Per Boot auf dem Amazonas in Peru: Von Iquitos nach Santa Rosa an der Trifrontera

Wer den Amazonas mit öffentlichen Verkehrsmitteln, also nicht mit dem Kreuzfahrtschiff, befahren möchte, wird die relativ einfach zu bereisende Strecke ab dem peruanischen Iquitos bis nach Manaus, über die sogenannte Trifrontera und santa Rosa, wählen.

Wer mehr Zeit hat, fährt dann von Tabatinga, Brasilien, direkt an der Trifrontera, bis zur Mündung des Amazonas nach Belem oder Santarem weiter.

Mir schwebte als Bucketlistenplatz immer der Trip von Iquitos nach Manaus vor, und so habe ich es einfach getan.

Reisen tut Not, aber bedeutet nicht immer und zwingendermassen aus seiner sogenannten Komfortzone heraus zu kommen (um wohin zu gelangen?), um ein Erlebnis fernab des Alltags zu bestehen. Nennt es von mir aus Abenteuer. Aber das hatte ich gar nicht vor. Dieser Südamerika Reiseblog verkauft eben NICHT jeden kleinen Bus- oder Bootstrip als das grosse und letzte Abenteurer unserer Zeit. Reisen ist manchmal auch sehr profan, und man muss es einfach nur aushalten. Manchmal ist es mehr aushalten als Reiseromantik. Man fährt in A los, um nach B zu gelangen. Und ja:

Manchmal setzt man sich einfach in ein kleines schnelles Boot, saust auf angenehme Art und in berückender Weise dem Amazonas in Peru hinab, und lässt die Dinge geschehen, die geschehen.

Amazonas Südamerika Reiseblog

Südamerika Reiseblog: Mit dem Schnellboot ab Iquitos, Peru

So auch dieses Mal. Die Fahrt mit dem Schnellboot vom Oberlauf des Amazonas in Iquitos Peru, in Richtung der sogenannten Trifrontera (die Grenze Perus mit Kolumbien und Brasilien) ist tatsächlich sehr kurzweilig und fast komfortabel.

Man sitzt anständig, es gibt ein wenig zu essen und zu trinken, und viel zu sehen.

Eine Toilette ist vorhanden. Schwimmwesten dienen als Sonnenschutz. Die Mitfahrer sind freundlich, die Crew entspannt und behende.

Man sitzt und staunt und fährt in ca. neun Stunden bis zur letzten peruanischen Urbanisation vor der Grenze, dem Städtchen Santa Rosa. Mitten im Regenwald, am grössten Fluss des Erdballs.

Amazonas Iquitos Santa Rosa
Frühstück auf dem Amazonas! Vermutlich Haferschleim, wer weiss das schon genau. War süss, heiss und lecker!

Wo bekommt man die Tickets für das Boot nach Santa Rosa, wann fahren die Boote?

In Iquitos befinden sich die Agenturen für den Verkauf der Tickets für das Boot (auf spanisch: barco rapido) nach Santa Rosa in der Calle Raimondi, in der Nähe des Casa Morey Hotels. Grosse Schilder verkünden den Tag der nächsten Abfahrt, und der Preis ist um die 200 Nuevo Soles pro Person. Kreditkartenzählung ist potenziell möglich.

Frühstück, kleiner Snack zum Mittag und Getränke (Inca Cola!) sind inklusive. Das Frühstück war vegetarisch, das Mittagessen nicht. Veganer sollten sich was mitbringen...

Momentan sind es zwei Boote, die den ca. neunstündigen Trip anbieten, die Golfinho und die Flipper. Sie sind baugleich, und eigentlich sollte jeden Tag ausser Sonntag und Montag ein Boot die Reise nach Santa Rosa anbieten.

Die Boote fahren auch wieder zurück, also von Santa Rosa nach Iquitos. Dann dauert die Fahrt aber, weil es flussauf geht, länger, an die 12 Stunden. Abfahrt ist dann um 3 Uhr Morgens...

Amazonas Iquitos Santa Rosa
So sieht es innen aus im Schnellboot auf dem Amazonas

Abfahrt in Iquitos: 5:30 morgens

Die Abfahrt ist um 5:30 morgens, da es noch eine Pass und ggf. Gepäckkontrolle vorab gibt, muss man sich um 05:00 morgens am Pier einfinden, welches sich an der langen Strasse entlang des Hafens von Iquitos befindet.

Die Fahrer der Motocarros kennen aber den Ort. Ansonsten da anhalten, wo sich vor einem grossen eisernen Tor eine kleine Schlange von Menschen bildet.

Die Kontrollen sind peruanisch gründlich, also ernst gemeint.

Amazonas Iquitos Santa Rosa
Amazonas: Da saust der grosse Fluss vorüber. Im Schnellboot von Iquitos nach Santa Rosa, Peru

Die Boote sind geräumig, es gibt Platz für das Gepäck, und die Crew hilft tatkräftig beim Verstauen. Wegkommen kann eigentlich nichts. Es gibt so ca. zehn Haltepunkte in den neun Stunden Fahrt zwischen Iquitos und Santa Rosa, aber da wird ganz schnell angelegt, ein- und ausgestiegen und verladen.

Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass man unterwegs Essen und Trinken kaufen kann, bringt euch lieber was mit. Ab und an stehen Verkäuferinnen auf den Bootsstegen und und bieten kleine Snacks an, die kosten meist um die 1 Soles pro Einheit, und sind zu empfehlen. Obst, Chifles, sowas. Ist in Peru eigentlich immer gut.

Amazonas Iquitos Santa Rosa
Typische Siedlung am Amazonas auf dem Weg von Iquitos nach Santa Rosa

An der Trifrontera Peru - Kolumbien - Brasilien: Ausreise Peru, Einreise Kolumbien. Oder Brasilien.

Die Stationen unterwegs werden nicht angesagt, wer früher aussteigen will, sollte den Kapitän ansprechen und Bescheid geben.

Etwas überraschend - weil eine Stunde zu früh - waren wir dann auch in Santa Rosa an der Trifrontera. Hier grenzt Peru an Kolumbien und Brasilien.

Wenn das Wasser des Amazonas hoch steht, also in oder nach der Regenzeit, fahren kleine Boote vom Landungssteg zur peruanischen Grenzstation und anschliessend nach Kolumbien, für zehn Nuevo Soles pro Person. Euer Gepäck mitnehmen nicht vergessen! In der Tockenzeit, so erzählte man mir, kann man über Land zur Grenzstation fahren.

Diese ist im sehr kleinen und etwas nun ja, unsortiert aussehenden Ort Santa Rosa zu finden. Vom Wasser kommend die Haupstrasse anlandend, dann rechts entlang, aber jeder im Ort weiss, wo die Gringos hin müssen. Vorbei an einem offen gebauten Restaurant mit Plastikstühlen und einem Schwarm von roten Papageien unter dem Dach, geht es zum Immigration Office.

Dort erhält man seinen Ausreisestempel. Man kann jetzt von Peru ausreisen, und mit dem Boot nach Leticia, Kolumbien, oder Tabatinga, Brasilien, einreisen.

Grenzkontrollen gibt es keine, man wird allerdings dann bei der Ankunft wieder das Immigration Office aufsuchen müssen. In Südamerika hat alles seine Ordnung!

In Leticia, Kolumbien befindet sich das Büro der Zollbehörde, welche für Kolumbien die Einreise- als auch die Ausreisestempel vergibt, im Flughafen von Leticia. Und so ist es mir passiert:

Dort schauten die Herren Zollbeamten - auf einem grossen an der Wand aufgehängtem Flachbild TV - einen kolumbianischen Musiksender mit einer Heavy Metal Band, bei denen eine Miss Kolumbien in Leder und mit Guitarre die Sängerin ist.

Da holt man sich gerne seinen Stempel ab. Wer etwas Spanisch spricht und sein Anliegen vorbringt, dem wird freundlich die Einreise gewährt.

Zwischen Leticia und Tabatinga, Brasilien besteht eine Landverbindung und die Grenze ist offen. Zur peruanischen Seite des Amazonas geht es nur über das Wasser und per Boot.

Zusammenfassung Reisetipps Amazonas - Von Iquitos nach Santa Rosa: Mit dem Schnell - Boot zur Trifrontera

  • Tickets Iquitos - Santa Rosa, einfache Fahrt 200 Soles pro Person, inklusive Frühstück, Mittagessen, Getränke, Toilette
  • Wo kauft man die Tickets Iquitos: Reisebüros in Iquitos, Calle Raimondi. Diese Tickets gibt es noch nicht online.
  • Tickets Leticia Kolumbien: In den örtlichen Reisebüros. Es gibt in Leticia keine Tickets für die langsamen Boote von Tabatinga nach Manaus! Die gibts nur in Tabatinga, Brasilien, an der Mole.
  • Fahrtdauer: Neun Stunden, flussabwärts. 12  Stunden zurück nach Iquitos
  • Ausreisestempel bzw. Einreise Peru: In Santa Rosa, Peru.
  • Einreisestempel bzw. Ausreise Leticia Kolumbien: Im Flughafen von Leticia
  • Einreisestempel bzw. Ausreise Tabatinga, Brasilien: in der Polizeistation Tabatinga.
  • Übernachten: Wer in Peru in Santa Rosa bleiben möchte, dort gibt es ein Hostel und einige Restaurants. Ansonsten ist Leticia in Kolumbien die deutlich bessere Option und meine klare Empfehlung. Ein nettes Städtchen!
  • Geldwechsel: Das Boot von Santa Rosa, Peru nach Leticia, Kolumbien kann mit peruanischer Währung bezahlt werden. In Leticia  gibt es Geldwechsler und Bankautomaten direkt an der Plaza bzw. in der Strasse zum Hafen.
  • Weiterfahrt nach Manaus mit einem langsamen Boot: Nur ab Tabatinga. An der Muelle de Tabatinga (dem Pier am Fluss) gibt es die Tickets, welche nur bar bezahlt werden können. Alle Info zu den Amazonasbooten hier im Reiseblog
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DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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