Mein schönstes Naturerlebnis auf Reisen

Blogparade: Mein schönstes Naturerlebnis auf Reisen

Es ist beim Reisen wie im Leben – nicht die gewaltigsten, teuersten, grössten und überhaupt tollsten Erlebnisse sind auch automatisch und quasi Masse die nachhaltig schönsten und liebenswertesten Erinnerungen. Es sind zumeist die kleinen Gesten, Geschehnisse, Liebenswürdigkeiten, umrahmt von einem stimmigen, atmosphärischen Ganzen, die sich in unserer Erinnerung festsetzen wie eine Klette an der Baumwollhose.

Da ich auf meinen Reisen immer die Natur suche, Tiere fotografiere und dem Natur – Welterbe dieses Planeten nachspüre, auf Safari fahre, gibt es immer tolle Naturerlebnisse. Vor allen Dingen hat die grosse Migration der Gnus in der Serengeti mich nachhaltig beeindruckt, aber auch die Peninsula Valdes in Patagonien ist ein magischer Ort.

Aber es geht ja in diesem meinem Bericht um ein eher „kleines“ Erlebnis! Nun denn, dieses kleine Erlebnis geschah in Botswana. Und es hat einen gelben Schnabel und einen exotischen Namen.

Botswana, Chobe Nationalpark: Savute!

 

Wo ich schon bei exotischen Namen bin – allein der Name des Chobe Nationalpark in Botswana, inmitten der Kalahari gelegen, evoziert Fernweh – hier möchten Traveller hin, allein wegen des Namens. Auf dem legendären Campingplatz Savute, inmitten der sandigen, staubigen und zuweilen sehr sehr heissen Trockensavanne gelegen, kann man wunderschön die Zeit verbringen, den Busch und seinen Stimmen und Geräuschen und Bewohnern lauschen und sie beobachten.

Ein sehr auffälliger Bewohner der Gegend um Savute (und des gesamten Ökogebiets der Trockensavanne)  ist der Gelbschnabeltoko (Southern Yellowbilled Hornbill), ein taubengrosser Vogel mit dem namensgebenden gelben Schnabel.

Kaum zu übersehen, gar nicht zu überhören, und vollkommen unverwechselbar. Zwar gibt es mehrere Tokoarten, aber die Farbe der Schnäbel macht sie leicht unterscheidbar, auch für Nichtornithologen.

Naturerlebnis Botswana
Gelbschnabel Toko Botswana

Diese Vögel wissen natürlich, dass Menschen auf einem Campingplatz essen, und dann zuweilen ein paar Krumen für die gefiederten Ureinwohner abfallen. Der Toko an sich ist neugierig und nicht sehr scheu, liebenswürdig, und manchmal attakiert er sein Spiegelbild, deshalb gehe ich davon aus, dass er auch nicht so schlau ist.

Aber es sind sehr sympathische Vögel, die gerne morgens – immer zur gleichen Zeit anfliegen – sich auf dem grossen Baum oberhalb des Platzes niederlassend erst mal nach dem Rechten schauen, um dann, wenn man es sich mit seinem Early Morning Tea und ein paar Crackern gemütlich gemacht hat, heranzuflattern.

Der Gelbschnabeltokoflüsterer

 

Ja, ich weiss, wilde Vögel im Nationalpark zu füttern  ist vielleicht nicht unbedingt sinnvoll, aber es macht Spass, und der Toko, in seiner Bauernschläue, würde einfach zum nächsten Camper fliegen, wenn ich nichts gebe. Und ausserdem möchte ich als Tierfotograf auch das optimale Tokofoto schiessen, aus der Nähe, und in tollem Licht. Da kann man schon mal die Regeln ein wenig, nun ja, beugen.

Nach einigen Tagen kannten wir uns, der Toko und ich, und so dachte ich mir: Der frisst bestimmt aus der Hand, mit etwas Übung. Und so war es. Ruhig sitzen, gar nichts sagen und tun, dem Toko zeigen, was es für leckere Plätzchen zum Frühstück gibt, und dann abwarten.

Die Kamera griffbereit, und so geschah es: Der an sich wilde, zwar die Camper gewohnte Gelbschnabel näherte sich am dritten Tage zögernd, aber angstfrei, und kassierte seinen Frühstückskeks aus meiner Hand, nicht ohne noch mal kräftig in den Finger zu zwicken. Wie gesagt, so richtig schlau sind die Tokos wohl nicht.

Aber, dieses Erlebnis, am frühen Tag im afrikanischen Busch, eingebettet in die Magie eines ohnehin traumhaften, wie aus der Zeit gefallenen Ortes wie Savute in Botswana, ist mein liebstes Naturerlebnis: Der Gelbschnabeltoko frisst mir aus der Hand. Und ja, ein bis zwei schöne Fotos des sehr fotogenen Vogels gelangen mir auch..

Naturerlebnis Botswana
Savute, Botswana – der Gelbschnabeltokoflüsterer

Mein schönstes Naturerlebnis ist Teil der gleichnamigen Blogparade im Reiseblog – Reisespatz. Passt ja vom Namen her ganz gut zu meinem Beitrag!

DC Loew
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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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