Namibia: Safari und Camping in der Zambezi Region und Alternativen zu Etosha

Wer individuell in einem gemieteten 4x4 oder 4WD Fahrzeug in Namibia auf Safari gehen möchte, und selbstorganisiert in Lodges oder auf Campingplätzen übernachten möchte, für die ist der Nordosten von Namibia eine ideale Gegend. Warum das so ist, und welche Nationalparks für eine Campingsafari geeignet sind, wenn man den Etosha Nationalpark in Richtung Osten verlässt, schildere ich im folgenden Beitrag.

Die hier aufgeführten Nationalparks im Norden von Namibia sind sicherlich alle eine sehr gute Ergänzung oder Alternative zu Etosha.

Eine Reise zu diesen Parks kann man als Selbstfahrer und Camper entweder mit dem Übernachten in Lodges als auch auf Campingplätzen realisieren.

Afrika Safari

Namibia Camping Safari im Nordosten bow. der Zambezi-Region

Namibia, seit 1990 unabhängig, bedeckt eine Fläche von 824.292 qkm und ist damit mehr als doppelt so gross wie Deutschland.

Von semiariden oder ariden Wüstenlandschaften geprägt, verfügt es über riesige, kaum besiedelte Flächen mit vielen bedeutenden Nationalparks und Schutzgebieten.

Im einstigen Caprivi-Streifen im äußersten Nordosten des Landes, welcher jetzt als Zambezi Region in Namibia bekannt ist, wird die Wüste und Trockensavanne der Kalahari von einem grüneren Afrika abgelöst.

Der namensgebende Sambesi als auch die Flüsse Okavango und Kwando verwandeln die Trockensavanne in eine von den Flüssen geprägte Sumfplandschaft, mit einigen bemerkenswerten, kleinen aber sehr schönen und teilweise recht abgelegenen Nationalparks.

Ich finde diesen Teil Namibias wirklich sehr spannend, die Gegend eignet sich ganz hervorragend für Safari bzw. für Campingsafari, wer von Etosha aus kommt und ggf. weiter nach Botswana möchte, findet hier eine tolle Auswahl an kleinen aber feinen Nationalparks.

Der frühere Caprivi Streifen, jetzt "Zambezi Region", bildet einen Teil des transnationalen Kavango-Zambezi Schutzgebietes in Namibia, Botswana und Sambia.

Die folgende Übersicht möchte dich möglichst auf einen Blick informieren, wie man als Selbstfahrer mit einem 4x4 in Namibia diese Schutzgebiete aufsuchen kann. Inklusive Reisetipps für Camper, hier im Safari Reiseblog!

Safari Camper at its best

Auswahl an Nationalparks und Schutzgebieten im Nordosten Namibias:

Etosha National Park

Mit 22.275 qkm Fläche der zweitgrösste, aber bedeutendste Nationalpark für Safari und Selbstfahrer in Namibia. Im Norden des Landes, am Rande des Kalahari – Beckens gelegen, umfasst das Schutzgebiet die sogenannte Etosha-Pfanne, eine flache Senke in der Wüste, welche durch die Austrocknung eines Sees entstand. Der Park ist auf einer gut ausgebauten Strasse ab Windhoek zu erreichen (400 Km Entfernung) und hat eine Nord-Süd Ausdehnung von 110 km und eine Ost-West Ausdehnung von maximal 295 km. Im Park gibt es eine sehr gute touristische Infrastruktur – dies ist eine der bedeutendsten Safari-Destinationen des Kontinents.

Am östlichen Eingang befinden sich die drei Lodges des Schutzgebietes. Walking Safaris oder Trekkingtouren sind bisher noch nicht möglich. Die Tierdichte ist, da der Park eingezäunt ist und über künstliche Wasserstellen verfügt, sehr hoch und ideal für Fotografen. Das gilt auch für die Fluchtdistanzen der Tiere, welche in Etosha an Besucher und ihre Fahrzeuge gewöhnt sind, und entsprechend eine geringe Fluchtdistanz haben. Mit anderen Worten: Man kommt hier sehr dicht an die Tiere heran.

Anreise von Windhoek: ca. vier Stunden auf asphaltierter Straße

Camping im Etosha Nationalpark: ist möglich auf den vier camp grounds, nämlich Okaukuejo, Halalali, Namutoni und Olifants. Reservierungen vorab sind sinnvoll und werden über NWR online abgewickelt. Es gibt eine grosse Zahl von Lodges außerhalb und in der Nähe des Parks.

Einen ausführlichen Artikel über den Etosha Nationalpark und wie man diesen als unabhängigen Reisenden, mit dem 4x4 als Selbstfahrer individuell bereisen kann, findest du hier: Etosha für Traveller - wie geht das? 

Lodges finden sich schwerpunktmäßig rund um die Zufahrten des Etosha NP, sind also nicht im Nationalpark:

  • Andersson Gate, u.a.: Etosha mountain Lodge; Ongava Tented Camp; Etosha Safari Camp; Mondjila Safari Camp; Vreugde Guest Farm; Buschberg Gasteplaas; Ongava Lodge
  • Von Lindequist Gate u.a.: Treesleeper Camp, Kempinsko Mokuti Lodge, Mushara Lodge, Etosha Aoaba Lodge

Mangetti National Park

Dieser erst 2008 gegründete Nationalpark liegt für viele Selbstfahrer ideal und genau zwischen Etosha und der Zambezi-Region. Der Park war früher Jagdgebiet, dann eine Aufzuchtzone für seltene Tiere. Ich selbst bin nur mal dran vorbeigefahren, das nächste Mal mache ich den Abstecher, versprochen! Ziemlich wildes Buschland soll die Gegend sein, mit einer für die Trockensavanne typischen Flora und Fauna. Insbesondere soll es im Mangetti NP afrikanische Wildhunde geben.

Namibia für Selbstfahrer: Die Etosha Pfanne.

Camping im Mangetti NP:

Es gibt eine camp site außerhalb des Tores zum Park, welche Mururani Camp heisst. Dort gibt es auch einen kleinen Laden mit Wasser und Proviant.

Im Park selbst gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten, man muss ihn Nachts wieder verlassen.

Anfahrt Mangetti: An der Straße B8 zwischen Grootfontein und Rundu, ca. 15km nach dem Vetfence  in Richtung Rundu fahrend geht es auf einer staubigen Pad rechts ab zum NP.

Khaudum Game Reserve

Gelegen am westlichen Beginn des Caprivi-Streifens im Nordosten Namibias, verfügt dieses Schutzgebiet über eine Fläche von ca. 4.000 qkm. Khaudum ist noch von den westlichen Ausläufern der Kalahari geprägt, welche keine Wüste sondern eine Trockensavanne ist, wenn man es genau nimmt. Die Gegend ist also entsprechend: Savanne, Buschland, eher trocken und sandig als grün und feucht.

Der Park bietet mit seinen grossen Trockenwäldern Zuflucht für unzählige Großsäuger, Raubtiere und mehr als 300 Vogelarten, davon ca. 50 Greifarten. Mit anderen Worten: Khaudum ist auch für Birder ein spannendes Ziel.

Der Park liegt abseits der grossen Touristenströme, hat weniger als 3000 Besucher im Jahr und ist schwer zugänglich. Was ja einiges erklärt!

Eine touristische Infrastruktur ist kaum vorhanden, Anfahrt kann nur im 4x4 Fahrzeug und im Konvoi (mindestens zwei Fahrzeuge)  erfolgen. In Khaudum gibt es zwei Campingplätze sowie eine recht neue Lodge. Jegliche Versorgung für eine Safari muss mitgebracht werden. Empfohlen wird vom Umweltministerium Namibias, dass jedes Fahrzeug für drei Tage Nahrung und mindestens 100 Liter Wasser dabei hat. Das ist Abenteuer und ganz wildes Afrika. Wahrscheinlich auch ohne Handynetz, also den ADAC anrufen wird euch nicht gelingen!

Nächstgelegene Stadt: Rundu. Rundu eignet sich als Ausgangsbasis sehr gut, hier ist eine gute Infrastruktur mit Tankstellen, Werkstätten, Geschäften, Reisebüros bzw. Tourveranstalter zu finden.

Tiere im Khaudum NP: Eine große Elefantenpopulation. Löwen, Leoparden, Wildhunde, gelegentlich Geparden. Dazu Antilopen, Giraffen, ca. 320 Vogelarten.

Anreise ab Windhoek: über die guten Asphaltstraßen in ca. fünf/sechs Stunden möglich. Dann nur noch auf tiefsandigen Pisten.

Camping im Nationalpark: ist möglich, es gibt zudem noch eine (Luxus-) Lodge seit einiger Zeit.

Etosha Oryx by DC Loew
Namibia Ikone: Oryx Antilope im gelben Gras des Etosha NP

Bwabwata National Park

Seit 2007 ist dieses Areal ein Nationalpark. Es umspannt die gesamte Breite des ehemaligen Caprivi-Streifens, und wer von Namibia aus über die B8 in Richtung des Grenzübergangs Ngoma Bridge nach Botswana möchte, wird hier durchfahren.

Der Park wird vom Okavango als auch dem Kwando Fluss durchquert, und diese Flüsse bieten einer großen Elefanten- und Büffelpopulation eine Heimat. Im Bwabwata gibt es Löwen als auch afrikanische Wildhunde, sehr viele Vogelarten, und natürlich eine Menge Hippos in den Flüssen.

Unterkunft: Stellplätze als auch Lodges sind vorhanden. Ich fand die Namushasha Lodge sehr schön gelegen, und sie bieten wirklich tolle Bootsfahrten auf dem Kwando an, mit sehr guten Fotogelegenheiten.

Campsites: Bumhill Campsite in der Nähe von Kongola; Nambwa Campsite, ebenfalls in der Nähe, direkt am Kwando gelegen

Lodges: Mazambala Island Lodge; Susuve Island Lodge; Namushasha Lodge; Lianshulu Lodge.

Kwando Hippo Frans Lanting Style
Kwando Hippo: Abgetaucht und skeptisch, aber im besten Licht.

Popa Falls Game Park

Namibias kleinstes Schutzgebiet, an den Popa Katarakten des Okavango. Wer Krokodile und Flusspferde sehen möchte, der ist hier richtig. Für Hobby-Ornithologen ist die Gegend um die Popa-Falls ein echtes Traumziel mit mehr als 400 Vogel-Arten.

In der Nähe des Ortes Divundu gelegen, gibt es eine ganz gute Infrastruktur mit Lodges, Restcamps, Stellplätzen für Safari Camper. Das kleine Schutzgebiet liegt am Rande des Bwabwata NP. Die Stellplätze für Selbstfahrer ("Popa Falls Restcamp", 32 km südlich von Divundu) werden von Namibia Wildlife gemanagt, ihr bucht die Campingplätze über die NWR Seite, der Link folgt am Ende des Artikels.

Die Ngepi Campsite ist ein privat geführter Campingplatz, Buchung über deren Webseite.

Lodges: Divava Okavango Lodge + Spa; Mahangu Safari Lodge; Rundu River Lodge.

Nkasa-Rupara-Nationalpark, früher Mamili National Park

Dieser mit einer Fläche von 320 qkm recht kleine Park befindet sich im Caprivi-Streifen im Nordosten Namibias auf mehreren Inseln in Fluss Kwando (welcher später Linyanti und dann Chobe heisst, bevor er bei Kasane, Botswana in den Zambezi mündet). Während der Trockenzeit ist das Gebiet über das bestehende Strassennetz gut zu erreichen. In der Regenzeit wird das Areal überflutet und ist nur noch schwer zugänglich. Einige Reiseveranstalter verbinden das Reservat mit Safaris von Botswana aus. Die Parkgebühren sind vorab in Katima Mulillo oder Windhoek zu bezahlen, der Park verfügt über zwei Campingplätze ohne jegliche Infrastruktur. Als Selbstfahrer muss man also alles mitbringen!

Mudumu National Park (Caprivi, Zambezi)

Gelegen im Nordosten Namibias, ca. 50 km entfernt vom Mamil Nationalpark, mit einer Fläche von ca. 1.000 qkm. Der Park ist von Marschen, Flussläufen und Sumpfland durchzogen und u.a. Heimat von Flusspferden und Fischottern sowie Krokodilen. Zu erforschen ist das Gelände am besten per Boot, an touristischer Infrastruktur ist eine sehr schöne Lodge vorhanden, die Lianshulu Lodge. Achtung, Malariagebiet!

African Jacara am Ufer des Kwando

Weitere Nationalparks im Süden Namibias:

Namib – Naukluft National Park

Mit  einer Fläche von mehr als 49.000 qkm ist der Namib-Naukluft Nationalpark das drittgrösste Schutzgebiet Afrikas, nach dem Selous Game Reserve (Link auf Text bei Tansania) in Tansania. Es verbindet die äusserst eindrucksvollen Ökosysteme von Namib-Wüste, dem bis zu 1.964m hohen Naukluftgebirge sowie der Küste des atlantischen Ozeans, welche unmittelbar an die Wüste angrenzt und Skelettküste genannt wird. Ausgangspunkt für eine Fahrt in dieses Areal ist Windhoek.

Das Naukluftgebirge ist das beste Trekkinggebiet Namibias und verfügt über ein hervorragend ausgearbeitetes Wanderwegenetz. Bekannte, mehrtägig zu bewandernde Trails sind Oliventrail und Waterkloff-Trail. Der mit 120 km Länge Naukluft Hiking Trail wird in acht Tagen bewältigt und gilt als die härteste Wanderroute im südlichen Afrika. Mit viel Glück bekommt man im Naukluft – Gebirge einen Leoparden zu Gesicht, von denen es hier recht viele geben soll. 

Fish River Canyon

Dieses Gebiet ist ebenfalls für Trekkingtouren sehr interessant. Der Fish River befindet sich im südlichen Namibia, und hat den gleichnamigen Canyon auf einer Länge von 160 km und einer Tiefe von bis zu 550m aus den Gesteinsschichten gewaschen. Der Fish River Canyon ist somit der grösste Canyon des afrikanischen Kontinents. Der Canyon beginnt seinen Lauf bei Seeheim im Norden und mäandert sich bis zu Ai-Ais im Süden. Der Fish River mündet erst einige Kilometer danach in den Oranje, den Grenzfluss zu Südafrika. Die zwei Hauptcamps des Parks sind Hobas im Norden, in der Nähe des Hauptaussichtspunktes mit dem Informationszentrum sowie im Süden Ai-Ais im Fluss-Talkessel mit den bekannten heißen Quellen.

Von Mai bis August werden Trekkingtouren im Canyon durchgeführt, die dem Flusslauf folgen. 

Spitzkoppe

Mit 1.728m Höhe die höchste Spitze des Landes, auch „Matterhorn Namibias“ genannt aufgrund ihrer exponierten Lage als Inselberg inmitten eines Plateaus. Das gesamte Areal ist als Naturschutzgebiet vorgesehen, bis heute allerdings ist dieser Status noch nicht erreicht. Die Spitzkoppe eignet sich gleichermaßen für kurze Trekkingtouren als auch für Kletterversuche auf ihren Gipfel. Die Besteigung verlangt allerdings eine Seilschaft und Alpinerfahrung. An einigen Stellen sind jahrtausendalte Felsmalereien zu bewundern. Ausgangspunkt für eine Fahrt zur Spitzkoppe ist Windhoek, die Entfernung beträgt ca. 250 km.

Waterberg Nature Reserve

Auf dem Waterberg Plateau gelegenes Schutzgebiet, 68 km östlich von Otjiwarongo, mit einer Ausdehung von ca. 405 qkm. Hier fand die finale Schlacht zwischen den deutschen Kolonialtruppen und den aufständischen Herero statt. Das Gebiet ist bekannt für seinen Vogelreichtum und bietet einige interessante Wanderungen und Trails auf gut markierten Wegen um das Waterberg-Plateau herum. Einige Veranstalter führen Safaris in offenen Fahrzeugen im Reserve durch. Und auch zwei Lodges und ein Campingplatz laden den Trekkingfreund zum Verweilen in dieser urtümlichen Wildnis ein. 

Wie bucht man in Namibia einen Campingplatz als Selbstfahrer?

In Namibia kann jeder Selbstfahrer über die Webseite der namibischen Behörde Namibia Wildlife Resorts Stellplätze in den Nationalparks buchen und vorab reservieren. manchmal ist der Prozess etwas hakelig, aber ihr könnt auch per Telefon nachfragen. Es empfiehlt sich, insbesondere für Etosha Übernachtungsoptionen rechtzeitig und vorab zu buchen, da es dort zuweilen recht voll sein kann, insbesondere in den südafrikanischen Sommerferien im Dezember.

  • Zur Webseite von NWR Namibia Wildlife Resorts geht es hier entlang
  • Eine schöne Übersicht aller Nationalparks in Namibia findet sich auf der Webseite des namibischen Umweltministeriums.
  • Ein umfassendes und wirklich sehr empfehlenswertes Buch und Nachschlagwerk für Selbstfahrer in Namibia hat Bernhard Vogt mit "Camping in Namibia. Auf Pad im 4x4 Camper" geschrieben. 19,95 Euro im 360 Grad Medien Verlag.
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dc

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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