Neuseeland Camping: Reisetipps

Camping in Neuseeland: Reisetipps, Hinweise, Erfahrungen für Teilzeit Camper und Neulinge

 

 

Neuseeland Camping Tipps: Grundsätzliches

Es sind ziemlich viele Leute, glaube ich, die nach Neuseeland fahren, dort nicht Backpacken, sondern mit einem Wohnmobil oder Camperbus campen möchten. Und die Zuhause eben keine Camper sind. So wie ich nämlich.

Und für genau diese Zielgruppe möchte ich hier einige Tipps und Info zum Campen in Neuseeland  geben.

Vorweg: Campen in Neuseeland ist ziemlich einfach – die Infrastruktur ist erstklassig, Strassen sind super, Campingplätze, Tankstellen und Supermärkte gibt es reichlich.

So können auch Anfänger oder eben Teilzeitcamper eine wirklich tolle Campingreise verbringen, auch, ohne viel vorplanen zu müssen. Ein Campingtrip in z.B. Botswana oder dem restlichen Afrika verlangt viel mehr Detailplanung: die Strecke muss klar geplant sein, man muss vorher schauen, ob man mit dem Benzin hinkommt, vorab die Campingplätze bzw. Nationalparks buchen – das alles braucht man in Neuseeland nicht.

Das Angebot an Campervans in Neuseeland ist wirklich vielfältig. Vom kleinen Zweipersonencamper bis zum sieben Meter langen Truck auf Mercedes Basis ist alles dabei.

Die großen Anbieter sind Jucy, Kea, Maui, Britz, Apollo, Mighty und noch ein paar mehr.

Man kann entweder direkt bei den Anbietern buchen, über einen Metaanbieter aus Deutschland aber auch, oder ganz klassisch, im Reisebüro. Zubehör wie Kindersitze etc. lassen sich dazu buchen. Angeblich soll es in der Hochsaison, also im neuseeländischen Sommer um den Dezember, Januar, knapp werden mit den Camperfahrzeugen. Wer also zu dieser Jahreszeit verreisen möchte, muss etwas länger planen und reservieren.

Mittlerweile gibt es auch Agenturen, die private Camper vermitteln (so wie AirBnB Zimmer).

Camping Neuseeland
Basic und kostenlos in der Nähe von Queenstown. Bevor der Platz mit zwanzig Wohnmobilen zugestellt war.

Nordinsel oder Südinsel?

Nordinsel versus Südinsel: Wie schrieb ich doch in meinem Beitrag zum Wandern am Mount Cook – die Nordinsel unterscheidet sich von der Südinsel darin, dass es im Norden eher Kuhweiden sind, welche die Landschaft prägen, und auf der Südinsel sind es Schafweiden.

Was mich auch gleich zum Punkt des Erwartungsmanagements kommen lässt: Campen in Neuseeland ist eine sehr zivile und geordnete Aktivität. Einsame Wildnis gibt es dort so gut wie keine. Keine gefährlichen wilden Tiere, man kann nachts ganz unbesorgt das Fahrzeug verlassen!

Man campt in naturbelassener Kulturlandschaft. Und einige Campingplätze haben den Charme von Reihenhaussiedlungen oder verlassenen Parkplätzen. Auch entlegene Plätze im Grünen ziehen sparsame Camper an – abends war es noch leer, am Morgen ist man von Dutzenden Fahrzeugen umzingelt. Ich habe mich immer gewundert, wieso manche so spät auf dem Campingplatz ankommen.

Per Einwegmiete Nord- und Südinsel verbinden

Wer kann, verbindet Nordinsel und Südinsel Neuseelands am besten in einer Route miteinander. Einwegmieten mit z.B. Abholung in Auckland und Abgabe in Christchurch sind möglich.

In drei Wochen lässt sich das ganz gut kombinieren, denke ich.

Wer weniger Zeit hat, sollte sich für eine Insel entscheiden. Ich möchte da keiner den Vorzug geben, landschaftlich sind sie, was das Fahren auf den gut asphaltierten Straßen Neuseelands angeht, ziemlich ähnlich.

Im Süden hat es die neuseeländischen Alpen, plus Fjordland. Im Norden Vulkane und schwarze Strände. Ist also nicht ganz einfach, sich zu entscheiden! Die Fähre über die Cook Strait zwischen Wellington und Picton nimmt auch Campervans mit.

Südinsel Neuseeland: Da gehts lang nach Australien.

Wie man seine Route in Neuseeland plant

Streckenführung bzw. Routenplanung: In diesem Reiseblog geht es um bewusstes Reisen, von mir aus nennt das slow travel. Ich möchte nicht reisen, um irgendwelche Sehenswürdigkeiten abzuhaken auf irgendwelchen bescheuerten Listen oder Empfehlungen abklappern, was man alles gesehen haben muss. Jeder sollte auf seinem eigenen Plan reisen

Meine Erfahrung – nach ziemlich viel Auto- und Camperfahren in Neuseeland ist: Man kann sehr gut damit kalkulieren, 80km die Stunde zurückzulegen. Und demnach kann man dann seine Streckenführung wählen. Das heisst, eine Entfernung von 300 bis 400 km zwischen zwei Etappenzielen erscheint mir entspannt und empfehlenswert.

Mit 80km Wegstrecke  pro Stunde planen ist meine Empfehlung für entspanntes Reisen in Neuseeland

Ich persönlich möchte nicht jeden Tag mehr als vier Stunden fahren, ich möchte mir Zeit lassen, die Landschaft genießen, die innere und äußere Reise in Einklang bringen.

Wer abends um acht noch auf den Campingplatz ankommt, der macht doch etwas falsch.

Mit der 80km Formel kann man sehr gut seine Etappen planen, und am späten Mittag den nächsten Campingplatz gemütlich erreichen. Mit dieser Formel gelingt auch die Planung, wer vorab am Kartentisch seine Route ausbaldowern möchte – das kann man als grobe Orientierung schon machen, muss man aber nicht. Vor Ort gibt es so viele Optionen, dass man auch ohne große Vorabplanung sehr gut in Neuseeland zurecht kommt.

Ausstattung der Campingplätze: Basic bis TopTen

Ausstattung der Campingplätze: Es gibt die naturbelassenen Campingplätze des Department of Conservation DOC, welche zumeist ganz nette Orte im Grünen sind, allerdings ohne jegliche Infrastruktur.

Also keinen Strom, keine Toiletten, kein Wasseranschluss. Und man darf dort auch nur mit seinem Camper anrollen, wenn der Camper ein self contained Zertifikat besitzt.

Dies gilt für die Campingplätze mit der Kategorisierung „basic“. Das DOC hat noch fünf weitere Kategorien seiner Campingplätze, welche hier sehr gut erklärt sind.

Wichtig ist somit, bei der Anmietung darauf zu achten, dass das Fahrzeug self contained ist, also über einen Abwassertank und eine Toilette verfügt. Die sollte optimalerweise mit einem Label an der Windschutzscheibe dokumentiert sein. Ohne dieses Label wird man auf einem Campingplatz, welcher self contained verlangt, ggf. vom lokalen Ranger eine Strafe erhalten oder man wird erst gar nicht auf den Platz gelassen.

Am oberen Ende des Spektrum – was die Ausstattung von Campingplätzen anbelangt – stehen die Top Ten Holiday Parks.

Dies ist eine Kette von Campingplätzen, welche oft eher an eine Bungalowanlage mit Campervan Stellplatz erinnern.

Dort gibt es Toiletten, Duschen, Waschmaschinen und Trockner, Stromanschluss, Küchen, und Abwasserstationen.

Die Holiday Parks und die ebenso ausgestatteten Alternativen wie Family Holiday Parks sind über ganz Neuseeland verteilt, und die meisten sind online reservier- bzw. buchbar.

Manche Campingplatz – Ketten bieten sie so ein Art Loyalty-Programm an, dann gibt es noch mal zehn Prozent Rabatt o.ä. für die Teilnahme. Du zahlst mit deinen Daten…

Camping Neuseeland
Campingidylle auf der Banks Halbinsel, Südinsel Neuseeland

Blackwater und Greywater: Kleine Camper Kunde

Blackwater und Greywater: Diese beiden Begriffe wird jeder Camper in Neuseeland schnell lernen. Denn man muss sich um beides kümmern. Greywater ist das Abwasser aus Dusche und  Spülbecken, welches in den meisten Campervans mittels eines Ablasses in der Mitte des Fahrzeuges, am linken oder rechten Rand des Aufbaus, abgelassen wird. Natürlich nur in die entsprechenden Auffangvorrichtungen in den Campingplätzen, sogenannten dump stations.

Neues Frischwasser kann man auf den meisten Campingplätzen auffüllen, das ist im Preis enthalten.

Nicht alle Campingplätze, siehe das Thema Ausstattung, haben automatisch eine dump station. Insbesondere in Nationalparks und Naturschutzgebieten gibt es keine Abwasserentsorgung.

Das gilt ebenso für das blackwater, das sind die Fäkalien aus der Campervan Toilette. Ich weiß, es gibt Camper, die die Toilette in ihrem Fahrzeug nie benutzen, sondern nur die Toiletten der Campingplätze. Aber wofür ist das Ding da?

Wie auch immer, das kann ja jeder selbst entscheiden. Das black water wird meistens in einer Art Kassette aufgefangen, die man mittels eines Trichters an den dump stations zielsicher entleeren kann.

Mit Hilfe der auf allen Campingplätzen kaufbaren blauen WC Lösung, werden die Fäkalien zersetzt und verflüssigt. Die Kassette kann, je nach Nutzung, schon recht voll werden, man muss also regelmässig entsorgen. 

Die Auswahl eines Campingplatzes hängt also nicht nur von Lage, Panorama, strandnähe ab, sonder auch von der Camper – Infrastruktur wie den dump stations.

Oder eben dem Stromanschluss. Für einen gewissen Zeitraum kann der Campervan über seine Hausbatterie Strom beziehen, aber diese ist irgendwann leer. Dann muss man das Fahrzeug an einer sogenannten powered site abstellen und dort an den Stromanschluss anschliessen. 

Lake Hayes, Neuseeland
Aussicht von der free camping site am Lake Hayes, Nähe Queenstown

Was kosten Campingplätze in Neuseeland?

Kosten der Campingplätze: zwischen Null Neuseeland Dollar auf einem DOC basic Platz und ca. 15 – 20 Dollar pro Person auf einem Top Ten Holiday Park ist alles drin. Abstellplätze mit Stromanschluss sind teurer als ohne. 

Supermärkte, Tankstellen

Supermärkte: Die beiden großen Supermarktketten Neuseelands heißen Fresh Choice und Countdown. Beide haben Webseiten mit Karten, wo man sehen kann, wo der nächste Supermarkt ist, aber es gibt wirklich genug. Ich fand Fresh Choice immer einen kleinen Tick besser bei Obst und Gemüse, aber das ist wirklich Geschmacksache, die geben sich beide nicht viel. Das Sortiment an Orten, an denen es z.B. Holidayparks gibt, ist auf Camperbedürfnisse abgestimmt, es gibt Kochutensilien, Reinigungsmittel, Werkzeuge, Bier in Dosen, also alles wichtige. Man muss nichts von Deutschland mitbringen. Sogar Vollkornbrot gibt es für die teutonischen Besucher. 

Tankstellen: Ebenso reichhaltig vorhanden wie Supermärkte, mit immer genug Platz auch für den grössten Campervan. 

Free Camping: Gibt es eigentlich nur noch auf ausgewiesenen Plätzen, Fahrzeuge müssen self contained Plakette haben

CamperMate App: Sozusagen die digitale Bibel für den Campingtrip bei den Kiwis. Eine wirklich hilfreiche App, die per Landkarte die nächsten Campingplätze in der Umgebung anzeigt, deren Infrastruktur kennt, und für viele gleich die Online Reservierung mit anbietet. Wirklich super praktisch!

Anzeige in eigener Sache: Te Moana Clothing.

 

DC Loew
Dabei sein

DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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