Schottland Roadtrip: Reisen ist schlecht für Klischees, aber gut für Mythen. Roadtrip 1. Tag und Anreise

Ist doch eigentlich witzig und bemerkenswert, dass es kaum ein anderes, ähnlich kleines Land wie Schottland gibt, über das einem zugleich so viele Klischees als auch Mythen einfallen? Schottenrock, Geiz, Breaveheart, der Highlander und das Hochland, Sean Connery sowieso, Namen mit Mac, Dudelsäcke, Baumstämme werfen, das Monster von Loch Ness.

Schottland road trip

Wem fallen ganz spontan ähnliche viele Klischees oder Mythen ein, zum Beispiel beim Stichwort Portugal? Oder Dänemark? Eben.

Schottland ist also überproportional stark in unserer Alltagskultur präsent und verankert. Klischees und Mythen haben ein ganz eigenes, sehr charakteristisches Bild eines für die meisten doch unbekannten Landes geschaffen. Warum eigentlich?

Film und TV sind die letzten Mythenerschaffer unserer Zeit, ihre visuelle Kraft ist breitenwirksam und eindrücklich. Das grösste Tourismusbüro Schottlands heisst Hollywood.

Schon 1927 schufen Laurel und Hardy mit Putting Pants on Philip einen Klassiker des komischen Films, mit Stan Laurel als schottenrocktragendem Schotte, welcher sich eher unkonventionell verhält und entsprechend auffällt bei seinem Besuch in L.A. (Schottland und der Schottenrock ist auch in späteren Filmen immer wieder ein Motiv bei Laurel und Hardy).

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Die bekannte Filmreihe Highlander war nicht nur deshalb ein überraschender Erfolg in den 1980er Jahren, weil sie Elemente des Actionfilms mit dem Fantasyfilm verwob. Heute Standard, damals neuartig und die Sehgewohnheiten brechend. Dass der Highlander in traditionell schottischer Bekleidung vor dem dramatischen Hintergrund der Bergspitzen des Hochlandes bzw. auf der Brücke zum Eilean Donan Schloss kämpfte, versteht sich von Selbst.

Das grösste Tourismusbüro Schottlands heisst Hollywood

Weitere Filme, vornehmlich aus US-amerikanischer Produktion, webten eifrig an den schottischen Mythen: Braveheart, Trainspotting oder Rob Roy.

Einer der schönsten Schottlandfilme ist für mich allerdings Local Hero sowie die frühen, in Glasgow spielenden Filme von Regisseur Bill Forsythe. Schottische Kultur und Folklore sowie Geschichte werden in diesen Filmen visuell eindrucksvoll zu einem ganz spezifischen Mix à la Hollywood verwoben, welcher weltweit verfängt und als attraktiv gilt. Und das schottische Mythenland ist geboren.

Und woher stammt das Vorurteil vom geizigen Schotten? Laut Wikipedia gibt es dafür keine genaue Quelle, allerdings scheint die Armut Schottlands ein wichtiges Herkunftselement für das Klischee gewesen zu sein.

Um all diesen Klischees, Mythen und Vorurteilen zu entgehen, gibt es nur ein Mittel: Hinfahren nach Schottland, und vor Ort den Realitätscheck machen. Denn dies wusste bereits Oscar Wilde:

„Reisen veredelt wunderbar den Geist und räumt mit all unseren Vorurteilen auf“.

Interessant dann immer wieder, wie Länder ihr eigenes Klischee aus Hollywood rezipieren und dazu tendieren, das Klischee zur historischen Wahrheit zu transformieren. Schottlands Mythen werden vor Ort zu überprüfen sein!

Schottland Roadtrip: Anreise und Tag 1

Hier der Tripreport als Reiseblogger auf dem Schottland Reiseblog Roadtrip.

Die geplante Route für diesen Trip durch das Hochland ist die folgende:

Schottland Highlands Roadtrip: Durch das Hochland

Die Route der planetenreiter.de Reiseblog Kurzreise in das schottische Hochland ist wie folgt. Ich glaube, man sollte bei der Planung einer solch eher spontan organisierten Reise am besten wissen, was man NICHT machen möchte.

Dann fällt die Auswahl leichter. Also, nicht so interessant für unseren Schottland Trip sind: grosse Städte, Whiskey Destillerien, riesige Menschenansammlungen sowie Jazz Musik. Natur, Landschaft, Wildnis, Berge und Hochland, das werden wir suchen.

Also lassen wir das Edinburg Festival kurzentschlossen, aber konsequent, komplett links liegen. Nach Ankunft am Flughafen von Edinburgh geht es direkt nach Perth.

Von Perth führt uns unsere Route nordwärts nach Inverness, der Hauptstadt des schottischen Hochlands, wo wir den notorisch bekannten See der Gegend, das Loch Ness, sowie das sehr fotogene Urquhart Castle besuchen möchten. Mit einer quatschigen Suche nach evtl. vorhandenen mysteriösen Lebewesen im Loch Ness werden wir uns ebenfalls nicht befassen.

Auf der Liste für Aktivitäten in der Nähe von Inverness: Eine Delfin Safari im nahen Moray Firth.

Zu Besuch im schottischen Hochland: Meet the Puffins

Danach geht es noch weiter nach Norden, in Richtung von Scourie an der schottischen Westküste. Dort möchten wir der lokalen Vogelpopulation auf Handa Island einen Besuch abstatten, in der Hoffnung, die sehr putzigen und fotogenen Papageientaucher (englisch: Puffins) noch anzutreffen. Angeblich sind sie im August schon  wieder auf See, aber wer weiss, vielleicht gibt es Nachzügler.

Von Handa Island folgen wir der landschaftlich reizvollen schottischen Westküste in den kleinen Ort Ullapool. Auch dort halten wir Ausschau nach Meeressäugern.

In Richtung der Isle of Skye wäre dann das nächste Etappenziel eine Übernachtung in der Gegend um Plockton, ebenfalls an der schottischen Westküste gelegen. Dort in der Nähe ist ebenfalls zu bewundern: Schloss Eilean Donan ein schottischer Klassiker.

Von Plockton geht es dann zurück in Richtung Edinburgh, wo wir am nächsten Morgen, sehr früh, abfliegen werden. Deshalb haben wir eine Übernachtung im Flughafen avisiert, wo es laut sleeping in airports auch sehr angenehm sein soll. Also, schaun wir mal!

Anreise: Von Frankfurt am Main nach Perth, Schottland, über AMS und EDI.

In Kürze: Flug mit KLM: Tadellos. Einchecken in FRA: Chaos. Abholung mit Blacklane: Sehr angenehm. Mietwagen: Lass dich nie upgraden. Wetter in Schottland: Sonnig, dann ein Desaster. Essen: Lokal angepasst und entsprechend. Loch Ness: Überlaufen. Roadtrip: Flughafen Edinburgh nach Perth (Entfernung: ca 65 km): problemlos.

Der Kurztrip nach Schottland begann super: Ein Limousinenservice offerierte mir eine Abholung und Transfer zum Flughafen Frankfurt. Sehr angenehm. Weniger angenehm dann das Chaos am Schalter der KLM - Air France, wo sie in Terminal 2 in Frankfurt neuerdings auch noch Alitalia abfertigen.

Es wurden also mindestens vier Flüge gleichzeitig an einem Schalter, welcher mit tatsächlich vier Leuten besetzt war, abgefertigt. Das Personal, welches die Meute bändigen und vorsortieren sollte, total überfordert. Mehrere Schlangen bilden sich, keiner sortiert. So geht das nicht, KLM!

Überraschenderweise kamen wir dann doch rechtzeitig in den Flieger nach EDI über AMS. Amsterdam Schiphol ist ein angenehmer Flughafen zum Umsteigen, gut ausgeschildert, allerdings auch mit recht weiten Wegen. Eine Stunde Zeit sollte man sich Schiphol auf jeden Fall lassen!

Flug mit KLM - Umsteigen in Amsterdam

Der Flug vom Amsterdam nach Edinburgh dauert genau eine Stunde. In EDI übernehmen wir den Mietwagen (Mietwagenzentrum fussläufig vom Terminal des Flughafens Edinburgh zu erreichen), ich lasse mich upgraden, natürlich gegen Bezahlung.

Aber jetzt ist das Auto grösser! Die Fahrt von EDI nach Perth, um etwas näher an das schottische Hochland heran zu kommen, dauert ca. 90 Minuten. In Perth, übrigens der Heimatort von Ewan MacGregor, beziehen wir das direkt am Bahnhof gelegene Hotel The Station. Das ist zweifellos ein ganz hervorragendes Haus, ungefähr zu Zeiten von Queen Victoria, gewesen. Jetzt ist es nur überteuert - 99 Pfund das Doppelzimmer, ohne Frühstück, finde ich nicht angemessen. Dafür schön plüschig! UK halt.

Ich bereite deshalb über weitere Infos über dieses Hotel den Mantel des Schweigens darüber. Frühstück und Abendessen aber ganz ok, Abendessen auch mit vegetarischen Optionen.

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dc

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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