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Am Amazonas in Iquitos Peru: Reisetipps

Am Oberlauf des Amazonas: Iquitos Peru

 

Ich glaube, es ist den meisten Menschen gar nicht so wirklich bewusst, dass der Oberlauf des mächtigsten Flusses dieses Planeten, des Amazonas nämlich, in Peru beginnt in Richtung Atlantik zu fliessen. Und zwar nicht im südlichen Teil des Landes, wo sich die meisten großen peruanischen Sehenswürdigkeiten der Inkakultur wie Cuzco und Machu Picchu befinden, sondern im Norden des Landes, im sogenannten Amazonas Tiefland.

Die grösste Stadt in dieser abgelegenen Gegend ist Iquitos, eine Urbanisation von einer halben Million Menschen, touristischer Mittelpunkt der Region, grosser Hafen am Fluss und Warenumschlagsplatz.

Iquitos ist das Tor zum Regenwald, Ausgangsbasis für Expeditionen, es markiert die Grenze zwischen Garten und Wald. Und Iquitos hat sich ihre Mentalität einer irgendwie rauhen Grenzstadt und letzter Vorposten der Zivilisation bewahrt, und feilt an diesem Image. Die großen Tage des Kautschukbooms sind vorüber, man hat nicht viel aus dieser Epoche bewahrt – der Regenwald ist kein guter Konservator, und ebensowenig ist er sentimental. Aber das ist Iquitos auch nicht. Es ist laut und rauh, charmant nur auf den zweiten Blick, aber diesen ist es wert.

Iquitos Peru

Iquitos Peru: Malerisch und verwunschen – ein ausrangierter Flussdampfer zerfällt am Ufer

Von Lima nach Iquitos

Nach Iquitos gelangt man nur mit zwei Verkehrsmitteln – dem Flugzeug oder dem Schiff. Von Lima kommend bietet sich der Flieger an, in knapp zwei Stunden ist man am Oberlauf des Amazonas. Und landet auf einem kleinem Flughafen, umgeben von ganz viel Wasser, noch mehr üppigem Grün und einer feuchten  und warmen Luft, in die man läuft wie in einen zwei Meter hohen Schwamm.

Das übliche Empfangskommittee von Köberern und Taxifahrern empfängt einen am Flughafen, ich wähle das einzige Auto zum Transport in die Stadt. Alle anderen fahren mit den sogenannten Motocarros, in Asien nennt man sie Tuktuks – Motorradrikaschas aus indischer Herstellung. Da keine Straße von außerhalb Perus nach Iquitos führt, muss alles mit Transportschiffen in die Stadt gebracht werden. Und deshalb gibt es mehr Motocarros als Autos in der Stadt..

Die Motocarros sind das bevorzugte Verkehrsmittel in Iquitos, sie schwirren über die rumpeligen Straßen wie ein verwirrter Schwarm Bienen auf der Suche nach einem Astloch. Eine Fahrt in der Stadt kostet um die zwei/drei Soles, ist also preiswert. Es passen sogar relativ grosse Taschen auf das Tuktuk, man muss sie eben festhalten.

Iquitos Peru

Von Lima nach Iquitos Peru: Mit Star Peru und Bae 146

Der rauhe Charme der Grenzstadt

Iquitos ist heiss, hat schlechte Straßen, Löcher im Bürgersteig so gross, dass ein Elefant darin verschwinden könnte. Viel Müll in allen Ecken, aber auch Charme und Herzlichkeit. Man kann sehr gut zu Fuß durch die Stadt streunen, aber im Prinzip gibt es nicht viel zu sehen.

Für den Reisenden ist die Gegend zwischen der Uferpromenade und der Plaza de Armas von Interesse. Hier konzentrieren sich die Hotels, Supermärkte und Geschäfte, sowie Restaurants und Cafes. Die Versorgung in Iquitos ist, trotz der isolierten Lage, ziemich gut.

Iquitos ist für den Reisenden Durchgangsstation, man kommt hier an, um weiter zu fahren. Ich möchte den Amazonas per Boot bis Manaus hinab schippern, Iquitos ist lediglich der Startpunkt von fast 1500 km Flussfahrt..

Iquitos Peru

Iquitos Peru: Am besten per Flieger, von Lima aus…

Iquitos – Was gibt es dort zu sehen?

In Iquitos gibt es – außer dem in jedem Reiseführer erwähnten aber dennoch sehr unscheinbaren sogenannten Casa de Fierro, einem Haus aus Eisen, welches in der Hochzeit des Kautschukbooms aus Europa herangeschafft wurde, und in welchem sich heutzutage eine Drogerie befindet, eigentlich nichts zu sehen.

Noch nicht einmal der Amazonas, denn Iquitos liegt zwischen dem Rio Nanay und einer Bucht des Rio Itaya, bevor dieser in den Amazonas mündet. Der eigentlichen Flussverlaufes des Amazonas mit seinem typisch braunen Wasser verläuft noch einige Kilometer entfernt, und man muss mit einem Boot hinausfahren, um dies zu erkennen.

Sehenswert ist in Iquitos der Markt in Belen sowie der gleichnamige Stadtteil aus Holzhäusern, welche im Wasser des Itaya stehen.

Wenn man von der Plaza de Armas ausgehend in südlicher Richtung der vielbefahrenen Hauptstraße folgt, gelangt man direkt nach Belen – dort einfach dem Geruch folgen und man ist im quirligen Marktgeschehen, wo alles verkauft wird, was man sich denken und nicht denken kann. Insbesondere der Frucht- als auch der Fischmarkt ist wirklich fanszinierend.

Iquitos Peru

Iquitos Peru: Schönes Haus mit typischer lokaler Elektrik

Iquitos für Traveller: Mit dem Boot nach Santa Rosa

Was also gibt es in Iquitos für den unabhängigen Traveller, welcher nicht mit dem Kreuzfahrtschiff weiter reisen möchte? Geschäfte gibt es in rauhen Mengen, zwei Blocks südlich des Plaza de Armas befindet sich auch ein Supermarkt für Selbstversorger, welcher Los Portales heisst, und eine ganz gute Auswahl hat.

Geldautomaten bzw. Banken sind an der Plaza de Armas.

Restaurants finden sich an der Uferpromenade, ich fand das „La Noche“ sehr nett.

Iquitos für Vegetarier: Ja, ihr werdet nicht verhungern. Exotische Fruchtsäfte und die variable peruanische Küche sind euer Freund…

Selbsternannte Dschungelguides gibt es ebenfalls viele in der Gegend um die Calle Raimondi. Wer einen Tripp in eine Lodge im Regenwald plant, sollte hier eine der Agenturen aufsuchen.

Ausflüge per Boot in die nähere Umgebung, den Rio Nannay, zu den Flussdelfinen oder diversen Tierstationen werden auch direkt an der Uferpromenade auf Höhe des Dawn on the Amazon Cafe angeboten. Oder fragt direkt im Cafe, es ist auch eine Agentur.

Per Boot von Iquitos den Amazonas hinab

Wer mit dem Schnellboot über den Amazonas von Iquitos in Richtung Brasilien fahren möchte, geht in die Calle Raimondi. Dort befinden sich die Agenturen bzw. Reisebüros, welche die Tickets für die Boote verkaufen. Momentan verkehren ab Iquitos flussabwärts nur die Schnellboote (barcos rapidos).

Die offizielle Destination ist Santa Rosa, die letzte Urbanisation Perus vor der sogenannten Trifrontera mit Kolumbien und Brasilien. Die Verkehrstage der Boote stehen auf grossen Schildern außerhalb der Agenturen angeschlagen.

Alle zwei Tage (circa) fährt ein Boot, es gibt zwei Unternehmen, welche die Fahrten durchführen, die Boote sind aber im Prinzip identisch. Abfahrt ist um sechs Uhr morgens, man muss aber um fünf Uhr morgens am Pier sein, da es eine Passkontrolle gibt.

Die Fahrtzeit beträgt ca. neun Stunden. Es gibt Verpflegung und Getränke auf den Booten, als auch eine Toilette.

Buchung über Internet ist meines Wissens nicht möglich.

Der Fahrpreis ist 200 Soles pro Person von Iquitos nach Santa Rosa.

Iquitos Peru

Iquitos Peru – Blick auf die Uferpromenade und den Rio Atay

  • Lima nach Iquitos: Iquitos wird von den folgenden Fluggesellschaften angeflogen: LATAM, Avianca, Star Peru, Peruvian. LC Peru verbindet Iquitos mit Leticia in Kolumbien
  • Hotelempfehlung: Casa Morey. Ein wirklich schönes Boutiquehotel mit riesigen, kühlen, sehr schön eingerichteten Zimmern, einer tollen Bibliothek und einem grandiosen Früstücksraum. Direkt am Fluss gelegen, in Laufweite zu den Reiseagenturen der Calle Raimondi
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DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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