Perus Norden: Reise- Highlights

Im Norden von Peru: Reisetipps und Sehenswürdigkeiten im nördlichen Hochland

Der Norden Perus ist, also die Gegend ab Lima nordwärts, ist anders als der Süden des Landes, touristisch nicht sehr stark frequentiert. Bietet aber dem abenteuerlustigen Reisenden in diesem Teil Südamerikas einige sehr lohnenswerte und spektakuläre Sehenswürdigkeiten, historische und natürliche Highlights, romantische alte Städte, die Wüste, die Bergnebelwälder des nördlichen Hochlands der Anden als auch den Amazonas-Regenwald des östlichen Tieflands.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Norden des Andenstaats sind:

  • Trujillo: Koloniale Altstadt, präkolombianische Lehmstadt Chan Chan (UNESCO Welterbe) sowie die Tempel der Moche-Kultur
  • Cajamarca: Koloniale Altstadt, Bäder und Thermalquellen der Inka, Höhenstrasse über die Anden
  • Kuelap: Festung der Chachapoya-Kultur auf 3000m Höhe, sowie Perus einzige Seilbahn
  • Chachapoyas: Koloniales Städtchen im Hochland, Kaffeekultur, Gocta Wasserfall
  • Leymebamba: Bergnebelwälder, Kolibris, Relikte der Chachapoya-Kultur
  • Chiclayo: Königsgräber von Sipan sowie das Museo Tumbas Reales del Señor de Sipán in Lambayeque.

Mit anderen Worten: Der Norden Perus mag unbekannter sein als Cusco und Machu Picchu im Süden, ist aber als Reiseziel mit ausgesprochen spannenden kulturell-historischen als natürlichen Highlights ausgesprochen zu empfehlen.

Lies im folgenden Reiseblog-Artikel, warum das so ist!

  • Iquitos und das Amazonas-Tiefland ist zwar auch nördlich von Lima, Info über diesen Teil des Landes, den Amazonas und den Regenwald findest du aber im vorigen Link.
Perus Norden: Highlights
Perus Norden, die schönsten Sehenswürdigkeiten

Trujillo: Metropole des Nordens von Peru

Trujillo ist die drittgrösste Stadt Perus, nach Lima und Arequipa, mit ca. 1. Mio. Einwohner in der Metropolregion und Hauptstadt der Region La Libertad. Die Stadt wurde 1535 von den spanischen Eroberern gegründet und nach Francisco Pizzaros Geburtsort, dem spanischen Trujillo in der Extremadura, benannt.

Trujillo ist ziemlich weitflächig und liegt direkt am Meer des pazifischen Ozeans in der sehr trockenen und staubigen Küstenwüste. Für Besucher interessant sind drei sehr sehenswerte Highlights: Die koloniale Altstadt im historischen Zentrum um die Plaza de Armas und die gelbe Kathedrale. Trujillos koloniales Zentrum bietet dem Reisenden Restaurants, Hotels, Hostals, Supermärkte und sogar eine richtige Fussgängerzone. Die aus Sand und Lehm gebaute Stadt Chan Chan war einst vor der Eroberung durch die Inka eine der grössten Metropolen Amerikas und ist absolut beeindruckend.

Kathedrale von Trujillo
Trujillo Nordperu: Die Kathedrale

Fast noch sensationeller sind zwei weitere präkolombianische Sehenswürdigkeiten, die riesigen aus Lehmziegeln erbauten Tempelanlagen der Moche-Kultur, zwei der grössten Bauwerke Amerikas, welche vor der Ankunft der Spanier in Südamerika errichtet wurden. Der Mond- und Sonnentempel, in Europa relativ unbekannt, sind für mich mit die beeindruckendsten Bauten des nördlichen Perus. Das Museum neben den beiden Mochetempeln ist ebenso Klasse und unbedingt einen Besuch wert, hier gibt es Relikte der Tempelbauer sowie Mumien zu bestaunen.

  • Alle Highlights in Trujillo kann man mit einer organisierten Tour an einem oder zwei Tagen besuchen, das ist auch zu empfehlen, man lernt viel und braucht sich nicht selbst um den Transport kümmern.

Mehr Details zu Trujillo findet ihr hier im Peru-Reiseblog.

Cajamarca: Im nördlichen Hochland der Anden

Die alte Stadt Cajamarca ist die Metropole des nördlichen Hochlands und liegt auf mehr als 2700m Höhe. Das Klima ist entsprechend bergig möchte ich sagen, eher frisch und montan. mit nicht mal 200.000 Einwohner ist die Stadt ruhig und angenehm, wirkt sehr authentisch und untouristisch.

Im Norden Perus: Cajamarca
In den Bergen des nördlichen Perus: Panorama von Cajamarca

Hier tragen viele Peruaner die traditionelle Kleidung der Anden. Für Besucher gibt es sehr schöne Hotels rund um die malerische Plaza de Armas. Ganz in der Nähe des zentralen Platzes und der Kathedrale befindet sich auch die grösste Sehenswürdigkeit der Stadt, die Cuarto del Rescate. Dies ist eines der wenigen originalen Inkabauten, hier hielten die spanischen Eroberer 1536 den Inkaherrscher gefangen. Und man kann sich fast denken, dass diese Geschichte nicht gut für ihn ausging.

Cajamarca ist die ideale Ausgangsbasis für weitere Entdeckungen im Norden Perus: Von hier fährt man nach Kuelap, Leymebamba und Chachapoyas über eine magenumdrehende Strasse in den Bergen. Oder man nimmt den Bus in Richtung Küste nach Trujillo und Chiclayo. Rund um Cajamarca gibt es tolle Ausflugsziele wie den Tempelkomplex Kuntur Wasi oder die bereits von den Inka benutzten Thermalquellen.

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Felsenfestung Kuelap und Perus einzige Hochseilbahn

Für mich mitAbstand das grösste Highlights im Norden von Peru ist die Festung Kuelap, ein mächtiger Klotz aus Fels und Mauerwerk, errichtet auf einem Berggipfel auf 3.000m Höhe. Erbauer war das Volk der Chachapoya, welche Kuelap zwischen 900 und 1400 errichtete. Über das Örtchen Nuevo Tingo kann man die Bergkuppe mittels Perus 2017 erbauter einziger Seilbahn erreichen.

Peru: Seilbahn nach Kuelap
Perus einzige Seilbahn! Nach Kuelap, ab Nuevo Tingo.

Die Anden des Nordens sind eine magische Landschaft: Natur- und Kulturlandschaften wechseln sich ab, Papayabäume werden von Kolibris umschwirrt, dazwischen Relikte der Chachapoyakultur, kein Mensch spricht mehr Englisch, und Peru ist sehr bei sich und authentisch und liebenswert.

Festung Kuelap im nördlichen Hochland
Kuelap im Norden Perus

Mehr darüber wie man Kuelap am besten besucht, über das Örtchen Nuevo Tingo zu Füßen der fabelhaften Festung und zu den Eintrittspreisen und Übernachtungsoptionen hier im Peru-Blog.

Leymebamba: Im Herzen des nördlichen Hochlandes.

Wer mit dem Bus ab Cajamarca über die magenbelastende Strasse durch die Berge fährt, erreicht nach neun Stunden den malerischen kleinen Ort Leymebamba. Hauptattraktion ist das Museo Leymebamba mit vielen erstaunlichen Artefakten der Chachapoya-Kultur, u.a. mit diversen Mumien. Man kann dort von der Ortschaft hinlaufen. Aber Achtung: du befindest dich hier auf fast 3.000m Höhe. Trotzdem sind die Berghänge grün und tropisch bewaldet, und es gibt Kolibris.

Leymebamba ist ein wunderbarer Ort um die Andenkultur im Norden Perus noch recht unverfälscht kennenzulernen. Zwischen Cajamarca und Kuelap liegend, macht es einen hervorragenden Zwischenstop, denn es hat einige sehr nette Hotels und Unterkünfte zu bieten, sowie kleine Supermärkte für Selbstversorger, Restaurants und sehr nette Bewohner.

Bergpanorama mit Nebelwolken im nördlichen Peru
Perus Norden: Über die Anden
  • Mein Reisebericht aus dem bezaubernden Leymebamba, wie man hinkommt sowie mein Hoteltipp zur Übernachtung, hier im Reiseblog.

Chachapoyas: Im Land des Kaffees, Gocta Wasserfall, Kuelap

Der Gocta Wasserfall ist um die 700m hoch und liegt ca. 20km nördlich der sehr angenehmen und pittoresken Provinzhauptstadt Chachapoyas. Man kann von dort zum Wasserfall mit einer geführten Tour kommen, so wie man ebenfalls Tagestouren nach Kuelap als auch Leymebamba fahren kann.

Der Gocta Wasserfall zählt zu den höchsten Wasserfällen des Planeten, und ist als touristisches Ziel noch relativ neu, da er erst 2002  „entdeckt“ wurde. Vom Punkt wo die Tourbusse halten muss man noch mal zwei Stunden bis zum Katarakt durch eine wildromantische Bergwelt wandern.

Markthalle Chachapoyas
Markthalle von Chachapoyas

Chachapoyas ist mit seinen 30.000 Einwohnern eine tolle Ausgangsbasis für Ausflüge in die Umgebung. Für mich ist dieses nette Städtchen (welches bereits 1538 gegründet wurde) auf einer Höhe von 2400 Meter ü. NN so etwas wie die Quintessenz des nördlichen Perus: Freundlich, ruhig und zurückhaltend, mit einer kolonialen Altstadt, einer trubeligen Fußgängerzone und einer hübschen Plaza de Armas.

Es gibt sehr authentische Restaurants, wo man für kleines Geld sehr gut essen kann. Dort laufen dann im Fernsehen türkische Soap-Operas, und alle schauen zu. Chachapoyas hat mit seiner Ruta del café eine tolle Marketingidee umgesetzt, auf dieser Route durch die Stadt kann man Verkaufsräume und Cafés besuchen, wo Fincas und Kaffeefarmen aus der Gegend ihre Produkte anbieten. Das ist für Kaffeeliebhaber wirklich toll, und man sollte sich für den single origin Kaffee aus der Region etwas Platz im Gepäck halten.

Chachapoyas ist definitiv off the beaten track, so viele Besucher verirren sich nicht in diesen Teil von Nordperu.

Tarapoto: So geht Regenwald

Wenn man einen der kleinen Busse von Chachapoyas aus nimmt und acht Stunden von den Bergnebelwäldern der Anden nach Osten in das Amazonastiefland fährt, gelangt man nach Tarapoto.

Dieses kleine Städtchen liegt inmitten des gewaltigen Amazonas-Regenwaldes, und ist Ausgangsbasis für Ausflüge in diesen fantastischen Lebensraum. Man kann eine Schokoladenfabrik besuchen und viel über den Anbau von Kakao lernen. Oder eine Zigarrenfabrik aufsuchen und ebenso viel über die Produktion von Tabak zu Zigarren lernen.

Oder man fährt von Tarapoto, welches man von Lima übrigens direkt anfliegen kann, nach Yurimaguas. Dort kann man, auf einem Zufluss des Amazonas, bis ins peruanische Iquitos auf einem Boot fahren, und wer will bis nach Manaus in Brasilien oder sogar bis zur Mündung des Amazonas im Atlantik. Aber das wäre eine ganz andere Reise und Abenteuer!

Tarapoto Fakten: Die Stadt hat ca. 75.000 Einwohner und ist wichtigste Stadt der Region San Martin. Sie liegt an der Longitudinal de la Selva, diese Straße verbindet die pazifische Küste Perus mit dem Amazonasbecken. Das Klima bzw. Wetter in Tarapoto ist definitiv tropisch.

  • Alles über Tarapoto, Ausflüge, die Anreise, Kosten und Infrastruktur vor Ort hier im Reisebericht.
Tarapoto Peru Regenwald: Highlights des Nordens
Blick in den Dschungel bei Tarapoto, Nordperu

Chiclayo: Ausgangsbasis für eine Nordperu Rundreise

Chiclayo ist die nördlichste der hier erwähnten Städte, und befindet sich (fast) an der Küste des Pazifik, 200km nördlich von Trujillo. Ich würde eine (Rund-)Reise durch den Norden von Peru hier beginnen. Man erreicht Chiclayo per Flugzeug direkt von Lima. Die touristischen Highlights des bereits 1560 gegründeten Orts sind die Museen und archäologischen Ausgrabungsstätten und Artefakte der Mochica-Kultur.

Am bekanntesten ist das freigelegte Grab und Mumie des sogenannten „Herr von Sipan“, welches sich in Lambayeque im Königsgräber Museum Museo Tumbas Reales del Señor de Sipán befindet. VisitPeru hat dazu einige gute Info und Fotos.

Ebenso spektakulär sind die Pyramiden von Tucume, eine weitere präkolumbianische Ausgrabungsstätte ersten Ranges.

Herumkommen im nördlichen Peru, Routenvorschlag für eine zweiwöchige Reise

Man kann Nordperu in zwei Wochen ganz gut bereisen, und alles vor Ort organisieren. Eine langfristige Reiseplanung vorab ist meiner Meinung nach nicht notwendig. Allerdings würde ich die Anreise ab Lima nicht per Bus machen, das dauert zu lange. Inlandsflüge in Peru sind super organisiert und erschwinglich. und so könnte eine Reise durch den Norden aussehen:

Start in Chiclayo. Besuch der Museen, dafür reichen ein paar Tage. Am besten per Flieger ab Lima nach Chiclayo, das spart Zeit und eine mühselige Busfahrt.

Mit dem Bus dann von Chiclayo nach Süden, nach Trujillo. Dort kann man Kultur und Historie geniessen, oder auch surfen gehen. Nach ein paar Tagen würde ich den Bus nach Cajamarca nehmen, es geht in die Berge.

In und um Cajamarca gibt es so einiges zu sehen und zu erleben, drei bis vier Tage dort würde ich mir Zeit nehmen. Dann wieder per Bus und acht Stunden nach Leymebamba in das Herz des nördlichen Hochlandes. Dort chillen und den Kolibris beim Summen zuschauen. Oder wandern zu den Felsengräbern in der Gegend.

Von Leymebamba geht es per Sammelbus nach Nuevo Tingo (zwei Stunden) , dort zwei Übernachtungen einplanen und am Tag zwischen den beiden Nächten die fantastische Festung von Kuelap besuchen. Sonnenschutz nicht vergessen!

Von Nuevo Tingo gehts per Bus (2 Stunden) weiter nach Chachapoyas. und von dort nach Tarapoto. Hier kann entweder, wer keine Zeit mehr hat, easy nach Lima zurück fliegen. Oder per Boot nach Iquitos fahren.

Tarapoto Airport
Flugfeld des Flughafens Tarapoto mit Airbus von Latam

Währung, Kosten, Geld unterwegs, Reiseplanung

Die Währung in Peru ist der Nuevo Sol. Es gibt auch in kleineren Orten meistens Geldautomaten, aber dass sie funktionieren, darauf sollte man sich nicht verlassen. Wer nach Leymebamba oder Nuevo Tingo fährt, sollte genug Bargeld dabei haben. Und eine Kreditkarte, um Bargeld aus den Automaten zu erhalten. Europäische Cirrus-Bankkarten funktionieren in Südamerika eher selten bis nie, man braucht auf jeden Fall eine Kreditkarte bzw. eine Debitkarte von Mastercard oder Visa.

Der Norden Perus ist relativ preiswert. Übernachtungen gibt es in dorm rooms in Hostals schon ab zehn Euro. Ein Doppelzimmer in einem ok Hotel kostet um die 50/60 Euro, schöne Hotels dann ab 70/80 Euros.

Man braucht für diesen schönen Teil Südamerikas nicht lange vorausplanen: Die touristische Infrastruktur ist wenig benutzt, aber vorhanden. Diese Gegend ist definitiv touristisch kein Massenziel wie der Süden von Peru mit Cusco, Arequipa, dem Colca Canyon und natürlich Machu Picchu.

Beste Reisezeit für Perus Norden, Kleidung für diese Reise

Die oben skizzierte Reiseroute mit den Highlights des Nordens umfasst mehrere Klimazonen: Die Küste des Pazifik und die Küstenwüste (Chiclayo und Tarapoto), das Hochland der Anden (Cajamarca, Leymebamba, Kuelap, Chachapoyas) und das Amazonas Tiefland östlich der Anden (Tarapoto).

An der Küste und im Regenwald ist es warm bis sehr warm (30 Grad), in Tarapoto gibt es eine Regenzeit zwischen Dezember und März/April. In den Anden ist es eher frisch und regnerisch, mit teilweise starker Sonneneinstrahlung. Der wenigste Niederschlag fällt in Cajamarca in den Monaten Mai bis Dezember. Die durchschnittlichen Temperaturen bewegen sich dort das ganze Jahr über zwischen 8 und 20 Grad.

Meiner Meinung nach kann man Nordperu ganzjährig bereisen, man sollte Kleidung für warme Zonen mitnehmen, aber auch für die Berge einen Fleecepullover, Longsleeve, lange Hosen, sowie eine leichte Regenjacke.

Das wichtigste ist der Sonnenschutz (Kappe/Mütze, sowie Sonnenbrille).

Noch mehr Reisetipps für den Norden Perus in diesem Reiseblog

dc
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