UNESCO Weltkulturerbe in Deutschland: Bergpark Wilhelmshöhe Kassel

Ab nach Kassel!

 

Kassel also. Wahrscheinlich werdet ihr euch fragen: Was zur Hölle gibt es an einem Ort wie Kassel zu sehen? Kassel hat doch das Image, aus nichts anderem als dem ICE Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe zu bestehen, gelegen in der leeren Steppe des nördlichen Hessens, alle sieben Jahre durch einen potemkinschen Event wie die Documenta zum Leben erweckt. Und spielt Kassel als Stadt nicht in der gleichen Liga wie beispielsweise Bielefeld oder Osnabrück? Natürlich nicht, ist meine Antwort, denn:

Kassel hat ein echtes UNESCO Welterbe, ein Weltkulturerbe sogar, zu bieten. Und ein sehr unikates und besonderes Welterbe obendrein. Kaum zu glauben, aber es ist wahr! Kassel, gelegen im Norden des schönsten Bundeslandes von allen, in Hessen nämlich, ist absolut einen Trip wert.

Weshalb der planetenreiter auch in Kassel vorbei geschaut hat, um das ziemlich großartige Welterbe des Bergparks Wilhelmshöhe, eine wahre Perle des Barocks und barocker Lebensart und Baukunst, zu besuchen. Also, ab nach Kassel!

Herkules in Kassel vor blauem Himmel
Herkules in Blau: Kassels Welterbe

Der Bergpark zu Kassel: UNESCO Weltkulturerbe

 

Der Bergpark ist am Stadtrand von Kassel, vorbei am ICE Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, leicht zu finden. Die Ausschilderung ist gut, und es gibt (kostenlose) Parkplätze direkt am Fuß des Bergparks. Dieser ist, laut Wikipedia, der „größte Bergpark in Europa und ein Landschaftspark von Weltgeltung“.

Genau so ist es! Im Prinzip besteht der Bergpark und das Ensemble, welches das Gütesiegel der UNESCO als Erbe der Menschheit erhalten hat (2013 war das) aus dem Schloss Wilhelmshöhe, dem hügeligen Bergpark bis hinauf zur Statue des Herkules auf der Spitze des Hügels, sowie den Kanälen, Springbrunnen, Kaskaden, Bachläufen und Terassen, welche die sogenannten Wasserspiele ausmachen.

Die Wasserspiele spielen allerdings nicht permanent. Früher, im Barock, wurden sie dem Herzog vorgeführt, wann immer dieser wollte. Heute, im Besitz des Landes Hessen und somit seiner Steuerzahler und Bürger, wird natürlich bescheiden und somit am Spektakel gespart. Zweimal die Woche Wasserspiele müsen reichen, 350.000 Liter Wasser spülen sich bergab durch das herzögliche Wasserwerk! Mittwochs und Sonntags also, Mai bis Oktober, barockes Plätschern entlang des Bergparks, am Abend in den Sommemonaten natürlich entsprechend illuminiert.

Dieses Video zeigt es ganz wunderbar!

Panorama der Stadt Kassel, vom Herkules aus
Kassel unter blauem Himmel.

Vom Schloss Wilhelmshöhe ausgehend findet der geneigte Wanderer, Reiseblogger, Tourist, Besucher, Welterbefan ein hübsch ausgeschildertes barockes Wegenetz, auf welchem sich trefflich ausschreiten lässt, immer bergan, bergan, bis zu den Füßen des Herkules auf der Spitze des Hügels. Der Bergpark hat seinen Namen nicht ohne Grund!

Herkules Kassel
Gewitterstimmung über dem Herkules zu Kassel.

Und wer jetzt an der mit Wasser gefüllten teichigen Wasser-Ebene steht, vermag auch noch die letzten Treppenstufen hinauf zu steigen, denn das Panorama über die Stadt Kassel ist wirklich unbezahlbar, um mal wieder die bekannte Kreditkartenwerbung (priceless!) zu zitieren.

Kassel Schloss Wilhelmshöhe unter blauem Himmel
Schloss Wilhemshöhe zu Kassel. Eine echte Perle!

Flanieren im Bergpark zu Kassel

 

Im Bergpark, dessen Bau 1696 begann, lässt es sich also trefflich, um in der barocken Attitüde zu bleiben, flanieren, und  sich an den romantischen Landschaftsbildern wahrhaft herzöglich zu ergötzen. Ich finde das wahrhaft Große am Bergpark: Die Idee. Die Landschaft nach einem Ideal zu formen, zur Unterhaltung – aber auch zur Inspiration des Menschen –  ist sehr bezeichnend für die Zeit des Barock.

Das interessante: Diese Idee entsprang allein aus adeligem, herrschaftlichem, der Demokratie völlig konträren Duktus – aber nichtsdestotrotz erfreuen wir uns als bürgerliche Gesellschaft immer noch an der Schönheit des Bergparks. Und wissen auch die technische Rafinesse des gesamten Konstrukts zu schätzen: Wie das Wasser auf die Hügelspitze gebracht wird, wie die künstlich-romantische Szenerie in die Landschaft eingebaut wurde, die

Das Schloss Wilhelmshöhe beherbergt heutzutage die Gemäldegalerie Alter Meister, welche sehr sehenswert ist. Rubens, Rembrandt, Frans Hals, Dürer, die alten Meister bzw. ihre Gemälde sind einen Besuch des Museums wirklich wert und runden das gesamte Ensemble des Bergparks visuell und auch mental sehr trefflich ab.

Was hat Kassel darüber hinaus zu bieten, für diejenigen, welche abends noch bleiben? Das Stadtportal von Kassel weiss Antwort…

Fazit: Der Bergpark in Kassel ist als barockes Welterbe in seiner Gesamtheit sehr einzigartig, und seine Schönheit und Besonderheit erschliesst sich jedem Besucher, auch wenn man nicht jeden Tag das Feuilleton  der ZEIT liest.

Die Stadt selber ist ruhig und angenehm, verfügt über Ausgehoptionen, Restaurants und mehrere gute Hotels, ist optimal an den ICE angebunden, somit passt alles für einen perfekten Wochenendtripp. Warum immer Paris, Amsterdam, Berlin, London?

Wie sagt der bekannteste Frankfurter, und ich meine nicht Andy Möller: Sieh, das Gute liegt so nah! Also: Ab nach Kassel!

Bergpark Kassel Viadukt
Romantisches Viadukt, ohne Wasser. Bergpark Kassel.

Eintrittspreis Gemäldegalerie Museum Schloss Wilhemshöhe: 6 Euro für Erwachsene.

Öffnunsgzeiten: Di – So: 10 – 17 Uhr, Mittwochs bis 20 Uhr.

Der Eintritt in den Bergpark Kassel inklusive Herkules und Wasserspiele ist kostenlos. Mit freundlicher Unterstützung des Landes Hessen und seiner Bürgerschaft!

Anreise Bergpark: Straßenbahnlinie 1 z.B. ab ICE Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe.

Anreise Kassel: Mit der Bahn! Kassel ist sehr gut an das ICE Netz angeschlossen und liegt entlang der Strecke Frankfurt am Main – Hannover.

Übernachten: Ich fand das Pentahotel direkt am ICE Bahnhof sehr cool. Toll designte Zimmer, klasse Frühstück!

DC Loew
Dabei sein

DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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