Reisetipps Tokio Narita

Reisetipps für Tokio Narita oder: Tokyo layover

Als Reiseblogger kommt man ja auch mal abgelegenere Orte, relativ gesehen. Und Japan ist, von Deutschland aus betrachtet, schon relativ weit abgelegen. Geographisch und kulturell. Wie immer beim Reisen, geht es mir um die Exotik, das In-der-Fremde-sein, das Neue sehen und fühlen. Geographisch und kulturell.

Denn: Immer Uckermark ist doch langweilig.

Mit Asien habe ich es ja nicht so wirklich, wie man an den Destinationen in diesem Blog sehen kann. Allerdings war ich im Rahmen einer Reise um die Welt, mit den bisher hier im planetenreiter Reiseblog beschriebenen Stationen (u.a.) Tahiti und Neuseeland, auf dem Weg zurück in die Heimat, für einige Tage in Tokio. Genauer gesagt in Narita bei Tokio.

Immer Uckermark ist doch langweilig

Flugbedingt also. Zwischen zwei Flügen. Von Australien kommend. Oder wie man heutzutage sagt: layover. Drei Tage Tokio. Und dann weiter vom Flughafen Tokio Narita International nach Frankfurt Rhein-Main.

Aus diesem kurzen aber wirklich schönen Aufenthalt in Japan ergeben sich nun einige praktische Reisetipps und Empfehlungen, die hoffentlich hilfreich für andere Traveller sind.

Diese Tipps sind für den Flughafen Narita als auch den Ort Narita. Welcher, kurz gesagt und vorweggenommen, ein sehr angenehmer Platz ist, um die Metropole Tokio ein wenig zu vermeiden und um drei Tage höchst interessant zu verbringen. In der fremdesten – aber auch höflichsten – Exotik. In Tokio Narita, Japan.

Reisetipps Narita Japan
So geht Getränkeautomat. Oder was immer man da ziehen kann. Narita, Japan.

Flughafen Narita nach Narita Innenstadt

Der Großraum Tokio verfügt über zwei internationale Flughäfen, welche beide von Europa aus angeflogen werden. Es sind dies Tokio Narita und Tokio Haneda. Haneda ist ursprünglich der Inlandsflughafen, Narita der Langstreckenflughafen. Da ich ja von Australien kam, und mit Qantas flog, landeten wir in Narita. Der Flughafen als auch der Ort Narita sind ca. 60 km von der Innenstadt Tokios entfernt.

Es gibt eigentlich zwei gute Wege, nach Narita als auch nach Tokio zu kommen. Bleibt man in Narita, kann man vom Flughafen ein Taxi nehmen. Es gibt bei den Taxiständen ausgeschilderte Bereiche für die Zielorte ab dem Flughafen. Es fahren also nicht alle Taxis nach Narita, sondern nur die, welche am Schild mit dem Zielort Narita Stadt stehen. Die Schilder sind auch auf Englisch! Man kann aber auch fragen.

Das mit den Taxis ist, wie fast alles in Japan, sehr praktisch und wohl organisiert. Wer in Narita Stadt bleiben möchte, kann die kurze Strecke vom Flughafen mit dem Taxi zurücklegen, der Preis beträgt um die 3150 Yen, also ca. 25 Euro.

Trinkgeld für den Taxifahrer wird nicht gegeben, das gilt als unüblich in Japan. Wir haben übrigens bar bezahlt, um etwaige Probleme mit der Kreditkarte zu umgehen.

Wer vom Flughafen Narita in die Innenstadt von Tokio fahren möchte, nimmt den Narita Express Zug. Der Weg dorthin innerhalb des Flughafens ist ausgeschildert, es gibt eine Webseite, das Ticket kostet 4.000 Yen pro Person, also ca. 30 Euro für die einfache Fahrt.

Narita-san Tempel, Narita, Japan
Diese Holztafeln kann man kaufen, als Spende. Und im Tempel lassen. Oder Zuhause in die Küche hängen.

Hotels in Tokio Narita, Preise, Lage

In Narita gibt es eine Unmenge an Hotels, auch für Backpacker oder Traveller. Das sind meistens recht geradlinige Business Hotels, aber bezahlbar.

Für um die 80 Euro bekommt man bereits ein schönes Doppelzimmer in einem Narita Hotel. Ich kann das Richmond Hotel in Narita empfehlen, sehr angenehm, japanisches und europäisches Frühstück, schöne Zimmer mit vielen japanischen Gimmicks (Kimono, elektronischer Stadtführer, beheizte Klobrille etc.), Restaurant, extrem leckeres japanisches Bier in Getränkeautomaten.

Bei der Buchung des Hotels in Narita würde ich auf zwei Punkte achten:

  • Kostenloser Shuttle Bus zum Flughafen Narita sollte für Hotelgäste inkludiert sein. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten, in der Rushhour länger. Und man muss sich ggf. an der Rezeption für den Bus anmelden  bzw. fragen, in welchem Takt gefahren wird.
  • Das Hotel sollte in Narita in Laufweite zum dortigen Bahnhof (Narita Station) sein.

Flughafen Narita Infrastruktur, Flugstrecken

Der internationale Flughafen Narita verfügt über drei Terminals. Japan Airlines wird in Terminal 2 abgefertigt. Viele europäische Fluggesellschaften wie British, Air France, KLM, Iberia, Finnair, LOT und Austrian fliegen nach Tokio Narita, Lufthansa z.B. nach Haneda.

Die Low cost Fluggesellschaften wie Jetstar, Peach, Vanilla Air werden in Terminal 3 abgefertigt und bedienen Flugstrecken in Japan und dem asiatischen Raum. Terminal 1 hat hauptsächlich Sky Team Fluggesellschaften, Terminal  2 die One World Allianz plus Emirates.

All Nippon fliegt von Düsseldorf nach Tokio Narita.

Interessante Flugstrecken für round-the-world Tickets ab oder nach Tokio Narita sind übrigens die Verbindungen in den pazifischen Raum: Mit Hawaiian nach Honolulu, mit Air Tahiti Nui nach Papeete, Tahiti, und mit Qantas bzw. Air NewZealand nach Australien und Neuseeland. Fiji Air fliegt nach Nadi. Aero Mexiko bedient Mexiko City.

Im Terminal 2, nach der sehr zügigen Sicherheitskontrolle, findet man einen extrem aufgeräumten Flughafen vor, mit vielen Geschäften, aber nur wenigen Plätzen, wo man sich hinsetzen und in Ruhe etwas Essen und Trinken kann. Ein Restaurant z.B. haben wir nicht vorgefunden, es gibt aber Kioske und kleine Cafés.

Vom internationalen Flughafen Narita gehen übrigens nicht nur Billigflieger in alle Teile Asiens, und nach Australien, sondern viele Buslinien gehen von hier in fast alle Teile Japans.

Als Ausgangspunkt für einen Japantrip eignet sich Narita also ziemlich gut. Am Ende des Artikels findest du den Link zur Webseite des Flughafens, und dort sind alle Busstrecken aufgezeigt.

Geldwechsel und Kreditkarten in Tokio Narita

Mit den europäischen Kreditkarten scheint das so eine Sache zu sein in Japan. Nicht alle Karten werden überall, an Geldautomaten z.B.,  akzeptiert.

Eine gute Übersicht zum Thema „Kreditkarten in Japan“ findet ihr hier bei der Kollegin in ihrem Japan Reiseblog.

Im Ort Narita gibt es rund um den Bahnhof allerdings eine Auswahl an mehreren Banken und Geldautomaten, und ich konnte problemlos mit Mastercard Geld ziehen.

Allerdings, da die Sache mit der Kreditkartenakzeptanz schlecht planbar ist, empfehle ich, nach Japan mit einen gewissen Vorrat an Bargeld zu reisen. Wir konnten am Flughafen Brisbane problemlos ein paar Yen kaufen, dies ist auch in den meisten deutschen Flughäfen möglich, bei der Reisebank oder bei TravelEx.

Oder, wenn man genug Zeit hat, kann man die Fremdwährung auch bei seiner lokalen Bank oder Sparkasse eintauschen, mit Vorbestellung sollte dies gut möglich sein.

Für Japan ist es empfehlenswert, mindestens zwei Kreditkarten zu besitzen, eine MasterCard und eine Visa, dann hat man einfach mehr Optionen.

Geldautomaten und Geldwechsel sind auch am Flughafen Narita vorhanden.

Dort gibt es Geldautomaten als auch Geldwechsler für Bargeld, die Übersicht wo diese zu finden sind ist hier auf der Webseite des Airports.

Somewhere in Tokio
Tokio S-Bahn unter blauem Himmel.

Narita: Ausflug nach Tokio Shibuya

Wer in Narita weilt und Zeit hat, nach Tokio zu fahren, der sollte dies tun. Mit der S-Bahn geht das ziemlich gut. Die Fahrt von Narita Station, z.B. nach Shibuya, um dort die berühmte Straßenkreuzung zu sehen und zu überqueren, dauert ca. 1,5 Stunden. Man muss auch einmal umsteigen, und zwar in Shinagawa.

Fahrkarten bekommt man in der Station am Schalter, dort spricht man Englisch, und bekommt auch erklärt, wo man umsteigen muss. (Es gibt noch eine zweite Station in Narita, die Keisei Station der gleichnamigen privaten Bahn. Hier verkehren Züge zum Narita Flughafen und zu regionalen Zielen)

Sich zurechtzufinden in der Tokioter S-Bahn ist tatsächlich einfacher als befürchtet, die Ausschilderungen sind auch überall in Englisch und in lateinischer Schrift, und fragen funktioniert auch.

Die Fahrt mit der S-Bahn nach Tokio Shibuya und weder zurück nach Narita war ein wunderbarer Einblick in den japanischen Alltag.

Auf einer Laterne, mitten im tollen Trubel von Shibuya, sitzt ein Rabe und kräht zu uns hinunter. Ich habe zweimal hingeschaut. Er war echt.

In der S-Bahn dort telefoniert niemand, oder unterhält sich lärmend, es wird nicht gegessen oder laut Musik gehört. Offenbar gelten in Japan im öffentlichen Raum noch Manieren. Menschen schlafen im Stehen, trotz des vollen Zuges am Nachmittag ist die Enge nicht unangenehm.

Der Ausflug nach Shibuya ist darüber hinaus ziemlich spektakulär. Man sieht ziemlich genau, woher Ridley Scott die Inspiration für die Strassenszenen in Blade Runner hatte, inklusive dem Lärmteppich. Überall bewegte Bilder, Töne, Musik, Sprache, Stimmen, Lichter, Videoclips, Avatare, die aus den Straßen Shibuyas auf einen niederprasseln.

Das ist wirklich ziemlich sensationell – wenn man wie wir aus der Einsamkeit Neuseelands in Tokio Shibuya ankommt, sind die vielen sensorischen Eindrücke fast verstörend.

Auf einer Laterne, mitten im Trubel von Shibuya, sitzt ein Rabe und kräht zu uns hinunter. Ich habe zweimal hingeschaut. Er war echt.

Shibuya Crossing Tokyo
Shibuya Crossing oder die Shibuya Kreuzung, Tokio, an einem Wochentag.

Ausflug zum Narita-san Tempel und die Altstadt von Narita

Wer also in Narita ist und ein bis zwei Tage z.B. zwischen Flügen Zeit hat, der kann, s.o. nach Tokio fahren. Oder bleibt in Narita, welches einen ziemlich spektakulären und bedeutenden buddhistischen Tempel sowie ein ganz reizende Altstadt vorzuweisen hat.

Der Tempel ist der Narita-san Tempel, der Eintritt ist kostenlos. Der Tempelort ist mehr als 1000 Jahre alt, mit einem bezaubernden Park anbei, und imposanten Gebäuden, teilweise aus dem 19. Jahrhundert, aber auch aus dem Beginn des 18.. Jahrhundert.

Das alles ist absolut besenrein, in wunderbarem Zustand präsentiert, und authentisch obendrein. Zum buddhistischen Neujahr und diversen anderen Festen wird es im Narita-san Tempel mächtig voll, schaut also lieber mal hier bei Wikipedia rein, wann diese Tage sind.

Reiseblogger Reisetipps für den Aufenthalt in Narita, Japan
Narita-san Tempel in Narita, Japan

Ansonsten ist der Tempelbezirk recht leer, und gut zu Fuß von den Hotels rund um Narita Station zu Fuß zu erreichen. Man geht einfach die bezaubernde japanische Dorfstraße im Zentrum von Narita hinunter.

Hier stehen altmodisch erscheinenden Ladengeschäfte mit wunderbar angerichteter Ware, wenn auch nicht ersichtlich ist, was genau verkauft wird. Alles ist würdevoll verpackt und sorgfältig beschriftet, aber nur in japanisch. Macht auch nichts, es zählt der Eindruck, zum Shoppen war ich nicht in Narita.

Die altmodische Dorfstraße in Narita ist wirklich hübsch, es gibt Cafés, Kneipen und Restaurants, welche auch abends geöffnet haben.

Tempel und Altstadt in Narita ergeben einen wunderbaren Kontrast zum Trubel der Menschenmassen in Tokio, und sind als Reiseziel wirklich empfehlenswert.

Einreise Japan

Für den Aufenthalt bis zu drei Monaten reicht für deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger ein gültiger Reisepass. Dieser erhält bei Ankunft in Japan einen Einreisestempel. In Tokio Narita International war die Immigration, obwohl eine Riesenschlange anstand, ziemlich schnell. Die Zollkontrolle ebenso bzw. wir wurden gar nicht kontrolliert.

Die Einreise- und Zollbestimmungen für Japan hier noch mal zum Nachlesen.

Walfang in Japan

Dass Japan an seiner mehr als unglücklichen Politik bezüglich des Walfangs bzw. des Tötens von Walen in Schutzgebieten festhält, ist bedauerlich und zu verurteilen. Dass dies nicht zu wissenschaftlichen Zwecken geschieht, ist mehr als offensichtlich und mehrfach belegt.

Ebenso das Verhalten in der Bucht von Taiji. Wer aus diesen Gründen nicht nach Japan fahren möchte, hat mein vollstes Verständnis.

Ich unterstütze die Naturschutzorgansiation Sea Shepherd und würde mich sehr freuen, wenn du das auch tun würdest!

Weiterführende Links

 

DC Loew
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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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