Roadtrip Italien: Venedig Lucca Turin. Ein Reisebericht.

Roadtrip Italien: Eine Rundreise per PKW von Venedig über Perugia und Lucca nach Turin

Reisen in diesen Zeiten ist einfach anders. Es beginnt schon mit Titel dieses Reiseberichts. Zuerst überlegte ich, was genau diesen Roadtrip in Italien im Sommer 2021, also den zweiten Corona-Sommer, denn eigentlich ausmacht? Was ist die innere und äußere erzählerische Klammer, das Thema, der Titel, der Fokus und Sinn dieser Reise? Oder anders gesagt: worum geht es? 

Roadtrip Italien

Das ist mein Italien Roadtrip im Sommer 2021 : Von falschen Erwartungen und der Suche nach Italiens Markenkern

Die nüchternen Fakten bzw. Eckpunkte des Roadtrip Italien sind diese: 

  • Reiseform: Roadtrip – mit einem PKW, geliehen.
  • Dauer: 14 Tage, zwei Personen.
  • Beginn: Venedig, Ende: Turin. Aber immer: Bella Italia.
  • Die Route und somit die Top Sehenswürdigkeiten: Venedig – Perugia – Arezzo – Lucca – Parma – Turin.
  • Anreise nach Italien: Per Flug Frankfurt nach Venedig Marco Polo, mit Lufthansa. Abreise ab Turin mit Air Dolomiti. (Gabelflug)
  • Unterkünfte unterwegs: alles 4-Sterne Hotels, gebucht per Booking.
  • Organisation der Reise: Selbst durchgeführt, mit Direktbuchung bei Lufthansa und Sixt.
  • Bucket List Potenzial: Definitiv hoch! (Ok, das ist natürlich kein nüchterner Fakt)
  • CO2 Ausgleich von Flügen und Fahrzeug: vollständig geleistet per Atmosfair.

Sind das Thema dieses Roadtrips Bella Italia die historisch-pittoresken italienischen mittelalterlichen Stadtzentren, in Venedig, Lucca, Perugia? Ist es die ewig wunderbare und seit 700 Jahren unendlich beschriebene und zuweilen unerträglich überlaufene Lagunenstadt Venedig? Ist es das nomadenhafte Unterwegssein, das etwas ziellose Sich-Treiben-Lassen, das planlose Flanieren, das Herumstreunen, das Ignorieren von Must-Dos und dem perfekten Abhaken von Sehenswürdigkeiten und Highlights, was doch genau unsere Art des Reisens, diesen Reiseblog und einen solchen Roadtrip auszeichnet?

War ich auf der Suche nach dem wahren Italien, dem Herzen dieses fabelhaften herzlichen und unbedingt wunderbaren Landes? Ging es um das Finden des eigentlichen Charakters dieses Landes, seines Markenkerns – wie es Werber oder Brandmanager ausdrücken würden –  also einer all inclusive Reise mit Dolce Vita, Casanova, Pizza, Pasta, Lavazza, Fiat und Juventus, dem “echten”, authentischen und unverfälschten Italien? Eines nationalen Markenkerns, eines Brandings, welches die Nation ja liebevoll ausstellt und pflegt, sich ständig darauf referenziert und mitnichten versteckt.

Roadtrip Italien: Die Route
Roadtrip Italien: Von Venedig nach Turin. Über Perugia, Arezzo und Lucca.

Oder geht es einfach darum, ob und wie in diesem zweiten Sommer 2021 der Covid-Pandemie unbeschwert – so wie früher – verreist werden kann? Und was wäre dann der Unterschied zum Roadtrip Italien  des vergangenen Jahres, dem ersten pandemischen  Sommer und einer spätsommerlichen Reise ebenfalls im Norden Italiens? Was war der Unterschied zwischen diesen beiden Unternehmungen? 

Letztlich, und das spiegelt meine Art des Reisens wider: Ich habe wie üblich nichts gesucht, nichts erwartet, und wusste natürlich vorher, dass es Wahrheiten und Authentisches auf Reisen in den Zeiten des Overtourism und der Postpandemie gar nicht geben kann, es sie nie gab.

Wie immer, lautete auch diesmal mein Motto: No busco nada. Ich suche nichts. Davon abgesehen, Italien braucht auch keine Erwartungshaltung. Es ist und bleibt eines der angenehmsten, schönsten und freundlichsten Reiseländer dieses Planeten. Reisen in Italien stellen doch fast immer einen Idealzustand dar: Einzigartige Sehenswürdigkeiten von Weltrang (siehe den Roadtrip nach Ferrara und Padua), die italienische Küche, die freundlichen Menschen, die Top-Infrastruktur des Landes, die hohe Qualität der touristischen Einrichtungen, hier ist alles stimmig und gepflegt, das Reisen fast zu einfach, ein fröhliches unbeschwertes Kinderspiel.

Und was Erwartungshaltungen auf Reisen prinzipiell angeht: Ich habe keine. Ich möchte offen sein und mir die Fähigkeit bewahren, zu staunen und neugierig zu bleiben. Enttäuschungen auf Reisen sind etwas für Pauschaltouristen, die den Katalog nicht genau gelesen haben

Dafür aber möchte ich auf Reisen allerhand Erlebnisse, Bilder, Gefühle und Geschmäcke und Erinnerungen sammeln, und im Herzen und ggf. der Kamera bewahren.

Roadtrip Italien

Als Erkenntnis des aufgeweckten, aufgeklärten und sensiblen Reisenden (ja, ein eitles Selbstbild, ich weiß) steht mein Fazit:

Italien bleibt Italien, Pandemie hin. Covid her. Egal ob Roadtrip oder Rundreise. Die Menschen dieses Landes sind das wahre und einzig lohnende Reiseziel. Und dies ist unabhängig von den Orten, welche man in Italien besucht. Und ja, das Land hat das Potenzial, eine Art Freiluftmuseum seiner selbst zu sein, im Angesicht seiner unzähligen historischen Schätze, antiker und barocker Gebäude, Museen, modernen Hotels in alten Gemäuern, seiner Küche und  Kultur und Eleganz. Als Italienreisender muss man nahezu andauernd vermeiden, den romantischen Klischees diese Landes ständig zu erliegen, aber dies ist  kaum möglich, das schafft Italien selbst nicht. Bella Italia ist ewig und bleibt es auch, in den besten Momenten ist das Land ganz bei sich, und fröhliches Abbild seiner Klischees. Wie kann man Italien nicht lieben?

Der Roadtrip beginnt per Boot: 500 Jahre Tourismus und es geht schon wieder los: Venedig

Begonnen haben wir diese Italienreise ganz klassisch – in Venedig. Und ja, es ist schon etwas ironisch, einen Roadtrip in Italiens Stadt ohne Straßen zu beginnen. Da diese historische Perle die letzten Jahre eigentlich ganzjährig von Touristenmassen überrannt wurde, unterließen wir den Besuch in einer von Europas Top-Sehenswürdigkeiten bis dahin.

Aber nun gaben uns die Auswirkungen der Corona-Pandemie einen guten Grund, die alten Lagunenstadt aufzusuchen. Venedig ohne Besucher aus Asien, den USA, Russland und dem Rest der Welt, das schien ein verlockendes und lohnendes Versprechen. Und, obwohl ich schon oft in Italien war, sogar dort bereits gearbeitet habe, in Venedig war ich nie gewesen.

Ein weiterer Grund dafür war übrigens auch die für mich absolut schreckliche Hotelauswahl venezianischer Herbergen im Casanova-Gedächtnis-Fake-Barock Stil: Goldene Kristall-Lüster, die Zimmer vollgestellt mit billigen braunen Schränken und Kommoden welche als Double fungieren für das, was sich neureiche Russen unter venezianischen Möbeln vorstellen mögen, sowie plüschigste Teppiche überall. 

Roadtrip Italien: In den Gassen Venedigs
Immer wieder überraschende Panoramen: Venedig Dorsoduro

Zum Glück fand sich diesmal ein modern und nüchtern-sachlich eingerichtetes Haus der NH Gruppe (Affiliate Link) im etwas angenehm abseits des Massentrubels gelegenen Stadtteils Dorsoduro, in welchem wir logieren konnten ohne Gefahr zu laufen, unheilbar an Geschmacksverirrung zu erkranken. 

Und wie es sich für eine zünftige Anreise in die Stadt an der Lagune gehört, sollte diese auf der letzten Etappe, also ab dem Flughafen,  per Boot geschehen. Was in Venedig an sich auch relativ einfach ist, und tatsächlich direkt vom internationalen Flughafen – mit dem schönen Namen Marco Polo – aus  möglich ist. 

Roadtrip Italien: Tickets für das Boot
Boote und Busse. Das muss Venedig sein.

Die Tickets für die Alilaguna-Boote kann man an Automaten direkt in der Gepäckhalle kaufen (siehe Foto, bezahlen mit Kreditkarte), und ein gut ausgeschilderter und überdachter Weg führt von der Ankunfts- in die luftige Bootshalle – und von welchem Flughafen dieser Welt, der nicht auf einer Insel liegt, lässt sich schon mit einem Boot aus weiterreisen?

Es gibt drei unterschiedlich farblich gekennzeichnete Bootslinien, welche die Lagunenstadt und ihre Stadtteile auf festgelegter Strecke und mit deutlich markierten Haltestellen anfahren. Für die Anreise in den venezianischen Stadtteil  Dorsoduro war dies die orangefarbene Linie und die Haltestelle mit dem schönen Namen Ca Rezzonico. Von dort waren es dann noch ca. zehn Minuten Fußmarsch zum Hotel, durch kleine Gassen, verschlungene Wege und ein halbes Dutzend Treppen und Brücken. (Zur Webseite des Linienverkehrs mit Alilaguna hier entlang)

Die Bootsfahrt vom Flughafen Venedigs dauert ca. eine Stunde, führte an Murano und Cannaregio vorbei, gelangt auf den Canal Grande und unter der Rialto-Brücke hindurch, und ist ein spektakulär-bewegendes Schauspiel für sich (siehe hier ein kurzes Video davon). Tatsächlich blieb mir bei der Einfahrt in den Canal Grande für kurze Zeit, jedenfalls für nicht länger als 20 Minuten sicherlich, alle Spucke weg und die Kinnlade weit offen. 

Dem geneigten Besucher offenbart sich diese einmalige Stadt in einem Schauspiel barocker Grandezza, der Kanal, die vielen Gondeln und Boote, die schmucken Häuser und Brücken – Venedig verspricht nie zu viel, es hält immer mindestens alle seine Klischees ein, und verblüfft darüber hinaus mit spielender Leichtigkeit und graziler Verve. 

Die alte Stadt ist beeindruckend schön, ein stimmiges Ensemble von Farben und Formen, Geschichte in jedem Winkel und dem bröckelnden Putz der alten Paläste und bunten Booten im spiegelnden Wasser, ein Perpetuum-Mobile an evozierten Bildern, die ein jeder schon im Kopf hat, und deren Abgleich mit dem Jetzt und der Wirklichkeit für frohe Verblüffung und reine Freude sorgt, auch beim abgebrühtesten Traveller.

Aber das Tollste an Venedig: Es ist eine Stadt der Fußgänger (und natürlich der Boote). Keine Radfahrer, keine Tretroller, keine rücksichtslosen pedalierenden Idioten auf dem Gehweg. Mit anderen Worten: Der Flaneur kann ohne Gefahr für Leib und Leben den Gassen und Boulevards versunken folgen.

Venedig, klassisch.
Der Canal Grande von der Rialtobrücke aus fotografiert. Rechts und Links von mit Hunderte Menschen mit Selfiesticks und Handys. Dieses Foto: Canon EOS R mit Canon Objektiv 17-14

Italiens urbaner Traum für Flaneure: Was macht man denn so in dieser Stadt?

Venedig sollte ein jeder für sich selbst entdecken, einfach mal loslaufen und schauen. Oder das nächste Boot nehmen. Ich gebe nur zwei Tipps, ansonsten ist das Netz leider voll mit völlig redundanten Reisetipps für diese wunderbare Destination wie “Das musst du in Venedig gesehen haben” und “Das perfekte Wochenende in der Lagunenstadt”.

So etwas wird es in diesem Reiseblog nicht geben. Hier muss man gar nichts. Tipp 1 zur freundlichen Beachtung oder auch nicht: Ein Café auswählen, Hinsetzen und Espresso trinken und den anderen Touristen beim mühevollen Abhaken ihrer Agenda zuschauen entspannt ungemein. Tipp 2. Wer das ziemlich unauffällige Gemälde bzw. Grafito bzw. streetart von Banksy aufsuchen möchte: Dieses ist in Venedigs Stadtteil Dorsoduro am nördlichen Ausgang des Campo Santa Margherita zu finden. Wenn man dort auf der Brücke steht, kann man das Kunstwerk bzw. Bild eines Flüchtlingsmädchens mit Fackel knapp über der Wasserlinie an einem verlassenen Gebäude entdecken.

  • Die Adresse für Banksys Bild in Venedig ist Campiello Mosca, 2, 30135 Venezia VE, Italien. Das NH Hotel Rio Novo, meine Hotelempfehlung für die Stadt, ist um die Ecke gelegen.
Roadtrip Italien
Italien Roadtrip ab Venedig: Das Graffito von Banksy versteckt sich hinter und oberhalb des Bootes, rechts vom Eingangsportal Das Haus ist leerstehend..

Venedig wird seit 500 Jahren besucht und beschrieben und besungen, Albrecht Dürer war hier und ließ sic inspirieren, Ernest Hemingway, Thomas Mann und Hunderte weitere Künstler, Autoren, Filmemacher ebenso. Ich muss in diesen elitären Chor nicht einstimmen, das wäre auch sinnlos und vermessen.

Ich kann nur eine nüchterne Ich-Botschaft vermitteln: Diese alte Stadt ist wirklich, trotz der vielen Besucher, unbedingt eine Reise wert. Atmosphäre, Architektur, Geschichte und Kultur an jeder kleinsten Ecke, das ist wirklich einmalig. Venedig wird die Kreuzfahrttouristen überdauern, den Overtourism unserer Zeit welcher wahrscheinlich nur ein paar Jahre nach der Pandemie den Stand von 2019 wieder erreicht haben wird, und wird zudem auch solche Besucher huldvoll  ignorieren, welche Weisswein und eine Sprite (sowas kann man sich nicht ausdenken) in einem Glas bestellen.

War es in Venedig in Coronazeiten im Sommer 2021 voll, Stichwort “Overtourism”? 

Mir fehlt der Vergleich – die Gassen und Straßen um bekannte Sehenswürdigkeiten wie der Markusplatz oder an der Rialtobrücke fand ich für meinen Geschmack als zu voll. Dutzende Menschen mit Selfiesticks.

Allerdings, die auch sehr pittoresken Gassen in etwas entlegenen Ecken wie in Venedigs Dorsoduro waren ziemlich leer. Positiv anzumerken ist, dass die venezianische Stadtverwaltung endlich die Einfahrt der unsäglichen Kreuzfahrtschiffe unmittelbar an der historischen Altstadt verboten hat. Jetzt ist es nur noch eine Abfolge weiterer kleiner Schritte um den Overtourism abzubauen, da muss man sich nur trauen. Ich würde Tagestouristen gar nicht mehr in den Stadtkern lassen, und die Übernachtungspauschalen deutlich erhöhen. So bliebe mehr Geld in der Stadt zum Erhalt derselben, bei gleichzeitiger Minimierung des touristischen Impacts. Venedig braucht keine Billigheimer und Sparbrötchen und Kreuzfahrttouristen. Es braucht hochwertigen Tourismus. Wie auch immer, die weltweite Pandemie sorgte dafür, dass Venedig leerer war als sonst, wenn auch nicht viel.

Diese Italienreise ist ein Roadtrip, mit dem Auto ab Venedig geht es weiter nach Perugia. Mietwagen holt man in Venedig auf dem Festland ab, im Stadtteil Mestre befindet sich ein Bahnhof und dort sind die Büros der meisten Autovermietungen. Ab der Lagunenstadt kommt man nach Mestre mit dem Zug (2 Euro) oder dem Taxi ab dem Hauptbahnhof (Festpreis 23 Euro).

Roadtrip Italien: Avanti Ragazzi
Der Roadtrip beginnt klassisch: In Venedig

Die Stadt der täglichen abendlichen Straßenparty: Perugia. Oder: Eiswürfel für die Goldfische

Im zweiten Sommer der Pandemie waren die Inzidenzen in Italien niedriger als in Deutschland, und die Autobahn von Venedig nach Süden entsprechend voll. Unser Ziel ist die Hauptstadt der Region Umbrien: Perugia. Von der Lagunenstadt sind es ca. vierhundert Kilometer und viereinhalb Stunden Fahrt, an Bologna vorbei, und dann über eine doch recht leere Landstraße in Richtung Perugia. 

  • Perugia ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz sowie der Region Umbrien, hat ca. 167.000 Einwohner, und ist seit der Antike bekannt und besiedelt. Die Stadt liegt ca. auf halber Strecke zwischen Florenz und Rom. Weitere sehenswerte Reiseziele in der Nähe sind Gubbio sowie das UNESCO Welterbe von Asisi.

Umbriens sehr lebendige und angenehme Hauptstadt liegt in einer hügeligen grünen Landschaft, und Perugia kann eine recht hübsche, sehr stimmige barocke Altstadt aufweisen. Mit einigen etwas angestaubten aber im wesentlichen ordentlichen Hotels im historischen Zentrum, welches sich um eine Fußgängerzone zentriert, welche ab dem Nachmittag zu prallem Leben erwacht – denn Perugia scheint abends geschlossen und in großen Gruppen jeden Abend dort zu dinieren. Dazu scheinen auch die beiden Universitäten der Stadt beizutragen. Viel studentisches Jungvolk war in lauten fröhlichen Gruppen unterwegs.

Mit anderen Worten: Gegen 20 Uhr sind alle Restaurants, Kneipen und Lokale, welche Sitze draußen anbieten, total überfüllt. Das Angenehme in Italien, wer nicht so spät abends essen möchte: Die meisten Lokale öffnen ihre Küchen so gegen sechs am Abend. Böse Zungen behaupten, nur für die deutschen und holländischen Besucher. 

Roadtrip Italien: Perugia
Roadtrip Italien: Blick von Perugias Altstadt in einen pittoresken Teil des Ortes.

Das Leben ist voller Widersprüche. Für mich das lästigste am Roadtrip ist: Das Auto. Denn wer mit dem Wagen nach Perugia fährt, muss dies in einer der zahlreichen Tiefgaragen am Rande der historischen Altstadt, abstellen. Kann dann aber, durch die riesigen und fantastisch umgebauten Gewölbe der mittelalterlichen Festung per Rolltreppe in die Altstadt auf der Spitze des Hügels fahren.

Perugia hat den PKW-Verkehr zu einem Großteil aus den Gassen der Altstadt verbannt und tüftelt weiter an einem zukunftsfähigen ÖPNV-Konzept, u.a. mit einer sogenannten vollautomatischen Minimetro, welche das Zentrum mit einem Vorort verbindet. Alleine dies zu beobachten und nachzuspüren fand ich sehr interessant, hier werden Blaupausen für ähnliche Städte entwickelt.

Perugia bot uns auch das unbeschwerteste Bild des ganzen Sommers: Die Goldfische im kleinen Teich der Piazza Italia. Genauer, deren Fütterung. Einige der lokalen Trinker kamen in allerbester Stimmung vorbei, um einen Sack nicht mehr zu nutzender Eiswürfel an die Goldfische zu verfüttern. Großes Hallo. Gelebte Tierliebe. Ja, es war ein heißer Tag gewesen!

Ausrüstung und Kleidung für unterwegs
Werbung: Hier bekommst du alles an Ausrüstung für deinen Roadtrip oder Campingtrip

Nächste Station auf unserem Roadtrip Italia 2021 war Arezzo – von Perugia ist dieser malerische Ort in der Toskana nur ca. 80 Kilometer entfernt. 

Was mich zu zwei grundsätzlichen Reisetipps führt, wie man denn einen Roadtrip plant, so dass es für alle Mitreisenden entspannt und angenehm ist. Mittlerweile haben wir uns entschieden, dass zwei Regeln gelten: Wenn man insgesamt zwei Wochen unterwegs ist sollte man nirgends weniger als zwei Nächte bleiben. Nur eine Nacht an einem Ort ist nicht gut – zu viel Stress mit Auspacken und sich orientieren, und dann geht es auch schon weiter, nein, das wird keinem Ort gerecht. 

Und Regel Nummer zwei: Nie so lange fahren, dass man den ganzen Tag im Auto sitzt. Ich versuche, nicht mehr als vier Stunden für eine Teilstrecke an Fahrzeit einzuplanen, also sind so 400km fast schon das längste an Strecke, welches wir in einen Tag packen. Die längste Teilstrecke dieser zweiwöchigen Italien-Rundreise war dann auch tatsächlich die Route von Venedig nach Perugia.

Roadtrip Italien: Arezzo, Toskana
Klassisches Ensemble am Platz vor der Kathedrale von Arezzo

Den Ausflug von Perugia in das naheliegende Asisi mussten wir erfolglos abbrechen: Bereits um elf Uhr morgens war das Weltkulturerbe von Asisi hoffnungslos überfüllt, alle Parkplätze belegt und ein riesiger Stau von Besucherfahrzeugen rund um die Stadt auf dem Hügel. Woher die vielen Leute in diesem Fall gekommen sind (Strandurlauber von der Küste und den Campingplätzen?) weiß ich nicht, ich war verwundert und überrascht, und zweifellos Teil des Problems in diesem Fall.

Arezzo: Vom schönen Leben auf schrägen Plätzen

Arezzo ist ebenfalls eine klassische italienische Kleinstadt mit einem fabelhaft romantischen und pittoresken mittelalterlich-barocken Stadtkern. Man sagt immer mittelalterlich, aber streng genommen ist es meistens so, dass Bauten aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert  – in welchem das Mittelalter für die meisten Historiker endet – eher selten in europäischen Altstädten anzutreffen sind. Dafür protzt der Barock, eine schon sehr eigene und seltsame aber faszinierende Epoche, mit prächtigen Bürgerhäusern, adeligen Palästen, prunken Profanbauten und klerikalen Prunkensembles wie Kathedralen und Kirchen.

  • In Arezzo wurde in der kleinen aber feinen Altstadt, welche von einer modernen Neustadt umgeben ist, übrigens der Film “La Vita e Bella” von Roberto Benigni 1996 gedreht. 

Highlight des Städtchens für mich war der schräge (im Sinne von: nicht eben) und wirklich ungewöhnlich stimmige Piazza Grande, mit sehr ansprechenden Restaurants und toller Sicht auf den atmosphärisch dichten, abfallenden Platz und die ihm umgrenzenden Häuserzeilen und Gotteshäuser. Direkt an diesen sehr fotogenen Piazza schließt sich die Altstadt und Fußgängerzone Arezzos an. Die Fußgängerzone von Arezzo ist eine veritable Shoppingmeile, wer sich bei den üblichen italienischen Modemarken und Fashionbrands eindecken möchte, ist hier genau richtig, aber es gibt auch einige sehr schöne Delikatessengeschäfte. 

Arezzo, die große schiefe Piazza
Arezzo: Die abfallende Piazza

Auch in Arezzo gilt für das Fahrzeug: Abstellen außerhalb der Stadtmauer, und genau dafür haben sie eine grandiose Tiefgarage in 5-Minuten Gehzeit entfernt gebaut, welche auch nur 6 Euro für 24 Stunden Parken kostet. 

Nächste Etappe auf dieser Rundreise im sehr heißen italienischen Sommer 2021 ist ein echtes Highlight der Toskana, nämlich die absolut sensationelle kleine Stadt Lucca mit ihrer barocken, den Kern der Altstadt vollständig umschließenden Stadtmauer

Landschaftlich finde ich Italien eher unauffällig, von der Autobahn aus sowieso. Aber auch die Strecken durch die in sengender Hitze flirrende Landschaft sind zumeist unspektakulär. Die Dörfer in der sommerlichen Auszeit leer, die Campingplätze am Straßenrand voll und ein Grund, schnell daran vorbei zu fahren. Die modernen Stadtteile rund um den historischen Stadtkern die klassische europäische, urbane Ödnis: Tankstellen, Einkaufszentren, Parkplätze, Supermärkte. Hier gibt es nichts zu sehen, auch wenn es italienische Parkplätze sind.

Roadtrip Italien

Lucca: Von Pallazi, Espressi, und einer prächtigen Stadtmauer

Von Arezzo fährt man, vorbei an Florenz, ca. 150 km nach Lucca. Lucca ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, gehört zur Region Toskana, hat um die 90.000 Einwohner und befindet sich ungefähr 20 km nordöstlich von Pisa. 

Lucca wurde bereits in der Antike besiedelt und war in Mittelalter und früher Neuzeit eine eigenständige Republik. Die bereits erwähnte Festungsanlage, welche die Altstadt auch heute noch vollständig umringt ist in ihrer kompletten Länge begehbar (ca. 4 km) und wurde 1504 bis 1645 erbaut.

Ja, Lucca ist touristisch sicherlich kein Geheimtipp mehr, und war für meinen Geschmack doch tagsüber schon sehr überlaufen. Abends wurde es etwas entspannter, wie auch das Örtchen an sich definitiv ein echter Charmebolzen ist: Die Altstadt ein barocker Traum, voll mit tollen Restaurants und Cafés, die Einheimischen wirklich freundlich und hilfsbereit – in Lucca lässt es sich definitiv aushalten und insgesamt war unser Aufenthalt dort ein wirkliches Highlight der Reise. 

Roadtrip Italien: Die Altstadt von Lucca
In der Altstadt von Lucca, Toskana

Explizit erwähnt sei an dieser Stelle deshalb auch meine Hotelempfehlung: Der Palazzo Dipinto ist ein traumhaftes Hotel, wie der Name vermuten lässt untergebracht in einem kleinen palastartigem Gebäude inmitten der Altstadt. Man kann vor der Tür frühstücken und die illustre Gästeschar bestaunen. In dieser Unterkunft stimmte alles, eines der besten Hotels dieser Rundreise. Hier wurde von der Rezeption keine Mühe gescheut, die exotischen (exzentrischen?) Essenswünsche der teutonischen Gäste zu erfüllen: Vegetarisch, so gegen 19 Uhr? Und man suchte uns ein tolles Restaurant heraus, und rief dort an und bestellte einen Tisch. Klasse. 

Das Highlight der Altstadt Luccas ist für mich die sehr außergewöhnliche Piazza dell’Anfiteatro – dies war ursprünglich, wie der Name vermuten lässt, das antike römische Theater, und wurde im Laufe der Jahrhunderte erstens in die eigentliche Stadt integriert, und dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch bewohnbar gemacht. Heutzutage versteckt sich dieser außergewöhnliche, ovale Platz in den trubeligen Gassen der Altstadt, und dürfte mit seinen vielen Restaurants und Cafés eine erste Anlaufstation für viele Besucher sein. Wie immer, möchte ich anfügen, atmen Orte wie Lucca auf, wenn die Tagestouristen abgereist sind bzw. noch nicht eingetroffen sind, also abends oder morgens in der Früh. 

Dann kann der geneigte Traveller sehr ungestört von Vorboten des overtourism, welcher in der Toskana auf jeden Fall zu verspüren ist, durch die malerischen Gassen und Straßen dieser Barockperle flanieren. Nachdem wir während des letzten Roadtrips im Sommer 2020 in wirklich schönen alten Städten wie Padua, Mantua und Ferrara waren, hat mich Lucca gerade atmosphärisch überzeugt, um das wirklich abgeschmackteste Wort eines jeden schlechten Reiseschriftstellers oder Marketingpoeten zu benutzen: verzaubert. 

Die Plätze und Wege dieses insgesamt mehr als  angenehmen Örtchens laden zum Verweilen und Flanieren ein, und auch die enorme Hitze dieses Sommers  nahm Lucca nichts von ihrer freundlichen Grazie. Der Spaziergang auf der Krone der barocken Befestigungsanlage bzw. der Stadtmauer ist wunderbar: Schattig, mit vielen Bänken und sogar einigen Caf´es, so lassen sich die 4km sehr komfortabel zurücklegen. Man kann natürlich auch jederzeit in die Altstadt hinabsteigen, und sich dort ausruhen oder stärken.

Egal wieviel Zeit man hat um in Lucca zu bleiben, es erscheint als zu wenig, all die Gebäude, Kirchen, Plätze und ihre Geschichte zu entdecken. Selbstverständlich bietet Lucca auch unzählige Restaurants und Geschäfte, und für alle reicht die Zeit nicht, der nomadisch Reisende auf Roadtrip möchte weiter.

Die Altstadt von Lucca wäre in jedem anderen Land schon lange Teil der Welterbeliste, aber Italien hat bereits einige barocke Städtchen mit Welterbestatus. So verweilt Luccas Altstadt mit Kathedrale und Stadtmauer seit 2006 auf der Tentativliste der UNESCO. 

Hotelempfehlung Lucca: Palazzo Dipinto. (Affiliate Link)

Roadtrip Italien: Impression aus Lucca
Die äußere Mauer des einstigen Amphitheaters. Jetzt Wohnhaus. Only in Italy! Lucca, Toskana.

Wo lässt man eigentlich während eines Roadtrip Italien das Auto? Wie in Italien üblich, kann man mit einem Fahrzeug entweder nur mit temporärer Genehmigung oder nur kurz in die verkehrsberuhigte Zone der historischen Altstadt einfahren. In Lucca ist diese einfach daran zu erkennen, dass man durch eines der mittelalterlichen Stadttore fahren muss. Nur Anwohner allerdings dürfen innerhalb der Stadtmauern parken. Wir ließen das Auto, wie üblich, auf einem Parkplatz vor der Stadtmauer, ca. 10 Minuten Fußweg entfernt. 

Und, endlich sprachlich geklärt: Es heißt tatsächlich und für alle Zeiten korrekt: “due espressi”. Sprache lernt man hauptsächlich durch Nachfragen, oder?

  • Lucca bietet für Traveller eine sehr gute Infrastruktur: Ausreichend Banken und Geldautomaten, Supermärkte, sogar Wäschereien gibt es. Tankstellen etc. natürlich auch.

Geheimtipp zu Fuß der Alpen: Turin, die Hauptstadt des überdachten Flanierens

Über Parma ging es von Lucca nach Turin. Die Strecke Lucca-Parma sind ca. 180 km auf gut ausgebauter, wenn auch an der toskanischen Küste sehr voller Autobahn. Parma dagegen war in diesem heißen Sommer des Roadtrips Italien, als im Land die Ferien begannen, ziemlich leer und die meisten Geschäfte und Läden und Cafés: geschlossen. 

Der barocke Altstadtkern ist sehr hübsch und beeindruckend, und erinnert in seiner Urbanität an Wien, Mailand, Paris, ohne natürlich deren städtischen Trubel. Parma ist bekannt für den Schinken, für ein Parfüm, für den Reibekäse, einen einstmals großen Fußballverein, als Geburtsort von Toscanini und Giuseppe Verdi. (Witzigerweise ist Lucca der Geburtsort von Puccini, aber das war in der Reiseplanung reiner Zufall und ohne Bedeutung für uns). In die Oper gehen wir eher selten. Schinken essen wir ebenfalls keinen, und sowieso, Parma hatte geschlossen.

Anzumerken ist, dass die mit Abstand beste Pizza dieses Roadtrips uns in Parma kredenzt wurde (Restaurant La Ducessa, direkt am Rathaus), eine vegetarische Pizza ohne Tomatensudschicht, ist das überhaupt erlaubt?

Parma bzw. unser ansonsten sehr charmantes Hotel in der Altstadt bewies uns aber auch, dass man sogar in Italien wagt,  morgens richtig schlechten Espresso aus einer echt mauen Maschine zu servieren. Wenn wir deswegen die Polizei gerufen hätten, wäre es für das Hotel unangenehm geworden ;-)

Wie auch immer, von Parma ging es recht umstandslos weiter, in Richtung Alpen an Cinque Terre vorbei auf der finalen Etappe dieses Giro d`Italia.

Roadtrip Italien: Torino Panorama
Panorama von Turin

Abschließendes Highlight, und dies kam unerwartet auf diesem Roadtrip  durch Italien einer eher, zugegeben, konventionellen Rundreise, war die liebliche, freundliche, angenehme und uneingeschränkt ziemlich tolle Stadt Turin. Setzt diesen Ort mal oben auf eure Bucket List, da gehört das alte Turin nämlich hin.

Wie üblich, und der mindset eines jeden Reisenden sollte entsprechend sein: Wir erwarteten gar nichts von Turin. Außer dass wir ein hervorragendes Hotel ausgesucht und dieser Wahl, dem NH Collection Torino Piazza Carlina, mit einiger Hoffnung entgegen sahen. Und Turin überraschte auf absolut positive Art und Weise, mit großer Leichtigkeit, und einem überbordend freundlichen Charakter. Wie auch das Hotel an der Piazza Carlina sich als Volltreffer im besten Sinne herausstellte, ein wunderbares Haus.

Und was wäre eine Reise, in der man nicht einfach mal auch den Plan änderte. Und wir den Mietwagen drei Tage vor dem eigentlichen Reiseende des Roadtrip Italien beim Verleiher zurück gaben, direkt im Hauptbahnhof von Turin. Die freundlichste und lässigste Mietfahrzeug-Rückgabe ever. Kein Durchwühlen von Papieren, kein Überprüfen ob der Fiat einen Kratzer hatte, nichts davon. Ich übergebe den Schlüssel, sage dass das Auto auf den Sixt-Parkplätzen vollgetankt in der Tiefgarage steht, und ein freundliches Grazie und ein lächelndes Ciao und das wars. 

Ein überaus freundlicher Taxifahrer fährt uns vom Hauptbahnhof durch das sommerlich flirrende Turin zum Hotel, stellt fest, dass dies ziemlich neu ist, und fabuliert vorher noch, dass es doch toll wäre, wenn Juventus mal gegen die Eintracht in der Champions League spielen würde. Das alles parliert in Italienisch, weil kein Englisch, aber das machte nichts. Dafür können wir ja auch kein Italienisch, vielleicht wird Sprache zuweilen einfach überschätzt. 

So freundlich und sympathisch das Willkommen in Turin war, so würden diese Tage bleiben. 

Vielleicht ist Turin eine der schönsten, entspanntesten und angenehmsten Städte Europas zum ziellosen Flanieren, sich treiben lassen, nichts tun, in den Tag hinein leben, von Café zu Café pilgern, örtliches Gebäck und den Espresso Norditaliens verköstigend, ohne Ziel und Plan, außer der Intention es sich gutgehen zu lassen. Und obwohl ich dies ungern sage: Ist Turin dadurch nicht ein echter Geheimtipp? Weil uneingeschränkt großartig und kaum jemand weiß es. (Ich jedenfalls wusste es vorher nicht). 

Turin ist wesentlich weniger trubelig als z.B. Mailand, deutlich weniger touristisch als Lucca oder Venedig. Der Stadtkern ist ein einziges Barockmuseum, geprägt durch den Hof und die Herzöge von Savoyen und deren sehr geplante Bautätigkeiten im 17. und 18. Jahrhundert, die Grundlage sind für Turins sehr einheitlichen und schmucken Stadtkern. Nicht umsonst ist dieses Areal plus einiger Schlösschen außerhalb der Stadtgrenze auf der Liste des Welterbes der UNESCO. 

Zudem trumpft die Stadt (Italiens erste nationale Hauptstadt übrigens) mit einigen Schätzen und Top-Highlights auf, so dem herzoglichen Schloss Palazzo Ducale oder dem wichtigsten ägyptischen Museum Europas. Aber auch mit dem sehr pittoresken Museum der Bergsteiger (Museo Nazionale della Montagna) welches zudem die Aussichtsterrasse auf die Stadt bietet, von der alle ihr Insta-Foto machen wollen. Wer sich für das Bergsteigen interessiert, dem sei dieses kleine Museum empfohlen, es gehört dem italienischen Alpenverein. Höhepunkt dort für mich war ein Zelt von Reinhold Messner, welches dieser 1986 auf seiner Tour der Besteigung aller 8000er benutzt hatte – legendär!

In den Arkadengängen der Stadt kann man kilometerlang spazieren und shoppen und in Cafés sitzen, erwähnte ich das bereits? Und natürlich, das ist Italien, auf der Via Roma gilt shop til you drop, hier finden sich alle bekannten italienischen Fashion Marken, aber auch H&M, Zara, und The North Face. Denn: Die Berge sind nicht weit entfernt und tatsächlich in Sichtweite.

Turin hat ca. 900.000 Einwohner, man merkt der Stadt heutzutage kaum an, dass das industrielle Herz Italiens hier einst sehr mächtig schlug. Bekannteste Unternehmen Turins sind Fiat und Lancia, aber auch Lavazza, Martini und Kappa. Turin ist Heimat des legendären Fußballvereins Juventus, des italienischen Rekordmeisters. Ach ja, auch vom AC Turin, welcher ebenfalls in der ersten italienischen Liga spielt. 

In Turin benötigt man in der barocken Altstadt kein Auto, es fahren Straßenbahnen, Taxis sind nicht teuer. Abends kann man an den Plätzen draußen dinieren, es gibt eine fabelhafte Auswahl an Restaurants, die Bandbreite reicht von studentisch bis gehoben. Turin sieht nicht so aus, ist aber auch für schmalere Reisebudgets durchaus geeignet. 

Italien ist eines der schönsten Länder dieses Planeten, reich an Historie und baulichen Schätzen aller Art. Venedig ist einzigartig und umwerfend, aber letztlich besticht Italien immer mit seinen freundlichen und charmanten Menschen – diese sollten immer uneingeschränkt und uneingenommen das Ziel einer jeden  Italienreise sein. Corona hin, Pandemie her – wer weiß schon, wie diese Pestilenz ausgehen wird. Aber ein ist für mich gewiss und wird immer so sein:  In seinen besten Momenten bleibt Italien es selbst, und das ist ein guter Trost, was immer auch geschehen wird.

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Reisetipps Roadtrip Italien: Grüner Pass, Fahren und Parken, Apps für die Reise

Italiens Corona Maßnahmen im Sommer 2021, grüner Pass

Ein Wort zu dem Corona-Maßnahmen Italiens in diesem zweiten Sommer der Pandemie: Für die Einreise nach Italien wird ein Online zu erstellendes Dokument von den italienischen Behörden verlangt (Link ist hier). Welches in unserem Fall bei der Einreise an Venedigs Flughafen niemand sehen wollte, aber das nur am Rande. Unbedingt vorab ausfüllen!

In Italien gilt für Museen, Restaurants, Cafés wer innen sitzen möchte eigentlich eine 2G Regel, welche mithilfe des sogenannten “Grünen Passes” verifiziert wird. Wie genau dies funktioniert lest ihr hier: “So funktioniert der grüne Pass”. Kurz gesagt: die deutsche CovPass App reicht in Italien, diese wird dann von den Museen oder Restaurants gescannt. Die Barcodes darin sind innerhalb der EU gültig und lesbar. Und kurz gesagt, falls sich das jemand fragt: Diese Reisegruppe ist zu 100% geimpft. Es gibt keinen sachlich-fachlichen Grund, sich nicht zu impfen. Ich möchte reisen, ich möchte niemanden anderen gefährden, und ich möchte, dass diese Pandemie endet. Und dies ist der größte Unterschied zur Italienreise im Sommer 2020 – da war die Impfung noch eine vage Hoffnung, jetzt ist sie gelebte Realität. 

Hotels haben uns kein einziges Mal per grünem Pass überprüft. In Hotels sowie innerhalb aller Geschäfte und Gebäude galt im Sommer noch Maskenpflicht. Die Regeln der Hotels das Frühstück betreffend waren von Region zu Region unterschiedlich: In Venedig mussten alle zentral anstehen, es gab kein Buffet aber eine zentralisierte Ausgabe des Essens, was sehr langwierig war. Teilweise gab es in Hotels auch ganz klassisch Buffet, teilweise wurde das Frühstück komplett an den Tisch gebracht, so u.a. in Lucca. In Parma dagegen konnte man ganz normal an das Buffet gehen und sich bedienen. 

Maut und Autofahren in Italien, Parken

Ich finde Autofahren in Italien sehr angenehm – den Italienern fehlt einfach diese aggressive deutsche Arschlochhaftigkeit. Auch wenn sie dir quasi im Kofferraum hängen ist das gar nicht so gemeint. Die Straßenführung ist zuweilen für Mensch und Navi verwirrend, da hat Italien einen ganz eigenen Charakterzug entwickelt. Die Autobahnen kosten Maut, man kann allerdings immer mit Kreditkarte bezahlen, bekommt aber an den Mautstellen nie einen Beleg.

  • Preisbeispiele Autobahn Maut mit einem PKW: Parma – Turin, 19 Euro;  Venedig – Perugia 17 Euro.

Parken außerhalb der Altstädte ist unbedingt notwendig, teilweise können die Hotels aber eine temporäre Genehmigung organisieren oder verfügen über einen privaten Abstellplatz. Fragt vorher unbedingt bei eurer Unterkunft nach. Parken ist zudem leider teilweise teuer, in Perugia waren es 17 Euro für 24 Stunden, in Arezzo aber nur sechs Euro für 24 Stunden.

Alle namhaften Autovermietungen Europas (Avis, Europcar, Hertz, Sixt etc.)  sind auf dem italienischen Markt aktiv. Die Kosten für Mietwagen waren im Sommer 2021, also in der Hochsaison, recht sportlich. Ich ziehe es vor, direkt bei den Anbietern zu mieten, nutze aber Vergleichsportale um ein Gefühl für den besten Preis zu erhalten. Die hier skizzierte Reise ließe sich auch ohne Probleme mit der italienischen Bahn realisieren.

CO2 Bilanz dieser Reise

Die Flüge (bzw. der CO2 Ausstoß derselben) ab und nach Frankfurt wurden per Atmosfair ausgeglichen, die Fahrt mit dem PKW ebenso. Diese Reisegruppe lebt seit mehr als 20 Jahren kategorisch vegetarisch.

Genutzte mobile Apps für Roadtrip, Unterkünfte, Orientierung vor Ort und Budgetkontrolle: 

Kayak My Trips, Booking.com, Lufthansa, Sixt, Google Maps, Tripadvisor, TravelSpend, CovPass.

Roadtrip Italien

Offenlegung

Keine der in diesem Text genannten Unternehmen und Hotels hat diese Reise finanziell oder in welcher Form auch immer unterstützt. Einige der Links/Verweise in diesem Text (booking.com, Bergfreunde) sind sogenannte Affiliatelinks. Ich erhalte als Betreiber dieses Reiseblogs nur für die Buchung/Kauf über diese Links eine Provision, der Endpreis des gekauften Produkts  erhöht sich für den Nutzer dadurch nicht.

dc
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