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Trujillo Peru: Geheimtipp zwischen Ozean und Wüste

Trujillo Peru: Lohnenswert und abseits der Touristenströme

 

Es gibt kaum ein Land, welches für den individuellen Reisenden oder Backpacker so viele unterschiedliche, fabelhafte Lebensräume und soviel Kultur und Geschichte aufzuweisen hat wie Peru: Die Berge, das Hochland, die Küste, die Felsenwüste, der Regenwald, der Amazonas. Bauten und Ruinen der Inkas, der Spanier, und von Kulturen vor den Inkas, wie den Moche und den Chimu.

Peru als Reiseland hat wirklich (fast) alles, und wenn man Cusco und Arequipa und Machu Picchu schon gesehen hat, dann kann ich jedem nur einen Trip nach Trujillo, ganz im Norden Perus, an der Küste des Pazifik gelegen, empfehlen.

Trujillo ist in nettes Städtchen, etwas staubig und steinern, aber angenehm, sympatisch, und wenig touristisch. Also im Vergleich zu Cusco jedenfalls. Was vielleicht nicht so viel heissen mag, denn im Vergleich zu Cusco ist auch der Kölner Dom wenig touristisch, aber das sei hier nur am Rande erwähnt.

Trujillo Peru Huaca dragon

Trujillo Peru: Details des aus Adobe erbauten Tempels der Chimu, La Huaca Arco Iris oder Huaca del dragon

Trujillo ist trubelig, aber auch provinziell im besten Sinne. Für Reisende gibt es eine gute Auswahl an Unterkünften, genug Restaurants, und in der hübschen Fussgängerzone und der angrenzenden Altstadt Läden für fast alles andere.

Supermärkte und eine Wäscherei hat Trujillo auch zu bieten. In den Strassen der Altstadt scheint Peru noch ganz bei sich selbst, Touristen sieht man kaum.  Das tolle und irgendwie klassisch – südamerikanische, würdevoll-höfliche Restaurant Da Marco, darin kommt man sich wie in einem Roman von Gabriel Garcia-Marquez vor. Und gutes und preiswertes Essen gibt es in Trujillo auch!

Dazu kommen in der Gegend von Trujillo Peru (es gibt noch das originale Trujillo in Spanien, die Geburtsstadt von Francisco Pizarro) noch zwei sehr sensationelle Ausgrabungsstätten zweier Pre – Inka Kulturen, eine davon ist ein veritables UNESCO Weltkulturerbe.

Es sind dies die sehr beeindruckenden Bauten der Moche (Huacas de la luna y del sol) und der Chimu: Chan Chan.

Trujillo Peru Huaca Arco Iris

Trujillo Peru: Tempel Huaca Arco Iris, Teil des UNESCO Welterbes von Chan Chan

UNESCO Weltkulturerbe in Trujillo Peru: Chan Chan

 

Chan Chan ist die grösste Pre- Inka – Kultur Ausgrabungsstätte in ganz Amerika. Es ist zugleich die grösste aus Lehmziegeln erbaute historische Stadt des Planeten. Und deshalb seit 1986 UNESCO Weltkulturerbe. Das Volk der Chimu hat Chan Chan erbaut, um 850, und bis zur Eroberung durch die Inkas 1470 war es die Hauptstadt des Reichs der Chimu.

Die Gegend von Trujillo ist eine sehr staubige, grau-sandige, steinerne Wüste. So ähnlich stelle ich mir die Oberfläche des Mondes vor. Kaum zu glauben, dass diese Wüste gleich zwei Pre – Inka Kulturen beheimatet. Es hat hier Jahrhunderte kaum geregnet, weshalb die Stadt der Chimu aus Adobe so lange erhalten blieb. Neuerdings, durch den Klimawandel begünstigt, regnet es mehr als früher, was dazu geführt hat, die Ausgrabungsstätte von Chan Chan als auch den Huaca del Dragon (auch Huaca Arco Iris geannt), einen Tempel der Chimu Kultur,  zu überdachen.

Ausgrabungsstätte Chan Chan und Tempel Huaca Arco Iris

 

Man kann mit einer geführten Tour halbtägig oder auch ganztägig nach Chan Chan und zu den ebenfalls sehr beeindruckenden Monumenten der Moche, den Huaca la de la luna und Huaca del sol, fahren.

Die Touren werden in Kleinbussen unternommen, man wird am Hotel oder der Agentur abgeholt, allerdings gibt es nicht immer englischsprachige Guides. Buchen kann man in allen Reisebüros und Agenturen in Trujillo, von denen es in der Altstadt und rund um den Plaza de Armas so einige gibt.

Chan Chan ist ausserhalb des heutigen Trujillo, in Richtung der Küste und der Stadt Huanchaco. Der von den meisten Touren besuchte Tempel Huaca Iris ist am Stadtrand von Trujillo, versteckt zwischen Strassenmärkten und Mietswohnungen, und lohnt definitv den Besuch. Beeindruckend hohe Mauern, teilweise restauriert, teilweise noch original.

Trujillo Peru Chan Chan

Trujillo Peru: In der alten Stadt Chan Chan

Richtig sensationell dann die einst wohl grösste Stadt Amerikas, komplett aus Adobe Lehmziegeln erbaut, im 15. Jahrhundert von den Inkas erobert, schliesslich von den Spaniern im 16. Jahrhundert endgültig zerstört: Chan Chan.

Das sorgfältig freigelegte, ausgegrabene und geschützte Areal ist der sogenannte Tschudi Komplex, benannt nach dem Archäologen Tschudi, welcher hier mit sorgfältiger schweizerischer Gründlichkeit ein mehr als beeindruckendes Gebiet für die Nachwelt bewahrt hat.

Man läuft durch von hohen sandigen Mauern begrenzte Strassen, über riesige Tempel- und Handelskomplexe, und ist mehr als erstaunt. Die Ruinen und Arefakte der Inkas und die Bergwelt der Anden Perus sind schon eine einzigartige Geschichte, aber Chan Chan steht dem in nichts nach.

Wer Fantasie hat, und das Staunen noch nicht verlernt hat, der wird in Chan Chan den Mund kaum noch zu bekommen.

Auch für hartgesottene Reisende ist dieses Monument in der peruanischen Wüstenei eine schöne Übung, das Staunen über die Wunder dieser Welt nicht zu verlernen.

Huaca de la luna Trujillo Peru

Trujillo Peru: Tempel der Moche Kultur (links vom Hügel)

Die grössten Bauten Amerikas: Die Huacas de Moche in Trujillo Peru

 

Wer denkt, der Tschudi Komplex in Chan Chan kann kaum noch getoppt werden, der hat die  beiden mächtigen Tempel (Huaca) der einstigen Moche Kultur, den Huaca del sol und Huaca de la luna noch nicht gesehen.

Über recht verschlungene und – wie immer in der Gegend um Trujillo Peru – sehr staubige Pfade gelangt man in den tadellos erschlossenen Ausgrabungskomplex der Moche Kultur, welcher Huacas de Moche genannt wird .

Darin findet man ein sehr gelungenes Museum, und auf zwei Hügeln in der Wüste die beiden mächtigen Tempel, Huaca de la luna, und Huaca del sol. Der Sonnentempel war 41 m hoch, hatte eine Fläche von 340 x 220 m, befeindet sich auf einer 18 m hohen Stufenterrasse und war aus ca. 140 Millionen Adobe Lehmziegeln erbaut. Die beiden Tempel sind heutzutage zwar ein wenig abgebröckelt, aber immer noch massiv beeindruckend.

Der Sonnentempel als der grössere der beiden Anlagen gilt als das mächtigste Bauwerk Amerikas, und schlägt die an sich schon fantastischen Pyramiden von Teotihuacan in Mexiko.

Eigentlich kaum zu glauben, dass diese alten Tempel doch recht unbekannt sind, und auch in Peru eher wenig besucht werden. Wer aber in Peru ein wirklich lohnenswertes Ziel sucht, und auch eine Gegend kennelernen möchte, die weniger touristisch ist, dem sei hiermit Trujillo ans Herz gelegt.

Die in den meisten Reiseführern als Backpacker Ziel genannte Stadt an der Pazifikküste, Huanchaco, fand ich eher vergessenswert.

Weitere Info, wie man nach Trujillo Peru hinkommt, was es kostet, noch mehr Reisetipps für diese Gegend in Peru, am Ende des Artikels.

Trujillo Peru Huaca de la luna

Trujillo Peru Huaca de la luna, im Hintergrund links der Huaca del sol

Trujillo Peru Reisetipps im Südamerika und Peru Reiseblog

 

  • Anreise Trujillo Peru: Mit dem Flugzeug ab Lima oder ab Cusco. Von Lima fliegen Avianca,  Latam, LC Peru und Viva Air nach Trujillo. Latam fliegt zusätzlich direkt ab Cusco nach Trujillo. Ansonsten kann man auch recht easy über Lima fliegen und dort umsteigen.
  • Mit dem Bus ab Lima nach Trujillo. Dauer: Zwischen acht und zehn Stunden. Es gibt auch Nachtbusse auf dieser Strecke.
  • Vom Flughafen Trujillo in die Innenstadt kostet ein Taxi ca. 25 Soles. Das Wyndham Trip Hotel in Trujillo bietet einen kostenlosen Shuttle Service für Hotelgäste an
  • Hoteltipp: In der Innenstadt rund um den Plaza de Armas gibt es einige nette Hotels, welche über die üblichen Buchungsplattformen reserviert werden können. Etwas ausserhab gelegen, aber ein wirklich fabelhaftes Haus ist das Wyndam Trip Hotel Trujillo. Mit Bar, Restaurant, Gym und Pool, echt Klasse!
  • Die Halbtagestouren nach Chan Chan oder den Moche Tempeln kosten 20 Soles pro Person. Die Ganztagestour inklusive Mittagessen dann entsprechen teurer. Der Eintritt in das Museum Huacas de Moche kostet 5 Soles. Die Touren können in den Agenturen rund um die Plaza de Armas gebucht werden.
  • Restaurant -Tipp Trujillo Peru: Da Marco, in der Altstadt. Wunderbar altmodisch. Casona Deza, in einer Seitenstrasse der Plaza de Armas, in einem der ältesten Gebäude der Stadt. Tolle Atmosphäre, Klasse Essen, gutes Bier! Passt auch für Vegetarier, genau so wie das Da Marco.
  • Trujillo für Backpacker und Selbstversorger: In der Altstadt in der Nähe der Plaza de Armas gibt es einen schönen grossen Supermarkt mit Bäckerei. Eine Wäscherei (Lavanderia Tintoreria Lucy) findet sich in der Jiron Migel Grau.

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DC Loew

DC Loew ist Reiseblogger auf planetenreiter.de und berichtet von seinen Reisen im Speziellen, über das Leben und das Reisen im Allgemeinen sowie über Afrika, Lateinamerika, Safari, UNESCO Welterbestätten und naturnahes und individuelles Reisen im Besonderen. Zudem fotografiert er gerne und liebt die Exotik: Ob Offenbach oder die Osterinsel - los gehts!
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