Serengeti: Tipps für deine Reise nach Tansania

Serengeti, Tansania: Tipps für deine Reise in das Naturschutzgebiet und zur Great Migration

 

Als Reiseblogger wird man oft gefragt, was denn so die schönsten Orte dieses Planeten sind – ich muss dann nie lange überlegen – für mich ist es die Serengeti in Tansania.

Zusätzlich zu meinem Bauchgefühl kann ich diese Aussage auch faktisch belegen: Von allen von mir besuchten Nationalparks in Afrika gibt es keinen einzigen, in dem man mehr Tiere auf weniger Fläche antreffen kann als in der Serengeti. Einige Tierarten sind nahezu garantiert zu sehen, was besonders für Naturfotografen spannend ist.

Mit einem guten Guide, welcher die Tiere als auch die Gegend kennt, kann man Giraffen, Elefanten, Löwen, Flusspferde, Mangusten und sehr viele Vogelarten unter Garantie vor die Linse bzw. das Auge bekommen.

Die Landschaft in der Serengeti ist sehr vielfältig und fotogen: Es gibt nicht nur die bekannte Grassavanne mit den Granitfelsen („koppjes“) darin, sondern auch buschbewachsene Hügel, Akazienwälder, Flusslandschaften und einige recht hohe Felsenareale. Alle diese Biotope sorgen für eine sehr abwechslungsreiche und teilweise endemische Flora und Fauna.

Serengeti Safari

Hier also die grundlegendsten Reise – Tipps für die Serengeti in Tansania.

 

Flug nach Tansania: Der nächstgelegene internationale Flughafen ist Kilimanjaro International, IATA Code ist JRO. Alternativen sind Nairobi oder Mombasa in Kenia, oder Dar-Es Salaam in Tansania, von diesen Flughäfen geht es dann per Flieger oder Bus nach Arusha, der Stadt unmittelbar am Kilimanjaro Flughafen.

Internationale Fluggesellschaften, welche von Europa nach Kilimanjaro International fliegen sind momentan:

  • Condor ab Frankfurt, einmal wöchentlich.
  • Ethiopian Airlines über Addis Abeba.
  • KLM über Amsterdam, täglich.
  • Qatar Airways über Doha.
  • Turkish Airlines über Istanbul.

Regionale Verbindungen mit Kenya Airways ab Nairobi, RwandAir ab Kigali und mit Precision Air von Dar es Salaam und Sansibar.

Serengeti Safari
Wer schaut denn da? Löwen im Gras im goldenen Licht der Serengeti. Foto by DC Loew

Anreise in die Serengeti: Das ist natürlich abhängig von der Art der Reise, dazu siehe auch der folgende Punkt „Reisearten“.

Eine individuelle Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist schwierig, aber möglich. Die Busse von Arusha nach Mwanza durchqueren die Serengeti, und halten auch an den Eingangsportalen des Nationalparks an. Das ist aber z.B. für Backpacker keine wirkliche Option, wenn man in den Park will. Gemeinhin wird man auch als Backpacker mit seinem Safariveranstalter oder als Selbstfahrer in die Serengeti kommen. Eine individuelle Anreise ist möglich, aber in den Nationalpark gelangt man dann als Backpacker nicht.

Die Strecke ab Arusha entlang des Lake Manyara, über den Rand des Ngorongoro Kraters, durch die Ngorongoro Conservation Area bis zum Naabi Hill Gate dauert ca. acht Stunden. Bis zum Fuss des Ngorongoro Kraters gibt es eine sehr gute Asphaltstrasse, dann geht es auf roterdiger und zuweilen sehr staubiger Schotterpiste weiter. Das kann man auch als Neuling selbst fahren, es gibt keine tiefsandigen Streckenabschnitte wie z.B. in Botswana.

In Arusha gibt es einige Mietfahrzeug Anbieter, welche Land Rover als auch Toyota Geländewagen an Selbstfahrer vermieten, sogar mit Dachzelt. Es sind dies Tanzanian Pioneers und Fortes. Fortes kenne ich aus eigener Erfahrung, und kann ich empfehlen, weil sie professionell und freundlich sind, und die Fahrzeuge in Ordnung. (Link unten in der Zusammenfassung)

Serengeti Safari
Die Wächterin. Serengeti Golden Light. Foto DC Loew

Per Buschflieger reist es sich sehr angenehm in die Serengeti, es gibt einige Landepisten innerhalb des Nationalparks, die hochpreisigen Lodges haben teilweise sogar eine eigene. Hauptlandeplatz in der Serengeti ist Seronera, abgeflogen wird zumeist am kleinen Flughafen von Arusha, also nicht ab Kilimanjaro International. Anbieter sind Safarilink und Coastal Air. In der Serengeti holen einen dann die Fahrer der Lodges ab.

Reisearten Safari: Entscheidend für einen Besuch der Serengeti ist natürlich, wie man dort hin reist bzw. wie man seine Safari organisiert.

Die meisten von uns werden mit einem entweder lokalen Safariveranstalter (kann man auch vor Ort auswählen, viele sind in Arusha rund um den Clock Tower oder z.B. im Impala Hotel zu finden) oder mit einem in Europa gebuchten Veranstalter auf Safari gehen. Dies kann dann entweder in einer Gruppe sein, oder privat. Budget oder Luxus, Camping und Lodges und alle Spielarten dazwischen

In Tansania ist es üblich, dass man mit einem lokalen sogenannten Driverguide auf Safari fährt, wer etwas Kleingeld über hat, nimmt einen Koch mit dazu. Die Selbstfahrervariante, also mit geliehenem Fahrzeug aber ohne Driverguide, so wie in Botswana, Namibia oder Südafrika, wird allerdings auch in Tansania zunehmend populärer.

Serengeti Safari
Serengeti: Der Naabi Hill Gate. Das Besucherzentrum folgt dann etwas später.

Die preiswerteste Variante ist sicherlich die einer Budget Safari, diverse Anbieter haben sich darauf spezialisiert, und für einige Tage ist das dann auch nicht teuer. Das heisst dann Camping!

Unterkunft: Es gibt in der Safari Lodges in allen Preisklassen, von rustikal und budget bis sehr teuer und posh. Sicherlich eine Frage der individuellen Vorlieben und Finanzkraft.

In der Seronera Gegend gibt es einige preiswerte Lodges, die auch die meisten Standard Lodge Safari Anbieter nutzen. Unterkunft und Essen sind hier nicht übel, und für Anfänger absolut in Ordnung.

Serengeti Camping: Special Camp Site

Mir gefällt am besten Camping auf den Serengeti special camp sites. Dies sind spezielle, sehr einsame und abgelegene Plätze, an denen man sein Zelt aufschlagen bzw. als Selbstfahrer den Wagen abstellen darf. Es gibt dort keine Infrastruktur, nicht mal Toiletten oder einen Wasseranschluss, man muss alles selber mitbringen. Aber die Nähe zur Natur ist überwältigend! Der Unterschied zu den ebenfalls vorhanden Public campsites ist zum Einen der Preis, und zum anderen die Exklusivität: special camp sites werden exklusiv vergeben, man ist dort ganz alleine mit der Natur und den Tieren. Man kann diese speziellen Campingplätze auch mit einem Veranstalter ansteuern, dann wird es allerdings recht teuer, weil alles an Campingbedarf, Essen, Toiletten etc. dort hin gebracht werden muss.

Serengeti Bushbuck
Auch hübsch und mal etwas anderes: Ein juveniler Buschbock in der Serengeti. Foto DC Loew

Fotografie: Zusammen mit der Masai Mara ist die Serengeti sicherlich eines der besten Gebiete für die Safari – oder Tierfotografie weltweit. Die hohe Dichte an Tieren, die wunderbare Landschaft als auch das berühmte morgendliche und abendliche Goldene Licht der Serengeti sorgen für perfekte Rahmenbedingungen. Ein 400mm Objektiv sollte man allerdings schon haben. Genauere Tipps für die Fotoausrüstung für die Serengeti findet ihr hier. Im Prinzip finde ich es etwas albern, auf Safari mit einem Handy oder einer anderen Winzkamera zu gehen – das macht in der Tierfotografie wirklich keinen Sinn. Dann lieber die Natur entspannt geniessen und nicht fotografieren…

Generell gilt, und Ausnahmen bestätigen die Regel: Gutes Fotolicht gibt es morgens und abends direkt nach und vor dem Sonnenuntergang. Gegen Mittag ist die Luft flirrend und voller Staub, und das sehr helle Sonnenlicht bleicht alle Farben und Kontraste.

Great Migration: Die grosse Tierwanderung der Gnus und Zebras durch die Serengeti ist eines der Wunder dieses Planeten, und dank früher Schutzbemühungen – von z.B. Bernhard und Michael Grzymek in den 1950er Jahren –  noch ziemlich intakt.

Die Wanderung der Gnus verläuft zyklisch über das Jahr verteilt, die Tiere folgen dem saftigen Gras und ziehen im Uhrzeigersinn durch das Serengeti – Mara Ökogebiet. Im September/Oktober sind sie zumeist im Norden der Serengeti bzw. in der Masai Mara in Kenia.

Im Juni Juli August quert der Grossteil der Tiere meist die Seronera sowie die Flüsse Mara und Grumeti, und in der Zeit Januar bis Mai sind die Tiere zumeist im Süden der Serengeti anzutreffen, wo sie auch ihre Jungen zur Welt bringen.

Dieser Kalender ist Schwankungen unterworfen und nur ein grober Anhaltspunkt!

Serengeti Camping
Eine Serengeti Special camp site.

Reisezeit/Regenzeit: März – April ist die Zeit der grossen Regenfälle, da werden die Wege schon mal sehr schlammig, aber auch der Regen ist ein Spektakel, wenn Zehntausende von Gnus in einer Wasserwolke an dir vorüberziehen! Sehr gute Foto- und Reisebedingungen gibt es in der Zeit zwischen Juli und Oktober, hier ist auch das Licht Klasse.

Und jetzt kommt die Moral: In die Serengeti fahren pro Jahr ca. 300.00 Besucher – es kann also, in der Hochsaison (im Dezember) oder in den europäischen Sommerferien, schon mal etwas voller werden. Der Tourismus im Schutzgebiet ist also zuweilen an der Grenze oder darüber hinaus, was die Belastung für Tiere und Umwelt angeht. Es gibt deshalb Regeln, um die sehr populären und schwer anzutreffenden Tiere wie Leoparden oder Geparden, zu schützen. Dazu gehört, sich nicht noch als zehntes Fahrzeug in einem Leopard jam einzureihen – das bringt niemanden etwas, du wirst kein gutes Foto bekommen, und das Naturerlebnis ist dahin.

Verantwortungsvoll reisen hat auch immer etwas mit Moral und Verzicht zu tun, und es gilt, wie für das Leben generell: wer nicht der Masse folgt, seinen eigenen Weg geht, antizyklisch denkt und agiert, wird belohnt. Das heisst also: Nicht den anderen Fahrzeugen folgen, das Seronera Tal mal Mittags auslassen, und in die Randgebiete der Serengeti fahren. Eine gute Option ist auch, sich auf ein Tier festzulegen, das man sehen oder fotografieren möchte. Dann seinem Driverguide mitteilen, dass man heute gerne Löwen sehen möchte bzw. fragen, wo man Löwen am ehesten zu sehen bekommt, und dann dort hinfahren.

Serengeti Safari
Serengeti Elefant. Foto DC Loew

Das intensivste Tiererlebnis in der Serengeti?

 

Das intensivste Tiererlebnis ist übrigens zweifellos: Die Tsetse Fliege. Lustig, zu welchen Verrenkungen Mensch und Tier fähig in einem Schwarm dieser Plagegeister sind. Wer in ein Tsetse Gebiet gelangt, für den gilt nur: möglichst schnell wieder herausfahren. Und dann sorgfältig diverse Körper- und Kleidungsfalten absuchen, ob dort nicht noch eine Fliege sitzt…

Mit deinem Besuch in der Serengeti unterstützt du den Naturschutz dort, und darüber hinaus verwendet Tansania die eingenommenen Gelder, um die etwas weniger populären Parks zu finanzieren: Ranger, Fahrzeuge, Benzin, Bewaffnung sind teuer! Wer die Serengeti von Deutschland aus unterstützen möchte, kann dies über die Zoologische Gesellschaft Frankfurt tun: Sie bewahrt dieses einmalige Erbe der Menschheit sehr sorgfältig und vorbildlich.

Und ich bleibe dabei: Der Jagdtourismus ist, was den Naturschutz als auch die Moral angeht, sinnlos und unnötig und unzivilisiert, und gehört ersatzlos ausgesetzt. End trophy hunting now!

Einreise Tansania: Ein Visum wird bei der Einreise ausgestellt und kostet 50 US Dollar. Scheine passend haben und nicht die Dollarscheine im alten Design! Wer nach dem Flug nicht Schlange stehen möchte, holt sich das Visum vorab bei der tansanischen Botschaft in Berlin, das kostet dann 50 Euro.

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DC Loew
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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!