für die Fotoausrüstung, Objektive, Kamera

Angenommen, ihr wollt auf eine Safari im wunderbarsten Kontinent von allen: Afrika. Gleich, ob in einer organisierten Gruppenreise, pauschal im Rahmen einer Reise z.B. an die Goldküste in Kenia oder den Etosha in Namibia, oder als sogar als Selbstfahrer im 4x4 mit Dachzelt nach Südafrika, Botswana oder Tansania: Die Frage für den fotointeressierten Reisenden lautet:

Welche Kamera bzw. Foto Ausrüstung und Objektive benötige ich für eine Safari in Afrika oder generell für die Tier- und Wildlife Fotografie? Was sind die besten Optionen, mit wieviel Ausrüstung, Kosten, muss ich rechnen?

Beste Kamera und Objektive für Safari
Schönes Porträt eines Zebras im Madikwe Game Reserve, Südafrika. Fotografiert mit Canon EOS 5D MkIII und dem 100-400 EF L von Canon.

Wetter, Klima, Licht, Landschaft - und Staub

Welche Faktoren sind zusätzlich zu  bedenken für eine Safari: Wetter, Licht, Landschaft. Das Wetter in den klassischen Safari - Destinationen Afrikas ist ziemlich ähnlich, und auch die Savanne oder semiaride Landschaft des afrikanischen Busch verlangt keine spezielle Foto - Ausrüstung pro Land. Was auf Safari in Tansania funktioniert, klappt auch in Nationalparks von Botswana. Oder in Kenia, Namibia, Südafrika, Zimbabwe, Zambia.

Das Licht in Afrika ist wunderbar und einzigartig, aber meistens nur am Morgen und am Abend. Deshalb gilt bei Safaris und insbesondere für die Safari - Fotografie: früh aufstehen, und Mittags pausieren. So machen das auch die meisten Tiere. Das Mittagslicht ist zu stark und und bleicht auf Fotos  die Farben raus. Der mittägliche Dunst und Staub tut sein Übrigens, gutes Fotolicht zu verhindern.

Serengeti Löwin
Löwin in der Serengeti. Fotografiert mit Canon EOS 5D MkIII und Canon EF L 100-400, aus ca. zwei Meter Entfernung

Safari Reiseblog: Kameraausrüstung Afrika: Robust, leicht, hart im Nehmen

Für mich sind bei der Kamera- und Fotoausrüstung für eine klassische Safari im Geländewagen bzw. 4x4, ob als Selbsfahrer oder mit einem Safariveranstalter,  oder für eine Walking Safari, folgende Parameter für das Fotoequipment wichtig:

  • Leicht und mobil. So wenig wie möglich einpacken und transportieren. Moderne Kameras sind meistens wesentlich leichter, kompakter und robuster als ältere Vorgängermodelle.
  • Hart im Nehmen sprich: schlagfest, Staub- und Spritzwassergeschützt. Das widerspricht ggf. dem ersten Punkt, aber es gibt Kameras, die diesen Widerspruch auflösen
  • Hohe Performanz an Bildqualität unter erschwerten Bedingungen und eingeschränkter Infrastruktur. Ich möchte nicht darüber nachdenken, ob es zu feucht oder kalt oder zu heiß für meine Kamera und Objektive ist (ob auf Safari oder im Regenwald des Amazonas) und ob dies Auswirkungen auf ihre Funktionstüchtigkeit hat. Die Qualität des Equipments muss immer so gut wie möglich sein, und dies kompromisslos. Wenn man über technische Kompromisse nachdenken oder sie eingehen muss, kostet dies immer Qualität.
  • Alles aus einem Guss: Die Ausrüstung sollte in sich so viel möglich kompatibel zueinander und in sich homogen sein. Jegliche Adapter zwischen Kamera und Objektiven sind potenzielle Quellen für Übermittlungsfehler, und kosten Qualität. Das kommt vor, wenn man z.B. eine Sony Kamera mit Canon Objektiven betreiben möchte oder ähnliches. Homogen sollten auch Anschlüsse für Kabel, externe Geräte wie Batterieladegerät und ähnliches sein. Je weniger Adapter ich benötige, um so besser.

 

Beste Objektive und Kamera für Safari in Afrika

Blick in die Fototasche: Das sind meine Safari - Kamera und Objektive

Beispielhaft  hier meine eigene Ausrüstung an Kameras und Objektiven. das ist für eine eher knapp bemessene Ausrüstung, dafür wird aber nicht an der Qualität gespart!

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Canon Objektive:

  • Canon EF 100-400 L IS (Langes Zoomobjektiv für Safari- und Tierfotografie, da gibt es mittlerweile ein noch besseres neues Modell)
  • EF 17-40 1:4 L IS (Weitwinkelobjektiv für Landschaften)
  • EF 100mm 1:2,8 L Macro (Macroobjektiv)
  • EF 24 – 105 1:4 L IS (Reiseobektiv bzw. Immerdrauf)
  • Canon Extender EX 2x III (Damit kann man ein 300er Objektiv auf schöne 600mm strecken, oder das 400er auf 800).
  • Stativ und Stativkopf: Manfrotto
  • Kameratasche/Rucksack: Burton Camera Bag
  • Kameragurt: Crumpler Singapore Sling
  • Backup Kamera: Canon EOS R-P mit Adapter für EF Objektive.

Diese für die Reisefotografie gedachte Ausrüstung ist für eine Safari oder Expedition, wenn es um Tierfotografie geht, ggf. zu ergänzen mit (sehr) langen Objektiven speziell für die Tierfotografie:

  • Das 100-400 L IS von Canon ist ein tolles Objektiv, welches dem Fotografen alle Optionen gibt in einem tierreichen Gebiet wie der Serengeti, Krüger, Chobe oder der Masai Mara.

Ein Objektiv mit mindestens 300mm Brennweite sollte man auf eine Safari mitnehmen.

Zoomobjektive  mögen ein schlechteres Bild machen als lichtstarke Festbrennweiten (sog. prime lenses), sind aber variabler in der Nutzung, gerade wenn es viele Tiere gibt und diese recht nah am Safarifahrzeug sein können. Insbesondere in der Serengeti mit ihrem großen Tieraufkommen und der Nähe, an denen man an die Tiere dort herankommt, ist ein Zoomobjektiv wirklich sinnvoll.

Wer ein 400mm Objektiv hat oder ein 200er und einen Doppler (Konverter), der liegt richtig. 500er oder 600er Linse - um so besser. Diese sehr langen Objektive kann man übrigens in Südafrika auch leihen, und erspart sich somit ggf. den Kauf als auch den Transport im Flieger auf der Langstrecke.

Besser: Kamera mit Vollformatsensor

Die Wahl der Kamera, insbesondere ob Nikon, Sony oder Canon, erscheint mir gegenüber der Objektivwahl fast sekundär. Für eine Safari und ambitionierte Tierfotografie würde ich eine Kamera mit Vollformatsensor nehmen - der Qualitätssprung von z.B. einer Canon 7D oder 6D zur Canon 5D III oder IV ist immens und lohnt sich!

Das gilt ebenso für die neuen kompakten weil spiegellosen Vollformatkameras von Nikon oder Canon, der Nikon Z6 oder Z7 bzw. der Canon EOS R oder R P bzw. den spiegellosen Vollformatlkameras von Sony. Jeweils mit Adaptern versehen, so dass man seine alten Objektive auf diesen neuen Kameras nutzen kann, macht dieses Setup für eine Safari vollkommen Sinn.

Wie oben beschrieben, habe ich mich aus diesem Grund für eine Canon EOS R P als Backup-Kamera entschieden, weil dies die kleinste und leichteste Kamera der Klasse der spiegellosen Vollformat-Kameras ist, und ggf. nicht unbedingt diejenige mit den besten Features und Testergebnissen,

Man sieht immer viele Menschen auf Safari, welche mit dem Handy fotografieren und filmen. Das ist an sich, wenn man seriöse Wildlife -Fotos machen möchte, komplett sinnlos, und brauchen wir hier nicht diskutieren.

Zubehör Liste für Safari Fotografie

Folgend noch eine Liste an Zubehör für Foto- und Kamera – Ausrüstung für eine Safari:

  • Staubschutz: In Afrika in der Trockenzeit ist es wirklich SEHR staubig, wenn man mit dem Fahrzeug unterwegs ist. Staubschutz für die Kameraausrüstung ist Pflicht. Der Handel bietet einige Optionen an, wasserdichte Beutel für Rucksäcke z.B. sind schon eine gute Lösung.
  • Adapter für Stecker: In Afrika und Asien als auch in Südamerika passen die europäischen Stecker oft nicht an die in diesem Teil der Welt angebotenen Steckdosen, ob in Hotels oder im Busch. Hier deckt ein Welt – Adapter meist alle Fälle ab, Spezialstecker wie die südafrikanischen, welche auch in Namibia und Botswana zu finden sind, bekommt man am Flughafen in Johannesburg oder Windhoek. Für Tansania und Kenia benötigt man oft den britischen Stecker, das ist aber landesweit nicht normiert!
  • Ladekabel, Batterieladegeräte: Kabel und die Batterieladegeräte sollte man immer redundant dabei haben, also in doppelter Ausführung. Falls mal eins kaputt geht, hat man noch Ersatz. Macht euch vorher schlau, welche Kabel und Adapter ihr benötigt, um im Auto z.B. Kamerabetterien unterwegs laden zu können. Das ist sehr praktisch und geht meistens über den 16V Anschluss.
  • Mobile Ladegeräte: Das Auto ist zuweilen die einzige Stromquelle, also sollte man versuchen, darin alles nachzuladen: Kamerabatterien, Notebook, GPS, für alles gibt es Adapter für  die 16V Steckdose im Fahrzeug. Gute Safarifirmen haben einen Trafo dabei, welcher im Landy Strom wandelt und mehrere Schukostecker versorgen kann. Dieser Punkt sollte im Vorfeld mit dem Safariveranstalter geklärt werden.
  • Dreifachstecker bzw. Steckerleiste: Wenn man nur ein Ladegerät für mehrere Endgeräte wie Batterien oder Notebook hat, sollte man versuchen, per Steckerleiste mehrere Geräte gleichzeitig aufzuladen. Auch in afrikanischen Hotels, Camps und Lodges gibt es oft zu wenig Steckdosen!
  • Mobile Speichergeräte: Eine externe Festplatte oder ein kleines Notebook mit grosser Festplatte, das hilft. Ich habe ein zehn Zoll Netbook, das ist vollkommen ausreichend für den Busch. Wahlweise sind auch einfache mobile Festplatten für die Speicherung der Fotodateien gut. Man sollte seinen Dateien mindestens doppelt absichern!
  • Licht und Lampen: Da kann man gar nicht gut genug ausgerüstet sein. Im Busch ist es so dunkel, dass kann man sich als Europäer kaum noch vorstellen. Also, eine Zeltlampe sollte man besitzen, eine sehr starke Stirnlampe, sowie eine wirklich gute Taschenlampe. Und genug Batterien mitnehmen!
  • Fensterstativ oder Bohnensack für die klassische Fotosafari per Jeep - das bringt wirklich enorme Gewinne an Qualität.
  • Kleines, leichtes Stativ - ich bin, ich gebe es zu, ein Stativmuffel. Und benutze ein klitzekleines Manfrotto Stativ.
  • Grauverlaufsfilter: Wer auf Safari geht, steht vor der Sonne auf - und erlebt also fast immer den Sonnenaufgang in der afrikanischen Steppe. Um hier die beste Bildqualität zu erzielen, gehört ein Grauverlauffilter (englisch: ND-grad) zur Fotoausrüstung dazu.
  • Empfehlung: Safari tauglicher Kameragurt von Crumpler. Ist besser als der Standard-Kameragurt von Canon.
  • Mobiles Batterieladegerät für Kameraausrüstung für Safaris und unterwegs, kann man z.B. im Auto an den 16 Volt Anschluss anklemmen und die Kamerabatterien laden. Man sollte natürlich mindestens zwei Batterien für jede Kamera haben, eine wird geladen, eine wird genutzt.
  • Stativ: Im Fahrzeug empfiehlt sich ein Fensterstativ bzw. ein sogenannter Bohnensack, welchen man bei geöffnetem Fenster über die Tür legen kann um darauf die Kamera zu positionieren. Wer in einer Gruppe unterwegs ist, wird kein großes Stativ benutzen können. Wer allerdings bei Tag und guten Lichtverhältnissen fotografiert, kann sich das Stativ, auf Safari, auch sparen.

 

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dc

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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