Tourist im eigenen Land: Die Grube Messel Weltnaturerbe

Welterbe in Messel bei Darmstadt: Die Grube Messel

 

Es ist beim Reisen wie im Leben: Die interessanten und ungewöhnlichen Dinge entdeckt man als Reisender, wenn man nicht der Herde folgt, sondern seinen eigenen Weg geht. Das gilt für Reisen im Speziellen, und für das Leben im Allgemeinen! Also gehe ich nicht dort entlang, wo alle anderen gehen, reise nicht nach Mallorca oder Rimini und mache keine Gruppenreise sowie Führungen gleich welcher Art mit. Ich möchte meine eigenen Entdeckungen finden, mein eigenes Tempo gehen, und entscheiden und von dannen ziehen, wenn ich genug habe. Klingt nach einer ganz eigenen Philosophie des Reisens, und vielleicht sogar eher nach einer ganz eigenen Misanthropie – Ich sollte dies mal aufschreiben.

Grube Messel – planetenreiter Reiseblog

Wie auch immer: Als Tourist im eigenen Land kann man seine Abneigungen gegen spezielle Formen des Reisens, also Führungen, gerne beiseite legen. Denn ein Tourist im eigenen Land ist vor allen anderen Dingen: entspannt. Denn er kann nichts verpassen oder verlieren. Also habe ich eine Führung mitgemacht, und zwar bei einem Besuch der Grube Messel, südlich von Frankfurt am Main, in unmittelbarer Nähe von Darmstadt gelegen. Die Grube Messel ist ein veritables UNESCO Weltnaturerbe, und wurde 1995 als erstes deutsches Weltnaturerbe in die Liste der UNESCO aufgenommen.

In der Grube Messel wurden vor Jahrmillionen unzählige Tiere in sauerstoffarmen Schichten eines Vulkankratersees konserviert, so dass die Grube zu einem der weltweiten Hotspots für Fossilien wurde. Der in der Grube entstandene Ölschiefer wurde ca. 100 Jahre lang bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts industriell abgebaut, so dass die Grube auch ein Industriedenkmal mit einer sehr unikaten Historie ist. Und kaum zu glauben, dieses einmalige Stück Natur sollte von der regionalen Politik zu einer Müllgrube gemacht werden. Mit dem bürgerlichen Widerstand gegen diese heute sehr seltsam anmutende Entscheidung der hessischen Landespolitik haben die Bürgerinitiativen gegen die Müllgrube in Messel auch einen historischen Beitrag zum „grünen“ Denken in der Bundesrepublik der späten 1970er, frühen 1980er Jahren geleistet.

Mit dem Eintritt in das sehr informative und sehr moderne Besucherzentrum kann ebenfalls eine geführte Begehung der Grube erstanden werden, mit einer Dauer von ein oder zwei Stunden. Der Eintritt in die Grube Messel mit einer einstündigen Führung in das Grubengelände kostet 14 Euro für einen Erwachsenen, die Führungen gehen stündlich ab elf Uhr morgens.

 

Was sehe ich vor Ort und wie komme ich hin?

Die Führung wurde von einer Geologin durchgeführt, und es ist immer wieder erstaunlich, wie angenehm ich es finde, von Experten sehr spezifische Themen wie die geologische Entstehung des Vulkansees, welcher heute die Grube Messel ist, erklärt zu bekommen.

Spannend auch die, wie immer bei Führungen oder Gruppenreisen, die Mitreisenden. Diesmal eine Gruppe von Erdkundelehrern offenbar, alle gesponsert von Schöffel und ausgerüstet wie für eine Trekkingtour zum Annapurna. Sehr unterhaltsam.

Reisen bedeutet auch immer, die Fantasie anzuregen: Bei der Entstehung der Grube Messel vor ca. 47 Millionen Jahren waren die Dinosaurier schon ca. 30 Millionen Jahre ausgestorben, und der erste Mensch noch 46,9 Millionen Jahre entfernt. Die Gegend war aufgrund der Tektonik der Erdplatten auf einer Breite des heutigen Italien. Und war heisser   und klimatisch näher einem Regenwald – die Fossilien von Krokodilen und anderen tropischen Tieren belegen diese These sehr anschaulich.

Wie auch die Evolutionstheorie durch die Erforschung der Grube Messel mit unzähligen Artefakten, Inhalten von Bohrkernen, Sedimenten und Fossilien eindrucksvoll belegt wird. Man sollte einfach mal eine Gruppe fundamentaler Christen durch die Grube Messel führen, das wäre ein Spass für sicherlich alle Beteiligten.

  • Anfahrt: A5 oder A 67 bis Darmstadt, dann der Bundesstrase nach Messel folgen. Oder von der A3 in Richtung Dieburg über die B26 abfahren.
  • Offizielle Webseite Grube Messel
  • Das Besucherzentrum der Grube Messel ist ganzjährig geöffnet, ab zehn Uhr morgens.
DC Loew
Dabei sein

DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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