Madrid Reiseblogger: Madrid Tranquillo. So reist du entspannt in Europas coolste Metropole

Reisen macht glücklich. Im besten Fall. Mich sowieso. Reiseblogger ohnehin, hoffe ich zumindest. Es gibt Reiseziele oder Länder, die sind so wunderbar, dass ich dort hinreise, es fast egal ist wie lange und an welchen Ort genau, nur um dort ein wenig Glück und Zufriedenheit aufzusammeln, mitzunehmen und zuhause davon zu zehren.

Ein Jahr, ohne dort hin zu fahren, ist vielleicht nicht verloren, aber mir fehlt dann einfach etwas. Es gibt für mich mindestens zwei Länder, die zu dieser Sorte von Glückslieferant gehören. 

Madrid Reiseblog: Einfach mal nichts tun
Madrid Reiseblog: Tranquillo

Eines dieser Länder ist Italien. Aber das Land bzw. die Gegend, wo es mir immer mit Leichtigkeit und über die Maßen gut geht und ich mich über die schönen Städte, netten Menschen, tolle Kultur und Geschichte und den Alltagsduft erfreue, das ist Spanien.

Und ist immer: Madrid. Spaniens beste Stadt. 

Madrid zählt so ein wenig zu den verkannten Metropolen in Europa, ich weiß nicht genau warum, und woran das liegt, aber vielleicht hängt es damit zusammen: Die sehr populären Städte in Europa – London, Paris, Amsterdam, Berlin, Rom – sie stehen alle für ein ganz bekanntes Bild ihrer selbst (Arm aber sexy!), verfügen über eine Ikone ihres Stadtbildes, das jeder bis ins letzte chinesische Dorf kennt (Eifelturm! Kolosseum! Tulpen und Grachten! Tower Bridge!), und potenzieren dieses Image ihrer selbst hundertfach in Werbung und Popkultur.

Aber mein armes Madrid hat genau dies nicht: Keine städtebauliche Ikone, kein wirklich eindeutiges urbanes Image.

Um dann als Stadt und Metropole dennoch mit einem ganzen Bouquet an Vorzügen und Annehmlichkeiten zu glänzen, und genau dies macht diese Stadt für mich als Reiseblogger und Traveller so angenehm und empfehlenswert. Madrid sollte man als ganzes entdecken, sich treiben lassen, spontan und frei. Und genau aus diesem Grund gibt es in diesem Artikel nicht die üblichen Reisetipps wie „Das musst du in Madrid gesehen haben“ und „Zehn Ausflugstipps für Insider in Spaniens Hauptstadt“. Diesen total beknackten Influencer-Kram. Spare ich mir.

  • Insbesondere jetzt, noch während der Corona-Pandemie und nachdem Madrid aus dem gröbsten heraus ist, empfiehlt es sich sehr, die Stadt und ihre Menschen mit einem Besuch zu unterstützen
Madrid Reiseblogger
Madrid Reiseblogger: Straßenkunst in Madrids Hipviertel Malasaña

Madrid ist ideal für Fußgänger und Flaneure

Madrid hat fast vier Millionen Einwohner, darin sind die Peripherie, Vallecano, Getafe und all die anderen Trabantenstädte mitgezählt. Der eigentliche Innenstadtbereich beziehungsweise die Altstadt und die Stadtteile (Barrios) darin sind dagegen eher überschaubar.

Madrid ist eine Metropole für Fußgänger, für Flaneure, für Spaziergänger, für genügsame Traveller, nennt das von mir aus slow travel, aber es passt.

Natürlich kann man auch die diversen nervigen Fahrzeuge wie Elektro-Tretroller und Fahrräder sowie Scooter per Apps mieten. Aber ich mag Laufen. Wobei man sich in Madrid kaum verlaufen kann, die Orientierung ist einfach. Die Altstadt ist verwinkelt, aber wer sich treiben lässt, wer weiß, was Flanieren bedeutet, langsam reist, die Augen offen und den Verstand wach, der wird in Madrid belohnt werden.

Mit Entdeckungen von kleinen und irgendwie exotischen Läden in der Altstadt, mit typisch spanischen Kneipen welche sich trotz des Touristenrummels ihre authentische und liebenswerte, irgendwie aus der Zeit gefallene Art bewahren konnten.

In Madrid gewinnt der Flaneur Aussichten und Einsichten auf altehrwürdige Gebäude und Sehenswürdigkeiten. Der Fußgänger in Madrid kann alte und pittoreske Stadtteile entdecken und direkt herausfinden, wie Gentrifizierung funktioniert. Alteingesessene spanische Menschen, neumodische Hipstertypen welche am Sonntag vormittag die Cafés und Plätze bevölkern. Und die sichersten Zeichen für den Niedergang eines Stadtteils: Kleine Chichi-Geschäfte mit teurem Kinderspielzeug aus unbehandeltem Holz.

Madrid lebt in seinen Barrios

Dennoch, Madrid lebt in seinen Barrios. Und diese kann man am besten zu Fuß erkunden. Und mit einem Mal, zwei, drei Straßenzüge fernab der Gran Via, sind die Gassen leer, die üblichen Tourigeschäfte und Starbucks verschwunden, und die Stadt riecht und sieht aus wie das Spanien, das ich seit meiner Kindheit liebe.

Geputzte Hauseingänge und Gehwege. Zigarrenduft. Churros mit Kakao. Bocadillos con queso. Diese ganz spezifische spanische Duftmischung, diese typischen heiseren spanischen Stimmen. Farben. Rätsel. Politische Unkorrektheiten in Masse. Stierkampf.

Dieser Reiseblog steht dafür, das Reisen wieder so wird wie früher, bevor alle dachten, dass es ein Wettbewerb ist. Nichts ist weniger als ein Wettbewerb als Reisen. Es geht nicht darum, so viele Aktivitäten wie möglich in einen Tag zu packen, und es geht schon mal gar nicht darum, eine Stadt oder ein Land „zu machen“. Es ist auch kein „Mikroabenteuer“, wenn ich nach Spanien fahre und dort den Bus nehme.

Wer ein leeres Leben führt, wird es nicht mit hohlen Aktivitäten und seelenlosem Konsum, fernab der Heimat, mit Sinn anfüllen. Und dies dann „Reisen“ nennen. Und auf Instagram posten. Mit einem falschen Himmel. Und ohne andere Touristen drauf.

Madrid jedenfalls lebt in seinen Barrios, und wer flaniert, die Augen offen hält, und den Verstand sowieso, der lässt sich treiben und inspirieren. Und macht eine Pause in einem der vielen Cafés, vielleicht gerade in einem, welches eher altmodisch aussieht. Wo Kellner noch weiße Kittel tragen. Würdevoll und erhaben, ganz das alte Spanien. Bin ich ein dämlicher Revisionist oder nur ein Romantiker? Wie auch immer, ich suche nichts.

In diesen Cafés bleibt man sitzen und tut nichts und lässt das Madrider Leben an sich vorbeiziehen, inhaliert den Moment, und gratuliert sich dazu, wie glücklich einen diese Stadt doch machen kann.

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Madrid Reiseblogger: Im Malasaña Viertel am Sonntag früh.

Danke Spanien: Am Sonntag früh geht es kostenlos ins Museum

Was unternimmt man eigentlich an einem schönen sonnigen Sonntag in Madrid? Wo man immer das Gefühl hat, und es nicht ungewöhnlich ist, dass die Sonne im Sommer – aber auch bis in den November hinein –  heller strahlt als in Mitteleuropa? Und der Himmel blauer ist, und der Palacio Cibeles weißer als Weiß ist?

Man geht spazieren.

Oder sitzt ganz lange in Cafés und macht einfach mal: Nichts. Schon wieder.

Oder fährt zum Fußball, entweder ins Bernabeu zu Real Madrid, oder mit der Bahn ins Stadion von Atletico. Vielleicht kommt der König auch vorbei?

Sonntags im Sommer in Madrid, da kann man ganz unmoralisch sein und nach Las Ventas zum Stierkampf gehen. Und nur Vegetarier dürfen sich über dieses Spektakel kritisch auslassen. Und wer noch nie da war, der hält jetzt einfach mal die Klappe.

Oder, für ganz verwegene Menschen, welche tatsächlich denken, daß Konsum kein existenzieller Wert an sich ist: Man geht ins Museum.

  • Denn: Sonntags ist der Zugang zu den Madrider Museen: kostenlos. Aber hoffentlich nicht umsonst. Natürlich kann man sich in die Warteschlange am Prado einreihen. Oder sich ein Museum aussuchen, welches fein, aber vielleicht nicht so populär, aus welchen Gründen auch immer, ist. Wie zum Beispiel das Museo Arqueologico Nacional, oder kurz: MAN.
Madrid Reiseblogger: So geht Museum
Madrid Reiseblogger: Das Museo Arqueologico Nacional.

Dieses schöne und sehr moderne Museum trumpft mit tollen Artefakten aus der iberischen und spanischen Geschichte, von der Steinzeit bis in die Neuzeit, die Iberer, die Römer, die Mauren, die Goten, alle zusammen haben ziemlich viel altes Zeugs im Boden zurückgelassen. Und das ist in diesem tollen Museum sehr schön präsentiert. 

Für mich das Highlight: Der Nachbau der Höhle vom Altamira, mit den wirklich bemerkenswerten Wandzeichnungen aus der Steinzeit. Sowie die ebenfalls sehr schöne Büste der Dama de Elche, die Büste einer Frau aus der Zeit der Iberer.

Das Museum hat einen kostenlosen Plan, welcher die Highlights der ständigen Ausstellung sehr gut präsentiert. Es gibt ein Museumscafé.

Die Internetpräsenz des archäologischen Museums findest du hier, darin auch die Tipps für die Anfahrt. Am besten mit der U-Bahn, wer nicht laufen mag:

  • Linie 4, Haltestelle Serrano
  • Línie 2, Haltestelle Retiro

Kostenloser Eintritt in das Museum: Sonntag vormittag und Samstags ab 14 Uhr.

Muchas Gracias España: Spanische Leckereien

Was wäre Spanien eigentlich ohne – und ich gebe zu, das ist, was Essen angeht, eine wirkliche Schwäche von mir – die ganzen leckeren süßen Wunderwerke spanischer Backkunst: Churros, Donuts, Kuchen, Stückchen aller Art, gefüllte Krapfen. 

Diese Verlockungen hat jedes gute Hotel der spanischen Hauptstadt schon am Frühstücksbuffet parat. Und jedes Café hat sie, für eine Rast am Mittag oder Nachmittag, sowieso. 

Ja, ich weiß, das ist ernährungstechnisch betrachter nicht optimal. Aber wer viel läuft und sich bewegt und nicht den ganzen Tag im Hop-on hop-off Bus sitzt, der hat es sich ja sicherlich verdient. Belohnung muss sein, auch slow travel ist zuweilen anstrengend. Ist die spanische Küche vielleicht für Vegetarier nicht die einfachste der Welt, das spanische Gebäck ist einsame Weltspitze. Und trägt für mich immer zu diesem ganz speziellen Glücksgefühl bei.

Tipps für Hotels in Madrid. Meine liebsten Stadtteile

Ich finde, die Auswahl an guten und sehr guten Hotels ist in Madrid wirklich außergewöhnlich, und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt mehr, als in den meisten anderen europäsichen Metropolen.

Man bekommt mit Leichtigkeit sehr hübsche, moderne, neue, absolut bezahlbare Drei- und Viersterne – Hotels im unmittelbaren Stadtzentrum von Madrid. Was einem die Option lässt, die Hotelumgebung als auch die angrenzenden Barrios und Stadtviertel sehr gut zu Fuß erkunden zu können. 

  • Ich mag sehr die Hotels von Petit Palace, die sind in schönen alten Gebäuden im Stadtzentrum, haben Holzböden und Stil und ein tolles Frühstück. Ebenso empfehlenswert sind die Vincci Hotels. Um die 100 Euro das DZ.
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Madrid Reiseblogger: Schönes Lokal im Barrio de las Lettras, bei Cervantes um die Ecke.

Meine Empfehlung für Hotels und Madrid zu Fuß sind die folgenden Stadtviertel: 

Barrio de las Lettras: Sehr hübsches altes Viertel in der Nähe des Prado, südlich der Gran Via. Sehr touristisch, aber auch immer noch sehr authentisch. Entlang der Calle Atocha sehr schöne Hotels und Läden, ebenfalls in der Calle del Prado.

Chueca: Eines der gehypten In-Viertel der letzten Jahre. Trotzdem toll. Ich mag Chueca, die schönen Geschäfte und Kneipen, das urbane Publikum, diese Mischung aus Moderne und alter spanischer Grandezza. Sehr cool. In Chueca gibt es tatsächlich vegetarische Restaurants.

Malasaña: Noch ein trendiges Viertel, nördlich der Gran Via. Sehr hübsch, so hat diese Stadt früher mal ausgeschaut, so schauen Altstädte in Südamerika zuweilen immer noch aus. Kaum zu glauben, wenn man durch die malerischen Straßen von Malasaña pilgert, dass man noch in Europa ist. Aber: Hier kann man auch die Kehrseite der Medaille betrachten: Viele alteingesessene Bewohner fühlen sich verdrängt, haben eine Bewegung „SOS Malasaña“ gegründet – haben sie eine Chance gegen die die Gentrifizierung? Ist Gentrifizierung per se schlecht oder ist das nicht einfach der Lauf der Welt? Leiste ich ihr Vorschub, mit diesem Reiseblog?

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Anreise Madrid per Flugzeug

  • Ab den meisten Flughäfen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz mit Lufthansa, Austrian, Swiss, Iberia, Air Europa, Easy Jet und Ryan Air. 
  • Ab Frankfurt hat die südamerikanische Latam sehr gute Preise, auch in der Business Class, für einen tollen Flug mit Boeing 787 nach Madrid. Flug während Covid19 Pandemie ausgesetzt, noch ist unklar, ab wann Latam wieder fliegt
  • Du fliegst mit Iberia oder Latam von Madrid weiter nach Südamerika? Und möchtest ein paar Tage in der Stadt bleiben, bevor es zum schönsten aller Kontinente geht? Dann lies doch hier meine Reisetipps für deinen Madrid Stopover 

Flughafen Madrid Barajas in die Innenstadt: Per Taxi, Flughafen Transfer und S-Bahn

Taxis sind doch recht teuer vom Flughafen in Madrid bis in die Innenstadt, der Preis sind festgelegte 45 Euro. Ein Vorab-organisierter Transferservice kostet 30 Euro, diesen Preis zahlt man auch aus der Stadt zum Flughafen. Die Hotels organisieren dir diesen Transfer.

Man kann vom bzw. zum Flughafen auch mit der S-Bahn in die Stadt fahren, der Preis ist um die sechs Euro, und man kommt in nur 20 Minuten bis zur Station Nuevos Ministerios. Dort kann man in die U-Bahn umsteigen oder ein Taxi nehmen, welches für ca. zehn. Euro in die Madrider Altstadt fährt. 

Wer ab dem Flughafen Barajas mit der S-Bahn in die Innenstadt fährt, muss sich eine Tarjeta kaufen (siehe Foto), und darauf dann das eigentliche Ticket laden. Die Karten gibt es am gleichen Automat wie die Tickets, direkt vor dem Eingang zur S-Bahn.

  • Iberia nutzt in Madrids Flughafen das Terminal 4 (T4), und das Satellitenterminal T4s für die Flüge nach Südamerika. Weniger als 2 Stunden Umsteigezeit halte ich für etwas knapp in Barajas.
  • Lufthansa bedient in Madrid das (alte) Terminal 1. Beide Terminals werden von der S-Bahn angefahren.
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dc
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