Santiago de Chile: Reisetipps für Traveller unterwegs in Chiles Hauptstadt

Es gibt Städte, welche eindeutige und allgemein anerkannte sogenannte Traumziele sind. Sie sind fotogen (instagramability), als Reiseziel von populärem Interesse, denn sie beheimaten eines bis mehrere bekannte Bauwerke, Feste, Museen, Strände, Partystraßen, Altstädte oder ähnliches in ihren Mauern. Beispiele dafür sind in Südamerika Rio de Janeiro, Cusco, oder Quito. Zuckerhut, Inkas, Vulkane. you name it. Bedingt La Paz in Bolivien, weil es keine Stadt gibt, die höher als 4.000m liegt und welche man ohne Sauerstoffzelt besuchen kann.

Diese Art von Städten sind von den üblichen Horden an Reisebloggern und Influencern besucht, stehen sowieso in jedem Reiseführer und Reiseblog als ganz toll, wunderbar, und überhaupt großartig beschrieben drin, und wer da noch nicht war, verpasst ganz sicher etwas, kann nicht mitreden und hat die Welt noch nicht gesehen.

 

 

Diese Städte sind immer auf irgendwelchen Top Ten Listen zu finden, sind Teil von Bucket Lists, haben eine Historie in welcher sie auch schon Sehnsuchtsorte waren, und sind mit ihrer Bekanntheit allgemeines Kulturgut. Sie sind ikonisch im besten Sinne, sind Pop- als auch Hochkultur, und sie haben dem geneigten Besucher etwas anzubieten: Das wunderbare Gefühl, dort gewesen zu sein. Wie auch immer sich das manifestiert: Im Selfie, im Museumsrundgang, im Kater am nächsten Morgen, im Haken auf der Bucket list. „Ich habe Cusco gemacht!“ Bean there done that. Genau so.

Santiago de Chile für Traveller und Backpacker

Santiago de Chile, die Hauptstadt Chiles, hat nichts davon: Es steht auf keiner Bucketlist, niemand kennt auch nur ein bekanntes Gebäude dort, es erscheint kein ikonisches Foto vor deinem inneren Auge beim Klang des Namens dieser Stadt. Influencer oder Reiseblogger fahren dort nicht hin. Diese Stadt kennt keiner, und dies sicherlich aus Gründen. 

Ich war dort. Aber auch, zugegeben, nur für ein paar Tage. Das war so gewollt und geplant, denn ich dachte mir: Santiago ist wie Lima. Da gibt es nichts zu sehen. Denn: 

Santiago ist eine typische südamerikanische Hauptstadt, ein Moloch, ein Häusermeer ohne Charakter, Struktur, Atmosphäre. Zudem - im Vergleich zu beispielsweise Quito, eher teuer.

Der einzige Grund, Santiago zu besuchen liegt darin, dass man über diese Stadt das eigentliche Ziel seiner Reise erreichen möchte. Die Osterinsel zum Beispiel. Oder Patagonien. Beide Traumziele sind ziemlich gut mit einem Flug über Santiago zu erreichen, die Osterinsel kann man von Südamerika tatsächlich ausschliesslich über Santiago erreichen. Aber, und da hilft auch nicht das übliche Reiseblogger Geschwurbel: Santiago ist ok, aber es gibt kaum Gründe, dort länger als unbedingt notwendig zu verweilen. 

Also ankommen, akklimatisieren, kurz umschauen, abreisen und weiter.

Südamerika Reiseblog: Flugoptionen und Preise für Tickets nach Santiago de Chile

Ankommen geht am internationalen Flughafen, von Südamerika aus oder von Europa kommend, ziemlich gut. Die für mich beste südamerikanische Fluggesellschaft LATAM hat hier einen ihrer Hubs, welcher Südamerika z.B. mit Australien und Neuseeland per Direktflug verbindet. Latam fliegt täglich von Madrid nach Santiago, der Flug wird meistens bis Frankfurt verlängert, und geht von dort dann wieder über Madrid zurück nach Santiago. 

Der Flughafen ist sehr aufgeräumt und übersichtlich. Einreise für EU Europäer geht problemfrei, man erhält ein Visum on arrival, kostenlos. Die folgenden fünf europäischen Fluggesellschaften bedienen Santiago de Chile (IATA Code: SCL)  direkt von ihren jeweiligen Hubs: 

  • Alitalia über Rom FCO
  • Air France über Paris CDG
  • British Airways über London Heathrow 
  • KLM über Amsterdam
  • Iberia über Madrid. 
  • Latam aus Chile fliegt täglich von Frankfurt nach Santiago, über Madrid. Abflug in Frankfurt ist abends (19:30, Terminal 1)

Über Nordamerika (Vereinigten Staaten, Kanada, Mexiko)  bieten sich die folgenden Flugverbindungen an: 

  • Aeromexiko und Latam über Mexiko City
  • Air Canada über Toronto
  • American Airlines über Dallas oder Miami
  • Delta über Atlanta
  • United über Houston
  • Latam über New York, Miami und Los Angeles

Von Mittel- und Südamerika hat man die folgenden Flugoptionen nach Santiago (Auswahl)

  • Avianca über Bogota
  • Copa Airlines über Panama City
  • Gol aus Brasilien kommend, Sao Paulo und Rio
  • Latam aus Buenos Aires, Lima, Peru; Guayaquil, La Paz, Asuncion
  • LATAM bedient seit 2018 auch die Strecke Cusco, Peru - Santiago

Latam fliegt von Santiago de Chile nach Auckland, Neuseeland. Qantas verbindet Australien mit Südamerika mit der Strecke von Sydney nach Santiago.

Eine weitere spannende Strecke in Südamerika ist die Latam Verbindung von Santiago nach Stanley, Falkland-Inseln. 

Weil das Flugangebot nach Santiago doch sehr breit ist, sind die Preise für ein Flugticket gefühlt recht niedrig, z.B. im Vergleich mit einem Flug von Europa nach Lima. Return Tickets nach Santiago de Chile gibt es teilweise schon für um die 500 Euro. 

Wer also in andere Länder nach Südamerika weiter reisen möchte, hat mit dem Langstreckenflug nach Santiago also eine preislich attraktive Variante. In Kombination mit dem Visit South America Pass von Latam bzw. der One World Allianz kann man ganz gut günstige Flüge innerhalb Südamerikas buchen (bis zu 12 Stück), wenn man das schlau anstellt oder von seinem Reisebüro gut beraten wird, lohnt sich das preislich sehr. In Südamerika ist fliegen zwischen den Ländern im Vergleich zu Europa oder Asien teurer, denn es gibt keinen kontinental aktiven Billigflieger, also weder eine südamerikanische Ryan Air noch eine Air Asia. 

 

Santiago de Chile in ein round-the-world Ticket einbinden

Wer mit der One World Allianz fliegt, kann von Santiago entweder mit Qantas oder mit LATAM nach Australien bzw. Auckland, Neuseeland, fliegen.

Oder zur Osterinsel, und von dort weiter nach Tahiti, Französisch-Polynesien. Latam fliegt hin einmal die Woche von der Osterinsel nach Papeete. Von dort weiter z.B.  mit Star Alliance (Air New Zealand) nach Auckland.

Panorama Cerro San Cristobal Santiago de Chile
Panorama von Santiago de Chile mit dem Gran Torre Santiago links im Bild und der Smogschicht direkt vor den Bergen

Santiago de Chile: Vom Flughafen in die Innenstadt

Vom Flughafen Santiago gibt es die folgenden Optionen, um in die Innenstadt zu gelangen: 

Mit dem Bus: Es gibt zwei Unternehmen, welche den Flughafen mit der Innenstadt verbinden, dies sind TurBus und Centropuerto. 

Die Preise für eine einfache Fahrt liegen bei 1700 bzw. 1800 chilenischen Pesos, das sind ca, 2,50 Euro.

Mit dem Taxi: 

Der Flughafen ist ziemlich weit draußen, mit dem Taxi fährt man schon um die 45 Minuten, in der Rush Hour deutlich mehr. Diese Zeit müsst ihr einkalkulieren, wenn ihr rechtzeitig am Flughafen sein wollt. Der Preis ist um die 20.000 Pesos vom Flughafen nach Santiago Innenstadt. (ca. 25 Euro). Zurück vom Hotel zum Flughafen hat es mit dem vorbestellten Taxi übrigens nur 15.000 chilenische Pesos gekostet, um die 20 Euro. Ihr müsst einfach darauf achten, nicht in der Rushhour zum Flughafen zu fahren, denn dann könnte es unangenehm lange dauern!

Die Innenstadt von Santiago de Chile sah für mich aus wie eine Mischung aus Mailand, Madrid und Paris, mit einem Schuss Miami drin. Wegen der gelben Fahrbanmarkierungen und den sehr nach Florida aussehenden Ampelanlagen. Santiago wirkt also sehr europäisch, und so gar nicht südamerikanisch. Dazu war es ziemlich kalt, und zu meinem Erstaunen haben die chilenischen Autofahrer die für den Kontinent nahezu exotische Angewohnheit, an Zebrastreifen für dort wartende Fußgänger anzuhalten!

Für Reisende, welche Santiago während einer längeren Südamerikatour als Relaisstation auf dem Weg nach Neuseeland, Patagonien oder die Osterinsel und Französisch-Polynesien nutzen, bietet die Stadt eine ausgezeichnete Infrastruktur.

Allerhand Geschäfte, Klamottenläden, Wäschereien, Outdoorläden, Reisebüros, Internetcafes, im Prinzip ist alles notwendige für den Traveller vorhanden. Und lässt sich per Google Maps auch sehr leicht finden. 

Chilenische Trennkost vom Feinsten: Ein Kuchen, heiße Schokolade und eine Kokosmilchlimo! Da sind alle froh!

Sehenswürdigkeiten in Santiago: Der San Cristobal Hügel und das Haus von Pablo Neruda

Laut TripAdvisor ist die Sehenswürdigkeit Nummer 1 in Santiago de Chile der mitten in der Stadt befindende Hügel San Cristobal (auf Spanisch „Cerro de San Cristobal)“, welcher einen tollen Panoramablick auf Santiago und die Anden ermöglicht. Leider auch auf die die Stadt notorisch umwabernde Dunstglocke aus Smog, aber ich will nicht meckern!

Ein Ausflug auf den Cerro San Cristobal ist tatsächlich sehr nett und empfehlenswert. Es gibt drei Wege, wie man den Hügel hinauf und hinab gelangt. Zu Fuß, mit der Seilbahn („teleferiquo“), und mit der Zahnradbahn („funicular“). 

Die Zahnradbahn mündet, und das ist ihr immenser Vorteil, in das Ausgehviertel in Bellavista. Hier gibt es ein Restaurant neben dem anderen, sehr südamerikanisch sieht es auch hier nicht aus. Und ein weiterer interessanter Ausflugstipp ist in Laufweite, nämlich das Haus von Pablo Neruda. 

Wer jetzt nicht weiß, wer das war, liest einfach nicht weiter und springt zum letzten Absatz mit den Reisetipps. 

Literaturfreunde, Romantiker, Freunde der Poesie und der spanischen Sprache wissen natürlich, dass Pablo Neruda einer der bedeutendsten Poeten der spanischen Sprache im 20. Jahrhundert war. Nobelpreisträger sowieso, und ein großer Lebenskünstler ohnehin. Sein Haus „La Chascona“ befindet sich ebenfalls in Bellavista, zu Füssen des Hügels San Cristobal. 

Die Aussicht von dort ist tatsächlich sehr beeindruckend, allerdings ist dies auch der Smog, den man von dort auf der Stadt liegen sieht wie eine Decke aus grauen, schmutzigen, humorlosen Wolken. 

Wer somit in Santiago das Haus von Neruda gesehen hat, den Blick über die Stadt hat schweifen lassen vom Hügel des Cristobal, der kann eigentlich weiterfahren.

Wer noch einen Tag über hat in Santiago, nimmt den Bus oder den Mietwagen und fährt nach Valparaiso. Das ist eine Stadt ca. 130 km nordwestlich von Chiles Hauptstadt, an der Küste des Pazifik gelegen. Hier ist die pittoreske Altstadt von Valparaiso ein veritables UNESCO Welterbe und sicherlich einen Besuch wert. 

Reisetipps Santiago de Chile im Südamerika Reiseblog:

  • Taxi von und zum Flughafen Santiago Aeropuerto Internacional Comodoro Arturo Merino Benítez Santiago, zwischen 20 und 25 Euro, z.B. nach Bellavista. Von Santiago Flugdienste in alle Landesteile in Chile (mit Latam, Sky Airline und JetSmart) sowie nach Südamerika, Europa, Neuseeland, Australien, Nordamerika.
  • Der Flug ab Santiago zur Osterinsel Rapa Nui bzw. Isla de Pascua geht mindestens einmal täglich, hier fliegt nur Latam. Flugdauer ca. fünf Stunden.
  • Unterkunft: Ich empfehle in Santiago den Stadtteil Bellavista, von dort kann man in das dortige Ausgehviertel, die Innenstadt als auch zum Cerro San Cristobal laufen.
  • Klima: Im Winter (in Chile: Juli bis September) ziemlich kalt, man braucht definitiv Winterklamotten!
  • Essen gehen in Santiago de Chile: In Bellavista in der Gegend um die Straße Pio Nono. Restaurants, Bars, Clubs, Cafés. Essen von Pizza bis Burger und Empanadas. Manchmal sogar ohne Fleisch.
  • Ausflugstipp: Das Haus La Chascona von Pablo Neruda, dem chilenischen Nationaldichter. Die Öffnungszeiten etc. findest du über diesen Link
  • Der Gran Torre Santiago ist das höchste Haus Südamerikas, und hat demnach auch die höchste Aussichtsplattform des Kontinents. Mehr über das Hochhaus erfährst du über diesen Link.

Hotelempfehlung in Santiago de Chile: Hotel Don Santiago in Bellavista. Buchbar über Booking

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DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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