Sonnenobservatorium und Schloss Goseck bei Leipzig

Goseck, Sachsen Anhalt: Sonnenobservatorium und Schloss

 

Wie heisst es im Sprichwort so schön: Warum in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah. Das stimmt, aber auch nur für den, welcher bereits oft in der Ferne war. Und es stimmt ebenfalls: Es gibt sie, die immer wieder zu entdeckenden Perlen, zu denen eine Reise lohnt, in deutschen Landen.

Sonnenobservatorium bei Goseck, Sachsen Anhalt
Sonnenobservatorium bei Goseck, Sachsen Anhalt

Leser meines Reiseblogs wissen, dass ich Leipzig zu den wirklich spannenden und besuchenswertesten Städten in Deutschland halte, zusammen mit Frankfurt am Main und Berlin.

Wer also in Leipzig verweilen darf, und Zeit und Lust für einen Ausflug hat, dem empfiehlt der planetenreiter Reiseblog den folgenden Ausflug nach: Goseck, in der Nähe von Weißenfels gelegen.

Das Sonnenobservatorium in Goseck

 

Das Dorf Goseck hat zwei sehr interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten: Das jüngst rekonstruierte, ca. 7.000 Jahre alte Sonnenobservatorium aus der Bronzezeit. Sowie das auf ein Kloster aus dem 11. Jahrhundert zurückgehende, sehr malerische Schloss Goseck.

Die gut ausgeschilderte Kreisgrabenanlage oder Sonnenobservatorium ist vom Parkplatz (ausgeschildert) am Dorfrand zu Fuss gut zu erreichen. Der Eintritt ist kostenlos, die Anlage ist frei zugänglich. Man betritt eine seit den ersten Ausgrabungen in den 1990er Jahren rekonstruierte Anlage, basierend auf den Ausgrabungsfunden mehrerer Grabungskampagnen.

Zentrum der Kreisgrabenanlage in Goseck
Zentrum der Kreisgrabenanlage in Goseck

Vor ca. 7.000 Jahren errichteten die Menschen an der Saale die ca. 70 m im Durchmesser grosse Ringanlage samt Graben und Palisaden. Der Zweck dieser Anlage ist wahrscheinlich, einen Platz für kultische oder religiöse Handlungen zu schaffen, sowie den Lauf der Sonne über das Jahr zu beobachten. Mit dem Erkennen der Winter und Sommersonnenwende konnten die Bauern der Gegend z.B. den Termin für die Aussaat besser einschätzen.

Sonnenobservatorium bei Goseck, Sachsen Anhalt. Reiseblog planetenreiter.de
Sonnenobservatorium bei Goseck, Sachsen Anhalt

Wie das ganz ausgezeichnete Museum zum Sonnenobservatorium, welches auf dem Gelände des Schlosses zu Goseck zu finden ist, erklärt, war die Idee zur kreisrunden Anlage in damaligen Mitteleuropa recht weit verbreitet. So kennt man mittlerweile den Stand einiger Dutzend Kreisgrabenanlagen im heutigen Österreich, Ungarn, Tschechien, Bayern, Sachsen-Anhalt, bis hinauf nach Nordrhein-Westfalen.

Schloss Goseck in Sachsen-Anhalt
Schloss Goseck in Sachsen-Anhalt mit Schlosskapelle und Gingko Baum

Interessanterweise waren die Anlagen, so auch in Goseck, nur ca. 250 Jahre in Betrieb, und zerfielen dann oder wurden anderweitig genutzt.

Vom Sonnenobservatorium führt ein kurzer Fussweg zum Schloss Goseck, dessen bezaubernde Anlage etwas zerfallen, aber dadurch um so romantisch-verwunschener wirkt.

In einem der Wirtschaftsgebäude zu linker Hand, wenn man durch den Torbogen in den  Schlosshof tritt, findet sich das kleine, aber ausgesprochen informative Museum zum Sonnenobservatorium, dessen Besuch ich unbedingt empfehle (2 Euro Eintritt pro Person). Im Museum gibt es allerhand Broschüren, Fotos der Ausgrabungen, die Luftfotos, auf denen kurz nach der Wende 1990 die Anlage dokumentiert wurde, sowie Landkarten, Erklärungen, Artefakte, Fundstücke zum Phänomen der bronzezeitlichen Anlagen in Europa.

Sehr informativ, didaktisch ist das alles ganz ausgezeichnet erklärt und beschildert – ein Museum für Menschen, die sonst keine Museen mögen!

Museum Sonnenobservatorium Goseck
Museum Sonnenobservatorium Goseck bei Leipzig

Toll auch die Erklärungen, wie das Sonnenobservatorium mit der Himmelscheibe von Nebra (gar nicht, die Himmelscheibe ist ca. 4.000 Jahre jünger) oder Stonehenge (auch kein Zusammenhang, Stonehenge ist jünger, war mehrere tausend Jahre in Betrieb und ist zu weit entfernt) zusammenhängt.

Ebenso Klasse, die Erklärung zur Funktion des Observatoriums, welche auf den ausgezeichnet dokumentierten Ausgrabungen fundiert. Die Öffnungen und Tore im hölzernen, im Lauf der Jahrtausende verrotteten aber später noch eindeutig zu lokalisierenden Ring aus Baumpfählen lassen kaum andere Deutungen zu als die der Observation der Sonne auf ihrem jährlichen Umlauf um die Erde.

Schloss Goseck im Reiseblog planetenreiter.de
Schlosshof von Schloss Goseck

Im Museumsgebäude kann man auch den Eintritt in die Kapelle des Schlosses lösen (3 Euro pro Person) – diese Kapelle ist zurück gebaut in den ursprünglichen Stand aus dem 11. Jahrhundert. Beeindruckend in in ihrer grazilen Schönheit – die Geschichte des Schlosses Goseck könnte Folianten füllen, so reichhaltig ist sie. Heute dient das Gebäude als Spielstätte für Konzerte. Die Gaststätte als auch die einst als Herberge genutzten Teile der Schlossanlage suchen gerade nach neuen Betreibern.  Von der Schlossterasse blickt man hinab in das bewaldete Tal der Saale – hier schlängelt sich das Flüsschen durch die deutsch-romantische Landschaft aus goldgelben sommerlichen Feldern, grünen Auen, und flussab, Weinbergen.

Schloss Goseck bei Weißenfels
Schloss Goseck

Da möchte man seine Wanderschuhe schnüren, den Rucksack auf, und entlang der Saale hellem Strande jauchzend fürbass schreiten!

Anfahrt und Reiseempfehlungen Goseck bei Leipzig

  • Anfahrt nach Goseck: Von Leipzig ca. 45 Minuten, in Richtung Weißenfels, Sachsen-Anhalt.
  • Eintritt Sonnenobservatorium: freier Eintritt und ganzjährig frei zugänglich
  • Offizielle Webseite Kreisgrabenanlage Goseck
  • Information zu den astronomischen Fundstätten wie Himmelsscheibe von Nebra: Himmelswege in Sachsen-Anhalt
DC Loew
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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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