Trujillo Peru: Geheimtipp in Perus Norden (Update)

Trujillo Peru: Metropole im Norden Perus

Die wirklich praktischen Reisetipps für die tolle Stadt Trujillo im Norden von Peru. Hier im Südamerika Reiseblog. Nur für Traveller.

Es gibt kaum ein Land, welches für den individuellen Reisenden oder Backpacker so viele unterschiedliche, fabelhafte Lebensräume und soviel Kultur und Geschichte aufzuweisen hat wie Peru: Die Berge, das Hochland, die Küste, die Wüste, der Regenwald, der Amazonas. Bauten und Ruinen der Inkas, der Spanier, und von Kulturen vor den Inkas, wie den Moche und den Chimu.

Trujillo ist Perus drittgrösste Stadt mit fast 1 Mio. Einwohner in der Metropolregion und Hauptstadt der Region La Libertad. Die Anreise erfolgt am besten individuell und geht  per Bus oder Flieger ab Lima recht einfach.

  • Corona-Update Januar 2021: Nachdem im Dezember 2020 der Flughafen Lima für ankommende Flieger aus Europa für einige Wochen wieder geöffnet war, ist diese Option der Einreise nach Peru wieder geschlossen. Der Andenstaat hat diese Flüge wieder ausgesetzt, diese Regelung wurde mit dem aufkommen diverser Virus-Mutationen in Europa vorgenommen und gilt vorerst bis 20. Januar 2021. Ich gehe aber von einer Verlängerung des Einreisestopps aus.

Peru als Reiseland hat wirklich (fast) alles, und wenn man Cusco und Arequipa und Machu Picchu im Süden schon gesehen hat, dann kann ich jedem nur einen Trip nach Trujillo, ganz im Norden Perus, an der Küste des Pazifik gelegen, empfehlen.

Trujillo ist in nettes Städtchen im Norden des Landes, etwas staubig und steinern, aber angenehm, sympathisch, und wenig touristisch. Also im Vergleich zu Cusco jedenfalls. Was vielleicht nicht so viel heissen mag, denn im Vergleich zu Cusco ist auch der Kölner Dom wenig touristisch, aber das sei hier nur am Rande erwähnt.

Der Ort liegt im Prinzip an der Gabelung dreier Reiseströme, weshalb er für Traveller auch so spannend ist: Nach und von Ecuador kommt man hier vorbei. Ebenso geht es in Richtung Anden und nördliches Hochland, aber auch von und nach dem Amazonas Tiefland und dem peruanischen Regenwald. Alle Strecken werden von peruanischen Busgesellschaften bedient!

Trujillo Peru Reiseblog Huaca dragon
Trujillo Peru: Details des aus Adobe erbauten Tempels der Chimu, La Huaca Arco Iris oder Huaca del dragon

Trujillos Infrastruktur für Reisende

Trujillo ist provinziell im besten Sinne. Für Reisende gibt es eine gute Auswahl an Unterkünften, genug Restaurants, und in der hübschen Fußgängerzone und der angrenzenden Altstadt Läden für fast alles andere.

Die Infrastruktur für Traveller und Backpacker in Trujillo ist sehr gut: Unterkünfte in allen Preislagen. Kneipen, Bars, Restaurants in schöner Auswahl. Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten reichhaltig. Zwischen Wandern und Surfen bieten die Agenturen und Tour Provider in den Straßen rund um die Kathedrale viele Optionen an. Wäscherei, Apotheken, sowie eine echte Fußgängerzone mit vielen Geschäften machen die Stadt zu einer tollen Basis für Reisenden zwischen Peru und Ecuador, oder der Küste, den Anden und dem Amazonas-Tiefland.

Supermärkte und eine Wäscherei hat der Ort auch zu bieten. In den Strassen der Altstadt scheint Peru noch ganz bei sich selbst, Touristen sieht man kaum.  Das tolle und irgendwie klassisch – südamerikanische, würdevoll-höfliche Restaurant Da Marco, darin kommt man sich wie in einem Roman von Gabriel Garcia-Marquez vor. Und gutes und preiswertes Essen gibt es in Trujillo auch!

Trujillo ist ein kultureller und historischer Hotspot in Nordperu und hat einige bedeutende Sehenswürdigkeiten für den Besucher zu bieten. Dazu kommen in der Gegend vom peruanischen Trujillo (es gibt noch das originale Trujillo in Spanien, die Geburtsstadt von Francisco Pizarro) noch zwei sehr sensationelle Ausgrabungsstätten zweier Pre – Inka Kulturen, eine davon ist ein veritables UNESCO Weltkulturerbe: Es sind dies die sehr beeindruckenden Bauten der Kultur der Moche (Huacas de la Luna y del Sol) und der Chimu: Chan Chan.

Peru Reiseblog: In Trujillo
Kathedrale von Trujillo, Peru.

Das historisches Zentrum ist UNESCO Welterbe: In der kolonialen Altstadt

Bevor es zu den wirklich sehr bemerkenswerten Ausflugszielen wie den Ausgrabungsstätten geht, welche in den Randbezirken von Trujillo zu finden sind, sollte man die koloniale Altstadt von Trujillo erwähnen (auf Spanisch: Centro Historico oder casco viejo). Rund um die sehr pittoreske Plaza de Armas und ihrer gelben Kathedrale Santa Maria (erbaut 1647 bis 1666) sowie dem blauen Regierungspalast gibt es eine Unmenge an schmalen Straßen und staubigen Gassen, mit allem, was der müde Südamerika Reisende eventuell brauchen könnte: Supermärkte, Banken, Geldautomaten, Restaurants, Cafés, Klamottenläden, Hotels und Unterkünfte aller Preisklassen.

Ebenfalls auf dem zentralen Platz der Altstadt steht ein Denkmal, welches an die in Trujillo 1820 ausgerufene Unabhängigkeit Perus erinnert.

Die Universität der Stadt ist mit einer Mauer welche das längste Mosaik der Welt ziert einen Besuch wert.

Perus Kulturhauptstadt ist für Reisende von oder auf dem Weg nach Ecuador oder nach Kuelap eine sehr angenehme Zwischenstation. Es gibt wirklich viel zu sehen an historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten, aber recht wenige Touristen. Trujillo ist von Lima aus sehr einfach per Bus oder Flugzeug zu erreichen, und bietet genügend Optionen mit diesen Verkehrsmitteln, auch sinnvoll weiter zu kommen.

Man kann hier im besten Sinne auftanken, rasten, sich entspannen, und die entspannte Atmosphäre des Ortes genießen. Was wir zum Beispiel auf unserer Weltreise machten, und auch das angenehme Wüstenklima an der Küste Perus nutzten, um uns von der Höhe Cusco und auch seiner Kälte, zu erholen.

Zudem bietet Trujillo eine ganze Reihe an wirklich Weltklasse – Sehenswürdigkeiten für Leute, welche an der Geschichte Südamerikas interessiert sind und sich fragen, was dort eigentlich so los war, bevor Pizarro in Cajamarca anlangte. Die Spanier haben den Ort übrigens gegründet, und zwar schon 1534.

Ausflug zum UNESCO Weltkulturerbe und Top Sehenswürdigkeit: Chan Chan

Chan Chan ist die grösste Pre- Inka – Kultur Ausgrabungsstätte in ganz Amerika. Es ist zugleich die größte aus Lehmziegeln erbaute historische Stadt des Planeten. Und deshalb seit 1986 UNESCO Weltkulturerbe. Und eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten in Perus Norden.

Das Volk der Chimu hat Chan Chan erbaut, um 850, und bis zur Eroberung durch die Inkas 1470 war es die Hauptstadt des Reichs der Chimu. Chan Chan ist somit eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Norden von Peru, und ein echtes touristisches Highlight.

Die Gegend von Trujillo ist eine sehr staubige, grau-sandige, steinerne Wüste. So ähnlich stelle ich mir die Oberfläche des Mondes vor. Kaum zu glauben, dass diese Wüste gleich zwei Pre – Inka Kulturen beheimatet. Es hat hier Jahrhunderte kaum geregnet, weshalb die Stadt der Chimu aus Adobe so lange erhalten blieb. Neuerdings, durch den Klimawandel begünstigt, regnet es mehr als früher, was dazu geführt hat, die Ausgrabungsstätte von Chan Chan als auch den Huaca del Dragon (auch Huaca Arco Iris genannt), einen Tempel der Chimu Kultur,  zu überdachen.

Peru Reiseblog Trujillo
Chan Chan bei Trujillo im Norden von Peru ist dort eine der größten Attraktionen

Ausgrabungsstätte und Tempel Huaca Arco Iris

Man kann mit einer geführten Tour halbtägig oder auch ganztägig nach Chan Chan und zu den ebenfalls sehr beeindruckenden Monumenten der Moche, den Huaca la de la luna und Huaca del sol, fahren.

Die Touren werden in Kleinbussen unternommen, man wird am Hotel oder der Agentur abgeholt, allerdings gibt es nicht immer englischsprachige Guides. Buchen kann man in allen Reisebüros und Agenturen in Trujillo, von denen es in der Altstadt und rund um die Plaza de Armas so einige gibt.

Chan Chan ist ausserhalb des heutigen Trujillo gelegen, in Richtung der Küste und der Stadt Huanchaco. Der von den meisten Touren besuchte Tempel Huaca Iris ist am Stadtrand von Trujillo, versteckt zwischen Strassenmärkten und Mietswohnungen, und lohnt definitiv den Besuch. Beeindruckend hohe Mauern, teilweise restauriert, teilweise noch original.

Trujillo Peru Chan Chan
Trujillo Peru: In der alten Stadt Chan Chan

Richtig sensationell dann die einst wohl größte Stadt Amerikas, komplett aus Adobe Lehmziegeln erbaut, im 15. Jahrhundert von den Inkas erobert, schliesslich von den Spaniern im 16. Jahrhundert endgültig zerstört: Chan Chan.

Das sorgfältig freigelegte, ausgegrabene und geschützte Areal ist der sogenannte Tschudi Komplex, benannt nach dem Archäologen Tschudi, welcher hier mit sorgfältiger schweizerischer Gründlichkeit ein mehr als beeindruckendes Gebiet und eine der  Top-Sehenswürdigkeiten von ganz Südamerika für die Nachwelt bewahrt hat.

Man läuft durch von hohen sandigen Mauern begrenzte Strassen, über riesige Tempel- und Handelskomplexe, und ist mehr als erstaunt. Die Ruinen und Artefakte der Inkas und die Bergwelt der Anden Perus sind schon eine einzigartige Geschichte, aber Chan Chan steht dem in nichts nach.

Wer Fantasie hat, und das Staunen noch nicht verlernt hat, der wird in Chan Chan den Mund kaum noch zu bekommen.

Auch für hartgesottene Reisende ist dieses Monument in der peruanischen Wüstenei eine schöne Übung, das Staunen über die Wunder dieser Welt nicht zu verlernen.

Huaca de la luna Trujillo Peru Reiseblog
Trujillo Peru: Tempel der Moche Kultur (links vom Hügel)

Die größten Bauten Amerikas: Sonnen- und Mondpyramide der Moche

Wer denkt, der Tschudi Komplex in Chan Chan kann kaum noch getoppt werden, der hat die  beiden mächtigen Tempel bzw. Pyramiden (auf Spanisch: Huaca) der einstigen Moche Kultur, den Huaca del sol und Huaca de la luna, noch nicht gesehen.

Über recht verschlungene und – wie immer in der Gegend um Trujillo – sehr staubige Pfade gelangt man in den tadellos erschlossenen Ausgrabungskomplex der Moche Kultur, welcher auf Spanisch Huacas de Moche genannt wird .

Darin findet man ein sehr gelungenes Museum, und auf zwei Hügeln in der Wüste die beiden mächtigen Tempelpyramiden Huaca de la luna, und Huaca del sol. Der Sonnentempel war 41 m hoch, hatte eine Fläche von 340 x 220 m, befeindet sich auf einer 18 m hohen Stufenterrasse und war aus ca. 140 Millionen Adobe-Lehmziegeln erbaut. Die beiden Pyramiden sind heutzutage zwar ein wenig abgebröckelt, aber immer noch massiv beeindruckend.

Der Sonnentempel als der größere der beiden Anlagen gilt als das mächtigste Bauwerk Amerikas, und schlägt die an sich schon fantastischen Pyramiden von Teotihuacan in Mexiko.

Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass diese alten Tempel doch touristisch recht unbekannt sind, und auch in Peru eher wenig besucht werden. Wer aber in Peru bzw. in Südamerika ein wirklich lohnenswertes Ziel sucht, und auch eine Gegend kennenlernen möchte, die weniger touristisch ist, dem sei hiermit Trujillo ans Herz gelegt.

Die in den meisten Reiseführern als Backpacker Ziel genannte Stadt an der Pazifikküste, Huanchaco, fand ich eher nicht so besonders. Allerdings gibt es hier veritable Strände als auch Wellen, wer surfen möchte ist hier richtig. Huanchaco ist bekannt für die aus Stroh bzw. Gras gefertigten Boote (Caballitos de Totora), und kann ab Trujillo mit Taxi oder Bus erreicht werden, es sind ca. 15 km zu fahren auf staubiger Asphaltstraße.

Weitere Info, wie man nach Trujillo kommt, was es kostet, noch mehr Reisetipps für Unterkünfte in diese Gegend in Peru findest du am Ende des Artikels.

  • Was kosten die Touren in Trujillo? Die Halbtagestouren nach Chan Chan oder den Moche Tempeln kosten 20 Soles pro Person. Die Ganztagestour inklusive Mittagessen dann entsprechen teurer. Der Eintritt in das Museum Huacas de Moche kostet 5 Soles. Die Touren können in den Agenturen rund um die Plaza de Armas gebucht werden.
Trujillo Peru Huaca de la luna
Trujillo Peru Huaca de la luna, im Hintergrund links der Huaca del sol

Anreise und Kosten für Flug und Bus

Anreise nach Trujillo: Mit dem Flugzeug ab Lima oder ab Cusco. Von Lima fliegen  Latam  und Viva Air nach Trujillo. Latam fliegt zusätzlich direkt ab Cusco. Ansonsten kann man auch recht easy über Lima fliegen und dort umsteigen. Dauer des Fluges Lima-Trujillo: Etwas weniger als eine Stunde. Kosten für den Flug: um 100 Euro einfach mit Latam, Viva ist meistens preiswerter.

Mit dem Bus ab Lima: Dauer der Busfahrt: Zwischen acht und zehn Stunden. Es gibt auch Nachtbusse auf dieser Strecke.

Vom Flughafen Trujillos in die Innenstadt kostet ein Taxi ca. 25 Soles. Das Wyndham Trip Hotel  bietet einen kostenlosen Shuttle Service für Hotelgäste an

Meine Empfehlung bzw. der Hoteltipp: In der Innenstadt rund um den Plaza de Armas gibt es einige nette Hotels, welche über die üblichen Buchungsplattformen reserviert werden können. Etwas ausserhalb gelegen, aber ein wirklich fabelhaftes Haus ist das Wyndam Trip Hotel Trujillo. Mit Bar, Restaurant, Gym und Pool, echt Klasse!

Unterkünfte gibt es in Trujillo in so ziemlich allen Preislagen. Buche hier bei booking.com und unterstütze diesen Reiseblog.

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Restaurant-Tipp: Da Marco, in der Altstadt. Wunderbar altmodisch. Casona Deza, in einer Seitenstrasse der Plaza de Armas, in einem der ältesten Gebäude der Stadt. Tolle Atmosphäre, Klasse Essen, gutes Bier! Passt auch für Vegetarier, genau so wie das Da Marco.

Trujillo für Backpacker und Selbstversorger: In der Altstadt in der Nähe der Plaza de Armas gibt es einen schönen Supermarkt mit Bäckerei. Eine Wäscherei (Lavanderia Tintoreria Lucy) findet sich in der Jiron Miguel Grau.

Klima und beste Reisezeit: Warm, kaum Regen

Trujillo liegt direkt am Pazifik in der peruanischen Küstenwüste. Dass die Metropole den Beinamen “ Stadt des ewigen Frühlings“ hat sagt schon alles über das Wetter in der Gegend aus. Die Wüste sorgt für ein recht trockenes und warmes Klima mit gemässigten Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad und sehr wenig Niederschlag.

Diese Region Perus ist für mich ein ganzjähriges Reiseziel.

Besondere Ausrüstung oder Kleidung benötigt man nicht – Sonnenschutz (Kopfbedeckung, Sonnenbrille, Sonnencreme) gegen die starke Sonne in der schattenlosen Wüste ist allerdings hilfreich.

Ziele in der Region, Optionen für die Weiterfahrt

Wer schon so weit in den Norden Perus gefahren ist, der kann Trujillo als eine sehr spannende Zwischenstation einer außergewöhnlichen Reise betrachten. Weitere Ziele ab der Stadt des ewigen Frühlings sind das ca. 200km nördlich gelegene Chiclayo mit tollen Museen und Ausgrabungsstätten.

Weiter nördlich davon gibt es Strände für Surfer, und die Panamericana führt bis Ecuador. Nach Chiclayo kommt man am besten mit dem Bus. Ebenso per Bus, und dies ist eine klassische Backpacker-Route, geht es in Richtung Berge, nach Cajamarca.

Von dort kann man auf einer der abenteuerlichsten Bergstrassen die Anden in Richtung Kuelap und Chachapoyas überqueren. Von dort weiter hinab in das Amazonas – Tiefland und in Richtung Tarapoto.

Mit einer in 14 Tagen absolut ohne Stress zu bewältigenden Route kann man also Trujillo, Cajamarca, Kuelap, die Kaffeeregion um Chachapoyas und den peruanischen Regenwald entdecken. Mehr dazu hier im Reisetipp Norden von Peru.

dc
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