Peru für Backpacker: Zwei Wochen Peru – macht das Sinn?

Zwei Wochen individuell in Peru unterwegs – Reisetipps und Routenempfehlung, mit Bausteinen für eine dritte Woche

Bei vielen Leuten hält sich hartnäckig, so glaube ich jedenfalls, und korrigiert mich, wenn ich irre, das vermeintliche Wissen im Kopf, dass man für eine Fernreise mindestens drei Wochen Zeit benötigt.

Mag sein, dass dies für Neuseeland, die Südsee und Australien zutrifft. Für Südamerika aber, und ich spreche durchaus aus Erfahrung, trifft dies ganz und gar nicht zu.

Kann man also eine Reise nach Peru machen, von Europa aus, wenn man nur zwei Wochen Zeit dafür hat: Klar kann man das machen?

Und macht es Sinn? Absolut!

Warum?

Weil man trotz der relativ  langen Anreise nach Peru (ein Flug nach Lima ab Amsterdam oder Madrid dauert um die zehn/elf Stunden) innerhalb des Landes sehr gut und unkompliziert reisen kann, und die grössten Sehenswürdigkeiten verkehrstechnisch recht angenehm erschlossen sind.

Peru Reiseblog

Wer also bereit ist bzw. das Budget dafür hat, eine zehnstündige Busfahrt durch einen einstündigen Flug zu ersetzen (was ich generell nur empfehlen kann), der kann locker einige der schönsten Ziele in Peru in zwei Wochen absolvieren.

Folgend also, als Vorschlag und Inspiration, eine Zwei-Wochen-Tour durch Peru und eine dreiwöchige Variante. Da ich das Land mittlerweile ganz gut kenne und hier im Südamerika bzw. Peru Reiseblog oft thematisiere, weiß ich aus eigener Erfahrung, was in Peru geht und was nicht.

Vorweggenommen: Du musst keine Gruppenreise mit Guide buchen, Peru schaffst du alleine zu organisieren, es ist wirklich nicht schwer.

Alles zum Thema Flüge nach Peru steht hier, die Info zum Flughafen Lima hier, alles zum Thema Inlandsflüge in Peru findest du hier!

 

Peru Traveller

Zwei Wochen Peru – so gehts

Erster bis 3. Tag: Ankommen in Lima. Chillen in den ruhigen Stadtteilen, zu Fuß durch die Altstadt, Plaza de Armas und Kathedrale. Sonst gibt es eigentlich nicht so viel zu sehen in Lima. Gourmets finden ein fancy Restaurant mit irgendwelchen Fusion Sachen. Man kann hier schon abkürzen und nach einer Übernachtung Lima schon wieder Adios sagen. Was ich immer tue.

4. bis 6 Tag: Jetzt geht die eigentliche Reise los. Ab in den Bus und und zum eingrooven die achtstündige Fahrt nach Nazca. Dort die berühmten Nazca Linien bewundern, das geht am besten per Kleinflugzeug.

6. Tag: Und weiter nach Arequipa, der wunderbaren Stadt am Fuße des Vulkans El Misti. Mit dem Bus ab Nazca sind es ca. zehn Stunden Fahrt bis Arequipa.

7. und 8 Tag: Chillen in Arequipa. Wunderbare Altstadt, einen tollen Markt für Kunsthandwerk, Craft Bier, und schon mal an die Höhe (2400m) akklimatisieren. Wer will, macht einen Ausflug zum Colca Canyon. Oder besteigt den Vulkan El Misti.

9. Tag: Von Arequipa nach Cusco. Ich würde fliegen (dauert nicht mal ne Stunde, kostet um die 100 Euro, tolle Aussichten in die Anden), der Bus braucht Ewigkeiten (10-12 Stunden).

10. und 11. Tag. Cusco, der einstige Nabel der Welt der Inkas. Eine fabelhafte Altstadt, hier kann man viel laufen und spannende Ecken der ganz wunderbaren Stadt entdecken. Cusco ist UNESCO Welterbe, und bietet auch allerhand Aktivitäten und Wanderungen, z.B. nach Sacsaywayman. Und das alles auf 3400m Höhe!

12. und 13 Tag: Machu Picchu. Der Höhepunkt einer jeden Peru Reise kommt zum Schluss. Man kann die von mir vorgeschlagene Runde durch Peru natürlich auch anders herum fahren. Mit Bus und Zug geht es von Cusco nach Aguas Calientes, dem Ort zu Füßen von Machu Picchu. Alle Details und Reisetipps liest du hier bei den Machu Picchu Profitipps.

Übernachten in Aguas Calientes, und morgens ganz früh auf den Berg hinauf, auf welchem Machu Picchu seit 500 Jahren steht. Am Nachmittag mit dem Zug zurück nach Cusco. Entweder dort zum Flughafen, oder noch mal übernachten und morgens den Flieger nach Lima nehmen

14. Tag: Rückflug ab Flughafen Lima nach Europa

Buchungstipps für eine selbstorganisierte Reise nach Peru

Was muss man für diese zweiwöchige Reise nach Peru organisieren? Den Interkontinental Flug natürlich, von Europa nach Lima. Die vier besten Flugverbindungen sind meiner Meinung nach:

  • Iberia, über Madrid
  • KLM, über Amsterdam
  • LATAM, über Madrid
  • Lufthansa, über Panama oder San Jose de Costa Rica oder Bogota, Kolumbien.

Die Inlandsflüge in Peru: Arequipa – Cusco und Cusco – Lima: Mit LATAM oder Avianca, buchbar auf deren Webseiten. Die Flüge kann man vorab aus Europa buchen, muss man aber nicht. Geht auch recht kurzfristig vor Ort in Peru, die Preise sind dann etwas höher, aber immer noch moderat. Entweder online auf den Webseiten der Fluggesellschaften buchen, oder in den örtlichen Reisebüros. Zwischen Cusco und Lima fliegen noch Peruvian. LC Peru, StarPeru und Viva Air.

Die Busfahrten würde ich vor Ort in Peru organisieren, einfach zum Busterminal laufen einen oder zwei Tage vorher, und die besten Tickets kaufen.

Die Zugfahrt nach Machu Picchu kann man ebenfalls vorab und direkt bei PeruRail, online, buchen und kaufen. Habe ich auch schon gemacht, funktioniert! Man benötigt eine Kreditkarte zum Bezahlen.

Übernachtungen: Ich buche die ersten Übernachtungen im Land meistens online und vorab, danach nur noch, wenn ich im Land bin. Die Auswahl an Hotels in allen Preisklassen, vom dorm room oder Hostel bis zum Fünfsterne – Hotel ist reichhaltig in Peru. Die üblichen Hotelbuchungsseiten wie z.B. Expedia oder booking sind super dafür.

Aktivitäten: In Arequipa die Besteigung diverser Vulkane sowie die Fahrt zum Colca Canyon würde ich vor Ort buchen, in den dortigen Agenturen oder im Hotel. Der Eintritt zu Machu Picchu sowie die Tickets für den Pendelbus von Aguas Calientes hinauf zum Weltwunder kauft man am besten vorab in Cusco. Den Flug in Nazca würde ich auch in Nazca selbst buchen.

Unterwegs in Peru

Drei Wochen Peru

Wer die oben geschilderte Peru Reise in zwei Wochen absolviert, hat vielleicht doch noch eine Woche mehr Zeit, und es lassen sich sehr einfach noch ein bis zwei Ziele dazu addieren. Von Cusco oder von Lima kann man umstandslos die folgenden Optionen in eine weitere Woche in Peru packen:

Eine Woche Peru: Trujillo mit UNESCO Welterbe Chanchan, an den Strand bei Huanchaco.

Im entspannten Trujillo kann man eine schöne Altstadt besuchen, und fernab den Touristenströmen wie in Cusco den Alltag in einer peruanischen Stadt erleben. Trujillo bietet zudem zwei sehr spektakuläre Sehenswürdigkeiten aus präkolumbianischer Zeit auf, nämlich die komplett aus Lehmziegen erbaute alte Stadt Chan Chan, den Drachentempel und die beiden riesigen Tempelanlagen der Mochica, Sonne- und Mondtempel. Diese alten Bauwerke sind mehr als spektakulär, sie sind einzigartig, und ihre Lage in der steinigstaubigen Wüstenlandschaft schon sehr exotisch.

Wer surfen oder baden will, kann dies in Huanchaco tun, einem kleinen Ort an der Küste, unweit von Trujillo entfernt.

Nächstgelegener Flughafen: Trujillo, Peru. Flüge von/nach Cusco und Lima direkt, ansonsten gute Umsteigeverbindungen über Lima

 

Eine Woche Peru: Iquitos und der Amazonas Regenwald

Ebenfalls einfach machbar: Nach Iquitos im Norden von Peru fliegen (es gibt keine Straße dorthin, mit Bus ist also nicht) und dort eine sehr spannende Zeit im Regenwald des Amazonas Tieflandes verbringen. Iquitos liegt am Amazonas, es gibt um die Stadt herum aber noch weitere Flüsse, und die ganze Gegend, der Regenwald, das Fluss-system, ist mehr als faszinierend. Iquitos ist geprägt von seiner einstigen glorreicheren Vergangenheit aus den Zeiten des Gummibooms. Bevor Gummi künstlich hergestellt wurde, waren die Gummibäume des Regenwaldes der Quell dieses Naturstoffes. Und Iquitos Heimat der Gummibarone. Jetzt ist die Stadt ein mehr als interessantes Pflaster, Ausgangspunkt von Wanderungen, Ausflügen, Besuch von Ddschungellodges im Amazonas Regenwald. Wer Abenteuer mag, nimmt ein Schnellboot den Fluss hinab und bleibt ein paar Tage in einer der kleinen Gemeinden dort. Oder fährt weiter bis nach Kolumbien oder Brasilien.

Weitere Peru Optionen

  • In die Berge nach Huaraz: In den Anden wandern und die Bergwelt mit Perus höchstem Gipfel, dem Huascaran mit mehr als 6700m Höhe, bestaunen. Flug von/ab Lima nach Huaraz, Busse fahren natürlich auch. Huaraz ist das Outdoor Mekka des Landes.
  • Den Inka Trail wandern: Geht nur ab Cusco, muss man recht lange vorab anmelden. Dauert vier bis fünf Tage, Preis bei ca, 400 Euro, Anbieter vor Ort in Cusco um die Plaza de Armas.
  • Von Cajamarca über Kuelap nach Tarapoto: Von der historischen Stadt Cajamarca, in welcher einst Francisco Pizarro auf die Inka traf, fährt man mit dem Kleinbus on Richtung Osten zur spektakulären Festung der Chachapoyas nach Kuelap. Von dort hinab in das Amazonas Tiefland nach Tarapoto und noch einige Tage im Regenwald verbringen
  • In den Regenwald bei Puerto Maldonado: Von Cusco gibt es eine Flugstrecke nach Puerto Maldonado, eine Stadt an einem Zulauf des Amazonas. ein Besuch des Manu Nationalparks ist ab hier möglich. Ebenfalls gibt es zahlreiche tolle Dschungellodges im Umkreis der Stadt.
  • Nach Puno zum Titicaca See und weiter nach Bolivien. Einfacher Trip von Cusco ausgehend. Mit dem Bus über die Hochebene der Anden bis nach Puno an den Titicacasee auf 3800m Höhe. Das geht an einem Tag, man fährt über einen 4.000m hohen Pass, und einige Anbieter machen Pausen an ultraspannenden orten wie alten Inkatempeln. Mehr dazu hier in meinem Reisebericht Cusco – Puno. Von Puno zurückfliegen nach Lima, oder weiter bis La Paz in Bolivien, einer ziemlich interessanten Stadt!
  • Die Topp Sehenswürdigkeiten in Peru bei VisitPeru
Only in Peru! Inca Kola. Ein unvergesslicher Geschmack!
DC Loew
Dabei sein

DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!