Grenzübergänge in Afrika: Worauf man achten sollte

Reisetipps für das Passieren von Ländergrenzen in Afrika

 

Wer in Afrika Grenzen passieren möchte, sei es bei der Einreise am Flughafen, oder als Selbstfahrer mit einem (Safari )Fahrzeug, sollte sich nicht von ängstlichen Forenberichten oder ähnlichem ins Bockshorn jagen lassen, sondern sich statt dessen gut informieren und vorbereiten.

Da ich auf fast allen meinen Afrikareisen immer mehrere Länder und deren Grenzen passierte (mit dem 4×4, Flugzeug, zu Fuss, Safarifahrzeug) habe ich schon einiges erlebt diesbezüglich.

Aber bisher noch nichts Negatives – denn wer freundlich und positiv unterwegs ist, dem widerfährt auch nichts negatives, daran glaube ich.

Grenzen Afrika – meine Beispiele

 

Meine Grenzpassagen waren bisher:

Einreise nach Kenia, Grenze von Kenia – Tansania, Tansania – Mosambik, Einreise nach Tansania, Einreise nach Südafrika, Einreise nach Namibia, mehrfache Grenzübertritte zwischen Namibia und  Botswana, Botswana – Simbabwe, Botswana und Südafrika.

Hier also einige Tipps und Hinweise aus meinen Erfahrungen, wie man einfach, problemfrei und stressfrei afrikanische Grenzformalitäten erledigt:

Afrika Grenzen

  • Sei vorbereitet: wer genau weiss, welche Unterlagen, Dokumente, Papiere man vorzulegen hat, der ist im Vorteil. Das Gleiche gilt für Gebühren und Steuern jeglicher Art. Wer sich hier akribisch vorbereitet weiss Bescheid, sollten irgendwelche Gebühren oder Dokumente gefordert werden, die es nicht geben dürfte. Gerade Dienstleistern sind hier kaum Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, Steuern und Gebühren zu erdenken.
  • Visa im Heimatland besorgen: Das mag einige Euro/Franken mehr kosten als an der Grenze, macht sich aber definitiv bezahlt: weniger Schlangestehen am Flughafen, weniger Papierkrieg, mehr Zeit. Und irgendwie beeindruckt das hochoffizielle Visa der Botschaft jeden Grenzbeamten ! Das Visum von der Botschaft von Tansania z.B. ist mit Bild und Stempel und allem drum und dran und macht wirklich was her im Reisepass. Zu beziehen von der Botschaft Tansanias in Berlin.
  • Habe genug Bargeld dabei, wenn möglich, mehrere Währungen: Man sollte sich auf keinen Fall darauf verlassen, dass an der Grenze Geldautomaten stehen die funktionieren, oder Wechselbüros, oder dass Kreditkarten angenommen werden. Cash is king when you travel in Africa! (Siehe auch Beitrag zum Thema “Geld in Afrika”). Eine regionale Währung wie der südafrikanische Rand ist hilfreich und wird an Grenzen zu Botswana, Simbabwe und Namibia angenommen! US Dollars natürlich auch. Euro weniger. Und man sollte vor Überraschungen wie kurzfristigen Erhöhungen von Visagebühren u.ä gefeit sein, also etwas mehr Geld dabei haben als offiziell angegeben. Gilt übrigens auch für die Ausreise, hier gibt es oft (kurzfristig erhöhte) departure taxes, besonders an Flughäfen!
  • Sei respektvoll, freundlich und offen: Freundlichkeit ist eine unterschätzte Eigenschaft für Reisende, aber besonders in Afrika oft der Schlüssel zum Erfolg. Wer schreit, pöbelt, kolonial wird, hat verloren. Charme und ein Witz sind sehr oft der Türöffner, auch verfahrene bürokratische Situationen zu lösen.
  • Lass dir helfen: Oft wissen die lokalen Grenzgänger sehr genau, welche Tricks und welches Wissen hilfreich sind, eventuelle bürokratische Schikanen, fehlende Dokumente oder was auch immer  zu umgehen. Die Leute fragen hilft, sich helfen lassen oft auch. Ich habe nie erlebt, dass ein Hilfegesuch abgeschlagen wird. Fragen, freundlich sein, offen sein. Manchmal hilft auch Dummstellen, das aber nur als letztes Mittel! An einigen Grenzen (u.a. Südafrika zu Botswana, Botswana nach Sambia) gibt es Hilfe von professionellen Grenzübertrtrittshelfern, natürlich gegen Geld. Vorab unbedingt die Leistung und die Bezahlung klären. Und NIE, wirklich nie den Reisepass aus der Hand geben! Das gilt auch im Dialog mit Grenzbeamten.
  • Bring genug Zeit mit: Drucksituationen entstehen, weil Leute denken, sie sind unter Zeitdruck. Lass das nicht geschehen, bringe ausreichend Zeit mit, so kann dich auch niemand anderes unter Zeitdruck bringen.
  • Pass auf, was du sagst: Ich konnte es nicht glauben, wie hervorragend die freundlichen Greznbeamten an der Grenze zu Simbabwe Deutsch sprachen. Hätten sie nur so vom Hören und Sprechen mit Touristen gelernt. Also: Vorsichtig sein, was man sagt, manchmal wird man verstanden am Ende der Welt…
  • Plan B: Wer an einem Grenzübergang Probleme hat, sollte wissen, wo die nächste Alternative ist. Vielleicht gelten dort ja andere Regeln ?! Für Selbstfahrer in Afrika sinnvoll, nicht am Flughafen, ich weiss…
  • Selbstfahrer in Afrika: Für die Überführung eines Mietfahrzeugs oder des eigenen Fahrzeugs über afrikanische Grenzen gelten jeweils andere Regeln, Dokumente und Gebühren. Auch hier gilt: Vorbereiten, und nicht auf andere verlassen. Bei der Übergabe des Mietfahrzeugs am besten mit einer Checkliste die regionalen Besonderheiten abarbeiten. In einigen afrikanischen Ländern benötigt man ZWEI Warndreiecke. In einigen einen Verbandskasten, in anderen nicht. In Simbabwe werden spezielle Reflektoren am Fahrzeug gefordert. Und den internationalen Führerschein nicht vergessen. Diesen stellt die lokale KFZ Stelle aus, nicht die Gemeinde oder das Bürgeramt.
  • Selbstfahrer: Mal das Fahrzeug anschauen lassen: Manchmal ist es reine Neugier, wenn die Beamten einen Blick z.B. in die Küche des Safaricampers werfen möchten. Hübsche und praktische technische Lösungen begeistern, wer mit Stolz und Freundlichkeit vorführt und versteht, dass es keine Schikane ist, der wird sich Freunde machen, auch beim Anfangs grimmigen Zollbeamten…
  • Und zum Schluss: Zahl keine Bestechungsgelder. Das macht alles nur noch schlimmer.

Sehr praktische Übersicht über die Grenzübergänge aller Länder von und nach Namibia, inkl. GPS Daten.

DC Loew
Dabei sein

DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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