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Cusco, Peru: Reistipps für unabhängige Traveller und Backpacker

Peru: Reisetipps für Cusco (Cuzco)

 

Es gibt diese Orte auf unserem Planeten, da löst allein der exotisch klingende Name Fernweh aus, und manchmal verreise ich dorthin, allein weil der Name so schön und vielversprechend fremd klingt: Bazaruto. Ngorongoro. Ushaia. Rio Urubamba. Uxmal. Mozambik. Lisboa. Maun. Oder: Cusco. Im Englischen klingt das noch bessser: Cuzco. Peru.

Panorama von Cusco, Peru planetenreiter.de 2013

Panorama von Cusco, Peru       –   planetenreiter.de

Nach Cusco wollte ich schon immer hin, seitdem ich die Geschichte des Franzisco Pizarro gelesen habe, wie er mit lachhaften 300 Mann das Reich der Inka zerstört hat. Die Hauptstadt des Inkareichs war Cuzco, gelegen auf über 3400 m Höhe in den Anden Perus.

Cusco ist heutzutage der touristische Mittelpunkt der Anden in Perus Süden und Ausgangspunkt für Reisen nach Machu Picchu und in das Heilige Tal der Inka, das Valle Sagrado. Die Altstadt von Cusco ist ein UNESCO Weltkulturerbe, in welchem die europäischen Eroberer auf den Trümmern der Inkastadt ihre Kirchen und Paläste errichteten.

In der Altstadt von Cusco

 

Die frühneuzeitliche Altstadt Cuscos ist tatsächlich sehr sehenswert, sehr gut erhalten und sehr touristisch, aber man kann sich leicht um die Besuchergruppen herum navigieren: Frühmorgens ist es leer. Zudem ist die Altstadt immer noch das Herz Cuscos, und wird von den Einwohnern der Stadt genau deshalb frequentiert, es ist also kein reines Touristengebiet, sondern lebendiger Kern einer sehr angenehmen, relaxten, lebensfrohen und sympathischen Stadt. Und hier einige Tipps für den Aufenthalt in Cusco:

Fotografieren in der Altstadt: Ist leicht und ohne Menschenmassen zu bewerkstelligen wenn man früh morgends z.B. in der Calle Hatunrumyoc mit den bekannten Inkamauern aufkreuzt (siehe Foto) – dann kann man die berühmten Quader der Inka in Ruhe und ohne Fussgänger davor fotografieren.

Altstadt Inkamauer in Cusco, Peru - planetenreiter.de

Altstadt Inkamauer in Cusco, Peru     –     planetenreiter.de

Die Höhenlage und die Höhenkrankheit in  Cusco

 

Die Höhenlage von Cusco: Cusco liegt in einem Talkessel am Ende eines Tales auf ca. 3.400 m Höhe. Das kann vereinzelt zu leichten Symptomen der Höhenkrankheit führen, auf jeden Fall ist das Erklimmen der steilen kleinen Strassen am Hang und der Wege in Richtung der Inka – Festung Sacsaywaman anstrengend.

Die lokale Teespezialität mate de coca soll die Symptome lindern. Ich weiss nicht, ob das stimmt, aber mate de coca schmeckt exotisch und ist nicht teuer und immer wert, unterwegs in eines der Cafes einzukehren.

Die lokalen Apotheken verkaufen ebenfalls Mittel gegen die Höhenkrankheit (Soroche) – ich weiss nicht, ob die helfen oder mit Risiken behaftet sind, das müsst ihr selbst herausfinden. Rund um die Plaza de Armas gibt es im zweiten Stockwerk der Gebäude einige sehr schöne Cafés mit mate de coca und Apfelkuchen und Blick auf die Kathedrale und das bunte Treiben auf dem Platz. Priceless!

Ansonsten Kopfschmerztabletten bereit halten, und ggfs. einen etwas tiefer gelegenen Ort wie Arequipa zum Akklimatisieren nutzen.

Touren in das Heilige Tal lassen sich vor Ort organisieren, rund um den Plaza de Armas finden sich Agenturen und Veranstalter. Man kann in einer Gruppe mit dem Bus fahren, oder sich einen Fahrer mit eigenem PKW mieten.

Das haben wir gemacht, sehr zu empfehlen und angenehm, und man kann sein Spanisch aufpolieren. Die Touren sind Tagestouren und steuern meistens diese Punkte an: die Inkafestung und den Markt in Pisaq,  die Inkaburg in Ollantaytambo und die wunderbare Kirche und Kloster in Chincheros.

Abends ist man wieder zurück in Cusco. Zur beeindruckenden Festung der Inka oberhalb von Cusco, Sacsaywaman, kann man von der Altstadt aus zu Fuss gehen. Mit den Guides, welche dort ihre Dienste anbieten sollte man den Preis der Tour VOR dem Start aushandeln.

Paysac im Valle Sagrado, Peru - planetenreiter.de

Pisaq im Valle Sagrado, Peru

Unterkunft und Essen in Cusco

 

Die Stadt bietet für jeden Geldbeutel genug Auswahl. Für Backpacker gibt es Hostels, für Traveller wie mich sehr angenehme, tolle Hotels im 100 US Dollar Bereich, das Doppelzimmer, mitten in der Altstadt, ruhig und historisch, mit Klasse Frühstück. Eure Wäsche bekommt ihr übrigens im Hotel oder in den Wäschereien direkt gewaschen, das Kilo kostet 5-8 Soles.

Essen gehen in Cusco: Auch in allen Preislagen wählbar, vom Imbiss an der Strasse bis hin zum Restaurant mit weissen Tischdecken und Kellnern im Schlips.

Ich bevorzuge die einfachen Restaurants der Einheimischen, wo es Aushänge mit dem Tagesmenü für wenige Euro gibt, und wo es vegetarische Optionen für mich als Vegetarier gibt.

Und vegetarische Gaststätten gibt es in Cusco einige, wie auch die peruanische Küche tolle Optionen für Vegetarier, für Veganer allerdings weniger, bereithält. Mein Tipp: Choclo con queso – gekochter Maiskolben mit etwas Käse dazu. Grossartig, preiswert, extrem lecker.

Choclo con queso - Cusco, Peru by planetenreiter.de

Choclo con queso – Cusco, Peru by planetenreiter.de

Souvenirs aus Peru

 

Gibt es ein Land mit schöneren, handgemachten, nicht aus China importieren Mitbringseln als Peru? Kann ich mir wirklich kaum vorstellen. Die Qualität der meisten Decken, Ponchos, Taschen, Kleidung, Schmuck und Accessoires ist mehr als gut, die Dekors bezaubernd, die Hersteller und Verkäufer charmant zurückhaltend (meistens jedenfalls).

Ich empfehle: Im Gepäck etwas Luft lassen, man kommt mit mehr zurück als man aufgebrochen ist. In Cusco fand ich das Centro Artesiana am unteren Ende der Avenida El Sol, in Laufweite vom Stadtzentrum, wirklich toll, und die Auswahl ist sehr gross.

Man muss immer handeln in Peru, hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, da die Preise noch zivil sind. Aber runterhandeln sollte man immer, mindestens ein Drittel. Im Centro Artesiana in Cusco gibt es übrigens auch einige sehr gute kleine Restaurants mit einheimischen Speisen.

 

Anreise Cusco

 

Nach Cusco kann man Fliegen oder mit dem Bus fahren, oder ab Puno mit dem Zug. Wie lange man genau mit dem Bus fährt und welche Gesellschaften fahren,  steht im Lonely Planet. In Kürze: Von Lima oder Arequipa aus gibt es diverse Bus – Anbieter, aber man muss hier mit zehn bis 12 Stunden Anfahrt rechnen. Von Puno aus geht es mit dem Bus ganz gut bis Cusco, es werden Touren mit tollen Zwischenstopps angeboten, und das lohnt sich dann schon!

Wir sind geflogen. Von Flughafen Lima knapp zwei Stunden, es fliegen mehrere Fluglinien von Lima nach Cusco: LAN Peru, Avianca, LC Peru, Peruvian und StarPeru. Kosten: ca. 100 EUR pro Person einfach.

Von Arequipa gibt es ebenfalls direkte Flüge nach Cusco. Wer von Cusco in den Regenwald möchte, fliegt nach Puerto Maldonado weiter. Nach Iquitos zu kommen bedeutet, in Lima umsteigen!

Cusco, Peru

Plaza de Armas, Cusco, Peru

Auf Grund der Höhenlage von Cusco kann man den Ort am Nachmittag kaum noch anfliegen, die meisten Flüge gehen also schwerpunktmässig morgens los.

Der Verkehr in Lima ist unglaublich, von der Stadtmitte zum Flughafen braucht man mindestens eine Stunde am Morgen, eher mehr. Der Flughafen von Lima ist toll organisiert, aber morgens auch extrem voll, seid also mindestens zwei Stunden vor Abflug bei eurer Airline. Für Leute die in Lima ankommen und in die Innenstadt per Taxi fahren möchten gilt: Es gibt einen tollen Taxiservice in die Stadt mit Taxi Verde, super Preis, schicke Autos, nette Fahrer. Ihr müsst nach dem Zoll am ersten Taxistand vorbei, bis ihr in der Ankunftshalle seid. Dort sind weitere Taxistände, einer davon ist Taxi Verde. Preis verhandeln, mehr als 20 Dollars darf das nicht kosten! Oder ihr lasst euch von eurem Hotel eine Abholung organisieren.

Vom Flughafen Cusco in die Altstadt geht es auch mit dem Taxi. Fragt am besten die mitreisenden Einheimischen, was sie zahlen.

Mit dem Zug von Cusco nach Machu Picchu: Im Frühjahr 2013 z.B. war die Bahnlinie direkt vom Bahnhof in Poroy bei Cusco unterbrochen, Peru Rail fuhr stattdessen vom Bahnhof Huanchac aus Cusco ab. Erkundigt euch am besten bei Peru Rail einen Tag vor Abfahrt, wann und wo euer Zug abfährt. Der Bahnhof Poroy liegt ziemlich weit ausserhalb der Stadt, und man braucht  mit dem Taxi ca. eine halbe Stunde dort hin.In der Regenzeit 2017 (Januar bis April) ist der Abfahrtsort dann nämlich wiederum ein anderer, jetzt wird ab Ollantaytambo gefahren, mit Zubringerbussen ab Cusco. Wo genau diese abfahren, bitte bei PeruRail erfragen! Alles weitere zur Anfahrt nach Machu Picchu in diesem Beitrag!

 

Machu Picchu Peru in den Wolken - panetenreiter.de 2013

Machu Picchu, Peru in den Wolken – panetenreiter.de Reiseblog

Mit dem Bus von Cusco nach Puno: Sehr zu empfehlen. Dauert ca. zehn Stunden, morgens um sieben geht’s los. Der Bus fährt u.a. über den 4300 m hohen La Raya Pass in den Anden, durch die spektakuläre Landschaft der Altiplano Hochebene. Wir fuhren mit Inkaexpress, Preis pro Person, inklusive Eintritte und Mittagessen: 50 USD.

Strasse in Cusco, Peru - planetenreiter.de 2013

Strasse in Cusco, Peru – planetenreiter.de

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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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