Südamerika Reiseblog: Sicherheit | planetenreiter Reiseblog

Zehn wirklich praktische Sicherheitstipps für Reisen in Südamerika sowie Tipps für Sicherheitsausrüstung

Südamerika als Kontinent zählt immer noch, aus welchen Gründen auch immer, als recht riskantes Pflaster für individuelle Reisende und Backpacker.

Unter Beachtung einiger Sicherheitsvorkehrungen lässt sich aber gerade Südamerika, mit der Ausnahme von Venezuela sowie Mittelamerika mit den Ausnahmen El Salvador und Honduras ziemlich sicher und angenehm bereisen.

Nachdem ich in fast allen spanischsprechenden Ländern in Südamerika gewesen bin (nur Paraguay fehlt noch!), hier meine Reisetipps zum Thema Sicherheit in Südamerika.

Generell gilt für mich, dass Südamerika auch nicht weniger sicher oder gefährlicher ist als z.B. die USA. Die meisten Vorfälle in Südamerika, Touristen betreffend, sind Strassenkriminalität, Diebstahl, Trickdiebstähle. Dass mal, wie in Peru in den Anden schon geschehen, ein ganzer Bus überfallen ist, ist eine Ausnahme.

1. Südamerika Sicherheitstipps: Die erste und wichtigste Regel lautet: Sei nicht leichtsinnig! Und sei Wachsam!

Mit ein wenig gesundem Menschenverstand lassen sich, egal wo man unterwegs ist, und das gilt nicht nur für Südamerika, die meisten kritischen Situation vermeiden. Und deshalb ist dies die erste Regel aller Reisenden, ob Backpacker, Gruppe, oder alleine: Nicht leichtsinnig sein. Darunter fällt, nicht betrunken und nachts irgendwo herumzulaufen, keine unbekannten Drogen von neuen Bekannten zu konsumieren, oder sich dazu überreden lassen, dieses oder jenes Gepäckstück mal zu transportieren. Dumm ist, wer dummes tut - dies hat leider seine Berechtigung.

Und ja, ich weiss, den gesunden Menschenverstand zu nutzen ist irgendwie oldschool und aus der Mode gekommen. Aber als Reisender muss man wachsam sein. Dies gilt insbesondere für Alleinreisende. Ich weiss, das ist zuweilen anstrengend. Hier einige Punkte, die für mich unter diesen Aspekt fallen:

  • Nur offizielle Taxis oder Uber benutzen, welche man vorab im z.B. Hotel oder Hostel bestellt hat. Gilt insbesondere Nachts und bei Fahrten ab Bahnhöfen, Busstationen, Flughäfen.
  • In z.B. Lima, Peru sollte man am Flughafen tatsächlich nur an den offiziellen Ständen ein Taxi bestellen (z.B. Taxi Verde) oder sich vorab von seiner Unterkunft abholen lassen. Das Abholen durch die Unterkunft funktioniert in eigentlich allen Ländern Südamerikas sehr gut. Diese erste Unterkunft bei Ankunft sollte man vorab organisieren, nicht erst am Flughafen.
  • Auf die Tipps der Einheimischen hören. Diese wissen meist am besten wo man sich als Gringo/Gringa nicht herumtreiben sollte.
  • Und machen wir uns nichts vor: Außer vielleicht  in Argentinien und Chile wirst du überall in Südamerika als Tourist erkannt werden.
  • Nicht in der Öffentlichkeit bzw. auf der Straße mit dem teuren Smartphone hantieren.
  • Beim Geldabheben nicht Automaten auf der Straße, sondern nur in Banken nutzen. Manchmal kann man diese Kabinen von innen verriegeln. (mehr zum Thema Geld unterwegs, insbesondere in Peru, hier)

2. Mugger Money bzw. zweiten Geldbeutel bereit halten

In den USA fällt dieser Tipp unter das Stichwort "Mugger Money". Im Falle eines Überfalls auf der Straße gibt man schnell heraus, was man in der Tasche hat. Dieses Geld oder diesen Geldbeutel hat man abgezählt bzw. präpariert, so dass sich der Verlust in Grenzen hält. Geld und Kreditkarten an mehreren Orten am Körper verteilen und deponieren ist auch hilfreich.

3. Kreditkarten im Auge behalten

Kreditkarten werden doch schneller kopiert als man "la quenta por favor" sagen kann. Deshalb gilt: Kreditkarten gibt man beim Bezahlvorgang zwar über den Tresen, aber man sollte sie immer im Auge behalten. Niemand sollte mit deiner Kreditkarte aus deinem Sichtfeld laufen, um sie ggf. zu kopieren. Weitere Tipps zum Thema Kreditkarte auf Reisen dann unter dem Punkt: "Digitale Vorsichtsmaßnahmen".

4. Kopien wichtiger Dokumente online und vorab abspeichern

Solltest du dein Gepäck verlieren oder es gestohlen bekommen, oder deine Dokumente wie Reisepass, Flugticket etc. abhanden kommen, oder dein Handy oder Computer geklaut werden: Alle wichtigen Dokumente sollte man VOR der Abreise scannen und online so deponieren, dass man auch aus z.B. einem Internetcafé zugreifen kann. Das gilt für die oben genannten Reisedokumente, aber auch z.B. für die Bestätigung der Reisekrankenversicherung, der Gepäck- oder Fotoversicherung, oder von Genehmigungen für Visa- oder Einreisedokumenten etc. Die Zugangsdaten für deinen Onlinespeicher musst du dann natürlich im Kopf haben! Oder so dokumentiert, dass du auf sie zugreifen kannst, auch im Falle eines Gepäck-Totalverlustes.

5. Leichtes Gepäck

Mit leichtem Gepäck zu reisen ist nicht nur ohnehin und allgemein und grundsätzlich eine der ersten Regeln des Reisenden, aber gerade unter Sicherheitsaspekten wirklich wichtig. Leichtes Gepäck zu haben bedeutet, auch keine teuren oder für dich wichtigen Dinge auf einer Reise bei dir zu haben.Packe nichts ein, auf dass du in deinem Leben nicht verzichten könntest! Dann bleibt die Lieblingshose von Prada (oder Armani, du weisst, was ich meine) eben zu Hause! Wer in Südamerika unterwegs ist, kann auf solchen Tand ohnehin verzichten. Leichtes Gepäck, das meint auch:

  • Ein großes Gepäckstück (nicht mehr als 40/50 Liter Gepäckvolumen ist meine Empfehlung) sowie ein kleines Handgpäckstück (um die 20 Liter Gepäckvolumen maximal). Pro Person. 

Wer wenig mit sich trägt, benötigt auch weniger Energie, darauf aufzupassen.

Südamerika Reiseblog: Mehr muss nicht!

 

6. Keine teuren Sachen mitnehmen

Wie oben beschrieben: Lass dir teure oder unersetzliche Sachen, Kleidung, persönliche Lieblingsstücke lieber zuhause. Im Falle des Gepäck-Totalverlustes greifen bei Fluggesellschaften z.B. pauschal auf die Schwere des Gepäcks bezogene Regeln für geldlichen Ersatz. Man bekommt also im Falle des Gepäckverlustes durch eine Fluggesellschaft zum Beispiel pro Kilogramm einen Betrag erstattet, unerheblich ob du 20 Kilo Billigklamotten oder 20 Kilo Designerstücke dabei hattest.

Teure Kameras und Computer kann man ggf. versichern lassen. In vielen Fotoversicherungen sind die Kameras als auch die Peripheriegeräte wie Notebooks inkludiert.

7. Alkohol und Drogen

Ich bin der Allerletzte, der vom Konsum von Alkohol oder Drogen aller Art abraten würde. Das sollte ein jeder und eine jede ganz für sich selbst entscheiden. Allerdings, unter Drogeneinfluss ist man halt meistens auch ein leicht auszuraubender Idiot. Auf Reisen sollte man also diesbezüglich vorsichtig sein, und siehe oben, nur Mugger Money beim Zug durch die Gemeinde dabei haben, auf seinen Drink aufpassen (KO-Tropfen etc.) und keine Drogen zu sich nehmen, die man nicht kennt. Auch wenn das vielleicht genau die Art von Erfahrung ist, für die man nach Südamerika fährt, Stichwort Ayahuasca und ähnliche Dinge. Ja, das Leben ist zuweilen widersprüchlich.

8. Menschenansammlungen, Demos, Märkte, Grenzgebiete: Besser meiden bzw. vorsichtig sein

Ich komme mir mit diesem Tipp ähnlich dröge vor, wie das Auswärtige Amt. Aber tatsächlich, in Busstationen, Bahnhöfen, Flughäfen und Märkten sind viele Reisende und Touristen, und viele potenzielle Kriminelle. Deshalb gilt an diesen Orten, besonders vorsichtig zu sein. Das Gleiche gilt für Menschenansammlungen, Demonstrationen, Fußgängerzonen: Für Trick- und Taschendiebe sind dies bevorzugte Gebiete, um ihr Metier auszuüben. In Grenzgebieten in Südamerika ist der Drogenschmuggel oft der beste Arbeitgeber für die Locals, als Reisender sollte man sich dort eher wenig herumtreiben, und Grenzübergänge so schnell wie möglich passieren. Dazu siehe auch Nummer 9 der Sicherheitstipps für Südamerika.

9. Achtung Trickdiebe, falsche Freunde und gefährliche Gefallen

Trickdiebereien gibt es so einige, um dich von Gepäck oder Geldbörse zu trennen. Klassiker sind, dir Saucen oder ähnliches auf deine Klamotten zu kleckern, um dann ganz heftig und geflissentlich sauber zu reiben, und dir dabei das Portemonnaie aus der Tasche zu ziehen. Oder man hält dir einen Stadtplan unter die Nase und fragt nach dem Weg, und  weil du es wegen des taktisch klug platzierten Stadtplans vor deinen Augen nicht siehst, suchen flinke Hände nach deinen Wertsachen, Smartphone oder Kamera. Ebenfalls Vorsicht geboten ist bei neuen Freunden in der Kneipe oder Diskothek. Da kann es schon mal geschehen, dass KO-Tropfen in deinem Drink landen. Und auf keinen Fall solltest du in Südamerika Menschen Gefallen tun, und irgendwelche Dinge, Gepäckstücke, Pakete oder ähnliches für sie transportieren, abliefern, über die Grenze bringen. Drogenschmuggel ist lukrativ, und wie immer gilt: Gib einem Deppen keine Chance. Das gilt auch für dich selbst!

10. Digitale Vorsichtsmaßnahmen

In der heutigen Zeit von Smartphone, freiem WLAN und Onlinebanking muss man auch als Reisender einige digitale Sicherheitsvorkehrungen treffen und ständig beibehalten. Dazu zählen:

  • Am Smartphone ist Bluetooth als auch WLAN permanent ausgeschaltet, wenn du es nicht benötigst.
  • Am öffentlichen WLAN (z.B. in Cafés, aber dies gilt auch für Hostels) macht man keine Bankgeschäfte - nutze dein eigenes WLAN (da gibt es tolle Lösungen für unterwegs, z.B. von Glocal), oder eine lokale Datenkarte.
  • Browser nur nutzen, auch unterwegs an fremden Geräten, z.B. in Internet - Cafés, wenn sie aktuell sind, und sie keine Historie speichern. Notfalls musst du deinen Verlauf sowie eventuell geladene Cookies löschen. Für die URLs gilt: Nur https nutzen.
  • Für Onlinebanking nutze ich z.B. einen eigenen Browser, welcher nicht für Social Media Anwendungen genutzt wird, Empfehlung Browser: Brave oder Cliqz.
  • Mache von deinem Handyprofil bzw. deinen Smartphone - Daten eine (Cloud) - Kopie, vor der Reise, so dass du auf diese zugreifen kannst, falls du dein Handy verlierst oder es gestohlen wird.
  • Kreditkarten sollte man in einer Hülle transportieren, die das Auslesen der Karte verhindert (das nennt sich RFID oder NFC Blocking, gibts bei Amazon).
  • Alle Online-Passwörter sollten z.B. in einer dafür geeigneten App gespeichert sein. Man kann diese Daten auch zusätzlich online gesichert kopiert ablegen (z.B in einer Cloud Lösung, Dropbox, Google drive etc. ), so ist im Fall des Handyverlusts dafür gesorgt, diese Daten weiter benutzen zu können.
  • Vernünftige und sichere Passwörter bitte! Also nicht 123456 oder ähnliches, und auch nicht ein Passwort für alles. Das Handy sollte ebenfalls gesichert sein, und auch nicht erst nach zehn Minuten automatisch gesperrt werden. (Gute Tipps für Passwörter hier beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.)
  • Besorge dir eine Kreditkarte, wo Abbuchungen entweder per App freigegeben werden, oder du zumindest eine Email/SMS bei Abbuchung erhältst.
  • Stelle deine wichtigen Konten, Buchungsportale (für Hotels, Flüge etc.)  und Social Media Profile auf eine Zwei-Faktor-Authentisierung um.
Südamerika Reiseblog: Unterwegs.

Einige hilfreiche Gadgets für die Sicherheit auf deiner Südamerika Reise:

  • Sehr praktisch ist dieser Geldbeutel, welcher am Hosengürtel befestigt, aber unter der Hose direkt am Körper getragen wird. Genug Platz für Reisepass und Kreditkarte ist vorhanden. Von Eagle Creek, gibt es z.B hier bei Bergfreunde (Affiliate Link)
  • Sehr cooles Reiseschloss für dein Gepäck, welches mit einer Karte geöffnet wird. Habe ich selbst seit Jahren im Einsatz, wirklich praktisch. Gibt es von Sea to Summit (Affiliate Link).
  • Ebenfalls sehr praktisch sind die Drahtnetze und Drahtschlingen von PacSafe, um Rucksack oder Tasche zu verschließen und ggf. im Hotelzimmer an Bett oder Heizung anzuketten. (von Pacsafe, z.B. bei Bergfreunde, Affiliate Link).
  • Hier ist der Wertsachenbeutel Travel Safe 3 von Pacsafe. Auch praktisch für Südamerika Roadtrips oder Camping. Oder um Wertsachen fein gesichert im Hotel zu lassen. Pacsafe Wertsachenbeutel, bei Bergfreunde (Affiliate Link).
  • Hier die Übersicht über alle Sicherheits - Artikel bei Bergfreunde: Geldbeutel, Schlösser für das Reisegepäck, Sicherheits-Taschen und Beutel für unter die Kleidung, RFID geblockte Geldbörsen, wasserdichte Beutel für Handy und Dokumente und vieles praktische mehr.

Die hier verlinkten Artikel zum Thema Sicherheit kannst du bei den Bergfreunden kaufen. Die Links sind Affiliatelinks. Bei Kauf erhalte ich eine Provision, welche hilft, diesen Reiseblog zu finanzieren. Für dich sind die Artikel nicht teurer als ohne Affiliatelink.

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DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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