Internationale Tischsitten: Essen unterwegs

Internationale Tischsitten – oder: Vom Benehmen Unterwegs

 

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, der sich allerdings hartnäckig hält: Wer auf Reisen ist, darf die mehr oder weniger gute Kinderstube, das Behnehmen betreffend, temporär vergessen. Dies ist natürlich nicht der Fall, es gilt das Gegenteil. Auf Reisen sollte man sich noch besser als Zuhause behnehmen. Dies gilt insbesondere für internationale Tischsitten.

Gerade unabhängige, sich nicht in einer Gruppe befindenden Traveller, welche sich in Geschäfte, Restaurants etc. begeben, wo nicht nur Touristen sind, stellen fest, das es zuweilen bei Tisch und im öffentlichen Raum andere regeln gibt als zuhause. Die meisten Länder lehren Menschen mit offenen Augen, freundlichem Herzen und wachen Verstand ohnehin, wie der soziale Umgangston vor Ort so ist.

Für den Umgang im öffentlichen Raum gilt die eingängige britische Maxime: When in Rome, do as the romans do.

Man beobachtet, schaut ab, fragt gelegentlich, und findet relativ schnell heraus, wie soziale Regeln im täglichen Umgang, als auch in Spezialfällen, wie in Restaurants, funktionieren.

Dies gilt für das Schlangestehen in Skandinavien (Nummer ziehen!) als auch an britischen Bushaltestellen (immer der Reihe nach), bei der korrekten Bierbestellung in Irland („half a pint of stout, please“) und in den meisten Restaurants dieser Welt ausserhalb Deutschlands stürmt man nicht an den ersten freien Tisch sondern man warten am Eingang: wait to be seated.

Das hat ausserdem mehrere Vorteile: Man bekommt gleich bei Eintritt in das Lokal mit, wie der Service dort sein könnte, wie aufmerksam man ist, ob es einem gefällt.

Internationale Tischsitten

El desayuno!

Etwas komplizierter wird es mit den internationalen Tischsitten – denn diese Feinheiten des sozialen Miteinanders schaut man nicht so schnell ab. Hier helfen also schlaue Ratgeber, anbei folgt eine kleine Auswahl:

Wimdu nennt uns kuriose Tischsitten aus aller Welt. Beispiele gefällig: In Georgien kippt man seinen Wein in einem Schluck hinunter, das ist tatsächlich recht ungewöhnlich. Und die schöne spanische Sitte des sobremesa, des Verweilens am Tisch nach dem Essen, ist unbedingt erwähnenswert. Und warum an in Ungarn nicht mit Bier anstösst, wird uns dort auch erklärt.

Warum man in China besser nicht alles aufisst, erfahrt ihr hier von der Süddeutschen sehr ausführlich.

Zur Geschichte der Benimmregeln ist hier ein schöner Text, der Tischsitten im Mittelalter und der frühen Neuzeit beleuchtet.

Generell gilt, wenn man als Traveller im Restaurant sitzt und nicht so recht weiter weiss (was und wie bestellen, wo ist kein Fleisch mit dabei, welche Gabel zuerst, welches Glas später, mit den Fingern essen oder nicht etc.), und das ist der soziale Vorteil, den man als Reisender und Fremder meistens geniessen darf: Freundlich nachfragen beim Servicepersonal. Das ist nicht peinlich, sondern zeigt euren guten Willen. Und wird, nach meiner Erfahrung, immer belohnt: Mit einer vernünftigen Antwort, die euch weiter hilft. Denn ihr zeigt Interesse an den Traditionen und Sitten eures Gastlandes, und das wird immer und überall gerne gesehen und geschätzt.

Noch ein Tipp zum Abschluss:

Für Weltgegenden, in denen sprachliche als auch nonverbale Kommunikation schwierig ist, gibt es  das praktische „Wörterbuch ohne Wörter“, mit 600 Zeigebildern für Globetrotter und Geschäftsreisende. Von Langenscheidt, im Buchhandel erhältlich.

9-kuriose-Tischsitten-aus-aller-Welt-Infografik

DC Loew
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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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