Peru: Reisetipps für Backpacker | planetenreiter Reiseblog

Die zehn besten und praktischsten Reisetipps für Backpacker in Peru und wie dein Trip in die Anden gelingen wird

Keine Ahnung, warum Südamerika solch einen manchmal schlechten Ruf bei individuellen Travellern und Backpackern hat, und warum sich manche nur in der organisierten Gruppe in ein fabelhaftes Land wie Peru trauen.

Bei meiner letzten Reise in die Anden erzählte mir ein deutscher Backpacker, dass er nicht in Peru in einen Inlandsflug steigen würde, weil er gehört hatte, dass dort Ausländer schlecht behandelt werden würden. Wer bitte erzählt und glaubt so etwas? In kaum einem Land sind Inlandsflüge so easy und angenehm wie in Peru. Deshalb scheint es mir notwendig, einige sinnvolle Reisetipps für Peru für Backpacker zu formulieren. Und auch ein wenig mit Mythen aufzuräumen.

Die Übersicht über alle Reisetipps für Peru in diesem Reiseblog findest du hier auf der Übersichtsseite Peru.

 

Der erste Tipp für Backpacker und individuelle Reisende in Peru lautet also: 

1. Keine Angst. Peru ist ein einfaches Reiseland und nicht gefährlich.

Ein Trip nach Peru ist weder gefahrvoll noch riskant. Du fährst nicht nach Kabul. Aber auch nicht an die Ostsee. Einfacher Test für mich: Würde ich Familienmitgliedern eine Reise nach Peru empfehlen? Ganz klar ja. Auch wenn das deine erste Fernreise ist, auf eigene Faust, nur mit deiner Reisetasche oder dem Rucksack. Peru ist einfach zu bereisen, man kann dort ohne grosse Planung im Vorfeld sehr gut hinfahren. Lass deine Vorurteile zuhause und los gehts! Peru ist nicht gefährlich, wer vorsichtig ist und nicht leichtsinnig, wird keine Probleme haben. 

2. Lege dir einen groben Streckenplan oder eine Route an: Es gibt zu viel zu sehen in Peru

Peru ist das drittgrösste Flächenland in Südamerika, und hat wahnsinnig viele Attraktionen zu bieten. Wenn du nicht Monate Zeit hast, solltest du dir einen zumindest groben Plan machen, was du an Landschaften oder Monumenten sehen möchtest, und dann schauen, mit was für einer Route sich diese Highlights verbinden lassen. Mit Bus oder Flugzeug kommt man eigentlich überall hin in Peru, die Frage ist nur manchmal, wie aufwändig solch eine Route ist.

Von Lima aus kommt man eigentlich überall gleich einfach hin, aber wer in Arequipa im Süden von Peru ist und nach z.B. Tarapoto im Regenwald möchte, der muss umsteigen und planen.

Insbesondere eine Reise in das sogenannte Machu Picchu des Nordens, die Felsenfestung von Kuelap im nördlichen Andenhochland, benötigt einige Planung, denn die Gegend ist sehr abgelegen. Ein solcher Plan ist natürlich abhängig von der Zeit, die du für deine Perureise zur Verfügung hast. Ab zwei Wochen lohnt sich ein Trip nach Peru aber schon. Cusco und Machu Picchu und Arequipa lassen sich sehr gut miteinander kombinieren. Tipps zu Routen und dem Zeitplan für einen Perutrip findest du hier.

3. Mach dir einen Budgetplan. Peru ist nicht teuer.

Peru ist nicht teuer, in den abgelegenen Gebieten abseits der Touristenströme ist es sogar ziemlich preiswert. Ein Bett in einem Hostel im Dormroom gibt es ab zehn Euro, Abendessen für noch weniger, preiswertes Streetfood sowieso. 

In den touristisch eher überlaufenen Ecken wie Cusco und Machu Picchu ist Peru dann nicht mehr so preiswert, ohne aber teuer zu sein. Wer etwas mehr ausgeben kann und möchte, dem bietet die touristische Infrastruktur des Landes auch bei den teureren Hotels und Unterkünften eine sehr große und qualitativ hochwertige Auswahl. 

4. Leichtes Gepäck für Peru.

Dieser Tipp ist so selbstverständlich, dass ich mir manchmal denke, ihn nicht zu schreibe, aber dann vor Ort sehe, was die Leute für Riesenrucksaäcke mit sich herum schleppen. Also: Nimm nur das nötigste mit, also ca. Wäsche für eine Woche. Abhängig natürlich von der Gegend, die du bereist. Wer surfen geht oder den Regenwald aufsucht, braucht nur T-Shirts, wer in den Bergen wandern möchte, braucht mehr als das.

Und dann lässt du vor Ort deine Wäsche in einer Wäscherei waschen. Morgens hinbringen, abends gewaschen und gebügelt abholen. Das ist der Trick. Lavanderias findet man eigentlich an jeder Ecke, oder du fragst in deiner Unterkunft nach.

Man bekommt in Peru in den dortigen Supermärkten und Geschäften eigentlich alles Notwendige für den täglichen Gebrauch, von daher ist es kein Problem, auch vergessene Gebrauchsgegenstände des Alltags vor Ort zu kaufen. Eine Hilfestellung für das Gepäck und eine Packliste Peru? Hier im Südamerika Reiseblog.

5. Fliegen vs Busfahren in Peru. Fliegen ist einfach und nicht teuer. Busfahren aber auch.

Diese Frage zu beantworten ist abhängig von der Zeit, die du hast, und deinem Budget. Busfahren ist billiger als Fliegen, dauert aber dafür viel viel länger. Dafür ist Fliegen angenehmer und sicherer. Und für fast alle Inlandsstrecken in Peru kann man für um die 100 Euro ein Ticket vor Ort kaufen, denn meistens fliegen mehrere Fluggesellschaften die Strecken und die Preise sind recht kompetetiv. Eine Übersicht über die wichtigsten Inlandsflugstrecken in Peru, welche Gesellschaft dort fliegt, und welche Sehenswürdigkeit über welchen Flughafen zu erreichen ist, findest du hier. 

Die Eisenbahn in Peru ist eher für touristische Zwecke geeignet als alltägliches Transportmittel, es gibt auch nur noch vereinzelte Strecke, die Übersicht alles Eisenbahnstrecken in Peru findest du hier.

Machu Picchu Peru by DC Loew

6. Geld unterwegs in Peru

Das Thema „Geld unterwegs“ in Peru ist eigentlich auch ganz einfach. Du benötigst in jedem Fall eine Kreditkarte für Reisen im Land, besser zwei, nämlich eine Visa und eine Mastercard.

Dann kannst du als Geldautomaten im Land kleinere Beträge der einheimischen Währung Nuevo Soles abbuchen. Diverse Anbieter haben Kreditkarten oder Debitkarten im Angebot, bei welchen die Abbuchung an Geldautomaten keine Gebühren kostet. Darauf würde ich achten, denn die Kreditkarten-Gebühren für die Nutzung von Barabhebungen an Geldautomaten können manchmal erheblich sein.

In Peru gibt es genug Geldautomaten, zumindest in den größeren Städten findet sich ausreichend Bankfilialen.

Vergiss EC Karte und Traveller Schecks. Tarjeta de credito, Muchachos!

Die EC Karte funktioniert nicht in Peru. Ebenso rate ich ab, große Mengen an Bargeld mit sich zu führen. Das gleiche gilt für die Nutzung von Traveller-Schecks, welche in manchen Reiseführern noch als Zahlungsmittel aufgeführt sind. US Dollar braucht man nicht in Bar mitbringen. Euro kann man an der Ankunft im Flughafen Lima umtauschen, oder in Wechselstuben und Banken. Bargeld sollstet du aber nur in größeren Mengen mit dir herumtragen, wenn es keine Geldautomaten gibt, so wie z.B. zwischen Cajamarca und Chachapoyas oder in anderen eher ländlichen und abgelegenen Gebieten. 

Ausflüge, Flugtickets, Bustickets etc. kann man in den meisten Reisebüros oder bei Tourveranstaltern mit Kreditkarte bezahlen. Noch mehr zum Thema "Geld unterwegs in Peru" findest du hier.

7. Skip Lima

Prinzipiell mag ich Städte nicht so, und die meisten südamerikanischen Hauptstädte steuert man notgedrungen an, weil dort der große Flughafen ist. Insbesondere Lima finde ich tatsächlich wenig bemerkenswert, mittlerweile komme ich in Lima an und fliege sofort weiter. Ist natürlich jedem selbst überlassen, aber mein Tipp ist, in Lima nicht mehr Zeit einzuplanen, als für das Ankommen und Akklimatisieren in Peru notwendig ist. Wer sich für die Höhenlage der Berge akklimatisieren möchte, ist in Lima ohnehin ganz falsch, das liegt nämlich an der Küste. (Akklimatisieren an Höhe: Geht super in Arequipa!)

Gourmets bleiben länger in der Hauptstadt, Nichtgourmets ziehen einfach weiter. Wer dennoch mehr über Essen und Trinken für Traveller in Peru lesen möchte, der klickt auf den vorigen Link.

8. Wohin in Peru: Wüste, Küste, Regenwald, Amazonas oder Berge?

Sie auch den Reisetipp „Streckenplanung. Peru bietet nicht nur herausragende geschichtliche Monumente wie Machu Picchu, Cusco, Nazca oder Kuelap, sondern auch fabelhafte natürliche Landschaften wie die sehr staubige Wüste entlang der Küste, den Regenwald im Norden und Osten des Landes, und die Anden mit dem wirklich sehenswerten nördlichem und südlichen Hochland, aber auch ein veritables Hochgebirge mit Bergen jenseits der Sechstausender - Höhe.

Wer viel Zeit hat, kann diese Landschaften in einer Reise verbinden, wer zwei oder drei Wochen Zeit hat für seine Perureise, der sollte eine Auswahl treffen. Und diese Auswahl sollte dann wirklich ganz auf persönlichen Vorlieben beruhen. Ich mag die Berge mehr als den Regenwald, und war daher während meiner ersten Reise nach Peru nicht am Amazonas. Der Reisetipp lautet also: Werde dir über deine Interessen klar: Monumente und UNESCO Welterbestätten bewundern, wandern in den Bergen, surfen an der Küste oder Vogelspinnen im Regenwald treffen. Du hast die Qual der Wahl!

9. Peru verbinden mit Südamerika: Ecuador, Bolivien, Chile, Kolumbien, Brasilien

Wer als Backpacker Peru in einen längeren Südamerika-Trip einbauen möchte, der hat ziemlich viele Optionen. Wer fliegt, kann im Prinzip von jeder anderen großen südamerikanischen Stadt nach Lima fliegen. Bogota, Quito, Santiago, La Paz, Buenos Aires werden von mehreren Fluggesellschaften bedient, das ist kein Problem, außer dass Flüge in Südamerika zuweilen nicht so preiswert sind. Über den Landweg bieten sich folgende Routenoptionen in Peru an: 

  • Von und nach Ecuador: Über den Norden Perus gibt es entlang der Küste oder die Stadt Jaen einige Optionen, um von dort nach Ecuador zu gelangen. In Ecuador führt die Route über Cuenca nach Peru. Man kann auch als Backpacker die Galapagos Inseln mit Peru verbinden, das braucht aber etwas Zeit und einige Flugtickets.
  • Von und nach Bolivien: Von Puno am Titicacasee fahren Busse nach Bolivien, insbesondere nach Copacabana und La Paz. Eine klassische Backpackerroute führt also von La Paz über Puno nach Cusco und Machu Picchu, natürlich auch in die entgegengesetzte Richtung. Der Grenzübergang zwischen Peru und Bolivien ist trubelig, aber kein Grund zur Sorge. Die Busunternehmen lotsen ihre Passagiere da ganz gut durch. 
  • Von und nach Chile: Im Süden von Peru gibt es sogar eine kurze Eisenbahnlinie, welche von Tacna, Peru, nach Arica im Norden von Chile führt. 
  • Von und nach Kolumbien und Brasilien geht es von Peru über den Amazonas. Man steigt in Iquitos in ein Boot und fährt in das Dreiländereck von Peru, Brasilien und Kolumbien, die Trifrontera. Dort kann man dann weiterreisen, entweder nach Leticia in Kolumbien und weiter nach Bogota, mit dem Flieger. Oder man setzt nach Tabatinga, Brasilien über, und reist mit dem Flussdampfer nach Manaus, oder mit dem Flieger in weitere Orte in Brasilien. Wie das genau geht steht hier im Südamerika Reiseblog und meiner Reise den Amazonas hinunter.

10. Reisen bildet: In ein Geschichtsbuch reinschauen schadet nicht.

Ja, man kann auch Reisen, ohne irgendetwas sinnvolles zu lernen oder zu wissen. Und Sangria aus Eimern trinken, das zählt nicht, dafür muss man nicht nach Südamerika fahren, dafür reicht Mallorca oder Sölden. Man kann auch in Peru reisen und hat noch nie etwas über die Inka, die Eroberung des Landes durch die spanischen Konquistadoren und die präkolumbianischen Kulturen und ihre Bauwerke, z.b. der Mochekultur,  im Norden Perus gehört. 

Oder wer hat noch mal diese Festung in den Bergen bei Kuelap gebaut? Wen die Antworten auf diese Fragen nicht interessiert, der wird kaum nach Peru reisen wollen, nehme ich an. 

Allen anderen sei empfohlen: Kauf dir einen Reiseführer mit einem zumindest kurzen Geschichtsteil. Oder schau hier bei Wikipedia nach. Reisen bildet, das mag spießig klingen, und es geht mir auch gar nicht um diesen Bildungsbürgerdünkel, dass man alle Sehenswürdigkeiten pflichtschuldigst abzuklappern hat, es geht mir um Offenheit, den Respekt des Reisenden vor anderen Kulturen, und eine grundlegende Neugier. 

Wie soll ich diese verrückte Welt verstehen, wenn ich schon als Reisender ein desinteressierter Idiot bin? Wie will ich das Fremde verstehen, einordnen, in einen Gesamtkontext stellen, mich selbst und meinen Platz in dieser Welt verordnen, wenn ich mich verschließe, mich nicht informiere, nicht lerne, nicht offen und tolerant und respektvoll bin?

Und das ist auch keine Frage des Alters, oder der Art, wie ich reise, also ob ich ein vermeintlich fancy Backpacker bin oder mit einer geführten Gruppenreise ganz sortiert durch Peru reise. Das ist eine Frage der generellen Einstellung. Nicht nur des Reisens, sondern des Lebens an sich. 

Peru Traveller Backpacker
So geht Fluß! Der Amazonas bei Iquitos in Peru.
Dabei sein

dc

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
dc
Dabei sein
No Comments Yet

Comments are closed

Werbung
Bergfreunde.de - Ausrüstung für Klettern, Bergsport und Outdoor
Archivbeiträge
Kategorien
ABOUT

planetenreiter Reiseblog. travel. be yourself. no worries.

planetenreiter ist der Reiseblog für individuelle Reisende, Backpacker, Flashpacker. Mit dem Schwerpunkt Südamerika und Peru, Safari in Afrika und Reisen in Europa.

Werbung: Te-Moana Clothing
Feed abonnieren
Follow on Feedly